Beiträge von Shya

    Ziemlich krasser Scheiß. Dachte Knox als er sich vorstellte wie der Raider auf das Gebäude ballerte. Er war sich nicht sicher ob er vertrauenswürdig genug war aber... scheiß doch der Hund drauf. Wenn nicht, war er genau so tot wie sie auch. Blieb eigentlich nur zu hoffen das der Kerl clever genug war das zu checken.


    Knox folgte eher teilnahmslos die versiffte Treppe hinauf. Er vertraute darauf das Dust und Peaches die Sache im Griff hatten. Er war nur noch hier um sich seine Rache abzuholen. Rache dafür, was Victor ihm und Peaches angetan hatte, dafür dass er seinen Bruder auf dem gewissen hatte und dafür dass sein ganzes scheiß Leben durch ihn ein einziges verdammtes Chaos geworden war.

    Als das Trio stoppte wurde Knox wach. Mit leisen Gesten machte Peaches seinen Begleitern klar dass da Feinde waren und sich nun die frage stellte ob sie sie töten oder ignorieren sollten. Ehe irgendwer Antworte konnte, machte Peaches einen Schritt auf das Fenster zu. Sein Blick war geweitet und starr. Er trat ganz ans Fenster welches auf einige niedrige Häuser und einen Platz wies. Knox folgte seinem Blick begriff aber nicht sofort. Erst als er die Personen sah die aus einem Gulli stiegen, wurde ihm klar was passierte. Doch ehe er Peches am Arm greifen konnte um ihn aufzuhalten, war dieser schon auf dem Weg die Treppen hinunter. Dust und Knox sahen sich an. Als Dust Peaches folgen wollte, hielt Knox ihn zurück und schüttelte den Kopf. Er zeigte nach oben. Sie mussten diesen Victor finden. Dust nickte. Erneut sah Knox aus dem Fenster und erkannte dass Quinn und Cosmo, ja und sogar Pete, unter den Leuten waren die jetzt auf das Kriegsgebiet zusteuerten. Sie waren voll ausgrüsstet mit Waffen und Rüstung. Peaches Männer hatten gute vorarbeit geleistet. Aber eigentlich dienten diese Vorbereitungen nur zur Selbstverteidigung... nicht für den Angriff. Und Peaches wusste das besser als jeder andere. Er würde nicht zu lassen das seine Leute sich in den Tod stürzten. Knox kam zu sich als sich Schritte näherten und dust ihn darauf aufmerksam machte. Peaches' hektischer Abgang musste die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt haben. Knox lies sich am Arm zurückziehen. Auf den Treppenstufen verharrten sie. "Und ich sag dir das war nichts. Das Haus ist verdammt brüchig, da fällt schon mal etwas Putz von den Wänden." Die Schritte kamen Näher. Knox schwitze wie ein Schwein. Wie oft wollte er sich eigentlich noch ermahnen das dieser Scheiß nichts war, was man in seinem Zustand durchzog. Nur Gut das Dust da war. Er war zwar alt aber immer noch sicherer als eine Junky auf Entzug. Knox schüttelte den Kopf um wirre Gedanken zu verjagen. Dust stand angespannt und angriffsbereit an die Wand gelehnt. Die Schritte stoppten kurz vor der Ecke. Ein Feuerzeug erklang. "Siehst du." sagte die Stimme mit einer Zigarette zwischen den Lippen. "Nichts. Du bist Paranoid." Die beiden hörten wie die Wache den Rauch inhalierte und die Füsse bewegte. Knox holte bereits Luft um erleichtert auszuatmen. Sie konnten diese Kerle doch ignorieren und Aufsehen vermeiden. Doch da streckte der Kerl mit der Zigarette ganz unerwartet doch noch den Kopf um die Ecke um einen Blick die Treppe hinab zu werfen und erstarrte bei dem Anblick. Dust verlor keine Zeit und rammte dem Kerl den Gewehrkolben ins Gesicht. Sofort eilte er hinter dem Taumelnden Kerl her, packte ihn von hinten und drehte ihm den Hals um. Knox blinzelte erschrocken. "What the..." Knox stand oben an der Treppe und starrte den Toten an. Sein Blick schwenkte sofort zu dem Kerl der den dumpf aufgeschlagenen Körper gehört hatte und her geeilt war. Er stand kaum an der Ecke, da hob Knox ohne nachzudenken, ohne das Gesicht zu verziehen, die AK und ballerte ihm eine Salve in die Brust. Dabei starrte er sein Ziel an als würde er durch es hindurch sehen. Erst als dieser zu Boden ging regten sich die Züge zu Überraschung und Schrecken. Knox lies die Waffe fallen. Sie Prallte an seinen Vorderkörper da sie an einem Gurt um seine Schulter hing. Mit den geballten Fäusten an der Stirn starrte er den blutigen Leichnam an und hielt die Luft an. "Fuuuck." flüsterte er. Dust verlor keine Zeit, stieß Knox an ihm zu folgen und eilte die Treppen hinauf. Knox starrte noch einen Moment, begreifend wie Laut diese Schüsse in diesen morschen Wänden gehallt hatte und folgte dann. Unüberlegt zu handeln wurde langsam zur Gewohnheit. Dabei war er früher doch so organisiert gewesen. Zumindest was das ermorden und vertuschen von Morden an Teenagern anging.

    Niemand kam ihnen entgegen oder hinterher. Sie erreichten die oberste Etage.

    Keuchend hielt Knox auf die Knie gestürzt an. Dust der ebenfalls schwer atmete, aber längst nicht so aus der puste war wie Knox, suchte den Gang methodisch ab. Knox folgte erst als er wieder Luft bekam. Er lauschte an den Türen konnte aber nichts hören. Hatten sie ihn verpasst? War er vielleicht in einem der Räume in den unteren Etagen versteck? Aber wo könnte das Arschloch die Show besser genießen als... ganz oben! Knox sah sich um. "Kommt man hier irgendwo aufs Dach?"

    Vorsichtig suchten sie die Räume ab. Alles sah gleich aus. Einige Türen waren verschlossen. Diese brach Knox mit einem Fußtritt einfach auf. Wenn die Schüsse nicht gehört worden waren, dann würde diese kurze Kratzen an morschen Türen auch niemanden jucken.

    Sie fanden tatsächlich ein kleines separates Treppenhaus welches auf das flache Dach des Hochhauses führte. Knox ging voran. Auch diese Tür war abgeschlossen. Er öffnete sie mit Leichtigkeit. Erst im nachhinein fragte er sich warum diese Türen wohl abgeschlossen sein konnten. Langsam stieg er die Treppe hinauf. Die Tür die zum Dach führte war aus Metall. Sie war nicht verschlossen. Ein Keil klemmte zwischen Tür und Rahmen. Wohl weil diese Tür sich von außen nicht mehr öffnen lies, wenn sie einmal geschlossen war. Vielleicht auch weil sie für diese Metalltür einfach keinen Schlüssel hatten. Was auch immer der Grund sein mochte, Knox vergaß darüber nachzudenken als er sich der Tür näherte. Er kauerte vor der Tür durch dessen Spalt nur wenig Licht fiel und hörte bereits Stimmen. Als er sich mit dem Gesicht nähern wollte, die Handfläche auf dem Türblatt die andere an dem Keil damit er nicht runter fiel, bebte plötzlich der Boden. Dann drangen Schüsse an ihre Ohren. Schüsse aus der Entfernung. Victors Männer mussten die Front aus RNK und Raidern erreicht haben. Erneut erzitterte das ganze Haus. Knox drückte die Tür etwas mehr auf um hinaus zu spähen. Alles was er sehen konnte, waren zwei Wachen... und eine Seilvorrichtung zum anderen Gebäude. Das Gebäude in dem Ripo sich bereit hielt. Eine Explosion blitzte gefolgt von dem Knall und schließlich bebte der Boden noch einmal. Dabei verlor Knox sogar das Gleichgewicht und lies die Tür zufallen. Das allerdings mehr wegen der unbequemen Kauerhaltung, als durch das wirklich schwache beben. Perplex sass Knox auf den Stufen und sah zu Dust. "Ich glaub der Wichser ist auf dem anderen Gebäude..."

    "Jetzt schon?"

    Peaches wirkte überrascht über Dusts Bericht darüber, dass Foster schon im Anmarsch war. Er eilte zu dem Major um ihm das mit zu teilen. Er winkte auch den vermeintlichen Raiderboss heran, der sich einfallsreich Crook nannte.

    "Kannst du einen deiner Typen nach Freeside schicken?" fragte Peaches den Raider. Dieser sah sich in seinen Reihen um, doch statt zu antworten, stellte er eine Gegenfrage.

    "Wieso?"

    "Um die Leute zu warnen. Sie sollen die Nachricht verbreiten und sich verstecken."

    "Wen jucken den die Idioten in Freeside?" Crook schien nicht zu begreifen. Peaches hatte dafür keine Zeit und packte den Raider am Kragen. Er zog ihn an nah an sein Gesicht und fauchte ihn an. Und das, wo er früher diese Ganger so gefürchtet hatte, als er noch ein einfacher Karawanenhändler gewesen war.

    "Du suchst dir jetzt zwei deiner Männer aus, die nach Freeside gehen und die Nachricht verbreiten. Oder ich sorg dafür, dass du und dein beschissener Trupp dem Erdboden gleich gemacht werden bevor Foster mit seiner scheiss Armee hier eintrifft, verstanden?!" Crook hörte den gezischten Worten zu und starrte Peaches dabei in die Augen. Er verzog die Mine nicht und wartete geduldig bis Peaches ihn wieder los lies. Dann tat er als wische er sich Staub von der Kleidung.

    "Entspann dich mal, Mann. Is' klar, ich hab verstanden." sagte der Raider in einem Tonfall der Peaches' Blutdruck nicht unbedingt senkte. Doch ehe er etwas sagen konnte, schritt Crook davon und winkte zwei seiner Leute zu sich her. Peaches wandte sich dem Major zu.

    "Verteidigt Freeside so lange ihr könnt." In diesem Satz schwang ein entschuldigender Tonfall mit. Tut mir Leid das ihr das hier allein durchstehen müsst. Der Major nickte.

    "Und was haben Sie vor?" Peaches sah zu Dust und Knox.

    "Ich weiss es auch nicht so genau." Peaches blickte zurück zu dem RNK-Mann. Erneut fühlte er sich schlecht dabei. Doch der Mann reagierte nicht empört über diese äußerst schwammige Aussage. Er verstand. Dann salutierte er und Peaches hob ebenfalls die Hand an die Stirn ehe er zurück zu seinen Freunden eilte.


    "Wir sollten keine Aufmerksamkeit auf uns ziehen wenn wir Foster suchen." sagte Peaches zu Knox und John. "Wenn auch nur einer uns entdeckt, und den Rest warnt, haben wir verloren." Er machte eine Pause um nachzudenken. "Von euch hat keiner mitgekriegt, wie die Sache mit dem HC7 gelaufen ist, oder?" Sowohl Dust als auch Knox schüttelten den Kopf. Obwohl Knox glaubte, schon mal davon gehört zu haben. Aber wo?

    Peaches hatte die Info von dem Verräter Jason erhalten. Damals als dieser noch kein Verräter gewesen war.

    "Das Mittel ist ein paar Raidern in die Finger gekommen die nach dem injizieren plötzlich beinahe übermenschliche Kräfte erlangt haben. Ich habe unter den Gefangenen in der Vault Gerüchte gehört. Dass HC7 ein Vorgänger des Serums war. Ursprünglich hatte Foster dieses HC7 verwenden wollen. Doch irgendwas ist passiert, und der ganze Vorrat wurde vernichtet. Also haben sie es neu entwickelt. Das Serum muss nicht nur anders angewendet werden, sondern derjenige der es bekommt, muss auch hier oben manipuliert werden." Peaches zeigte auf seine Stirn. "Ich bin mir sicher, Fosters Leute sind brutaler als die Raider die mit dem HC7 umgespielt haben. Auch weil HC7 seine Wirte nach einiger Zeit umgebracht hat."

    "Okay nicht auffallen... Aber wir brauchen vielleicht doch was stärkeres als das hier." Knox nahm seine Waffe und hob sie demonstrativ hoch. "Ich hab nämlich sonst auch keinen besseren Plan." Knox wandte sich dem Waffenlager zu.


    Während Knox und Dust sich im Lager umsahen, suchte Peaches sich einen Wagen aus. Er entschied sich für den kleinsten den er finden konnte. Dieser war weniger zum Transportieren von Personen als von Kisten geeignet. Das Deck hinten war offen und bot keine Sitzplätze. Allerdings war es eher klein und im Wagen inneren hatten immerhin noch sechs Leute platz. Er setzte sich hinein und suchte den Schlüssel um das Fahrzeug zum Lager zu fahren.

    Er parkte möglichst nah und betrat das Kümmerliche Zelt welches den Todgeweihten hier als Lager diente. Knox und Dust hatten sich schon entschieden und verluden alles hinten auf der Ladefläche. Anschließend setzten sie sich alle auf den Vordersitz. Knox in der Mitte, Dust rechts von ihm und Peaches hinter dem Steuer. Er streift den Pipboy ab und reichte ihn Knox. "Sieh nach ob das Ding uns eine Hilfe ist. Vielleicht eine Noiz oder irgendwas, dass uns sagt wo der Kerl ist." Dann startete er den Wagen und fuhr durch die Ruinen außerhalb von Freeside, in einem Bogen, Richtung Südosten.

    Knox drehte und drückte an Knöpfen und Rädchen. Dust sah zu wie sich das kleine Bild auf dem Pipboy bewegte und veränderte.

    "Sucht ihr den Anführer von denen?"

    Knox Herz beschleunigte sofort auf das dreihundertfache als er die fremde Stimme hörte und drehte sich Augenblicklich zu ihr um. Der Wagen machte unterdessen einen groben Schwank, gefolgt von Peaches Flüchen da er sich offensichtlich ebenso erschrocken hatte. "Heilige verdammte Scheisse!"

    Knox starrte in ein schmutziges Gesicht während er einen Arm über der Lehne hatte um sich festzuhalten.

    "Fuck alter, wer bist du denn!?" fragte er den Jungen auf der Rückbank.

    "Ripo"

    "What?"

    "So nennen sie mich." Knox musterte den knapp zwanzigjährigen.

    "Ist das dein echter Name?" fragte er obwohl das völlig nebensächlich war. Nicht mal er selbst benutzte seinen echten Namen, obwohl er ihn nun kannte.

    "Nein..." antwortete Ripo. "Kommt von 'abzocken'.. Rip off, verstehste?" Er grinste. Knox runzelte die Strin.

    "Was zu Teufel machst du hier?"

    "Ich... ehrlich gesagt will ich nicht an der Front kämpfen." gab der Junge zu. Knox konnte das nachvollziehen.

    "Wer will das schon..." murmelte er. Er sah zu Dust dann hörte er Peaches etwas sagen.

    "Und da dachtest du dir, ich schleich mich in ne Karre und warte bis es vorbei ist, oder was?" Peaches klang aufgebracht.

    "Nein, ich wusste das ihr wegfahrt." sagte Ripo unbekümmert. Knox sah den Raider irritiert an. Er wusste nicht was er ihn jetzt noch fragen konnte und erinnerte sich schliesslich an seinen ersten Satz.

    "Was weisst du über den Anführer?"

    "Wir kommen aus ihrer Richtung. Hab sie beobachtet bevor wir zu Euch aufgebrochen sind."

    "Warum hast du das deinem Boss nicht gesagt?" fragte Peaches mit Blick in den Rückspiegel.

    "Mir hört ja keiner zu."

    "Okay und was hast du beobachtet?" Peaches war neugierig.

    "Einer ist mit vier Wachen erst irgendwo Richtung Vegas gefahren und dann wieder zurück gekommen. Er hat da mit ein paar Leuten geredet. Seine Männer standen alle in Reih und Glied. Krass Gruselig. Erst als der Anführer mit seinen vier Typen we gefahren war, sind die Soldaten und so in ihre Wagen gestiegen. Ich hab gesehen wie das Auto mit dem Anführer zu dem höchsten Gebäude gefahren ist. Es ist ganz nah an Nord Vegas.Vielleicht will er ja zu schauen."

    "Ganz bestimmt will er das." murmelte Peaches und wendete den Wagen.

    "Wärst du mal lieber an der Front geblieben, Kleiner." sagte Knox und grinste den jungen Raider auf der Rückbank an.

    "W-wieso?"

    Knox drehte sich nach vorne. Er musste husten und konnte nicht auf die blöde Frage antworten. Aber da die Antwort offensichtlich war, war es ohnehin egal. Der Kleine musste jetzt mitkommen. Ob er wollte oder nicht.

    "Brauchst du Wasser, Mann?" fragte der Junge hilfsbereit und reichte eine Flasche nach vorne. Knox zog sie hustend aus dessen Hand.

    "Da sind aber... "Vitamine" drin." fügte Ripo hinzu.

    "Was.. soll das heißen?" krächzte Knox. Der Raider zuckte die Schultern.

    "Ich wollt's nur sagen. Mach ich normalerweise aber nicht."

    Knox hätte die Flasche jetzt Peaches überlassen können der danach greifen wollte als er den Jungen gehört hatte. Offenbar wollte er die Flasche aus dem Fenster werfen. Doch Knox beschütze sie und trank sofort daraus. Egal was da drin war, er schmeckte keinen unterschied.

    "Falls du davon noch mehr brau... äh willst. Ich kann welches auftreiben."

    Knox dämmerte langsam warum die Raider den Jungen nach dem Wort 'abzocken' benannt hatten. Allerdings scherte es ihn nicht. Drogenwasser oder nicht. Immerhin erinnerte er sich wieder an das meiste, was er je intus hatte und da gab es wohl Schlimmeres.

    "Hast wohl Erfahrung, was?" sagte Knox nach dem ersten Schluck und setzte erneut an.

    "Hab von der besten gelernt." gab Ripo stolz zurück. Peaches war einen wütenden Blick in den Rückspiegel, sagte aber nichts. "Kennt ihr vielleicht. Man nennt sie Freedom."

    Knox verschluckte sich und spuckte den halben Schluck in den Fussraum. Dann hustet er erneut. Er schlug sich mit der Faust auf die Brust bis er wieder zu Atem kam.

    "Hab ich was falsches gesagt?"

    "Du kennst Freedom?"

    "Klar. Wer kennt sie nicht?" Verblüfft sah Ripo zu den Männern auf den Vordersitzen.

    "Seit ihr in der selben Bande?" fragte Knox und drehte sich wieder nach hinten um.

    "Ehm. Nein. Sie gehört zu keiner Bande. Glaub ich. So kann sie an jeden verkaufen ohne in einen Streit verwickelt zu werden."

    "Verstehe." Knox erinnerte sich an sie. An ihre erste Begegnung und auch an die Zweite. Die Erste war ihm deutlich lieber gewesen. Er erinnerte sich nur nicht mehr daran warum sie ihn am Leben gelassen hatte.

    "Das da wars glaub ich." rief Ripo und zeigt links an Knox vorbei aus dem Frontfenster. Ein zerfallenes Bürogebäude ragte vor ihnen auf. Ob sie hier auf ihren Gegner treffen würde? Hoffentlich hatte der Junge richtig beobachtet.

    Nachdem ich so begeistert von Pony Island war, hab ich mir auch das andere Spiel dieses entwicklers gegönnt. The Hex.


    Und er hat mich nicht enttäuscht!


    Zitat


    In einer alten, knarrendern Taverne, in einer vergessenen Ecke des Videospiel-Universums, tobt ein gewaltiger Sturm. Ein unbekannter Anruf vermutet einen Mordfall. Sechs Videospielprotagonisten sind die einzigen, möglichen Verdächtigen...


    Es beginnt genau so wie es beschrieben wird. Aber schnell merkt man, dass es noch um etwas ganz anderes geht.


    Zitat


    Es gibt sechs Gäste: Alle sind Videospiel-Protagonisten, die versuchen, ihrer Vergangenheit zu entkommen. Aber das The Six Pint Inn kann alte Erinnerungen wieder hervorrufen. Jeder Flashback spielt in einem völlig anderen Genre und verbindet manchmal mehrere. Durch das Erforschen dieser Erinnerungen, entdeckst du die Identität des Mörders... oder du könntest viel dunklere Geheimnisse erfahren.


    Dieses Spiel regt zum nachdenken an. Es fällt mir schwer nicht zu spoilern. Am liebsten würde ich euch sagen worüber man bei diesem Spiel am ende nachdenkt, aber ich kann nicht ^^


    Man geht wie bei Pony Island mit wenig Erwartungen heran und wird aus den Socken gehauen. So einfach und doch so genial..... Kann ich nur empfehlen,

    Ich zocke grade Pony Island


    Zitat


    Pony Island ist ein spannendes Rätsel-Spiel in Verkleidung. Du befindest dich in Limbo, gefangen in einer bösartigen, defekten Arcade-Maschine, welche vom Teufel persönlich entwickelt wurde. Es ist kein Spiel über Ponys.



    Es ist grade im Angebot auf Steam und ich kann es nur jedem Rätselfreund empfehlen.


    Es ist einfach gemacht, und spielt sich einzig mit den Maustasten. Was anfangs, für mich, etwas umständlich war bis es im Hirn dann klick gemacht hat.

    Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Es hat eine menge genialer Überraschungen auf lager mit denen man wirklich nicht rechnet. Für so ein kleines Indie Spiel wirklich mal wieder ein Goldstück. Und es ist am besten wenn ihr es selbst mal spielt. Die knapp 2 Euro sind sie absolut wert. Es ist einfach großartig. Hätte ich nie gedacht als ich das gestartet habe. Einfach ein Traum. Versprochen. ;)
    Ich war/bin mega geflasht... bitte unterstützt diesen Entwickler , davon braucht es mehr! Ich will mehr davon :D

    Glücklicherweise hatte Peaches ihre alte Ausrüstung in einer Kiste hinten im Truck gelagert bevor sie sich ins Gefängnis geschlichen hatten. Er zog die schwere Holzkiste unter den Sitzen hervor und öffnete sie. Sie hatten das Fahrzeug gut genug versteckt. So hatte ihn niemand ausgeraubt. Darin lag neben Dusts Scharfschützengewehr, welches er dankbar und Glücklich wieder entgegen nahm, auch Knox' verschrammte AK. Peaches nahm die Waffe aus der Kiste und drehte sich um. Seine Augen suchten seinen Kumpel. Verwirrt ging er um den Wagen herum und fand ihn schließlich auf dem Boden hockend. Angelehnt am vorderen rechten Rad. Wegen der hochstehenden Mittagssonne bot auch das kaum Schatten. Aber Knox gab sich damit zu frieden, wenigstens den Kopf nicht in die Sonne zu halten.

    Peaches schritt auf ihn zu und hielt ihm die Waffe hin. "Hier." Knox sah müde auf. Wortlos nahm er die AK entgegen. Ihm lagen tausend Dinge auf der Zunge, schluckte sie aber alle herunter. Es gab nichts zu Sagen. Es musste schon ein Wunder geschehen wenn sie den Kampf überleben wollten. Das wussten sie alle.

    Peaches schloss die Türen und reichte Pete den Schlüssel des Autos. "Viel Glück, Mann." sagte Pete mit bedauern in der Stimme.

    "Es gibt noch was, was du tun musst." gab Peaches zurück und steckte sich eine Zigarette an die ebenfalls in der Kiste liegen geblieben war.

    "Was denn?" Pete wirkte angespannt. Vielleicht befürchtete er Schlimmes.

    "Wenn ihr unten seid, bei meinen Leuten, dann will ich dass du ihnen sagst das sie dort bleiben sollen." Pete nickte erleichtert. Peaches sah auf die Soldaten die in der Hitze Sandsäcke schleppten. Er überlegte ob es noch etwas gab was er ihnen ausrichten sollte, aber ihm fiel nichts ein. Er wollte nur vermeiden, dass ein Privat Eye sich waghalsig mit in den Kampf stürzte. Wer hier sinnlos gegen dieses Monstersoldaten kämpfte, würde sterben. Das Stand fest. Er war sich sicher das Pete das verstand.
    Er verabschiedete sich von seiner Frau und Sanjes, und sagte ihnen das selbe. Pete trat zu Knox und streckte ihm die Hand hin. "Ich muss dich da jetz leider verscheuchen." Knox griff nach der Hand und lies sich auf die Beine ziehen. "Machs gut. Hät dich lieber unter anderen Umständen kennengelernt... ehrlich." Knox sah Pete an und wusste erneut nicht was er dazu sagen sollte. "Hast du auch eine Nachricht für jemanden in dieser Basis?" fragte Pete weiter. Die letzte Chance sich aus der Sache mit Brian rauszureden. Aber er brachte die Worte nicht heraus. Knox sah sich im Camp um. Wahrscheinlich war das sowieso egal. Die Überlebenschancen schienen kaum der Rede wert. "Sag Jenny und Cosmo, dass es mir Leid tut. Und Quinn auch.." Knox überlegte und sah Pete dann ihn die Augen. Dieser verstand und nickte. Er verabschiedete sich mit einer Umarmung. "Wir sehn uns, klar." Petes Optimismus rang Knox ein leises lächeln ab.


    Der Transporter fuhr davon und ließen Dust, Peaches und Knox zurück. Knox seufzte und suchte sich ein anderes schattiges Plätzchen, während Peaches sich unter den Soldaten umhörte. Es fühlte sich an wie damals als er noch mit Informationen gedealt hatte. Die Männer und Frauen hier schienen größtenteils Ahnungslos über die Situation. Also öffnete er die Tür eines anderen Fahrzeugs, stellte sich auf den Einstieg, griff nach dem Funkgerät an dem ein langes gekräuseltes Kabel hing und stellte den kleinen Schalter auf den Lautsprecher vorne am Wagen. Zwischen geöffneter Tür und Auto stand er auf dem Trittbrett und sprach in das kleine Kästchen in der Hand. Dabei musste er die Rangermaske herunter nehmen, was ein Risiko mit sich brachte. Jedoch war diese Ansag äußerst wichtig. Dank der Rüstung schenkten ihm alle ihre Aufmerksamkeit.

    "Was uns hier bevorsteht, wird kein Kinderspiel. Ihr wurdet hier her geordert weil jemand einen Angriff auf Vegas und die RNK plant. Dieser Jemand ist ein Verrückter, der alles was wir bisher kannten und verteidigt haben auf den Kopf stellen wird. Leider ist er nicht ungefährlich. Seine Truppen sind stärker als unsere." In der Menge machte sich Unruhe breit. "Er hat seine Männer..." Peaches stockte. Seine Männer? Sie alle waren Gefangene gewesen die keine andere Wahl hatten. Gefangene die von den Soldaten hier zu ihm gebracht worden waren. Er seufzte. "Sie sind sehr stark. Einige erinnern sich vielleicht an die Raider die irgendwie an dieses HC7 gelangt waren..." Die Unruhe stieg. "Ich kann euch allen nur raten, vorsichtig zu sein. Handelt überlegt. Eure Aufgabe ist es; Zeit zu verschaffen." Damit knackte das Funkgerät und Peaches schmiss es auf den Sitz. Während er herunter stieg und sich abwandte, riefen die Soldaten Fragen hinter her, doch Peaches ignorierte sie. Was brachten Erklärungen wenn alles was er ihnen noch klar machen konnte war, das sie haushoch unterlegen waren. Aber wen wunderte das. So schnell einen Kampfbereiten Trupp aufzustellen war einfach unmöglich. Vielleicht waren noch einige unterwegs. Aber auch die werden, wenn sie hier ankamen, restlos umgenietet werden. Es hatte eigentlich gar keinen Sinn. Es sei denn, sie konnten, während das Kanonenfutter wie die Fliegen starb, Foster ausfindig machen.


    Knox sah wie Peaches sich mit einem anderen Ranghöheren RNK unterhielt. Er hatte sich erneut hinsetzten müssen da seine Beine sich zittrig anfühlten wenn er sie belastete. Neben ihm sass Dust. Sie schwiegen sich an bevor Dust sich auf den Weg machte, um sich eine geeignete Position zu suchen. Als Gebrüll durch das Lager schallte hoben beide gleichzeitig den Kopf un blickten nach rechts. Peaches und der andere Kerl sahen ebenfalls hin. "HEEY! IHR VERBLÖDETEN WICHSER! KANN MAL EINER HER KOMMEN UND MIT MIR REDEN?! UND NEHMT DIE VERDAMMTEN KNARREN RUNTER, IS' JA EIN ALBTRAUM!" Knox und Dust sahen sich verwirrt an als Peaches auf die Stimme zu schritt. Sie standen auf um sich das genauer anzusehen.

    Meterweit vor den gestapelten Sandsäcken, stand ein einzelner heruntergekommener Kerl. Sein Gesicht schmutzig, die Hände in der Luft. Seine Rüstung nur Schrott und unterschiedlich farbiges Metall. Knox blinzelte durch den Hitzedunst und erkannte das der Kerl nicht allein war. Etwas weiter hinter ihm standen noch mehr von seiner Sorte. Die Soldaten richteten alle die Waffen auf ihn und seine Bande. Knox und Dust beeilten sich zu den Sandsäcken und knieten sich dahinter. Sie verfolgten gespannt die Situation. Knox sah alles irgendwie unscharf und verschwommen und er rieb sich die Augen während Peaches auf den Typ zu ging. Kannten die sich? Nein eher nicht. Die Truppe hinten hatte ebenfalls die Hände hoch gestreckt. Peaches gab den RNK Soldaten das Zeichen nicht zu schießen. Während er vorsichtig auf den einzelnen Kerl zu ging lachte dieser dreckig. Als würde ihn die Vorsicht, die alle an den Tag legten, amüsieren. Doch er wartete geduldig bis Peaches in Sprechweite war. Die Unterhaltung konnte Dust und Knox nicht mehr hören.
    "Wer bist du?" fragte Peaches, die Waffe auf den Kerl gerichtet. Der Kerl lacht laut.

    "Is' das wichtig? Wir sind hier um euch zu Unterstützen."

    "Wer ist wir?"

    "Nah, wir eben." Der schmutzige Mann drehte sich halb zu seinen Kumpanen, warf einen Blick auf sie die anständig aber leicht ungeduldig warteten und wandte sich wieder Peaches zu.

    Peaches sah ihn misstrauisch an. Der Fremde seufzte.

    "Wir haben gehört was los ist und wir wissen was auf dem Spiel steht. Und wir werden uns hier nicht von einem Arschloch mit Supermutanten-Soldaten vertreiben lassen. Ihr RNKler seid zwar auch beschissene Kotzbrocken, aber lieber euch Weicheier als die anderen Spinner."

    Peaches verstand. Er drehte sich kurz zu der RNK Seite um, um festzustellen wie die Soldaten auf die schmutzige Bande vor ihnen reagierte. Und wieder musste er feststellen wie wenige sie waren. Konnte er das hier wirklich allein entscheiden? Aber wer sonst wusste besser bescheid als er?

    "Und mitten im Kampf, kommen ein Paar deiner... Leute... auf die Idee sich an der RNK zu rächen und schlachten unsere Männer ab, oder was?"

    "Du hast einfach kein Vertrauen." grinste der Mann.

    "Hast du's denn?" gab Peaches zurück und richtete sich nun selbstsicher auf. Das Grinsen seines Gegenüber verschmälerte sich und er konnte sehen wie er auf die bewaffneten Soldaten hinter Peaches sah. Dann blickte er Peaches wieder an.

    "Ich biete dir zusätzliche Feuerkraft und die verdammt furchtlosesten und blutrünstigsten Bastarde der Mojave an. Und wie ich sehe kannst du die gebrauchen."

    Erneut sah Peaches auf die Bande. Nach genauerem betrachten, hielten sie zwar die Hände hoch, aber man konnte den Hass in ihren Gesichtern erkennen. Man konnte sehen wie gern sie sich hier auf die Soldaten stürzen würden, wenn sie nicht etwas davon abhalten würde. So wie die RNK, waren auch diese Typen verloren, wenn Foster einmarschierte.

    "Ihr wollt doch sicher noch mehr, als nur euer trockenes bisschen Land zurück." hielt Peaches dagegen. Der Kerl zuckte mit den Schultern.

    "Darüber können wir ja reden wenn wir die Scheisse gewonnen haben, nicht?" Er grinste sein verwahrlostes Grinsen. Peaches kniff die Augen zusammen. Wenn sie diese Scheisse gewinnen würden, dann würde Peaches seine Verluste betrauern und dann von hier verschwinden. Er würde seine Frau und seinen Sohn schnappen und nach Osten reisen, weit weg von dieser kargen Wüste. Es interessierte ihn also einen Dreck was diese Penner nach dem Krieg wollten oder nicht. Das war dann nicht mehr sein Problem. Schließlich war er kein RNK Soldat... oder gar ein Ranger.

    "Und du hast deine Leute im Griff?"

    "Na klar. Die wissen was auf dem Spiel steht. Sie konzentrieren ihre Wut auf die Arschlöch..." Sein Blick zuckte kurz zu den RNK Soldaten. "...ich meine auf die SuperArschlöcher." Sein debiles Grinsen ging Peaches auf den Sack. Sollte er diese Verrückten in seine Reihen lassen? Er war sich sicher das keiner der Männer und Frauen hinter ihm das gutheißen würde.

    "Warte hier." Peaches drehte sich um und ging zu den Sandsäcken zurück wo alle gebannt gewartet hatten.

    "Ey mann! Beeil dich, ja? Die Hitze is' nicht auszuhalten." rief der Kerl hinterher und das Grinsen zu verlieren.


    "Was wollen die?" fragte so gleich der Ranghohe.

    "Sie wollen sich uns anschließen." sagte Peaches trocken, lehnte sich neben Dust an den Wall aus Sandsäcken und rieb sich nachdenklich das bärtige Kinn.

    "Pha! Was glauben die wer sie sind?" rief der Major aus.

    "Haben wir denn eine Wahl?" erwiderte Peaches ruhig und nachdenklich.

    "Aber sie werden uns in den Rücken fallen! Das sind Raider, um Gotteswillen!"

    Peaches starrte immer noch nachdenklich vor sich hin.

    Knox sass neben Dust, die Arme auf den Sandsäcken und beobachtete die Bande. Das Kinn auf die ruhende Faust gestützt, sah er beinahe verträumt aus. Würde er diese Typen zusammen mit der RNK kämpfen lassen? Er konnte das beim besten willen nicht beantworten. Er erinnerte sich an die Unterhaltung mit Peaches über Raider.


    Würdest du wieder zu dieser Bande zurück gehen wenn du die Möglichkeit hättest?“ Darüber hatte Knox noch nie nachgedacht. Diese Leute waren alles was er damals gehabt hatte. Nun da er daran zurück dachte und auch wusste was vor dem Unfall gewesen war, konnte er sich das nicht mehr vorstellen. Doch er wollte nicht zugeben, dass es ein Fehler gewesen war sich Raidern anzuschliessen, zumal er ja auch keine andere Wahl gehabt hatte. Damals hatte er geglaubt die Typen killen ihn wenn er sich ihnen nicht beugte.

    Vermutlich nicht. Lance war ein Arschloch.“

    „Und wenn er es nicht gewesen wäre?“ Knox kniff die Augen zusammen.

    Worauf willst du hinaus?“ Peaches der neugierig klang, vermied es nun Knox anzusehen.

    Ich frage mich nur was einen dazu bewegt... Leute zu... überfallen und... naja.“ Knox wartete ob Peaches noch ausführlicher wurde. Doch dieser schwieg. Knox wusste nicht was er davon halten sollte. Warum war das wichtig? Es ärgerte ihn und er beschloss so wahrheitsgetreu wie möglich zu antworten, in der Hoffnung dass Peaches diese unsinnigen Fragen in Zukunft unterließ.

    Weils Spass macht.“ sagte Knox kühl. Beinahe erschrocken sah Peaches hoch.

    Ist das dein Ernst?“ Knox nickte und blickte so ernst er konnte zurück.

    Du entscheidest über das Leben eines anderen, oder über seinen Tod.“ Knox ballte die Faust und sah versonnen nach oben. „Das ist Macht. Und Nervenkitzel. Man kann jeder Zeit selbst drauf gehen, und wenn man es nicht tut, ist das ein Erfolgserlebnis wie kein zweites.“ Anders als erwartet verzog Peaches nicht den Mund, sondern nickte. Knox sah ihn etwas verdutz an. Dann setzte er noch einen drauf. „Und auf Psycho ist es noch viel intensiver. Nicht zu beschreiben.“

    ...

    Peaches warf ihm einen Blick zu. „Du bist ein gewissenloses Arschloch. Aber weil du mein Partner bist, würde ich sowas nie sagen.“ Peaches lächelte kurz und dachte nach. „Andererseits sorgst du dich um deine Familie und vor allem um Quinn. Etwas was man von einem richtigen Raider nicht erwarten könnte.“ Knox lachte sarkastisch.

    Und was sind richtige Raider? Die die ihre eigene Mutter töten und ihre Geschwister auffressen?“

    „Zum Beispiel.“

    „Du hast ja keine Ahnung.“ Beinahe war Knox sauer auf Peaches weil er ihn nicht für einen Raider hielt. Und er dieses klischee-Denken hatte. Aus, für Knox, unerfindlichen Gründen, verletzte das seinen Stolz. Aber es fühlte sich irgendwie falsch an, so zu fühlen. Doch er ignorierte letzteres. Er war ein Raider. Ein richtiger.

    Glaubst du ich hätte nicht auch gegen andere Banden gekämpft?“ sagte Knox. „Nicht alle sind gleich. Es gibt echt verrückte Psychos da draußen, aber eines haben so ziemlich alle gemeinsam.“ Knox vergaß sich zu beherrschen. „Sie halten zusammen.

    ...

    Sie waren eine Familie als ich keine mehr hatte...


    "Wir können diese Leute nicht bei uns aufnehmen." beharrte der Major.

    "Sollten wir aber." schaltete Knox sich ein und erntete überraschende Blicke. Ausser Peaches. Dieser sah ihn an, ohne einen Gefühlsausdruck preis zu geben.

    "Wer sind Sie denn? Wie ist Ihr Name Soldat?" der Ranghohe RNKler versuchte sein Gesicht zu wahren. Knox stemmte sich mühsam hoch und lehnte sich ebenfalls gegen die Sandsäcke.

    "Wir werden diesen Kampf ohne Verstärkung verlieren. Wahrscheinlich sogar auch dann, wenn die Typen uns helfen. Aber nicht weil sie uns in den Rücken fallen, Mann." Das Gesicht des RNK-Manns verhärtete sich angesichts der respektlosen Ausdrucksweise. Doch er sagte vorerst noch nichts. Knox hustete trocken ehe er fortfahren konnte.

    "Gleich hier, in wenigen Tagen, vielleicht auch nur Stunden, findet eine hässliche Schlacht statt. Und es gibt nur zwei Seiten. Und jeder trifft seine Wahl. So wie die da." Er zeigte auf die Raider. "Sei froh sind sie hier und nicht dort." Der Major ignorierte die Wortwahl des Soldaten und versuchte einen letzten Einwand.

    "Und wenn Foster sie schickt?" Knox versuchte zu lachen und schüttelte den Kopf.

    "Der Vollpfosten gibt sich nich' mit Gesindel wie denen ab. Außerdem hält er sich für mächtig genug. Er braucht ihre Hilfe nicht... Wir schon. Am Ende..." Knox hatte die Arme verschränkt und rieb sich nun beiläufig das linke Ohrläppchen. Er sah in die Runde und auf die Soldaten die die Raider im Blick behielten. "Am Ende haben wir hier einen Berg Leichen. Und zwar von beiden Seiten. Mehr wird nicht passieren. Aus der Sicht der Soldaten hier und dir, Kumpel." Knox nickte gegen den Major. "Is' das hier einfach nur eine Schlacht. Wie sie ausgeht entscheidest nicht du oder die da. Sondern andere Leute. Die nicht hier auf dem Schlachtfeld sterben. Verstehst du?" Knox gab einen scheiß drauf ob der Typ das kapierte. Er sah in Peaches' und Dusts Gesicht das, was er erreichen wollte.

    "Sie kämpfen mit uns." entschied Peaches nun.

    "Was? Das will ich nicht. Ich erlaube das nicht!" rief der Major sofort. "Was dieser freche Soldat sagt ist absolut kein Grund..."

    "Doch, und wie." Peaches richtete sich auf.

    "Ach ja? Was schlissen die den bitte daraus?" wütend funkelte der RNK-Mann Peaches an der seine Waffe wieder nahm und sich auf den Weg machte, den Raider über die Entscheidung zu informieren.

    "Dass Krieg immer gleich bleibt."

    Wie betäubt folgte Knox der Gruppe. Wären da noch Feinde gewesen, hätte er nicht dafür garantieren können sich selbst oder die anderen vor ihnen zu beschützen.

    Auch der Unterhaltung und dem Plan folgte er eher beiläufig. Er versuchte seine Mimik etwas anzupassen, war aber innerlich in andere Dinge versunken. Zum Beispiel wie er Cosmo und Jenny beibringen sollte, dass er es nicht geschafft hatte ihren Bruder zu retten. Er malte sich aus wie sie reagieren würden. Sie alle waren nur in Schwirigkeiten wegen ihm. Und sie alle wussten es.

    Schmerzen störten seine Gedanken. Entzugsschmerzen. Mitlerweile wusste er auch wieder woher sie kamen, warum und wie er sie lindern konnte.

    Wärend er mit Sanjes, Pete und Rene nach Uniformen suchte, nutzte er die Gelegenheit in ein paar Medizinschränkchen zu blicken. Dort fand er nur das übliche. Wasser, Verbände, ein lausiges Stimpack. Wieder und wieder suchten ihn die vorwurfsvollen Gesichter seiner Geschwister heim und er begann energischer zu suchen. Erst in einem Safe, unter einem Klapptisch in einem Zelt wurde er fündig. Der Safe war offen und wirkte hastig geplündert. Doch im dunklen Winkel ganz hinten lag neben ein paar losen Kronkorken ein einsamer Inhalator. Als er ihn in den Händen hielt erinnerte er sich daran, dass gar nicht Lance‘s Bande bei der er Quinn kennengelernt hatte, die jenigen waren die ihn an die Drogen herangeführt hatten...


    9 Jahre zuvor, lebte Knox, alias Thomas in Greenfield. So nannten sie den Park in dem sie lebten. Eine zusammengeschusterte kleine Ortschaft in Knoxville, Tennessee. Laut seinen Tagebucheinträgen war sein Leben damals angenehm und beschaulich gewesen. Er hatte seine Brüder, seine Schwester, Mutter UND Vater, lernte in der Schule lesen und schreiben... Natürlich lief nicht immer alles glatt, was seine Niederschriften über Francis bewiesen. Aber da war noch mehr was nicht in die Geschichte eines stinknormalen Heranwachsenden in Greenfield passte. Dinge die er nicht aufgeschrieben hatte, da sein Arzt Dr. Shield ab und an im Buch geblättert hatte, damit er seinen Seelenklemptnerfähigkeiten freien lauf lassen konnte. Dinge die er jedem verschwiegen hatte. Dinge an die er sich jetzt wieder erinnerte. Wie er wirklich tickte, stand nirgendwo in jenem Tagebuch. Die kleinen Tragödien waren zwar wahr... sollten aber nur unterstreichen wie sein normales Leben mit höhen und tiefen aussah.

    Die Wahrheit war...

    „Bist du soweit?“ rief Pete Knox zu und hielt dabei die Eingangsplane des Zelts hoch. Knox sah vom Jet auf. Kurz war er verwirrt. Dann steckte er den Inhalator unauffällig in die Tasche und nickte. Die Uniform hatte er schon längst gefunden und angezogen. Er stand auf und ging dem Ausgang entgegen. Kurz bevor er das Zelt verliess, nutzte er die Gelegenheit allein zu sein, nahm hastig das Jet, inhalierte tief und warf den leeren Behälter rechts von sich unachtsam in eine Ecke. Dann trat er hinaus.


    John und Peaches waren bereit. Die Gruppe folgte beinahe ungehindert dem Weg aus der Umzäunung, stieg hinten in den rostigen Transporter und machte sich auf eine längere Reise gefasst. Interessanterweise wurde den Soldaten hier oben befohlen, die ganzen Insassen auf sich allein gestellt zu lassen. Waren überhaupt noch Insassen vorhanden gewesen? Oder hatte man alle in die Vault verlegt? Da die Soldaten oben nichts von den Experimenten wussten, konnten sie nur von der RNK gerufen worden sein. Die Ansage war mit sicherheit nicht in Victors Sinne. Peaches sass hinter dem Steuer und dachte darüber nach wärend er sich auf die Fahrbahn konzentrierte. Kurz sah er neben sich zu Dust der ein wenig wie ein zusammen gesunkener nasser Karton wirkte. “Alles klar?“ fragte er knapp und wandte den Blick nur kurz besorgt zu dem Mann. Gerne hätte er ihm irgendwie Hilfe angeboten, doch er hatte noch so viele andere Dinge im Kopf und es fiel ihm schwer die Prioritäten zu ändern. Schuldbewusst starrte Peaches die von Rissen durchzogene Strasse an, während sich die Gedanken über den bevorstehenden Krieg wieder in den Vordergrund drängten.


    Knox sass soweit abseiz von den anderen wie er konnte. Er, Pete, Sanjes und Rene waren hinten eingestiegen. Aber Knox wollte nicht angesprochen werden. Seine Trauer und Sorge schlug langsam in Wut um. Er würde Victor Foster zur Strecke bringen.

    Unbeirrt musterte er die Umgebung draussen. Er fühlte dass sie langsamer vorbei zog als sie sollte, und das war fantastisch. Aber auch irgendwie quälend. Ungeduldig und unbewusst begannen seine Finger am rissigen, spröden Kunstleder zu kratzen, welches man hier vor hunderten Jahren über die Sitzbänke gezogen hatte.

    Er ignorierte die Unterhaltungen der anderen und starrte aus dem Fenster.

    Dank des Jets schmerzfrei, lies er seine Gedanken schweifen. Er erinnerte sich daran dass das Serum nach einiger Zeit die Wirkung verliren würde. Beiläufig sah er zu dem Rucksack zwischen seinen Beinen. Nur zwei Dosen waren übrig. Stumm blickte er wieder auf die immer kahler werdende Landschaft. Es war nicht zu ändern. Das nicht. Und auch die Tatsache das Brian tot war nicht. Und dass Jenny und Cosmo weinen würden wenn sie es herausfanden. Vielleicht sollte er es ihnen gar nicht sagen. Knox sah geistesabwesend hinaus, die Stirn am Fenster. Bei jeder Bodenwelle stiess er mit dem Kopf dagegen, doch das war ihm egal. Vielleicht sollte er sich von den beiden fern halten. Einer wie er, war kein Umgang für Jenny. Knox‘ Finger krazten über einen Riss im Leder und erzeugten ein monotones gleichmässiges Geräusch. Vielleicht sollte er Peaches oder Dust bitten ihnen zu sagen er sei mit Brian gestorben. So dass sie zurück nach Greenfield kehrten und wieder normal weiterleben konnten. Sie würden schon darüber hinweg kommen. Das dumpfe unregelmässige ‚Dongk‘ seines Schädelknochens auf Glass vermischte sich mit dem rauen Kratzen auf Leder. Dazu dröhnte der Motor des Transporters. War das nicht ein guter Plan? Einfach weglaufen? Es war einfach und schnell. Vielleicht sollte er das Serum auch einfach zerstören, sich selbst eins drüber ziehen und die Scheisse wieder vergessen? Das Dröhnen des Wagens schien lauter zu werden. Knox kniff die Augen zusammen und öffnete sie gleich wieder. Angestrengt sah er weiter hinaus. Ja, warum auch nicht? Das hatte doch schon einmal hervorragend geklappt. Als er unter die Trümmer geraten war und gefunden wurde, von Quinn und den anderen. Erst war er verwirrt gewesen, hatte schiss. Aber dann... Blinzelnd versuchte er die immer lauter werdenden Geräusche zu ignorieren und seinen Gedankenstrang weiter zu weben. Da war zwar siese grosse Lücke, aber scheiss drauf! Er war glücklich gewesen. Oder? Er hatte keine Toten zu betrauern. Keine Schuld am Leid anderer. Keine übermenschliche untragbare Verantwortungen. Nur eine Illusion von etwas, dass er nicht mehr kannte. Die er sich schön reden konnte. Unwissenheit war gut! Die störenden Geräusche bohrten sich unangenehm in Knox‘ Gehirn, wärend er immer öfter und länger die Augen zusammen kniff. Einfach nochmal von vorn anfangen. Er zuckte zusammen als er an der Schulter berührt wurde und hob den Kopf. “Yo, Knox alles okay? Du siehst... nich‘ gut aus mann.“ Knox sah missmutig in Petes Gesicht. Er merkte dass er schwizte und wischte sich über die Stirn. “Mir gehts gut...“ brummte er und dreht sich wieder zum Fenster. Pete sah ihn besorgt an. Es war nicht zu übersehen dass er schon wieder lit. Knox wusste das selbst. Sie fuhren bereits so lange, dass das Jet nachliess.

    Allgemeine Aufregung durchfuhr den Wagen. Peaches fuhr nun langsamer. Sie hatten die Mojave erreicht und fanden die geparkten Transporter der restlichen RNK vor. Die Soldaten hatten sich provisorisch eingerrichtet. Peaches parkte ebenfalls stieg aus und öffnete die Tür hinten. Er sah in die Gesichter der Anwesenden und konnte die Erschöpfung nicht übersehen. Er winkte Pete zu sich und dieser kam näher. Er fragte ihn ob er in der Lage war weiter zu fahren. Dieser nickte verwirrt. „Dann will ich dass du Rene und Sanjes nach Hause bringst. Rene kennt den Weg.“ Pete sah zu den Frauen und widersprach nicht. Er nickte und Peaches nickte. Er teilte allen mit wie es jetzt weiter gegen würde. Pete würde Sanjes und Rene in die Kanalisation bringen, wo ihre Basis war. Er hoffte nur dass sie noch da war. Und er hoffte das Victor sie nur ein weiteres Mal verarscht hatte, als er meinte er hätte seine Leute erschossen.

    Knox stieg aus während Peaches sprach. Er sah sich um, die Sonne brannte heiss. Bei einem Tisch nahm er sich eine Wasserflasche. Hier würde wohl bald die Höhle losgehen. Sicherlich hatte Victor vor seine Soldaten hier einfach durchmähen zu lassen. Sie waren stärker und ihre Waffen scharf...

    Eigentlich sollte sie nur Victor interessieren. Wo war er? Versteckte er sich irgenwo wie ein feiges Würstchen? Beobachtete er einfach alles bis es vorbei war, er nach Vegas maschieren konnte und den Platz der RNK einnehmen konnte? Sicher war, wenn er tot wäre, dann wären die Soldaten sicher auch kein so grosses Problem mehr. Denn ohne Anführer, waren diese Hirnlosen Kampfmaschinen nichts.


    >>>Mojave Wüste>>>

    Hab wegen eines kurzen Ausschnitts von dem Spiel, Superliminal geholt und durch gedaddelt. Es ist immer schade wenn solche Spiele vorbei sind. Etwa so wie bei einer guten Serie.
    wer Portal kennt und mag, kann sicher auch mit Superliminal anfangen.
    Ein extrem gutes Puzzle Spiel. Die Rätsel sind nicht unbedingt hardcore, aber es ist absolut genial konstruiert. Und es beinhaltet eine Message.

    Es geht um die Perspektive. Die Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten und so weiter kommen.



    Ich hatte meine Freude dran. Es hat eine Menge Überraschungen auf lager. War wirklich sehr amüsant. Wenn auch leider zu kurz. (160Minuten) aber jedes gute Spiel ist bekanntlich zu kurz ^^



    Langsam und schuldbewusst kroch Knox hinter seinem Bruder her, der es mit einem Arm wohl am schwersten hatte, durch alte Schächte zu kriechen. Eine halbe Ewigkeit verging bis sie da ankamen, wo sie hin wollten. Durch Gitter die die kahlen Schachtwände unterbrachen, konnte jeder zweite der Gruppe hinab schauen. Das grosse Zahnrad dass die Vaulttür darstellte, war verriegelt. Leider war der Schacht mit einem weiteren Gitter versperrt. Die Gruppe konnte die Tür nicht mittels der Lüftung passieren. Im Eingangsbereich stand eine Wache und beobachtete die Tür zu den Gängen die ins Vaultinnere führten. Peaches flüsterte so leise er konnte. „Halt meine Beine.“ Dust hinter ihm tat sein Bestes. Vorsichtig löste Peaches die Schrauben einer Schachtplatte und versuchte sie so leise wie möglich hoch zu heben und in den Schacht vor sich zu schieben. Seine Bauchmuskeln protestierten bereits als er sein vorhaben zu zweidritteln geschafft hatte. Nach dem erfolgreichen aufhebeln der Platte, ruhte er sich kurz aus bevor er die Waffe nahm und den Oberkörper in das Loch gleiten lies. Ähnlich wie Knox im Fahrstuhl, hing Peaches kopfüber herab. Er ziehlte auf die angespannte Wache die ihm den halben Rücken und sein rechtes Profil zeigte. Peaches spannte jeden Muskel an. Ein leichtes schaukeln liess sich nicht verhindern, denn sonst würde er vor Anstrengung zittern. Was noch schlimmer wäre. Er wusste, wenn er mit dem ersten Schuss nicht traf, würde es noch schwieriger werden. Er durfte sich aber auch nicht mehr zu lange Zeit lassen. Das Blut stieg ihm heiss in den Kopf.
    Endlich drückte er ab. Sein Bauch begann schon zu schmerzen, wegen der Kante des Schachts die unangenehm hinein schnitt. Peaches sah sich um. Der Wächter war hinter einem Tisch in Deckung gegangen. Als Peaches das bemerkte wurden seine Augen gross und panisch. In seinem Kopf hatte er zwei Möglichkeiten die sich wie ein Blitz vor seinem inneren Auge zeigten. Peaches musste sich entscheiden. Schoss er nochmal oder sollte Dust ihn hochziehen? Keine Zeit für lange Überlegungen. Peaches ballerte bevor der Gegner es zu erst tun konnte. Hinter ihm konnte er jemanden etwas sagen hören gefolgt von einem krachen. Wenige Sekunden später sah Peaches irgendwo am Rand seines Blickfelds etwas herunter fallen. Er schoss weiter auf den Feind, lies ihm keine Chance heraus zu kommen. Dann sah er Knox der sich dem Gegner humpelnd näherte, ihn seitlich überraschte und den Kerl erledigte. Dann sah Peaches nur noch wie Knox hinfiel und ebenfalls hinter dem Möbel verschwand.
    Stille kehrte ein. Peaches gab Dust ein verbales Zeichen ihn los zu lassen, hielt sich an der Kannte fest und lies sich in einer fast eleganten kopfüberdrehung herunter. Er landete auf einem Regal, sprang von da auf das, dank Knox, umgestürzte Regal daneben welches schief an einem Tisch lehnte und rutschte richtung Fussboden. Er ignorierte vorerst die Leute im Schacht. Sie würden klar kommen. Er eilte zu Knox der am Boden sass. Zwei Meter neben ihm, der tote Wächter der den seitlichen Angriff nicht hatte kommen sehen. Knox sah zu Peaches auf und versuchte ein grinsen. Er ergriff Peaches‘ Hand und liess sich auf die Beine ziehen. Auf ein Bein. Beim mehr oder weniger gewollten Sturz aus dem Schacht, der weit aus eleganter geplant gewesen war als die Ausführung, war er umgeknickt und hatte sich den linken Fuss verletzt. Noch wusste er nicht wie schlimm es war. Es schmerzte, war aber zu ertragen. Gebrochen war glücklicherweise nichts. Währenddessen kam Brain aus dem Schacht. Trotz des Handycaps viel graziöser als erwartet. Dann half Peaches Dust, und endlich Rene und Sanjes hinunter. Die Ärztin bewegte sich sofort zur Türsteuerung. Sie alle hofften dass die Schiesserei und der Krach keine Aufmerksamkeit erregt hatte.
    Marina Sanjes tippte an der Steuerung herum und winkte dann Peaches herbei. „Benutze deinen Pipboy.“ Peaches zog das Kaben aus dem Armcompuzer und schloss es an die Steuerung an. Wie durch ein Wunder entschlüsselte sich diese und gab freien Zugang zur Benutzung der Vaulttür. Sanjes drückte einen Knopf und mit einem lauten ohrenbetäubenden Quietschen entriegelte sich die Tür, schob sich aus der Verankerung und rollte zur Seite.


    Glücklicherweise stand auf der anderen Seite niemand. Nur die metallerne Brücke und der Aufzug winkten.


    Die sechs Personen standen da. Nur wenige Schritte von der Freiheit entfernt. Doch keiner wagte einen Schritt in die Richtung. Knox schluckte. Er wagte es nicht die anderen anzusehen und starrte auf die gewaltige offene Tür. Sanjes rief von hinten. Sie hatte die Leiche durchsucht und nichts nützliches gefunden. Rene unterdrückte ihre Tränen. Als sie sich zusammen nahm und auf die Tür zu gehen wollte, hielt Peaches sie zurück. „Er sagte doch es ist ein Bluff.“ protestierte sie. „Ich will meinen Sohn wieder sehen. Die Wachen könnten jeden Moment hier sein.“ ihre Worte wurden mit wiederholtem Schniefen unterbrochen. Peaches sah zu Knox. „Du bist dir ganz sicher? Hast du dich an etwas erinnert?“ Knox Gedanken rasten. Er wollte von hier weg. Er erinnerte sich an die Folter, die endlosen Tage in winzigen Räumen hier unten. Auf keinen Fall würde er sich noch einmal hier einfangen und wegsperren lassen. „Er will uns doch nur wieder fertig machen.“ begann Knox und sein Blick schwenkte zu Peaches. „Das macht er doch ständig. Das hier...“ er breitete die Arme aus, nur kurz, denn sie zitterten schon wieder. „Das will er doch. Das wir hier dumm rumstehen, drüber nachdenken und Zeit verschwenden. Und am Ende, schaut er uns an wie wir festgeschnallt und hilflos auf Tragen liegen, wehrlos, und lacht. Und dann will er unsere Gesichter sehen wenn er uns sagt dass alles eine Lüge war!“ Knox sah sich in den Gesichtern der Anwesenden um. Gerade als er zu einem Weiteren Satz ansetzen wollte, packte Peaches ihn an der Brust und zog ihn zu sich. „Weisst! Du! Es! Oder! Nicht?!“ zischte er seinen Freund an. Knox starrte in die wütend funkelnden Augen. Er kam nicht zu einer Antwort. Beide drehten sie den Kopf zur Tür. Sie hörten Marina ein ‚warte!‘ ausrufen wärend Rene auf die Tür zu lief. Als Peaches es begriff stiess er Knox von sich und rannte ihr hinter her. Knox stiess gegen Brian der ihn auffing. Sie alle sahen zu Rene. Die Hand hatte sie am Hals als sie die Tür passierte ehe Peaches sie erreichen konnte. Wenige Schritte später drehte sie sich zu den Leuten in der Vault um und Peaches stoppte in der Tür. Er starrte sie an. Wahrscheinlich hatte er den selben Gesichtsausdruck wie sie. Glasige Augen, entsetzt, den Atem angehalten. Abwartend. Knox sah sie an. Erwartete das etwas passierte, doch da war nichts. War sie noch zu nah an der Vault? Sie dachte wohl das selbe, wurde aber Mutiger. Sie sah Peaches an der sie aufhalten wollte und erneut auf sie zu rannte, doch sie drehte sich sofort um und lief auf die Brücke. Peaches erreichte sie erst als sie den Fahrstuhl berührte. Lebendig. Nun weinte sie aus Erleichterung.


    „Du hattest recht.“ sagte jemand und Knox überkam ebenfalls Erleichterung. Doch diese wurde schnell wieder von dem Stress überlagert den er in sich fühlte. Wenn sie hier geschnappt werden würden.........

    Brian lächelte Knox aufmunternd zu. Dust und Sanjes liefen bereits los. Knox folgte. Direkt hinter ihm Brian. Pures Glück überfiel Knox als er den bereits offenen Fahrstuhl ebenfalls erreichte.
    Doch es währte nicht lange.

    Er sah die Leute vor ihm die ihn anstarrten. Blankes entsetzen in den Augen. Knox verstand erst nicht. Doch schliesslich begriff er, dass sie nicht ihn ansahen. Knox drehte sich um und sah gerade noch wie Brian stürzte. Er presst die Hand an den Hals und verzog das Gesicht. Knox machte Anstalten noch in der Drehbewegung zurück zulaufen, doch Peaches und Dust hielten ihn zurück. Sie standen schon im Lift. Brian lag auf der Brücke, streckte das Gesicht ihn ihre Richtung, während ihm nun Blut aus dem Mund sprudelte. Hinter ihm, im Eingangsbereich der Vault, ging die Tür auf und bewaffnete schwarz gekleidete Männer traten heraus. Knox wehrte sich noch gegen den Griff seiner Freunde, doch er wusste dass es keinen Zweck hatte. Und er wusste das er nicht zu ihm laufen würde. Die Fahrstuhltür begann sich bereits zu schliessen. Erste Schüsse prallten von ihr und dem Rahmen ab. Knox sah in das verbrannte Gesicht seines Bruders und hörte seine Worte ehe die Fahrstuhltür sich ganz schloss.

    Ich vertraue dir, Bruder.“





    Dust und Peaches liessen Knox los. Dieser schwieg. Er lehnte die Stirn an die Fahrstuhltür und starrte nach unten ins Leere. Eine Weile wagte keiner zu sprechen. Knox spürte kurz eine Hand auf der Schulter, ignorierte sie aber. Das passte zu Foster. Bestimmt war er schon gespannt zu erfahren ob die Truppe gefangen genommen worden war durch ihr zögern, oder ob sie es gewagt hatten die Tür zu passieren. Wahrscheinlich hatte er gehofft dass es anders herum laufen würde. Sicherlich hätte er sich darüber amüsiert, wäre Brian zu erst hinaus gegangen. Es wäre bestimmt spannend gewesen, dann zu erfahren ob sie Rene zurück gelassen hätten oder nicht. Ob sie sich aufgeteilt hätten oder ob sie sich gemeinsam all den Wachen gestellt hätten.
    Knox hörte hinter sich eine leise Diskussion. Peaches und seine Frau. Sie glaubte wohl ihr tödlicher Chip hätte einen Fehler und würde doch noch hoch gehen. Irgendwann. Knox interessierte sich nicht dafür.

    Er erinnerte sich an Brian in Greenfield. Und an jeden guten Rat. Solche die er sich von seinem Vater nur hätte erträumen können.
    Und diesen Kerl, seinen eigenen Bruder, der immer für ihn da gewesen war, hatte er gerade umgebracht...

    Mit wachsendem schlechten Gewissen, folgte Knox Peaches. Viele Gedanken jagten ihm durch den Kopf. Fast jede Erinnerung triggerte eine neue. Und auch jede Person... so wie Peaches. Der Kerl der sie jetzt hier raus führte. Der der auf ihn aufgepasst hatte als sie aus der Vault kamen. Der der ihn nicht Einmal hatte hängen lassen. Anderes als Knox. Mit emotionalem Bauchweh erinnerte er sich daran wie er Peaches hatte umbringen wollen. Und es war egal welchen heldenhaften Hintergedanken er dabei gehabt hatte. Er hatte seinen Freund hintergangen. Er hatte den Pipboy gestohlen, war abgehauen und hätte Peaches umgebracht wäre Dust nicht gewesen. John Dust, der jetzt nicht hier in der Gruppe war weil er sein Leben für die Leute hier riskierte.


    Als sie durch das Atrium zurück eilten war es leer. Eine rote Lampe blinkte bedrohlich. Ein Alarm wurde ausgerufen. Peaches verlor keine Zeit und eilte den Weg zurück den er mit Dust gekommen war. Hochkonzentriert, prüfte er jede Ecke und jeden Gang den sie zu betreten vor hatten. Die wenigen Wachen die verblieben waren, bewegten sich auf den Lärm zu den Dust veranstaltet hatte. Wie geplant.


    Erleichterung überkam die Gruppe als sie im sicheren Geheimtunnel des Aufsehers standen und warteten. Wo blieb Dust? Knox konnte nicht ruhig stehen und trat von einem Fuss auf den anderen bis Brian ihm die Hand auf die Schulter legte. Sein aufmunternder Blick bewirkte das Knox sich noch schlechter fühlte. Brian war überhaupt nur hier weil er so ein Idiot war und sich in die Sache reinziehen hat lassen. Obwohl die Sache bis zum Himmel gestunken hatte und Quinn es ihm auch noch gesagt hatte.


    „Ich Gratuliere euch!“ schallte es durch den Raum. Die Gruppe zuckte beinahe synchron zusammen und sah sich um. Die Stimme des Aufsehers drang durch einen der Lautsprecher an der Decke. Knox erinnerte sich an sie und Wut und Angst stieg in ihm auf. „Ihr habt es ja schon fast geschafft.“ Die Stimme klang höhnisch. Peaches der an der Wand zur Luke stand aus der er Dust erwartete starrte zu dem Lautsprecher. Unter der Maske war sein Gesichtsausdruck nicht zu deuten. „Aber ihr habt doch nicht geglaubt ich wäre so leichtgläubig.“ Das Grinsen in der Stimme des Aufsehers verschwand. „Ich bin mir noch nicht sicher wer euch geholfen hat, aber ich habe da jemanden in Verdacht. Nicht wahr, Dr. Sanjes?“ Die Ärztin sah sich erschrocken zwischen den Gesichtern um. „Sie dachten vielleicht ich merke nicht, wenn die Testpersonen sich seltsam verhalten. Und dass nach dem Sie ständig und als einzige mit ihnen zu tun gehabt hatte. Ohne Hilfe hätten sie niemals den Sender in ihrem Hals entdeckt. Und wer außer ihnen, meinem Assistenten und mir, wusste schon das die beiden, Diego und Knox die Vault verlassen würden....?“ Der Aufseher pausierte, hatte aber erneut ein überhebliches Lächeln in der Stimme. „Sie haben ihre Chance genutzt. Aber leider waren Sie wirklich unvorsichtig.“ „Hört er uns?“ flüsterte Brian zu Knox. Die Antwort kam promt. „Natürlich höre ich euch. Der Sender enthält ein winziges Mikrophon. Und bevor meine beiden Ausreißer ihre Sender entfernen ließen habe ich auch immer gewusst was sie so trieben. Ob sie ehrlich zu mir waren, oder nicht. Tz tz tz.“ bedauern legte sich über die Stimme. „Schade dass euer Plan nicht aufgehen wird. Die Waffen werden in diesem Moment getestet. An lebenden und möglicherweise euch bekannten Objekten. Und eure Fakewaffen werden entsorgt.“ Vor Peaches innerem Auge zogen Bilder vorbei. Bilder eines Erschießungskommandos. Und die Opfer waren seine Leute. „Natürlich wird auch der gute alte Mr. Gipson nicht ungestraft davon kommen. Jetzt da ich weiss dass er sich in einem Bunker versteckt, werde ich ein paar meiner Männer schicken um dort anzuklopfen. Die Lösung für das Rätsel kennen wir ja nun.“ die Stimme grinste breit. Peaches zog sich die Maske vom Kopf und starrte den Lautsprecher an. Rene stand an die Wand gedrückt da und sah zu Boden.


    Daneben Sanjes deren Gesichtsausdruck Fassungslosigkeit spiegelte. Brian wirkte unsicher. Er wusste schließlich nichts von dem Plan. Knox sah zu Sanjes und folgerte aus der aktuellen Situation, dass Rene und Brian, vielleicht auch Sanjes einen Sender in sich trugen über dass der Aufseher ihre Position und Stimmen sehen und hören konnte. War das eine Falle? Sanjes wirkte ehrlich entsetzt. Sie hatte sie ihnen sicherlich nicht gestellt. Dieser Aufseher war einfach zu clever für sie alle. Er hatte an alles gedacht. Schon bei der Sache mit dem Memosesseln... ein schrecklich gerissener Schachzug. Knox sah zur Decke. Die Stimme von Victor Foster fuhr fort.


    "Ihr wart wirklich ungezogen meine Schäfchen. Aber dass ihr für mich ein paar wichtige RNK Offiziere beseitigt habt, hat mich wirklich beeindruckt. Ganz wie in der Simulation. Aber ihr habt euch mir widersetzt. Also folgt die Strafe jetzt.“ Knox schluckte trocken. „Eure zwei Freunde, die ihr versucht zu retten, werden die Vault nicht verlassen. Ihr Sender enthält eine winzige priese Sprengstoff die ihre Halsschlagader unwiederbringlich zerfetzen wird. So bald sie die Vaulttür passieren wird der Sender Aktiviert. Es war wirklich amüsant euch zu zu sehen. Das war schon immer so. Euer Einfallsreichtum ist bemerkenswert Diego und Knox. Ich wusste genau warum ich euch zwei da draußen haben wollte.“ Rene zitterte am ganzen Leib als sie hörte was der Aufseher sagte. Peaches drückte sie eng an sich und hielt sie fest als könne er ihr zittern so stoppen. Tatsächlich fuhren auch ihm die Worte durch Mark und bein, denn beim versuch seine wimmernde frau zu beruhigen, rannen ihm selbst Tränen über die Wangen und verschwanden im Stoppelbart. „Ich ich ich versichere Eich, ich wusste davon nichts.“ stammelte die Ärztin. „Dios mio, Jesús y María en el cielo.“ murmelte sie und bekreuzigte sich schockiert. Brian blieb regungslos. Knox fürchtete sich davor sich zu ihm umzudrehen und seinen Gesichtsausdruck zu lesen. Das war alles seine Schuld. Knox starrte stock steif die Wand gegen über an. Sein Herz pochte. Sie konnten nicht zurück um etwas zu Suchen dass ihnen gegen diesen Mörderchip half, da die halbe Vault hinter ihnen her war und sie konnten die Vault nicht verlassen. Was blieb jetzt noch übrig? "Er blufft." murmelte Knox. Die Anwesenden sahen ihn an. "Was?" kam die Frage. "Er blufft." wiederholte Knox etwas lauter. "Woher willst du das wissen?" Knox schüttelte den Kopf. "Das ist doch bullshit. Das hat er nicht getan." In Knox steig hitze auf. Unangenehme erwartungsvolle stressige Hitze. Er konnte nicht erklären warum er das wusste, suchte nach Worten, sah die Leute aber nur leicht flehend an. Es wurde höchste Zeit hier raus zu kommen. Die Anwesenden wirkten verständnislos. Bis auf Brian. "Ich vertraue dir, Bruder." Aus dem Lautsprecher drang ein Lachen. Der Aufseher sprach: "Nun ich habe hier noch ein paar wichtige Dinge zu klären. Macht's gut." Ein Knacken Unterbach die Verbindung.



    Camp McCarran

    Victor sah von seinem Pipboy auf und in des Gesicht von Hsu. "Verzeihung, das war wichtig. Kommen wir zu unserer Abmachung." knüpfte er an das vorangegangene Gespräch an. Er sass in einem kleinen Büro. Hinter ihm vier seiner bewaffneten, mit modifiziertem HC7 vollgepumpten, Soldaten. Hsu wirkte bedrängt. Ihm war bewusst dass er die Kontrolle über die Situation verloren hatte. "Ihr könnt friedlich verschwinden, oder wir eröffnen das Feuer." versuchte er es. Doch Foster lächelte nur. "Du weisst so gut wie ich, dass deine lächerliche Armee keine Chance hat wenn meine Männer anrücken." Foster lehnte sich zu ihm vor. "Ich stelle hier die Bedingungen. Ihr zieht ab, überlasst mir Vegas und ihr dürft Leben. Weit weg von hier. Eine neue RNK kommt an die Macht. Oder..." Victor setzte sich wieder bequem in den Sessel zurück. "Oder wir verwüsten den Ort. Wir hinterlassen eine Spur von sandfarbenen Leichen. Die Armen Steuerzahler werden so traumatisiert sein." Sein gespieltes Mitleid in der Stimme, wurde von einem Grinsen gestört. "Es sei denn, du wirst vernünftig. Zieh einfach ab und überlass' den Platz einem richtigen Visionär. Deine Zeit ist vorbei. Deine Chance verstrichen. Jetzt ist jemand anderes am Zug." Hsu starrte Foster an und versuchte sich krampfhaft daran zu erinnern was diesem Mann in der RNK widerfarhren sein mochte. Dieser Hass musste einen Gund haben.

    Knox hatte keine Ahnung was hier lief. Was hatte Peaches vor? Und wo war er hergekommen? Und wo hatte er die Uniform her? Und der andere Kerl? War das Dust? Mh, ganz sicher war er es. Wer sonst. Doch zu erkennen waren beide nicht besonderes gut. Knox schluckte trocken als sie auf Sanjes trafen und schließlich ihren Weg vortsetzten. In zügigen, zielstrebigen Schritten, durchquerten sie weitere Gänge und Vaultabteilungen. Bis sie endlich vor einer Tür stehen blieben. Einer der schwarz gekleideten Wärter stand davor. Sanjes versuchte es mit der Ausrede von Peaches, doch der Wärter ließ sich nicht davon beeindrucken. "Ich habe den Befehl niemanden hier rein oder raus zu lassen." gab er zurück. Knox stand im Zug hinter Peaches und hörte zu. Seine Hände und auch die von Pete waren nicht gefesselt worden. Aber da sie artig hinter den RNK Soldaten her getrottet waren, schien sich daran niemand zu stören. Knox sah sich um. Der Raum in den Sanjes wollte, schien weitestgehend abgeschottet von den anderen. Hier war niemand zu sehen außer dem grimmigen Wärter der sich keinen Millimeter von seinem Posten bewegen würde. Während Sanjes es mit einem überzeugenden Argument versuchte, griff Knox ganz vorsichtig nach hinten zu seinem Durchnässten Rucksack der nur an einer Schlinge an ihm hing. Er hatte den Wärter genau im Blick. Und obwohl er schmerzen hatte und die langsamen Bewegungen ihn wieder zittern ließen, schaffte er es unter den Deckel zu greifen und sich die Waffe in die Hand bereit zu legen. Pete war so geistesgegenwärtig und streckte eine Hand aus um unauffällig zu helfen, dass der Rucksack nicht versehentlich zu Boden viel. Jetzt musste nur noch Peaches aus dem Weg damit die Schussbahn frei wurde. Langsam streckte Knox einen Fuss aus um seinem Vordermann leicht gegen das Bein zu tippen. Glücklicherweise drehte Peaches sich sofort überrascht um, in dem er einen Schritt zurück machte und nach hinten sah. Sofort riss Knox sie Waffe heraus, richtete sie auf den ungeschützten Kopf des Wächters und drückte ab. Nichts passierte. Der Wärter starrte fassungslos in den Lauf. Knox drückte erneut. Kein Schuss löste sich. Als der Wärter begriff, kam auch Peaches drauf, riss Knox die MP mit Schalldämpfer aus der Hand, entsicherte sie und übernahm den Schuss auf den Wärter erfolgreich. Dieser sackte tot zu Boden. Sanjes entfuhr ein unterdrückter erschrocken Schrei und sie legte sofort beide Hände auf den Mund, noch bevor sie rücklings an die Wand stieß. Sofort und ohne zögern drückte Peaches Knox die Waffe gegen die Brust, dieser schloss mit leicht verstörtem Ausdruck im Gesicht die Arme darum, und stieg über die Leiche um sie abzutasten. Schneller als erwartet fand er eine Karte die den Code für das Tastenfeld unnötig machte und schloss die Tür auf. Währenddessen war Dust schon dabei den toten Körper an den Armen zu nehmen. Die Tür ging auf und die zwei Gefangenen, Peaches, Dust gefolgt von der Leiche und Sanjes verschwanden im Raum. Übrig blieben nur die Blutspritzer an Tür und Wand.


    Sanjes verschloss die Tür sofort als sie hinter ihnen zuviel und lehnte sich angespannt dagegen. Sie atmete tief und sah sich dann im Raum um. Dust legte mit Peaches Hilfe die Leiche an der Wand ab. Knox verstaute die Waffe wieder im Rucksack. Pete sah sich ebenfalls um. Er war der erste der die Personen im Hinteren Teil des Raums entdeckte. Er ging auf die Wand aus durchsichtigem Plexiglas zu und klopfte gegen die Schiebe. Die Insassen hoben die Köpfe. Wut, Verwirrung, Erkennen, Begriffen, Erleichterung und schliesslich Freude durch zogen ihre Gesichter. Rasch kamen sowohl der grosse Breitschultrige Mann als auch die dunkelhaarige zierliche Frau an die Zellenwand geschritten. Als Peaches das mitbekam, riss er sich die Maske vom Kopf und trat hektisch vor Rene an die Scheibe und drückte die Hände dagegen. Er tastete sofort überall herum. Der Mann, Brian, zeigte mit seinem verbliebenen Arm nach links. Beinahe alle drehten den Kopf in die Richtung um zu sehen was er meinte. Alle außer Knox. Er betrachtete den einarmigen Mann mit der verbrannten Gesichtshälfte und trat langsam auf ihn zu. Er war sich nicht sicher ob er den Mann von dem Foto kannte oder ob er sich die fehlende Gesichtshälfte aus der Erinnerung herbei denken konnte. Sehr viel Ähnlichkeit mit dem Kerl auf Jennys Foto hatte er nicht. Er war zwar groß und muskulös. Das Gegenteil von Knox selbst aber sein linker Arm fehlte beinahe komplett und seine Haut auf der selben Seite war von Brandnarben gezeichnet. Alte Narben, das Stand fest. Nur die Wunde mit dem Getrockneten Blut am Kopf und ein paar Blutergüsse waren frisch. Knox Gedanken wurden gestört von den Entzugsschmerzen die wieder Stärker wurden. Aber da war etwas. Eine Stimme nicht wahr? Erst leise und schließlich lauter, am ende brüllte sie Knox im Ohr. "Thomas! Kommt sofort raus! Schnell!" Knox starrte immer noch an die Scheibe und bemerkte gar nicht das seine Begleiter es geschafft hatten die Zelle zu öffnen. Er kam erst wieder zu sich als Brian ihn umarmte. Knox blinzelte. Er sah über Brians Schulter hinweg Peaches, der seine Frau fest an sich drückte. Sie weinte. Sanjes sah gerührt aus. Dust und Pete standen an der Seite. Einer lehnte geschwächt an dem Metalltisch der dort stand. Und er sah Brian der nun endlich los liess und seinen Bruder ansah. Knox sah ihn verdattert an. So als wüsste er nicht was grade passiert war. "Tom. Ich bin's. Erinnerst du dich?" sagte Brian und meinte damit das Treffen bei den Anhängern der Apokalypse. Knox sah den entstellten Mann an. Peaches der die Frage gehört hatte, wandte sich zu ihnen um. Rene den Arm um die Schultern gelegt. Er wollte gerade ansetzten um etwas zu sagen, da kam Knox ihm zu vor. "J-ja..." sagte er überraschenderweise und schien dabei zu sich zu kommen. Dann zuckte ein Lächeln über sein Gesicht gefolgt von positiver Fassungslosigkeit. Er faste sich an den Kopf, dann griff er nach Brians Arm als bräuchte er eine Stütze. "Ja verdammt." Knox atmete schwer, lachte beinahe, die überwältigende Freude über die Erkenntniss die ihn gerade überraschte, war nicht zu übersehen. "Ja! Ich kenn' dich, Mann! U-u-u-und ich kenn' dich! Und dich auch!" Auf Brians rechter Gesichtshälfte breitete sic ebenfalls Freude aus. Er half Knox dabei stehen zu bleiben. Knox sah sich im Raum um und sah jeden einzelnen an. Dann hielt er inne. "Und...." seine Stimme wurde ruhiger, "ich weiß wer ich bin." Er sah ernsthaft erstaunt an sich herab und anschließend wieder in die Runde. Sein Gesicht zeigte trotz der Blässe, und den schrecklich müden Augen pure Freude. Er holte Luft um zu Lachen, dem Gefühl von befreiendem Wissen ausdruck zu verleien, verstrickte sich aber in einem Hustenanfall und schlagartig kamen die Schmerzen und das ungute innere Gefühl zurück. Pete eilte zu Hilfe als Brian ihn nicht mehr aufrecht halten konnte und Dust stellte den Stuhl bereit damit Knox sich darauf setzten konnte. Als er aufhörte zu Husten, zitterten die Hände wieder unkontrolliert. Auf Brians fröhlichen Ausdruck, und auch auf den der anderen trat Mitleid und Schmerz. Peaches griff in die Tasche und reichte Knox seine letzte Schmerztablette. Es wurde Zeit das sie hier raus kamen.

    Halb auf dem Bauch liegend hielt Knox sich an der Kante der Liege fest und streckt den Kopf darüber. Als das Husten und Würgen nachließ, lies er sich zurück fallen und starrte wieder die Decke an. Der Rucksack klimperte leise. Knox bemerkte gar nicht, dass er ihn nur an einer Schlaufe trug. Er fühlte sich unwohl. Es war nicht das selbe Unwohlsein welches ihn schon die ganze Zeit im Nacken hing. Dieses war anderes. Sein Rachen fühlte sich angespannt an und egal wie er seinen Kiefer bewegte, er wollte sich nicht entspannen. Er wischte sich mit dem Ärmel über den Mund. Viel im Magen hatte er nicht gehabt, aber das war um so schlimmer. Zu allem Übel gesellte sich eine innere Unruhe dazu die von seinen Beinen aus ging und in den Körper strahlte.

    Knox stand auf. Vielleicht half es wenn er sich etwas bewegte. Doch als er auf den Füssen war und einen Schritt machen wollte, wollten ihn seine Beine nicht mehr tragen. Leider stand die Trage auf Rollen, so dass sie hinter ihm wegrutschte als er sich daran festhalten wollte. Er fiel hin und hinter ihm krachte die Trage an einen metallischen Wagen. Das medizinische Besteck darauf, viel laut scheppernd zu Boden. Knox zog den Kopf ein bei dem Lärm. Als es Still wurde sah er sich um. "Phack." Was zum? Knox streckt die Zunge heraus. War sie wirklich so angeschwollen wie sie sich anfühlte? Er tastete mit den Fingern danach. Aber es war schwer zu sagen. Nach einem kurzem Blick durch den Raum, kroch er auf allen vieren zu dem Waschbecken und stemmte sich daran hoch. Darüber hing ein Arzneischränkchen mit Spiegel. Knox sah hinein und streckte sich die Zunge entgegen. Sah eigentlich ganz normal aus. Er drehte den Wasserhahn auf. Doch alles was heraus kam war ein gurgeln und Luft. Anschließend eine Welle von Gestank. Fauliges Wasser stieg ihm in die Nase und er wandte sich rasch ab. Er setze sich auf den Stuhl an den Schreibtisch unter dem Fenster und wippte mit den Beinen auf und ab, um die Unruhe zu vertreiben. Gleichzeitig lies er den Kopf auf die Tischplatte sinken so das die Stirn sie berührte. Machte dieses Serum das mit ihm?


    Endlich ging die Tür auf und Knox hob den Kopf. Er wollte erleichtert in Sanjes hübsches Gesicht blicken doch da stand nicht die gut aussehende Ärztin. Es war ein schwarz gekleideter Wächter. Sein Grimmiger Gesichtsausdruck starrte furchterregend zurück. Knox erwartete das er ihn fragte was er hier mache und legte sich bereits ein, zwei Ausreden bereit. Doch der Mann sprach nicht ein einziges Wort. Er ging auf Knox zu, packte ihn am Arm und riss ihn vom Stuhl hoch. Knox versuchte sich zu wehren doch er war ein Fliegengewicht gegen den Kerl. Dieser stieß ihn einmal gegen die Wand. Knox schlug mit dem Rücken auf. Doch ehe er zu Boden sinken konnte, hatte der Kerl ihn schon wieder am Arm gepackt und zog ihn mit sich. Knox wollte sich los reißen, schaffte es unerwarteter Weiße sogar, doch der Wärter war schneller und schlug mit seinem Schlagstock nach Knox Bein. Er viel augenblicklich rücklings zu Boden als der Schmerz sein Gehirn erreichte. Hilflos lies er sich auf die Füsse reißen und mitziehen.


    Mühsam, kaum Fuß fassend stolperte er hinter dem Typ her der ihm grob am Arm mit zog. Das Bein schmerzte. Er konnte auch gar nicht fragen was los war, wohin er ihn brachte oder dass Sanjes jeden Moment zurückkehren würde. Ahnungslos versuchte er dem Mann zu folgen. Sie betraten einen Aufzug und Knox musste vor ihm stehen wie ein unartiges Schulkind, den Kopf gesenkt und wütende Blicke im Nacken. Es war wie damals als.... verdammt. Keine Erinnerungen. Das Serum funktionierte nicht.
    Als der Aufzug hielt und die Türen sich öffneten, stieß der Kerl Knox aus dem Lift. Er musste voran gehen. Es sah hier so aus wie überall sonst, nur hier in den Räumen, rechts und Links, konnte Knox durch die Fenster Menschen erkennen. Hier mussten die Gefangenen eingesperrt sein. Und Knox war nun einer davon. Angestrengt sah er durch die Fenster und hoffte vielleicht Peaches' Frau oder seinen... Bruder zu sehen. Aber dann fiel ihm ein das er gar nicht wusste wie sie aussahen. Brian kannte er nur von einem alten Foto dass Jenny ihm gezeigt hatte. Verdammt.

    Nach einigen Schritten griff der Wärter nach Knox' Nacken und zog ihn zurück. Knox blieb stehen und wurde anschließend in eine der Zellen gesperrt. Taumelnd kam er im Raum zum Stehen und setzte sich fast augenblicklich auf den Boden. "Knox?" Eine unbekannte Stimme in der Nähe. Knox hob den Kopf und blinzelte. "Lange nicht gesehen, Mann." "Wer bist n du?" fragte Knox erschöpft. "Erkennst du mich nicht' mehr?" Der junge Typ legte die Hände auf die Brust um auf sich zu zeigen und empört zu wirken. Knox schüttelte den Kopf. "Hab mein Gedächtnis verloren." "Oh Shit. Na dann..." Der Mann kam näher ging vor Knox in die Hocke und hielt ihm die Hand entgegen. "Mein Name ist Pete. Dich kenn ich ja schon." Er grinste. Knox sah ihn verständnislos an und nahm schließlich die Hand um sie zu schütteln. "Woher kennen wir uns?" fragte er. Pete stand auf und machte eine umfassende Geste. "Von hier. Mann du siehst echt scheiße aus. Haben die dir das angetan?" Ehe Knox antworten konnte, fiel Pete ihm ins Wort. "Ach ja richtig, du erinnerst dich wahrscheinlich nicht. Bestimmt waren die das. Diese Arschlöcher. Wenn ich nur hier raus käme und..." Pete schien sich aufzuregen und ging im Raum im Kreis. Er blieb stehen und sah zu Knox herunter. "Aber he, ich bin echt froh mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen. Wie lange ist das her? Wochen? Monate? Jahre? Kommt mir jedenfalls so vor. Haben sie dich auch gefoltert? Nein sag nichts, ich versteh schon... Scheiße... Erinnerst du dich wirklich an überhaupt nichts mehr?" Knox sah den plappernden jungen Kerl an. Er war dünn und ausgehungert. Sein Gesicht wirkte durchschnittlich. Er hatte keine Ahnung wer er war. Knox dachte gerade darüber nach was er dem Typ erzählen konnte, da bemerkte er dass sein Hosenboden nasse war. Schnell rappelte er sich auf und tastete die nasse Kleidung ab. Er bemerkte das die Feuchtigkeit bis hinauf zum Rücken ging. Schnell nahm er den Rucksack ab und sah hinein. Er hatte die Waffe noch darin. Er hatte ganz vergessen das er sie für die Kletterei im Aufzug verstaut hatte. Aber alles war nass und es lagen Scherben darin. Knox griff nach einer und hielt den Oberen Teil eines der Fläschchen mit dem Serum zwischen den Fingern. "Verdammte Scheiße!" stieß er aus und warf das Kaputte Fläschchen gegen die Wand. Er räumte den Rucksack aus und stellte fest das ganze zwei Fläschchen überlebt hatten, die Waffe so wie Munition nass waren und seine Hose den Eindruck machte er hätte sich eingepisst. Knox schlug neben sich mit der Faust auf den Boden. Das war die ganze Energie die er für seine Wut aufbringen konnte. Pete blieb stumm.

    Schließlich seufzte Knox. Er konnte nur hoffen das Sanjes Dust oder Peaches kamen um ihn hier raus zu holen... Aber es war Schade um seine Erinnerungen, die jetzt vor ihm auf dem Boden auslief...

    Die Reise endete als Knox hinter Sanjes einen Raum betrat. Er wusste das, da er die Hydraulik der Tür hören konnte, die sich hinter ihm schloss. Kurz darauf zog die Ärztin ihm den Sack vom Kopf. Knox blinzelte bis er sich an die Helligkeit gewöhnt hatte und liss sich dann die Fesseln abschneiden. Er hatte keine Ahnung was jetzt, hier auf ihn zu kommen würde und zum ersten Mal stellte er sich die, eigentlich wichtige, Frage, ob Sanjes wirklich eine Freundin war. Auch wenn sie laut Peaches ein Maulwurf war der auf ihrer Seite stand. Sie könnte doch immer noch eigene Ziele verfolgen. Oder nicht? Aber was hatte Knox schon zu verlieren? Ohne sein Gedächtnis war seine Existenz sowieso weitestgehend wertlos. Es gab nichts was ihn ausmachte.

    Er sah zu wie die hübsche Ärztin in den Schubladen kramte, leise fluchte und sich dann den Schränken widmete. Knox stellte sich an die Liege die mitten in dem kleinen Raum stand. Er hatte das Gefühl hier schon mal gewesen zu sein. Aber da die Schmerzen wieder auflebten, wenn auch erst wie leise Schreie in seinem Inneren die bald lauter werden würden, gab er es sofort auf darüber nachzugrübeln. Wie zum Teufel war er Drogensüchtig geworden? Und wann? Warum? Was für scheiße musste er erlebt haben? Wollte er seine Erinnerungen wirklich wieder zurück? So toll konnten sie ja kaum sein.

    Triumphierend beendete Sanjes ihre Suche und sie hielt zwei Behälter hoch. Rechts ein kleines Glas, links einen Autoinjektor. Während Sanjes eine Spritze mit dem Mittel aus dem Glas aufzog, erklärte sie ihr vorgehen. "Das Serum hat dir damals deine Erinnerungen zurückgegeben. Allerdings standest du bei der Injektion unter sehr sehr hohem Stress. Wir haben die Wirkung auf dich nie erforscht. Es könnte also auch Zufall gewesen sein. Und ich weiß nicht ob es reicht jenen Stress zu simulieren oder ob er überhaupt nötig ist. Und ich weiß nicht wie lange es dauert bis deine Erinnerungen zurück kommen. Falls.. sie zurückkommen..." Knox hörte Sanjes zu und schwieg. Es gab sowieso kein zurück.

    Sanjes kam auf ihn zu. "Das ist das Serum." sie hob die Spritze. "Bitte leg deinen Arm frei." Knox krempelte den Ärmel des Hemdes hoch der schon seit einiger Zeit nicht mehr weiß war. Geübt injizierte Marina Sanjes den Inhalt. Knox sah der lilanen Flüssigkeit zu wie sie in seiner Vene verschwand und Sanjes die lange dünne Nadel wieder heraus zog. Mit einem weißen Papiertuch tupfte sie das kleine Loch welches die Spritze hinterlassen hatte ab, dann widmete sie sich dem anderen Gerät. Sie zeigte es Knox. "Ich werde nicht nachstellen was die Wärter hier unten mit den Gefangenen gemacht haben um sie auf ein hohes Adrenalin Level zu bekommen. Das hier muss genügen." "Was ist das?" fragte Knox und sah sich das fünfzehn Zentimeter lange Teil an. Das weiße stift artige Ding hatte ein Oranges ende und wirkte auf ihn wie ein übergroßer Kugelschreiber. "Das ist Adrenalin. Setz dich." Knox setze sich nun auf die Trage und wusste nicht genau was das bedeutete. Adrenalin gab es in Stiftformat? Er hatte immer geglaubt dafür müsse man in Lebensgefahr schweben. Er sagte nichts und lies die Ärztin machen. Diese holte leicht aus und stieß den Autoinjektor auf Knox rechtes Bein. Sofort entlud sich der Inhalt durch den Stoff der Hose in seine Blutbahn. Knox spürte in Sekundenschnelle ein Kribbeln das durch seinen Körper wanderte und als es in den Finger und Zehenspitzen ankam, musste er tief ein einatmen. Fast Augenblicklich stand er auf den Beinen und schnappte nach Luft. Sanjes versuchte ihn daran zu hindern um zufallen. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis er sich wieder beruhigen konnte. Es war eine Qual mit nichts-tun darauf zu warten bis es vorbei war. Am liebsten hätte er irgendwo dagegen geschlagen oder wäre einen Marathon gerannt. Sogar wenn es ihn wegen seines aktuellen allgemeinen Gesundheitszustands umgebracht hätte. Mit einer Hand klammerte er sich an der Liege, mit der anderen an Sanjes unterarm fest. Sie verharrte schweigend und beobachtete Knox' Gesicht.

    Endlich lockerte sich sein Griff und Sanjes richtete sich auf. Mit einem nicken und fragenden Blick erkundigte sie sich nach seinem befinden und Knox nickte vorsichtig zurück. Er fühlte sich immer noch angespannt... Erinnerungen hatte er keine....

    "Kann sein dass es eine weile dauert." folgerte Sanjes und bat um Knox' Rucksack. Dieser reichte ihn ihr und sie steckt alle Behälter mit lilfarbener Flüssigkeit hinein. Dann gab sie ihm die Sachen zurück. "Warte hier. ich gehe und sehe zu, dass ich noch mehr davon finde. ich bin bald zurück." Knox, zu perplex um etwas zu erwidern sah Sanjes zu wie sie aus der Tür verschwand. Am Fenster konnte er sie vorbeihuschen sehen. Er holte tief Luft und stieß sie weider auf. Langsam setzte er sich auf die Liege. Seine Hände zitterten. Aber er wusste nicht ob es noch immer vom Entzug, oder von diesem krassen Zeug kam, was sie ihm gespritzt hatte. Er befand es für eine gute Idee sich kurz hin zu legen. Mit schummrigem Blick legte er sich auf den Rücken und starrte die Decke an. Es dauerte nicht lange, dann übergab er sich auf den Boden.

    Freut mich zu hören. Es motiviert sowas zu lesen! Hast du nicht auch eine kreative Schreibader? Ein Charakter der mit uns in Vegas abhängen will? ;)


    Ne, ich freu mich echt. Dankeschön. Achja Geheimtipp:


    Knox hatte keinen Schimmer wer diese Frau war, aber verdammt. Sie war heiß. Wie war ihr Name? Sanjes? Und ihr Akzent... mmh. Aber da er nicht in der Lage war klar zu denken, hielt Knox die Klappe. Sanjes sah zu Dust der sich scheinbar ohne Probleme selbst versorgen konnte. Schließlich betrachtete sie Knox mitleidig. "Was ist mit dir? Du siehst schrecklich aus." Knox sagte nichts. Peaches übernahm für ihn. "Er ist auf Entzug." sagte er trocken. Sanjes sah erneut zu Knox. "Und seine Erinnerungen sind wieder weg." fuhr Peaches fort. Sie nickte verstehend. "Hat das Serum nachgelassen? Wie lange hat es gedauert?" fragte sie nach. Peaches zuckte mit den Schultern und sah aus dem Fenster in den Gang um zu prüfen ob jemand kam. "Es war ein Schlag auf den Kopf." erklärte Peaches und sein Blick zuckte flüchtig zu Dust, was Sanjes aber nicht auffiel. "Also wissen wir nicht ob es eine Dauerhafte Wirkung hat?" fragte die Ärztin. Peaches musterte Knox. Er konnte sich nicht erinnern dass er erwähnt hätte, dass die Wirkung nachlassen würde. Wieder hob er die Schultern und schüttelte dabei den Kopf. Sanjes winkte die drei hinter sich her, öffnete die Tür und schritt eilends den Gang hinab. "Wo ist der Aufseher jetzt?" fragte Peaches der am nächsten zu der Ärztin ging. "Wenn er nicht schon aufgebrochen ist um mit der RNK zu verhandeln, ist er noch im Aufseherbüro. Aber die Chancen sind gering." Peaches flüsterte der Ärztin etwas Unverständliches ins Ohr. Sanjes nickte nach einer kurzen Pause nur und bewegte sich zügig die Treppen hinunter. Auf Peaches Lippen huschte ein schmales, Erleichterung verkündendes Lächeln. Das Trio setzte sich ebenfalls in Bewegung.

    Am Fuß der Treppe hielt Sanjes inne. Sie drehte sich zu der Truppe um. "Wir sollten uns vielleicht aufteilen. Ich nehme Knox mit in die Labore und ihr geht vor." Peaches schien über den Vorschlag nachzudenken und nickte dann. "Ihr sammelt so viel von dem Serum wie ihr tragen könnt und wir statten dem Aufseher einen Besuch ab. Sofern er noch da ist." Sanjes nickte. Sie griff in ihren Kittel und brachte einen dicken Kabelbinder hervor. Sie sah Knox an der verwirrt zurück starrte. Peaches verstand und schubste Knox einen Schritt vor. "Das ist deine Tarnung. Los, du schaffst das schon, Kumpel." Knox streckte zögernd die Hände aus. Die Handgelenke aneinander. Sanjes band sie ihm zusammen. Dann wand sie sich wieder Peaches und Dust zu. "Geht nach links. Der Gang macht eine Biegung nach Rechts und ihr kommt in den Oberen Stock des Atriums, wo ihr auf die unterste Ebene sehen könnt. Geht noch etwas weiter und erneut nach rechts. Dort ist die Tür zum Aufseherbüro. Ihr müsstest das Runde Fenster dazu schon gesehen haben bis dahin. Sucht nach einer Schlüsselkarte für die Zellen." Sie hob kurz eine Karte die mit einem Klipp an ihrem Kittel befestigt war. "Ähnlich wie diese." Peaches und Dust sahen sich an und nickten. "Dann treffen wir uns unten wieder?" Sanjes dachte darüber nach. "Sí. Bei den Zellenräumen. Seif vorsichtig. Es sind zwar kaum noch Gefangene da, aber die Wachen achten auf die restlichen. Die bei denen das Experiment nicht anschlug."


    Das Team splittete sich. Dust und Peaches folgten dem Gang nach links Sanjes führte Knox geradeaus weiter. An der Wand hing ein Schild welches auf die Labore hinwies. Knox hatte mühe mit Sanjes Schritt zu halten. Ihre Schritte waren schnell und zielgerichtet. Bei einer Tür blieb sie stehen. Sie schloss sie auf, ging hinein und kam mit einem dünnen weißen Leinensack wieder heraus. "Ich will nicht das dich jemand erkennt. Das verstehst du?" Knox nickte. Allerdings mehr aus Reflex als aus Verständnis. Wer sollte ihn erkennen? Er war doch noch nie hier gewesen? Zumindest wusste er nichts davon. Und bevor er noch weiter darüber nachdenken konnte, zog die Ärztin ihm den Sack über das Gesicht. Der Stoff fühlte sich kühl an und er konnte Umrisse durch den fein gewobenen Stoff sehen. So war er immerhin nicht ganz blind. Bald jedoch wurde es stickig unter der Tarnung und die Kabelbinder schnitten schmerzhaft in die Haut als Sanjes daran zog um ihn weiter den Gang hinunter zu führen. Er sah dass sie schwarze Riesen passierten. Vielleicht die Wachmänner. Trotz dem Stoff und dank dem hellen Kontrast der Vaultwände, konnte er die schwarz gekleideten Wächter erkennen. Ihre Bewegungen schienen ihm Misstrauisch. Doch das konnte genau so gut Einbildung sein. Die Gesichter konnte er nicht erkennen. Mühselig stolperte er hinter Sanjes her und versuchte den Eindruck eines Gefangenen zu machen. Was ihm nicht besonders schwer fiel.

    Peaches entspannte sich so gleich als die Aufzugtüren zusammen glitten. Allerdings nur für ungefähr eine halbe Sekunde. Der Lift setzte sich in Bewegung und das Bild von drei Männern in einem Aufzug die zehn Waffenläufen entgegenstarren, sobald die Türen sich im Endstockwerk wieder öffnen, erschien vor seinem inneren Auge. Er sah sich im Aufzug um. Dust lehnte an der rechten Wand und Knox stützte sich rücklings auf die Handlehne auf der linken Fahrstuhlwand. Peaches hob den Kopf. Bingo. "Wir müssen sofort da hoch." Er zeigte auf die Klappe an der Decke. "Was, wieso denn..?" erwiderte Knox beinahe sofort und seine Stimme war so voller Erschöpfung dass man die Anstrengung die nötig war da hoch zu kommen, jetzt schon hörte. "Willst du erschossen werden, sobald die Tür aufgeht? Wir sind nicht so weit gekommen um jetzt wegen eines so dämlichen Fehlers drauf zu gehen." Knox schwieg. "Komm, öffne die Lucke." sprach Peaches weiter und faltete die Hände damit Knox seinen Fuß hinein stellen konnte. Er war wohl der leichteste von den dreien. Knox tat wie ihm geheißen und Dust sicherte seinen Rücken damit er nicht hint überfiel. "Beeil dich mann." knurrte Peaches durch zusammengebissene Zähne. Knox tastete die Decke ab und hieb schließlich dagegen. Er brauchte drei Anläufe bis die Klappe endlich aus ihrem Verschluss sprang und er sie ganz aufklappen konnte. Dann zog er sich mit Hilfe von Unten durch die kleine Öffnung. Seine Füsse verschwanden und Peaches sprang sofort an den Rand um sich daran hochzuziehen. Dust gab ihm Hilfestellung. Und zu guter letzt halfen Knox und Peaches dem verletzten John nach oben. Es war Eng zwischen Seil und Wand und die der Schacht der an ihnen vorbei glitt machte die Position nicht gemütlicher. Der Lift bewegte sich zum Glück nicht besonders schnell. Dennoch waren alle gerade noch rechtzeitig in das Versteck gelangt, bevor der Aufzug langsamer wurde und schließlich zum Stehen kam. Peaches schloss vorsichtig die Klappe, ließ sie aber nicht einrasten. Das Ping des angekommenen Aufzugs erklang und die Türen glitten auf. Die drei Männer hielten den Atem an. Angestrengt lauschten sie nach unten. Hastig öffnete Peaches die Klappe, nach dem nichts passierte. Er zeigte mit Zeige- und Mittelfinger auf seine Augen dann nach unten. Dust und Knox verstanden. Sofort legte Peaches sich auf den Bauch, den Griff fest um die Kannte der Öffnung. Vorsichtig lies er sich etwas herunter um durch die noch offenen Fahrstuhltür zu blicken. Dust hielt ihn an den Beinen fest, damit er nicht kopfvoran in den Lift fiel. Die Türen schlossen sich automatisch. "Okay, zieht mich hoch." Sobald Peaches oben wahr, liess er die Beine in den Aufzug hinab und sprang. "Da draußen sind keine Wachen. Kommt." Er drückte den Etage 13 Knopf um die Türen wieder zu öffnen. Darauf hin kamen seine Gefährten ebenfalls wieder durch die Öffnung herunter.


    Peaches ging voran. Jeder Schritt hallte leise Metallern. Die Brücke aus eisernem Gitter führte sie direkt auf eine große Vaulttür zu. die Nummer 51 prangte darauf. Peaches erinnerte sich, dass damals zwei Wachen am ende der Brücke gestanden hatte und ein Typ in weißem Kittel sie empfangen hatte. Als sie alle gefesselt gewesen waren. Zusammengekettet wie Todsünder. Einige waren das vielleicht. Knox zum Beispiel. Peaches sah über die Schulter zurück. Sein Blick war der eines absolut konzentrierten Einbrechers. Er ließ sich nicht anmerken, dass er sich fragte, nein, dass er hoffte Knox würde sich bei dem Anblick der Brücke, der Tür und der riesigen Nummer erinnern können. Doch Knox blickte Peaches an, und erwartete Anweisungen. Mehr nicht. Abgesehen von Rene und Brian, mussten sie unbedingt nach dem Serum ausschau halten welches Knox seine Erinnerungen zurück gab...


    Die große zahnradartige Tür war geöffnet. Dahinter folgte eine Art Wachraum. Ein Schreibtisch stand verlassen in der Raummitte. Der Drehstuhl ordentlich an die Tischkante geschoben. Einige Regale staubten vor sich hin. Dahinter eine Tür. Peaches erinnerte sich das sich dahinter ein Gang befand. Und dass sie, kurz bevor sie die Vault verlassen durften, dort einen Raum passiert hatten in dem Rene und Brian auf Stühlen gefesselt festgehalten worden waren. Ob sie immer noch dort waren? Zu einfach. Peaches hatte nicht den Hauch einer Hoffnung dass dem so war. Aber nachsehen war wohl eine Option. Die beste Chance die sie hatten um die gesuchten Personen zu finden, war Dr. Sanjes. Wenn sie ihre Undercoverärztin hier unten finden würden, könnte sie ihnen bestimmt sagen wo Brian und Rene sich jetzt befanden.

    "Ich vermute, da alle Soldaten auf dem Weg in die Mojave sind, wurden auch viele Wachleute abgezogen. Vielleicht müssen die ja sogar ebenfalls in den Krieg ziehen." flüsterte Peaches und stellte sich neben die Tür. Seine Begleiter scheinen mit dieser Erklärung soweit einverstanden und stellten sich auf die andere Seite der Tür. Peaches wartete bis sie bereit waren und betätigte den Schalter der die Tür öffnete. Mit einem Zischen verschwand sie über ihnen in der Wand. Vorsichtig blickte Peaches in den Gang. Links war das Fenster durch dass sie die Gefangen zum letzten Mal gesehen hatten. Es war dunkel dahinter. Die Tür daneben war laut einem Grünen Leuchten nicht verschlossen. Kein gutes Zeichen. Peaches trat mit leisen aber schnellen Schritten zu der Tür und öffnete sie. Der Raum wirkte leer. Durch das Licht im Gang konnte er die Umrisse der beiden am Boden festgeschraubten Stühle in der Mitte des Raumes sehen. Er seufzte. Hoffentlich klappte die Operation seiner Leute in der Mojave reibungsloser als seine hier.

    Peaches hörte sich Dusts plan an, blieb aber skeptisch. Er musterte Knox dann Dust. "Drinnen wird ebenfalls ein Alarm los gehen. Was sollen wir mit den Wachen im inneren machen?" Peaches legte die Hand ans Kinn und dachte mit gerunzelter Stirn nach. Er schüttelte den Kopf und sah wieder auf. "Dein Plan ist verrückt." Knox war an der Wand nach unten gerutscht und hockte da. Er lies die gesunden Leute reden. Bei Peaches letzten Worten sah er zu den Beiden auf. "Wahrscheinlich funktioniert er genau deshalb..." meinte er mit beiläufiger Stimme. Die beiden Männer sahen zu ihm runter. Doch Knox Aufmerksamkeit galt schon wieder etwas anderem. Peaches gefiel die Sache nicht. Sein Bauchgefühl riet ihm, sich etwas anderes auszudenken. Aber was? Ein Ablenkungsmanöver? Das Funktionierte nur wenn beide Wachen sich verzogen. Er sah erneut auf Knox und musste daran denken wie sie den RNK Kommandanten ausgeschaltet hatten. Knox hatte früher immer mindestens genau so verrückte Pläne. Als er sich als Soldat verkleidet hatte und Peaches den Gefangenen spielen musste. Und am ende hatte Knox die ganze verdammte Einheit unter Drogen gesetzt statt nur den Kommandanten und alles lief drunter und drüber... Zum Schluss wäre Peaches fast an einer schweren Schussverletzung gestorben wenn... Peaches sah erneut auf Knox hinunter. Wenn Knox ihn nicht durch die halbe Mojave getragen hätte um ihm zu helfen... und das wusste er jetzt nicht einmal mehr. "Meinst du, du kriegst das hin, Knox?" Träge hob der angesprochene den Kopf zu Peaches. Er drehte ihn nach rechts zu Dust. "Ich muss den Schlüssel suchen." Leichte zweifel stiegen in Peaches Gesicht. Die Dunkelheit half sie zu verstecken. "Vermutlich trägt einer der Typen sie bei sich." Peaches reichte Knox eine Hand, dieser packte sie und ließ sich auf die Beine ziehen. Knox stieß Luft aus um sich zu sammeln. "Und ihr folgt?" Peaches tauschte mit Dust Ausrüstung aus damit jeder genug von allem bei sich trug. "Du brauchst nicht zu schießen. Such einfach den Schlüssel und schliess die Tür auf." sagte Peaches. Knox nickte leicht. "Wenn ich mich recht erinnere folgt dahinter direkt ein L-Förmiger Gang. Die Zellen sind auf der rechten Seite. Am ende des Ganges ist ein Aufzug. Selbst wenn wir es bis dahin schaffen. Sie werden auch unten in der Vault alarmiert sein. Verflucht, ich bin echt nicht glücklich mit dem Plan." Peaches rieb sich mit zwei Fingern den Nasenrücken.


    Knox war hinter einer Nebelwand gefangen. Er konnte kaum klar denken, wusste aber worum es ging. Noch schwerer war es die kaum hörbaren Gedanken zu ordnen, geschweige denn auszusprechen. Es war als würde er gerade nur von einer Art Instinkt gesteuert. Weil er nicht darüber nachdenken konnte, tat er es einfach; Während Dust um die Ecke späte und Peaches sich die Nasenwurzel massierte, stieß Knox sich von der Mauer ab und trat ungeschützt um die Ecke. Als Peaches es bemerkte bekam er ihn schon nicht mehr zu fassen. Gelassen ging Knox auf die Wachen zu. Er stolperte einmal, fing sich aber direkt. Er starrte sein Ziel an und ging einfach darauf zu. Er hatte nicht das Gefühl lebensmüde zu sein. Auch alle möglichen Folgen waren ihm weder Bewusst noch interessierte er sich dafür. Er rieb sich die Stirn und wartet auf den Moment in dem die Wachen ihn entdeckten. Peaches und Dust standen beide an der Ecke und spähten angespannt wie Gitarrensaiten zu Knox.

    "Was macht er? hat er einen Plan?"

    "Dieser verdammte Wichser."

    Peaches überprüfte die Schalldämpfer und untersuchte die Umgebung erneut nach Patrouillen. Nichts. "Komm." sagte Peaches leise und folgte Knox um die Ecke. Dieser hatte die Wachen jetzt so gut wie erreicht. So nah wie möglich an die Wand gepresst, schlichen Peaches und Dust im Schatten auf Knox und die Wachen zu.

    "Stopp! Wer zum Teufel sind Sie?"

    "Stehen bleiben!"

    Knox sah zu den Wachen auf die die Waffen auf ihn richteten. Seine hing an einem Gurt an seinem Körper und er hob die Hände.

    "Ich bin Soldat."

    "Siehst verdammtnochmal nicht danach aus." gab einer der Wachen zurück.

    Knox positionierte sich so vor die Wachen das diese einige Schritte von der Tür weg standen und Knox von beiden Halbseiten gut zu sehen war.

    "Ausweisen!" befahl die Wache.

    "Habt ihr's nicht gehört?" Peaches hörte Knox' Reden und fand dass er überhaupt nicht so überzeugend klang wie sonst.

    "Ausweisen oder wir nehmen Sie sofort fest."

    Mit der erhobenen Hand wies Knox mit dem Finger nach da woher sie gekommen waren.

    "Einer ist durch die Kanalisation rein gekommen und hat mir alles-"

    Peaches und Dust schlichen bis zu Tür und näherten sich den Wachen. Jeder von ihnen bäumte sich auf hielt jeder der Wachen den Lauf an den Kopf und drückten ab. Etwas Blut spritzte gen Knox und er wischte sich mit dem Arm über das Gesicht. Die Wachen sackten beinahe Zeitgleich zu Boden. Peaches war trotzdem außer sich vor Wut. Mit einem großen Schritt war er bei Knox und packte ihn ab Kragen. Knox war nicht in der Lage auszuweichen und zog nur den Kopf zurück. Er erwartete einen Schlag doch er blieb aus. "Das ist kein scheiß Spiel hier." zischte Peaches. "Sprich dich ab. Ich will keine Alleingänge bei dieser Mission, kapiert!" Da sprach Peaches' Kontrollfreak aus ihm und der Anführer seiner Truppe. "Hast du überhaupt ne Ahnung was passiert wenn die uns kriegen? Dein Bruder hat nur eine verdammte Chance. Und die sind wir!" Er ließ Knox los ehe Dust eingreifen konnte. Knox taumelte einen schritt zurück und blieb dann stehen. Peaches machte sich sofort daran die Leichen zu durchsuchen. "Schafft sie da in die Büsche." orderte Peaches angepisst. Knox erwiderte nichts sondern half Dust beim tragen. Selbst wenn er nur schlecht als Recht eine Hilfe dabei war.

    Nachdem der Schlüssel gefunden und die Leichen verstaut, öffnete Peaches so leise er konnte die Tür. Drinnen erleuchteten schwache Leuchten den Gang. Notstrom. Vielleicht auch absichtlich gedimmtes Licht um die Häftlinge das Schlafen zu erleichtern.

    Der Gang war lang und es war Ruhig. Als Peaches die Kamera entdeckte die auf die Tür zeigte, winkte er seine Begleiter sofort heran. Sie verließen den Sichtbereich der Überwachungskamera und drängten sich an die Wand gegenüber der Zellen. Vielleicht war die Kamera gar nicht an, doch sicher war sicher. Die meisten Zellen waren leer. In der Ecke in der der Gang eine steile Biegung nach rechts machte, sass ein Soldat auf einem Stuhl. Er schlief mit dem Kopf auf der Brust. Ein Heft lag auf seinem linken Knie. Links von ihm eine Tür. Kaum Möglichkeiten sich zu verstecken. Vorsichtig schritten sie den Gang hinab. Weder Häftlinge noch Wachen sollten sie jetzt entdecken. Auf dem Weg zum Schlafenden, überlegte Peaches ob sie sich an ihm vorbeischleichen sollten, oder ihn besser umlegen. Wobei die zwei wachen draußen schon Risiko genug waren.

    Knox bildetet das Schlusslicht. Er gab sich nicht die Mühe nachzudenken. Er genoss seinen beinahe Schmerzlosen Körper. Das einzige was er tat, war zu folgen. Und dann stolperte er über seine eigenen Füsse, Dust entgegen...