Beiträge von DarkDrake1980

    193. Übergang

    Westküste. Februar 2282. Bunker: ehem. Lassen Volcanic National Park - Silver Dragons


    Es waren jetzt sieben Tage vergangen seitdem Drake Kontakt mit dem FEV hatte. Sein körperlicher Zustand verschlechterte sich stetig, geistig war er im Moment noch stabil. Die Spezialisten hatten heute erneute Versuche mit den Proben unternommen. Wie immer in den letzten Tagen erfolglos. Eine letzte Probe stand noch aus. Sie hatten ein, zwei gute Ansätze gehabt, aber das Virus zeigte sich wie üblich unberechenbar. Ihnen gingen die Ideen aus, von der Zeit gar nicht zu reden.


    Einer der Forschungsspezialisten sah sich die Reaktion der letzten Probe unter dem Mikroskop an. "Und wie sieht es aus?" fragte einer der Anderern, die sich in dem kleinen Forschungslabor aufhielten. "Es hat nicht funktioniert, dieses Virus ist derart wandlungsfähig und zugleich komplex...so was habe ich noch nicht gesehen. Keine Chance. Hätte uns Darwin nicht all diese Informationen gegeben hätten wir kaum den Zugang dazu gefunden. Aber es nützt alles nichts. Ich werde runter zu General Rothschild gehen und ihm mitteilen...das es nicht möglich ist...den Prozess zu stoppen." sagte der Forschungsspezialist.


    Die anderen im Raum schauten betroffen und es herrschte eine kurze Stille. Er nahm die Forschungsergebnisse mit und macht sich nach unten zur Kommandoebene auf dem Weg. Nach einer Fahrt mit dem Fahrstuhl kam er dort unten an und meldete sich am nächsten Checkpoint. Er wurde ohne Verzug zu General Rothschild gebracht und nahm bei ihm Platz. "Es sieht nicht gut aus, oder? Ihr Blick sagt alles." seufze John. "Wir haben alles versucht. In der kurzen Zeit, die uns noch verbleibt haben wir keine Chance irgendetwas zu entwickeln, dass dieses verdammte Virus aufhält, Sir. Es tut uns leid, wir haben wirklich alles versucht. Ich habe Ihnen aber auch den Bericht mitgebracht, der erläutert im Detail, wo das Hauptproblem liegt." sagte der Forschungsspezialist niedergeschlagen.


    "Ich weiß, dass Sie alles Menschenmögliche getan haben. Es sah von Anfang an schon schlecht aus. Machen Sie sich keine Vorwürfe. Ich danke Ihnen allen. Sie haben es versucht, das allein zählt. Ich...werde...zu Krankenstation gehen. Es ihm sagen." sagte John mit belegter Stimme. Der Forschungsspezialist verabschiedete sich und John wartete bis dieser den Raum verlassen hatte. Er starrte einen Moment auf den Schreibtisch an dem er saß. Einen Moment später schlug er wütend mit der Faust auf den selbigen. "Diese gottverdammten * unverständliche Schimpfen*. Ich hoffe diejenigen, die das entwickelt haben, im großen Krieg ein qualvollen Tod gehabt haben." schimpfte John wütend. Er versuchte sich zu beruhigen. Nach fünf Minuten hatte er sich wieder im Griff. Sein nächstes Ziel war die Krankenstation.


    Er fragte sich, wie Drake reagieren würde, wenn er ihm mitteilte, dass es keine Hoffnung mehr gab. Er fuhr mit dem Aufzug nach oben zur Krankenstation auf -4. Als er dort angekommen war, erwartete ihn schon der derzeit zuständig Doc. mit dem Namen Darper. Er war ein hagerer Mann mit braunen krausen Haaren im Alter von etwa fünfundfünfzig Jahren und als Arzt ziemlich erfahren "Hallo Sir, ich nehme an, Sie wollen den Kommandanten besuchen?" fragte er John höflich. "Wenn sein Zustand es derzeit zulässt, ja. Ich...muss...mit...ihm über etwas sprechen." sagte John bedrückt. Darper nickte. "Er ist ansprechbar und zurechnungsfähig. Aber er baut langsam ab. Erschrecken Sie sich nicht. Er sieht mittlerweile sehr schlecht aus. Ich denke, wir sollten ihn bald isolieren. Ich gehe davon aus, dass Sie keine guten Nachrichten im Gepäck haben?"


    "Leider. Ja. Ich habe...von der Forschungsabteilung gerade eine Rückmeldung bekommen...sie " sagte John wieder mit belegter Stimme. "...haben keine Möglichkeit gefunden. Verstehe. Das ist bitter. General, ich möchte Ihnen nichts vorschreiben, aber bei der derzeitigen...Entwicklung sollten Sie heute die Zeit nutzen...sich zu verabschieden. Ich wollte Sie gerade nämlich verständigen. Ich denke, die nächsten Tage werden schlimm werden." sagte Darper ruhig, "Danke für den Hinweis, Darper." Dann ging John zu Drakes Zimmer. Es lag ganz hinten am Ende der Krankenstation und ein wenig abseits von den anderen. Etwa zwanzig Meter weiter gab es einen alten Lagerraum, den man in der kurzen Zeit umgebaut und mit einer dicken Stahltür versehen hatte. Man hatte links von der Tür eine Empore gebaut und einige Beobachtungsfenster eingebaut, die in den Raum blickten.


    Von innen waren diese Fenster nicht zu sehen. In diesen Raum sollte Drake ab einem bestimmten Punkt verbracht werden. John klopfte. Es kam ein hustendes "Herein". Er trat ein. Drake saß gerade halbaufrecht und am hochgestellten Rückenteil angelehnt. Er schrieb gerade etwas in ein kleines Büchlein ein. Es schien ihn ziemlich anzustrengen. Einzelne Schweißperlen rannen dabei von der Stirn. Dann sah er auf und lächelte müde, als er John sah. Er war mittlerweile extrem blass und hatte dunkle Ringe unter seinen Augen. Die Augen selbst waren aufmerksam wie immer, hatten aber ein leichten Glanz darin.


    Drake schien Fieber zu haben. "Hallo, John...schön...das...du...mich...besuchen...kommst. Ich...mache...nur...eben...die...Notizen...fertig" sagte er merkwürdig langsam. Genauso langsam schrieb er wieder etwas ins Buch. John beobachtete ihn dabei. "Das sieht bei dir aus, als würde es dir schwerfallen zu schreiben. Darf ich fragen, was du dir aufschreibst?" fragte John etwas irritiert. "Es fällt mir tatsächlich schwer. Ich muss mich dabei konzentrieren. Auch das Sprechen...ist ähnlich. Mir entfallen...immer wieder Worte. Der...wie heißt... das..." Drake dachte einen Moment nach. John fiel dabei auf, das Drake eine seiner Hände kurz zur Faust ballte und wieder öffnete "...ach ja, der Virus scheint so langsam das zentrale...Nervensystem anzugreifen und umzubauen. Ich schreibe auf, wie mein derzeitiger Zustand ist." "Du machst eine Eigendiagnose bei dir? Warum das?" wunderte sich John.


    "Erstens, ich hoffe, dass meine Aufzeichnungen vielleicht dabei helfen können, bestimmte Phasen festzustellen, sozusagen Forschungsaufzeichnungen. Zweitens es lenkt mich ein wenig ab." Drake war fertig mit der Aufzeichnung und legte das Büchlein weg. Dann lehnt er sich einen kurzen Moment zurück, schloß die Augen und ballte diesmal beide Hände zu Fäusten und öffnete und schloß sie. Dann lief ein leichtes Zittern über den gesamten Körper und Drake atmete für einen Moment schwer. "Schmerzen?" fragte John besorgt. Drake nickte mit geschlossenen Augen und sagte leise, aber ziemlich angestrengt "Ja. Genau genommen sind es regelrechte Schmerzschübe. Sie sind...mittlerweile extrem schmerzhaft. Gib mir bitte einen Moment." John wartete geduldig.


    Drei Minuten später war Drake wieder in der Verfassung, das er mit John weiter sprechen konnte. Drake öffnete wieder die Augen und sah John aufmerksam an. "Gibt man dir keine Schmerzmittel? Ich sehe kein Schmerztropf." fragte John verwundert. "Seit gestern nicht mehr. Die Schmerzmittel wirken bei mir nicht mehr. Das ist hängt mit dem...fortschreitenden...Umbau meiner...Physiologie zusammen, John. Daher rühren auch die Schmerzen *Husten*. Und hast du schon etwas von unseren Forschungsleuten gehört?" fragte Drake schwach. "Ja, deswegen bin ich unter anderem hier. Ich weiss nicht..." fing John an zu stammeln und Drake unterbrach ihn sachte. "Sie haben keine Möglichkeit gefunden, richtig? Ich habe auch nicht damit gerechnet, nicht in der Kürze der Zeit und nicht bei solch einem Virus." stellte Drake überraschend ruhig fest.


    John sah Drake entgeistert an. "Das liegt in der Natur der Sache, bevor du fragst, John. Dieses Virus ist ursprünglich als..." Drake hielt kurz inne, schloß die Augen erneut und biss die Zähne knirschend zusammen. Danach atmete er zischend aus. "...biologische Waffe konzipiert worden...da hat man schon ein Interesse daran gehabt, das nicht einfach heilbar zu machen. Davon abgesehen, dass ein Virus, das so etwas mit einem anstellt sehr komplex sein dürfte." sagte Drake und sank ein wenig tiefer in sein Krankenbett. "John, mir bleibt nicht mehr viel Zeit. Dieses Virus richtet langsam bei mir massive Schäden an. Im Moment bin ich noch zurechnungsfähig, aber wie lange ich das noch aufrecht halten kann, weiss ich nicht. Ich kämpfe jetzt schon damit. Ich habe langsam das Gefühl von innen her umgekrempelt zu werden und dieses Brennen wird immer schlimmer. Ich denke, wir sollten jetzt noch einige Dinge besprechen, die außerordentlich wichtig sind." sagte Drake und griff zum Pipboy, den er immer noch am Handgelenk trug.


    Er löste eine kleine Kappe an einer Stelle und zog vorsichtig ein Kabel heraus. "John würdest du mir deinen Pipboy hierhin halten, damit ich ihn mit meinem verbinden kann." fragte Drake ruhig. "Ja, kann ich. Aber was hast du vor?" fragte John irritiert. "Alle Daten, die du von meinem Pipboy benötigst, rüber spielen. Passwörter, Pläne usw. Du bist mein Nachfolger, John. Die Daten sind für den Bunker sind extrem wichtig, die dürfen nicht verloren gehen." sagte Drake. John sagte darauf nichts mehr und schluckte. Nach etwa einer Viertelstunde war die Datenübertragung abgeschlossen. Anschließend trennte Drake das Kabel und löste den Pipboy vom Handgelenk.


    "Hier, John. Ich gebe dir meinen Pipboy. Ich...konnte ihn kaum noch tragen." John schaute zu Drakes Arm und sah was dieser damit meinte. In Teilen schien der Arm leicht angeschwollen zu sein. Es sah merkwürdig deformiert aus. Drake zog den langen und breiten Ärmel der Krankenhauskluft darüber. "Bevor du fragst, ich habe mittlerweile mehrere dieser Stellen. Deshalb auch meine Bemerkung." Dann unterhielten sich John und Drake noch über wichtige Dinge, die Drake John noch mit auf den Weg geben wollte. Unter anderem bat Drake John darum, dass Darwin im Bunker sein neues Zuhause finden durfte, sofern dieser gewillt war, hier zu bleiben. Das sichert John ihm zu.


    Nach zwei Stunden Gespräch hatte Drake alles mitgeteilt, was wichtig war. Während dieser Zeit mußten sie häufiger unterbrechen, da Drake immer wieder Schmerzschübe bekam. John hatte den Eindruck, dass die Abstände immer kürzer wurden. Es wurde ein Abschiedsgespräch, Drake sank danach im Bett zusammen, schloß die Augen und atmete danach wieder schwer. Er bat John, darum Doc. Darper zu holen. Der kam relativ zügig, sah sich Drake an und wechselte mit ihm einige Worte, die John nicht verstehen konnte. "Wir werden ihn jetzt umbetten. Sein Zustand verschlechtert sich gerade gravierend. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten, ja? Sie sollten jetzt gehen. Es ist besser." sagte Darper ziemlich besorgt.


    John nickte. Er verließ das Zimmer und schaute noch einmal zurück, so dass er sehen konnte, das Drake wohl gerade einen ziemlich massiven Krampfanfall bekam. John verließ erschüttert die Krankenstation. Er fuhr wieder runter in die Kommandoebene und legte Drakes Pipboy auf den Schreibtisch vor sich und starrte eine Weile finster vor sich hin. "Ich darf mich dadurch nicht runter ziehen lassen. Ich habe jetzt die volle Verantwortung für unsere Leute. Ich muss einen klaren Kopf behalten." dachte John bei sich.


    Die nächsten fünf Tage waren schlimm. Darper und einige aus dem Forschungsteam beobachteten den weiteren Verlauf bei Drake. Der begann sich langsam immer weiter zu verändern. Das Ganze geschah unter ziemlichen Qualen. Aber nie hörte man Drake dabei laut aufschreien. Die, die ganze Entwicklung beobachteten, hatten zeitweilig den Eindruck, dass er versuchte gegen diese Schmerzen anzukämpfen. Er verlor immer wieder dabei die Besinnung und blieb für mehrere Stunden ohne Bewußtsein. Wenn er wieder aufwachte, dauerte es einige Zeit, dann ging der ganze Prozess wieder von vorne los. Etwas schien aber anders zu verlaufen als sonst.


    Im Laufe der Umwandlung veränderte sich seine Hautfarbe nicht in Richtung eines grau-grünlichen Farbton hin, so wie sie zum Beispiel auch Darwin und andere Supermutanten hatten, sondern Richtung eines etwas dunkleren Blaus. Ebenso schienen Haare und Augenbrauen in der ursprünglichen Farbe auf dem Kopf bestehen zu bleiben. Darwin, der den ganzen Prozess mitbeobachtete und auch die anderen konnten diese Entwicklungen nicht deuten. Darwin kramte in seinen Aufzeichnungen herum und macht sich seine Gedanken. Am zwölften Tag war die Transformation abgeschlossen. Der Tag der Entscheidung stand an.

    Nach langem hin und her Überlegen, spiele ich meinen neuen "alten" Char. vom Aussehen so wie in der Geschichte weiter.

    Also wie er nach den Ereignissen 2282 ausieht.


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    Name: Daniel D. Warren / Drake / Blue

    Alter: unterliegt der Geheimhaltung

    Geisteszustand: Stabil (zur Zeit)

    Karma: Gut

    Größe. 3,00 m

    Gewicht: 350 kg


    Ist erst seit kurzem im Commonwealth und baut gerade mit der Gruppe aus Concord Sanctuary als neue Heimat auf.

    Hallo ToreadorVampire,

    ich kann mich da kerngesund nur anschließen und kann deinen Frust völlig verstehen.

    Ähnliche Erfahrungswerte habe ich auch gemacht. Leider. Ich habe damals mit dem Modding zu Morrowind angefangen. Da hat man vieles noch geschrieben, was ich für persönlich auch wesentlich angenehmer find als Youtube Videos. Durch lesen und ausprobieren habe ich das Modding etwas gelernt. Bei mir "schreibt" sich das so besser ins Gedächtnis. Gerne würde ich dir bei GeckNV oder FO4 CK helfen, nur von den beiden habe ich leider wenig bis überhaupt keine Ahnung. Mein letztes aktives Modden war bei Oblivion, also ist schon ein paar Jährchen her.

    192. Sorgenvolle Heimkehr

    Westküste. Februar 2282. Bunker: ehem. Lassen Volcanic National Park - Silver Dragons


    Die Gruppe der Bruderschaft näherte sich langsam dem Eingangsbereich des Bunkers. Die großen Tore zur Kluft, dem Durchgang zum Bunker, waren wie immer geschlossen. Trian wusste aber, dass von ihrer Ankunft bereits Notiz genommen wurde. Zwei Beobachtungsposten oberhalb des großen Tores waren Tag und Nacht besetzt. Die Wachen machten sich bereits daran, das Tor zu öffnen. Darwin, der Drake immer noch trug, war am Ende der Gruppe und schaute sich staunend das große Tor und das Drumherum an.


    Drake drehte sich erschöpft in Darwins Armen so, dass er Richtung Tor schauen konnte. "Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich das hier alles nochmal wiedersehe." sagte Drake lächelnd. "Ganz schön imposant, ist das der Eingang zum Bunker?" fragte Darwin sichtlich beeindruckt. "Indirekt, Darwin. Es ist ein Verbindungsgang ins Innere Tal. Dort ist dann der eigentliche Eingang." erklärte Drake. "Da habt ihr euch ja gut verschanzt. Und bei so einer Verteidigungsanlage greift euch niemand so schnell an." Darwin hatte die beiden Geschütze über dem Eingang entdeckt. Das Tor zur Kluft begann sich langsam und geräuschlos zu öffnen.


    Ein Empfangskomitee wartete schon. George Cornally wartete mit sechs Wachen im Durchgangsbereich. An seinem Gesicht konnte man einerseits Freude, aber gleichzeitig auch tiefe Sorge erkennen. John hatte George über alle Eventualtäten informiert, die bei einer Rettungsaktion eintreten konnten. Bereits bei der Annäherung der Bruderschaft ans Tor hatte er den Supermutanten erblickt, der seinen alten Freund scheinbar sehr vorsichtig trug. Für George und die meisten seiner Männer war es die erste richtige Sichtung eines Supermutanten. Es bereitete ihm zunächst Unbehagen, so jemanden in den Bunkerbereich hineinzulassen.


    Da der Supermutant aber Drake trug, schien er friedlich und Menschen wohlgesonnen zu sein. Er wies seine Leute an, sich vorsichtig aber freundlich gegenüber dem Supermutanten zu verhalten. Der Zustand seines alten Freundes bekümmerte ihn sehr. Drake war sehr blass und sah fiebrig aus und als die Gruppe der stählernen Bruderschaft näherkam, konnte er im Gesicht seines Freundes einige blaue Flecken sehen, die langsam ins Gelbliche wechselten. Dann war die Gruppe bei George angekommen. Darwin blieb mit Drake ein wenig abseits und mit Abstand stehen. "Hallo Paladin, wie ich sehe, haben Sie Erfolg bei der Rettungsaktion des Kommandanten gehabt." sagte George erleichtert. "Ja, wir haben ihn noch lebendig herausholen können. Allerdings...konnten wir nicht verhindern...wir...sind...in einer Sache zu spät gekommen..." Trian wollte George schonend die Sache mit dem FEV beizubringen.


    Er wusste, wie nahe sich George und Drake als Freunde standen. Trian wusste aber nicht, das John Rothschild ihn auch über diese Möglichkeit informiert hatte. George schloss für einen Moment die Augen, ballte kurz die Hände zu Fäusten und seufzte hörbar. "Ich weiß Bescheid, Trian. Sie brauchen keine weiteren Worte dazu verlieren. Ist er wenigstens noch bei Verstand?" Trian nickte. "Trotz der Dinge, die ihm dort zugestoßen sind, geht es ihm in der Beziehung gut." beruhigt Trian George. "Danke, dass Sie ihn dort heraus geholt haben. Ich werde ab hier übernehmen und ihn nach unten in die Krankenstation bringen lassen. Richten Sie bitte dem Ältesten meinen persönlich Dank aus" sagte George dankbar zu Trian.


    "Gerne, Captain. Wir werden uns dann für heute verabschieden und ausruhen. Es war kein leichter Kampf und wir haben uns auf dem Rückweg beeilt. Ich hoffe...dass Ihre Leute eine Möglichkeit finden, den Prozess zu stoppen." sagte Trian nachdenklich und sah kurz zu Darwin und Drake hinüber. Trian und seine Gruppe verabschiedete und zogen sich in die Quartiere zurück, die Ihnen die Silver Dragons im Bereich der Kluft zur Verfügung stellten. George näherte sich vorsichtig dem Supermutanten und blieb im gewissen Abstand stehen. Er wollte gerade etwas sagen, da meldete sich Drake zu Wort und grüßte seinen alten Freund scheinbar gut gelaunt. "Hey, George altes Haus, schön dich doch noch wieder zu sehen. Du kannst ruhig näher kommen. Mein Freund hier ist sehr umgänglich." Der nickte.


    "Hallo, ich heiße Darwin. Ich nehme, Sie sind George Cornally? Der Sicherheitschef des Bunkers, richtig?" stellte sich Darwin höflich vor. "Drake hat mir auf dem Weg während ich ihn hierhin getragen habe, einiges zu hier erzählt." "Ähm okay, schön Sie kennen zu lernen, Darwin." sagte George fast etwas verlegen. Er wandte sich danach an Drake. "Ich...bin ebenfalls heilfroh...dich wieder zu sehen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass es..." sagte George und redete nicht weiter. Er versuchte die richtigen Worte zu finden. Drake seufzte kurz. "Du weißt Bescheid?" "Ja, John hat es mir erklärt. Es ist frustrierend. Gerettet und auch nicht. Ich hoffe, dass unsere Leute noch eine Möglichkeit finden." Drake schwieg einen kurzen Moment


    "George, Kopf hoch. Irgendwann kommt für jeden der Tag, an dem man sich voneinander verabschieden muss. Ich bin einfach nur froh wieder hier zu sein. Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, jemanden von euch noch einmal wieder zu sehen." "Du hast ja auf eine Art Recht. Wir beide haben wirklich schon viel erlebt. Aber das du vielleicht...in dieser Art und Weise gehst... das macht mir echt zu schaffen. Alleine die Vorstellung dich unter Umständen erschießen zu müssen..." George schüttelte den Kopf. "George, ab irgendeinem Zeitpunkt werde ich nicht mehr ich selbst sein. Wahrscheinlich. Spätestens wenn ich jemanden von euch angreife, werdet ihr etwas Derartiges tun müssen. Das wird aber wahrscheinlich erst passieren, nun ja, wenn ich...anders aussehe. Dann fällt es vielleicht nicht mehr so schwer." sagte Drake ruhig.


    "Ich...hast du denn keine Angst davor? Mich würde das Wissen darum schon alleine um den Verstand bringen." sagte George nachdenklich. "Sicher habe ich die. Aber was hilft es mir, wenn ich in Panik verfalle? Da nutzte ich meine letzten paar Tage dazu, mich Ruhe von allem zu verabschieden." antwortete Drake. "Trotzdem. Es fällt es mir schwer... ach, diese verdammten überhebliche *unverständliches Geschimpfe*...wie tief ist unser Land vor dem großen Krieg eigentlich gesunken, dass sie zu solchen Mitteln gegriffen haben?" schimpfte George frustriert. Eigentlich neigte er gar nicht zu solchen Gefühlsausbrüchen. Wie sein Freund war er äußerst geduldig.


    "Aber komm. Ich bringe dich jetzt nach unten. Wir verlieren hier oben nur wichtige Zeit. Vielleicht kommt es ja nicht dazu. Wir haben ja einige gute Leute, vielleicht finden die eine zeitnahe Lösung." sagte George. "Darwin, würde es dir etwas ausmachen mich noch ein paar Meter zu tragen? Dann bräuchte George nicht andere drum bemühen." fragte Drake höflich. "Natürlich trage ich dich noch ein bisschen. Du wiegst doch fast nichts. Außerdem bin ich wirklich neugierig auf euer Zuhause. Ich habe noch nie so viel intakte alte Welt-Technik auf einem Haufen gesehen." sagte Darwin total fasziniert von seiner Umgebung.


    Die Gruppe setzte sich in Bewegung und schlug den Weg zum eigentlichen Bunker ein. Dort angekommen kam Darwin nicht mehr aus dem Staunen heraus. "So etwas habe ich noch nicht gesehen. Das ist nicht nur ein Bunker, das ist hier schon wie eine der alten Menschenstädte. Unglaublich. Du hast du aber bei deinen Erzählungen ganz schön untertrieben, Drake." Der schmunzelte ein wenig. Sie kamen bei den Aufzügen im Verteiler an und fuhren auf die Ebene -4. Dort befand sich die große Krankenstation des Bunkers. Die Leute dort waren bereits umfassend durch George informiert worden. Nicht wenige hatten im ersten Moment Angst vor Darwin, als sie ihn das erste Mal sahen. Das änderte sich, als der ihnen vorsichtig und behutsam Drake übergab und mit ihnen sprach.


    Darwin stellte ihnen die gesamten Aufzeichnungen zur Verfügung, die er in der alten Militärbasis Darkhollow gemacht hatte. Er teilte auch mit ihnen die Beobachtungen und Erfahrungen, die er mit dem FEV gemacht hatte. Drake hatte man zunächst noch in den normalen Bereich der Krankenstation in ein Einzelzimmer gelegt. Man bereitete aber schon einen Raum vor, in den man ihn isolieren konnte. Er wurde dementsprechend gesichert. Die Spezialisten der Krankenstation finden sofort mit Forschungen an und auch hier unterstützte Darwin so gut er konnte.

    191. Ungewisse Zukunft

    Westküste. Februar 2282. ca. 50. Kilometer vom Bunker entfernt - Militärbasis Darkhollow - Silver Dragons.


    Die Zeit war abgelaufen. Der mechanische Arm fuhr automatisch aus der Röhre hinaus, in der Drake die letzten zwölf Stunden verbracht hatte. Teils mit, teils ohne Bewusstein. Der Arm erreichte die Ausgangsposition und einer der beiden Supermutanten, die sich die letzten zwölf Stunden in der Halle aufgehalten ging nach oben zu Drake. Er war im Moment wieder ohne Bewusstsein. Der Supermutant griff in eine Nische und zog dort eine Art Dusche heraus und betätigte einen Hebel. Heraus kam kaltes, leicht abgestandenes Wasser mit dem der Supermutant Drake ziemlich gründlich abbrauste. Erst nachdem er das getan hatte, zog er Drake die Atemmaske vom Gesicht. Durch die kalte Dusche war dieser wieder wach geworden und schaute zunächst total irritiert umher.


    Sein Gesicht wies einige blaue Flecke und Schwellungen auf. Die hatte ihm Ground beigebracht, als er ihm die Atemmaske brutal aufs Gesicht gezogen hatte. Drake brauchte einen ganzen Moment, um sich daran zu erinnern, was passiert war. Während sein Kopf langsam wieder klarer wurde, hörte er ein paar stampfende Schritte, die er leider schon zu gut erkannte. Ground war wieder im Anmarsch. Er hörte, wie er kurz mit seinen Brüdern sprach. "Haben du ihn ordentlich mit Wasser abgespült? Du wissen, das wichtig." "Ja haben gemacht, mindestens zehn Minuten." "Gut, ich ihn dann wieder mitnehmen. Ihr können jetzt gehen. Wir für heute fertig." Drake hörte, wie sich die schweren Schritte näherten, dann war Ground bei ihm. Dann betrachtete er Drake mit einem selbst zufriedenen und sadistischen Lächeln.


    Dann fragte er fast schon mit einer honigsüßen Stimme "Na, grauer Hüpfer. Wie du dich fühlen. Du haben Bad doch sicher genossen." Drake war durch die ganze Behandlung geschwächt und angegriffen. Er gab Ground trotzdem ein Antwort über sich dieser maßlos ärgerte. "Wie ich mich fühle *leichtes Husten*? Das Bad war ganz hervorragend, meiner lieber Ground. War wirklich sehr angenehm, die ganze Zeit lässig in dieser Röhre abzuhängen. Sollte ich beizeiten mal öfter machen. Nur der...Badzusatz lässt ein wenig zu wünschen übrig. Da solltet ihr wirklich noch dran arbeiten" sagte Drake sarkastisch mit schwacher und belegter Stimme. "Argh...du treiben mich noch zu Weißglut. Du Großmaul. Dumme Sprüche dir noch vergehen werden." Ground öffnete die Fesseln, schnappte sich Drake und schleppte ihn wieder durch einen Großteil der Basis.


    Drake bekam davon nicht viel mit. Ihm ging es nicht gut. Neben den Schmerzen der beiden gebrochen Gliedmaßen forderten die zwölf Stunden in hängender Position ihren Tribut. Noch zusätzlich dazu fühlte er ein leichtes Brennen, welches durch den gesamten Körper zu laufen schien und er hatte das Gefühl eine Art Erkältung zu bekommen. Eine unglaubliche Müdigkeit überkam ihn und er begann selbst im brutalen Griff von Ground weg zu dämmern.


    Er bekam es nicht mehr richtig mit, als Ground ihn unsanft in den Käfig warf. Er blieb auf den kalten Boden liegen und fiel in einen tiefen Schlaf. Dieser war aber erst zum Ende hin erholsam. Drake hatte immer wieder massive Alpträume. Nach vier Stunden Schlaf auf dem Käfigboden wachte er schweißgebadet auf. Mit viel Anstrengung kroch er zu der Käfigecke die nach innen in die Basis schaute. Er drehte sich mit Mühe und Not auf den Rücken und lehnte sich in Blickrichtung von Darwins Käfig. Er hustete dabei das ein oder andere Mal und atmete schwer.


    Darwin war bereits an seiner Seite des Käfigs und sah Drake mit einem Blick an der Bände sprach. Irgendetwas zwischen Besorgnis und Bedauern. "Geht es wieder einigermaßen?" fragte Darwin. "In Anbetracht der Situation würde ich sagen...aushaltbar. Wenigstens bin ich nicht mehr so...müde. Aber ich habe im Moment kaum Kraft." sagte Drake angestrengt. "Das...ist...normal...mich wunderte nur...das du schon wieder hier bist. Nicht falsch verstehen, ich freue mich dich noch bei Sinnen wieder zusehen. Einige der Gefangenen drehen schon während des Aufenthalts in den Röhren durch. Aber die Aufenthaltszeit...Ist etwas schief gelaufen?" fragte Darwin nachdenklich.


    "Ich weiß...nicht. Kurz nachdem ich in der Röhre war, konnte ich noch verzerrt einen Teil des Gesprächs zwischen Ground und seinen beiden...Brüdern mitbekommen. Die Zeit...wird von einem Code auf den Fässern vorgeben...wenn ich es richtig verstanden habe. Schien aber korrekt zu sein." sagte Drake zu Darwin. Der nickte zustimmend. "Merkwürdig. Vierundzwanzig Stunden sind normalerweise die Regel. Aber das scheint bei diesem Fass so zu sein. Die alte Maschine hat dahingehend immer funktioniert. Ich bin froh, dass du es halbwegs überstanden hast. Kann das sein, dass du Ground geärgert hast? Der kam hier ziemlich missmutig an, sonst ist er nach dieser Art der Arbeit regelrecht gut gelaunt. Was man bei ihm gut gelaunt nennen kann." fragte Darwin. "Ich habe ihm eine passende Antwort auf seine Frage nach meinem derzeitigen Befinden gegeben. Es war scheinbar nicht die, die er gerne hören wollte." grinste Drake leicht und wurde dann wieder ernst und hing eine ganze Zeit seinen Gedanken nach.


    Er hatte dabei die Augen geschlossen und lächelte das ein oder andere Mal. Nach einer Stunde schlug er wieder die Augen auf und sah Darwin an. "Woran hast du gedacht, Drake?" fragte er neugierig. Er fand es ungewöhnlich, dass dieser in der ausweglosen Situation noch positive Gedanken finden konnte. "Ich habe versucht mich an positive Dinge in meinem Leben zu erinnern. Jetzt kann ich es noch. Es hilft mir im Moment...stabil zu bleiben...gibt mir einen gewissen Ruhepunkt. In einigen Tagen, wenn die...Infektion...weiter fortgeschritten...ist...wer weiß ob ich mich daran noch erinnern kann. Du sagtest ja, dass das zentrale Nervensystem angegriffen wird und ein Großteil der Erinnerungen dabei verloren geht. Du hattest mir den Teil ja sehr detailliert erläutert."


    "Und du hast das wirklich alles verstanden, trotz der ganzen Spezialvokabeln?" fragte Darwin verwundert nach. Drake nickte. "Sollte ich wohl, als ehemaliger Arzt." "Oh, das wusste ich nicht, Das hattest du noch nicht erzählt. Dann hast du aber schon einiges in deinem Leben gemacht." sagte Darwin nachdenklich. "Das könnte man so sagen." grinste Drake leicht und setzte sich etwas auf. "Ich hoffe nur, dass es meine Leute es aufgrund meines Einsatzes bis nach Hause geschafft haben." seufzte er. "Deine Leute stehen bei dir immer ganz oben? Vor deinem eigenen Wohl? Diese Einstellung findet man heute kaum noch." "Ich habe die Verantwortung über sie übernommen und das heißt für mich, dass ich tue was nötig ist, um sie zu schützen. Das habe ich im meinem Leben immer so gehandhabt. Auch wenn mich das jetzt in diese Situation gebracht hat. Das nennt man wohl Berufsrisiko" sagte Drake ruhig.


    Darwin und Drake unterhielten sich noch eine ganze Weile miteinander. Drake hatte für sich beschlossen, die Zeit die ihm noch verblieb mit Darwin über unterschiedliche Dinge in dieser Nachkriegswelt zu sprechen. Einerseits war er wissbegierig Neues über die Zeit nach dem großen Krieg zu erfahren. Anderseits lenkte ihn es ihn aber auch von dem unvermeidlichen Verlauf ab, den er bald durchlaufen würde. Drake ging davon aus, dass das sein letzter Kampf sein würde, und er als das was er bis jetzt gewesen war, aufhören würde zu existieren. Er hatte zu diesem Zeitpunkt praktisch mit seinem Leben abgeschlossen. Immerhin hatte er ein sehr langes und bewegtes Leben gehabt. Das tröstete ihn in dieser Situation.


    Der Tag ging zu Neige und Drake schlief irgendwann wieder ein und wachte erst wieder am nächsten Morgen auf. Ausnahmsweise hatte er diesmal keine Alpträume gehabt. Allerdings verschlechterte sich sein Zustand langsam, aber stetig. Er bekam hin und wieder eine Art Schüttelfrost und auch das Brennen hatte weiter zugenommen. Sein geistiger Zustand war aber scheinbar noch stabil stellte er erleichtert im Gespräch mit Darwin fest. Bis zum Mittag passiert nichts Außergewöhnliches. Außer das hin und wieder Ground oder einer der anderen Supermutanten nach ihm schauen kam. Drake hatte sich dann nach hinten in den Käfig verzogen und ignorierte sie einfach.


    Gegen Mittag merkten Darwin und Drake, dass eine gewisse Unruhe bei den Supermutanten aufkam. Ein Späher war hereingekommen und berichtete Ground irgendetwas, was Darwin und Drake aufgrund der Entfernung aber nicht verstehen konnten. Ein ganzer Teil der Supermutanten rannte nach draußen. Ground war ebenfalls dabei. Beide fragten sich was los sei. Etwa eine halbe Stunde später bekamen sie darauf eine Antwort. Mit einem Mal brach draußen ein schweres Feuergefecht los. Drake könnte die Schußgeräusche von einigen Miniguns, Lasergewehren und anderen schweren Waffen hören. Irgendjemand griff die Supermutanten an. Es ging draußen ziemlich zur Sache und man hörte das wütende Schreien der Supermutanten und der Angreifer. Man verstand aufgrund der Geräuschkulisse kaum etwas.


    Diese waren aber aufgrund ihrer fehlenden Schusswaffen taktisch benachteiligt. Bald erstarben die Schreie und es wurde nach einer Zeit für einen kurzen Moment totenstill. Drake hörte irgendjemanden Befehle erteilen. Dann hörte er ein Stampfen von Schritte, die ihm merkwürdig vertraut schienen. Er konnte sie im Moment aber nicht zuordnen. Am Eingang zur Basis erschienen mehreren Personen in Powerrüstungen und bewegten sich vorsichtig vorwärts. Er traute seinen Augen kaum, es waren Leute der stähleren Bruderschaft. Einer der Leute zeigte in seine Richtung auf die Käfige und einen Moment später waren sie angekommen. Einer leuchtete mit der Helmlampe in den Käfig. "Hier ist er. Er lebt. Sieht aber ziemlich mitgenommen aus." sagte derjenige in Richtung des Ausganges. Dort kam eine weitere Person in Powerrüstung und steuerte ebenfalls den Käfig von Drake an. Dort angenommen, nahm diese den Helm ab. Darunter kam das Gesicht von Paladin Trian zum Vorschein. Es sah besorgt aus.


    "Hallo Kommandant. Schön, Sie noch halbwegs lebendig aufzufinden. Sie sehen nicht gut aus." sagte Trian ruhig. "Ich befürchte, ich weiß bereits, was passiert ist. Wann?" Trian hatte bereits schon einige Male mit Leuten zu tun gehabt, die dem FEV ausgesetzt worden waren und kannte die Anzeichen und das Aussehen. Als er Drake sah, wusste er bereits, dass sie zu spät gekommen waren. "Gestern...haben...sie..."sagte Drake leise und wurde dann von Trian sachte unterbrochen. "Sie brauchen nicht weiter erzählen, das reicht mir als Angabe." seufzte Trian bedrückt. "Eigentlich...müsste ich Sie...." "Erschießen...ich weiß. Paladin...Mir...ist...die Vorgehensweise...bekannt" sagte Drake gefasst und wartete auf das weitere Vorgehen. "Aber...der Älteste hat der Bitte...von General Rothschild entsprochen. Wir werden Sie auf alle Fälle nach Hause bringen. Haben Sie bereits irgendwelche Stimmungsschwankungen oder Wutausbrüche?" Trian beobachte Drake sehr genau.


    "Bis jetzt nicht" "Gut, dann werde ich davon absehen Sie zur unserer und Ihrer eigenen Sicherheit zu fesseln. Also..." Dann meldete sich einer der andern aus der Gruppe der Bruderschaft. "Paladin, hier in dem Käfig ist noch eine dieser Mißgeburten. Sieht echt merkwürdig aus. Soll ich ihn töten?" Drake reagierte sofort. "Bitte Trian, erschießen Sie ihn nicht. Er ist friedlich und intelligent. Er heißt Darwin." Darwin hatte sich aufgrund der Ansprache nach hinten in den Käfig verzogen und versuchte so friedlich als möglich auszusehen. "Ausnahmsweise. Er hat sich ja ruhig verhalten. Neben Sie die Waffe runter. Jetzt müssen wir Sie noch aus dem Käfig herausbekommen, hm das wird nicht einfach, der ist ja schon ganz schön stabil."


    Dann hört man eine brummige Stimme aus dem Käfig nebenan. "Entschuldigen Sie, Hmm... wie hieß das noch, ach ja. Paladin... Paladin Trian...gegenüber den Käfigen...in einer Nische liegt der Schlüsselbund zu den Käfigen. Dann können Sie Drake aus dem Käfig holen." Trian schaute erst ein wenig verdutzt. Er hatte nicht damit gerechnet, dass der Supermutant ihnen so bereitwillig half. Er fand den Schlüssel an der beschriebenen Stelle und schloss damit den Käfig von Drake auf. Der stand mühselig auf und humpelt sehr langsam heraus und setzte sich außerhalb des Käfigs wieder nieder. Trian sah ihn fragend an. "Gebrochenes Bein und Handgelenk." "Mist. So bekommen wir Sie nicht schnell zurück und Ihre Leute haben dann kaum noch Zeit sich etwas einfallen zu lassen" Wieder meldete sich Darwin.


    "Ich hätte da einen Vorschlag, ich könnte ihn tragen, falls Sie mich aus diesem Käfig herauslassen." "Das könnte dir so passen, du Unhold" fauchte einer der Männer. "Du kannst froh sein, dass du Leben darfst" "Ich...bürge...für...ihn. Lassen Sie ihn raus, er wird Ihnen nichts tun." Trian sah Drake durchdringend an. "Bei jemand anderen würde ich dieser Bitte nicht entsprechen. Aber Sie hatten bisher mit Ihren Einschätzungen immer recht, Sir. Er soll nur keine Dummheiten machen." Trian nahm selbst den Schlüssel und öffnete den Käfig von Darwin. Der bewegte sich äußerst vorsichtig heraus und richtete sich dann zu seiner vollen Größe auf. "Danke, Paladin und Danke Drake. Darf ich Ihnen noch einen Vorschlag machen, Paladin?"


    "Du strapazierst ganz schön meine Geduld, Mutant. Was ist noch?" "Ich würde gerne diese verfluchte Anlage dort unten "außer Betrieb" nehmen. Es wäre für die Umgebung zu gefährlich sie so zu lassen." "Das ist gut nachgedacht. Ja, du hast Recht. Aber das werden wir machen. Ich traue dir nicht." sagte Trian wieder überrascht. "Gut. Sehr gut. Könnten Ihre Leute in der Steuereinheit nachsehen, was die letzte Nutzung war. Es könnte vielleicht nützlich sein..." bat Darwin höflich.


    "Warum bist du darauf so erpicht Mutant. Du hast doch was vor." sagte Trian weiterhin misstrauisch. Der schüttelte den Kopf. "Nein, ich möchte nur helfen. Ich habe über die Zeit alle Informationen hier gesammelt, das Wissen auf Holobändern gesichert. Vielleicht hilft es ein Gegenmittel zu finden." rechtfertigte sich Darwin. Diese Antwort hatte Trian nun überhaupt nicht erwartet. Langsam verstand er, warum sich Drake am Anfang für ihn eingesetzt hatte. Darwin war für einen Supermutanten recht zivilisiert.


    Trian wies seine Leute an, die alte FEV-Anlage zu zerstören. Darwin hielt Wort und nahm Drake vorsichtig unter den misstrauischen Blicken von Trian und seinen Leuten hoch und trug ihn aus der Basis hinaus. Die gesamte Gruppe trat die Reise Richtung des Bunkers an. Während der Zeit zurück beobachteten Trian und die anderen aufmerksam Darwin und Drake. Sie machten kaum Pause und liefen verhältnismäßig schnell, bis sie fast um Mitternacht am Bunker ankamen.

    Für die Minutemen gab es im Commonwealth mal wieder viel zu tun.

    Am staatlichen Versorgungslager machte eine Raidergruppe mal wieder Stress.

    Aber nur kurzzeitig :P

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    Dann war man im Auftrag von Blake Abernathy unterwegs.

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    Nach getaner Arbeit unterhielten sich Nick und Blue angeregt.

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    Die beiden reparierten zwischendurch in der General Atomics Galleria gleich den durchgeknallten Aufseher.

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    Als sie durch Malden kamen gab es gleich eine riesen Diskussion mit der örtlichen Rüpeltruppe.

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    Effektvoller Auftritt. Genützt hatte es aber auch nicht. Die Jury zeigte mit dem Daumen nach unten.

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    190. Rettungsmission

    Westküste. Februar 2282. ca. 50. Kilometer vom Bunker entfernt - Militärbasis Darkhollow - Silver Dragons.


    Ground hatte sich Drake unter seinen linken Arm geklemmt und ging langsamen Schrittes in Richtung des ehemaligen Forschungsbereiches der alten Militärbasis. Drake hing dabei wie ein nasser Sack an der Seite von Ground. Dieser hielt Drake so fest, dass der kaum noch Luft bekam und langsam anfing Sternchen zu sehen. Drake hat das Gefühl, dass wenn Ground ihn nur minimal fester drückte, ihm sämtliche Rippen brachen. Hier unten, tiefer in der Basis herrschte eine ziemliche Verwüstung. Als hätte hier unten vor langer Zeit ein massiver Kampf stattgefunden.


    Die Wände wiesen teilweise große Löcher und massive Beschädigungen auf, Türen waren verbogen und das Mobiliar größtenteils zerstört. Ground durchquerte die Zerstörungen und lief immer noch tiefer in die Anlage hinein. Der Weg zu dem Ort, den Ground ansteuerte, war grausig. Der Boden war mit teils undefinierbaren Dingen bedeckt und wies immer wieder große Blutlachen auf. Einige eingetrocknet, andere erschienen noch relativ frisch. Immer wieder liefen sie an toten Kreaturen vorbei, teils skelettiert, teils mumifiziert, wovon einige nur noch entfernt an einen Menschen erinnerten. Die Körper sahen merkwürdig geschwollen und deformiert aus. Da wo noch Fleisch im Bereich des Gesichtes vorhanden war, konnte man erkennen, dass diese unglücklichen Seelen qualvoll gestorben sein mussten.


    Drake liefen eisige Schauer über den Nacken und sein Magen drehte sich langsam, aber sicher um. Weitere zehn Minuten durch diesen Vorhof der Hölle schien Ground endlich sein Ziel erreicht zu haben. Er trat in eine Art Halle. Im Gegensatz zum Rest der Basis, schien dieser Bereich immer noch mit elektrischem Strom versorgt zu werden und Drake kniff kurz die Augen wegen der Helligkeit zusammen. Eine große Anzahl von Leuchtstoffröhren verbreitete ein kaltes, klinisches Licht und beleuchtete jedes schaurige Detail dieser Halle. Rechts von der Doppeltür durch die sie eingetreten waren stand eine Menge leerer, teils schon durchgerosteter Fässer. Sie schienen dort achtlos hingeworfen worden zu sein. Reste des leicht grünlichen und doch durchscheinend Inhalts sammelten sich um die Fässer. Dieser Inhalt schien teilweise aggressiv zu sein, da der Boden darunter aussah, als wäre er von Säure zerfressen worden.


    Auf allen Fässern konnte man das Zeichen für Biogefahr ausmachen. Auch waren noch einige weitere Bezeichnungen lesbar, häufig die Inhaltsbeschreibung FEV Batch 11-111 mit Unterbeschreibungen, die von den Kürzeln a bis g zu reichen schienen. Wobei am häufigsten a zu sehen war. Einige Zwischenbezeichnungen schienen komplett zu fehlen. Links von der Tür an der anderen Wand befand sich die Vorrichtung, die man für die Experimente mit dem FEV genutzt hatte. Etwa zehn, bis zu zwei Meter hohe Glasröhren befanden sich an der Wand. Über ihnen verlief ein metallischer Aufbau, der über Rampen zu beiden Seiten erreicht werden konnte. Die Röhren schienen von oben verschlossen zu sein.


    Hinter dem oberen Rand der Röhren hing eine Art mechanischer Arm, der eine Befestigungsplattform mit menschlichem Umriss aufwies. Knapp daneben hing in einer Vorrichtung eine Art Atemmaske. Gesteuert wurde die ganze Vorrichtung über ein Schaltpult, welches sich etwa drei Meter vor der Vorrichtung befand. Zwei Supermutanten standen davor und grinsten freudig, als Ground mit Drake hereinkam. Die gesamte Anlage hatte bereits ihre besten Zeiten hinter sich. Von den zehn Glaszylindern war mehr als die Hälfte zerborsten, gesprungen oder der mechanische Arm fehlte. Drei dieser Röhren schienen noch einwandfrei zu sein. Eine einzige davon war mit einer Flüssigkeit bis zum Rand gefüllt. Ground steuerte eine der Rampen an, lief diese hinauf und näherte sich dem mechanischen Arm mit der Befestigungsplattform.


    Dann schnallte er Drake brutal auf dieser fest und richtete ihn aus. Dabei zog er seine Gliedmaßen so, dass sie gerade waren. Was für Drake große Schmerzen aufgrund des gebrochenen Beins und des gebrochenen Handgelenks bedeutete. Währenddessen biss er die Zähne schmerzverzerrt zusammen. Für einen kurzen Augenblick schossen ihm Tränen in die Augen und er atmete zischend aus. Er kämpfte gegen den Impuls an, vor Schmerzen aufzuschreien. Dieses "Vergnügen" wollte er Ground bis zum Schluss nicht geben. Ground verschloss die metallenen Fesseln, die sich auf der Befestigungsplattform in der Höhe der Fuß- und Armgelenke als auch in der Körpermitte befanden.


    Er grinste dabei sehr selbstzufrieden. Nachdem er damit fertig war, ging er zu Wand und holte die alte Atemmaske, die mit einem Schlauch mit einer Sauerstoffzufuhr verbunden war. Er presste sie Drake unbarmherzig aufs Gesicht und sicherte sie ebenfalls. Drake wehrte sich dagegen nicht mehr. Er war am Ende seiner Kräfte angelangt und war kurz davor aufgrund der grausamen Behandlung das Bewußtsein zu verlieren. Als Ground fertig war, verließ er Drake, ging die Rampe hinunter und stapfte zur Bedienkonsole. Er betätigte einige Knöpfe und die Anlage lief mit lautem Gerumpel und Gequietsche an.


    Der Verschluss der Glasröhre öffnete sich und der mechanische Arm, an dem Drake hing, senkt sich dort hinein. Auf dem leicht beschädigten Monitor des Steuerungspultes flackerten einige Informationen zu dem jetzt ablaufenden Vorgang auf. Unter anderem war der derzeitig verwendete Batch des FEV zu lesen: Batch 11-111 f / 1.0. Ein Timer zeigte die Verweildauer der Testperson in der Glasröhre an. Sie lag bei zwölf Stunden und begann langsam herunter zu ticken. Einer der Supermutanten wunderte sich.


    "Seien das nicht zu kurz? Normalerweise sein das Doppelte. Vielleicht Ausleseeinheit nicht mehr richtig funktionieren bei neuem Fass?" "Du mir Fass zeigen. Ich vergleichen." grunzte Ground kurz. Der andere zeigte ihm das Fass und Ground schaute sich die anderen an. "Hm, das seien richtig. Hätten vorher nutzen sollen. Dann schneller neue Brüder gehabt." Ground verließ nach der Prüfung die Halle und die anderen beiden verblieben dort.


    Etwa zwölf Stunden zurück - im Bunker - Silver Dragons.


    Eckhardt hatte es geschafft, den Rest der Gruppe relativ wohlbehalten bis zum Bunker zu bringen. Er hatte sie mit großer Eile angetrieben, um möglichst viel Distanz zwischen sich und den Supermutanten zu bekommen. Die Gruppe stolperte total erschöpft und aufs Tiefste deprimiert in den Bunker. Eckhardt bat dringend um ein sofortiges Gespräch mit John Rothschild. Er musste wissen, was der Gruppe zugestoßen war. Zurzeit der Ankunft von Eckhardt hielt sich auch eine größere Gruppe der Bruderschaft im Bunker auf. Erst gestern war Ältester Bardeen mit etwa dreißig seiner Leute auf einen Besuch vorbei gekommen.


    Er stand gerade mit einigen seiner Leute im inneren Eingangsbereich des Bunkers und bekam mit, das irgendetwas passiert sein musste. Nach einiger Zeit sah er John Rothschild relativ schnellen Schrittes in die Halle kommen und zu Eckhardt eilen. Eckhardt erzählte Rothschild in schnellen knappen Worten, was passiert war. An Rothschilds Mimik und Körperhaltung konnte er erkennen, dass das schlimme Neuigkeiten sein mussten. Er brach das Gespräch mit seinen Leuten ab und ging zu Eckhardt und Rothschild. Vielleicht konnte seine Hilfe gebraucht werden, dachte der Älteste.


    "Und er ist bis jetzt nicht zu Ihnen aufgeschlossen? Das ist kein gutes Zeichen. Vielleicht können wir ihn über den Pipboy orten, vorausgesetzt er ist noch in Empfangsreichweite" sagte Rothschild deutlich besorgt. Bardeen kam an. "Was ist passiert, John?" Der erzählte ihm, was Eckhardt ihm mitgeteilt hatte. Bardeen runzelte die Stirn und war darauf in ähnlicher Weise besorgt. "Das war entweder besonders dumm oder mutig von ihm. Wobei ich an Zweiteres bei ihm denke. Er wusste um die Gefährlichkeit der Supermutanten. Alleine in der Öde und neun Supermutanten, die ihn jagen. Ich will ehrlich sein, John. Seine Überlebenschancen tendieren gegen Null. Aber was meinte Eckhardt mit orten?" fragte Jeremiah Bardeen nachdenklich.


    "Ich...weiss...er hat wohl keinen anderen Ausweg gesehen...unsere Leute zu retten..." sagte John, der gerade mit seiner Fassung rang. Er atmete einmal tief durch. "Wir können unsere Leute...durch den Pipboy in einem gewissen Radius orten. Es sind im Moment zwischen fünfzig und sechzig Kilometer von hier aus. Wenn derjenige noch lebt ist dieser aktiv. Sollte der Träger sterben bzw. tot sein ist das Signal noch etwa vierundzwanzig Stunden danach ortbar. Allerdings ist das Signal dann etwas anders. Ich werde zu unseren Kommunikationsleuten gehen und schauen, ob wir ihn dadurch finden können." erklärt John Jeremiah das Procedere.


    John beeilte sich zu dementsprechenden Abteilung zu kommen und Jeremiah begleitete ihn. Dort angekommen starteten sie die Suche nach Drake. Hier waren die Leute ziemlich betroffen, als sie hörten, was passiert war. Drake genoss bei den meisten im Bunker ein hohes Ansehen aufgrund seiner Art und Weise der Führung als Kommandant. Die schlechte Nachricht verbreitet sich mit der Ankunft von Eckhardt wie ein Lauffeuer durch den gesamten Bunker.

    Sie hatten Glück, die Ortung war möglich und noch gerade im Radius. "Er ist etwa fünfzig Kilometer von uns entfernt und scheint standorttreu zu bleiben. Mitten in den Rockies und das Signal spricht dafür das er noch lebt." sagte John zuerst erleichtert. Dann wurde er aber schnell wieder nachdenklich. "Er hat sich von uns entfernt. Wenn ich die vergangene Zeit einbeziehe...die Strecke kann er unmöglich ohne Pause in einem durchgelaufen sein...wie..." sagte er besorgte.


    Jeremiah unterbrach ihn. "...sie werden ihn gefangen und verschleppt haben, John. Diese Ungeheuer haben ihn also noch nicht auf der Stelle getötet. Er scheint für sie in irgendeiner Form nützlich ..." Jeremiah machte eine kurze Pause und seufzte bedrückt "...oder wenn die Möglichkeit gegeben ist...und John, ich bete dafür das es nicht so ist...ist die Wahrscheinlichkeit hoch...dass sie ihn zu einem der ihren machen wollen. Könnt ihr irgendwie feststellen, was das für ein Ort ist, wo ihr sein Signal empfangen habt."

    John wurde kreidebleich, als er den zweiten Teil von Jeremiahs Feststellung mitbekam. "Ich kann schauen, ob wir noch Aufzeichnungen von früher über diese Koordinaten haben." John sprach mit einem der Offiziere und der suchte an einem der Computer. Etwa eine halbe Stunde später kam dieser wieder. "Und? Haben Sie etwas rausfinden können?" fragte John. "In einem gewissen Rahmen, Sir. Es handelt sich um eine Militärbasis namens Darkhollow, US. Army. Mehr als den Namen konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen." sagte der Offizier entschuldigend. "Wieso nicht?" fragte John bedrückt nach. Ihn beschlich eine überaus schlechte Vorahnung. "Die Informationen dazu waren "Classified". Mit einer sehr hohen Sicherheitsstufe. Und zurzeit haben wir niemanden mehr hier, der uns dazu Zutritt verschaffen könnte. Es tut mir leid, Sir" sagte der Offizier nachdenklich.


    John und Jeremiah sahen sich nach der Aussage betroffen an. "Das ist nicht gut. Verdammt. Ich werde einige Leute dort hinschicken...wir müssen ihn da raus holen...irgendwie und schnell" sagte John entsetzt. "John, lass es. Es könnte schon zu spät sein. Du schickst deine Leute ins Verderben und ihr erleidet unnötig Verluste. Ihr habt keinerlei Erfahrung darin, wie man mit einer ganzen Gruppe von denen fertig werdet..." schob Jeremiah ein und wurde von John jäh unterbrochen. "Du willst also, dass ich meinen Freund und unsern Anführer im Stich lasse...ihn in den Klauen dieser Bestien lasse...die mit ihm wer weiß was anstellen...habe ich dich richtig verstanden? Das kann nicht dein Ernst sein. Ich werde ihn daraus holen. Tot oder lebendig. Und wenn ich es selbst mache...ich..."

    John war außer sich vor Zorn nach Jeremiahs Aussage. "John beruhig dich. Verdammt nochmal. Benutze deinen Verstand. Willst du das wirklich tun? Du weißt nicht, was dich dort erwartet. Eure Leute haben dank ihm überlebt, das ist was zählt..." sagte Jeremiah ruhig und versuchte John wieder runter zubekommen. "Du verstehst nicht...wir haben ihn hier viel zu verdanken. In der Vergangenheit und auch gerade in der letzten Zeit. Ich kann und werde ihn nicht aufgeben, solange auch noch ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass wir ihn daraus holen können." sagt John etwas ruhiger, aber immer noch deutlich gereizt.


    Jeremiah seufzte. "Ich hoffe, dass ich das nicht noch bereuen werde, aber ich werde euch helfen. Ich schicke fünfzehn Leute aus meiner Gruppe dorthin. Sie haben Powerrüstungen und schwere Waffen dabei. Und vor allem haben sie Erfahrung im Kampf gegen diese Brut." John sah Jeremiah dankbar an. "Danke. Ich...weiß...nicht was ich sagen soll. Es tut mir leid, dass ich dich gerade so angegangen bin..." "Ich sehe es dir nach. Eigentlich ist das gegen unser sonstiges Vorgehen, aber bevor ich riskiere zwei gute Freunde zu verlieren, helfe ich." sagte Jeremiah ernst.


    John sah Jeremiah nachdenklich an und äußerte eine Bitte "Jeremiah, wenn ihr...dort ankommen solltet...und sie ihn doch umgebracht haben sollten oder schlimmeres...würdet ihr ihn dann auch...?" Jeremiah nickte. "Wir sollen ihn also auf alle Fälle nach Hause bringen, richtig?" Jeremiah machte wieder eine kurze Pause "Auch wenn sie mit ihm...schon etwas angestellt haben? Ihm im Schlimmsten Fall dem FEV ausgesetzt haben? Du weißt, das es keine Heilung dagegen gibt und es besser wäre ihn gleich vor Ort ihm den Gnadenschuss zu geben. Noch bevor die Umwandlung komplett abgeschlossen ist" gab Jeremiah John zu bedenken.


    "Ich weiß. Vielleicht finden wir ja doch...eine Heilungsmöglichkeit, falls sie das wirklich mit ihm gemacht haben sollten. Vielleicht haben wir aber auch Glück und sie haben die Möglichkeit dort nicht. Ich möchte wenigstens alles getan haben, bevor ich ihn abschreibe, Jeremiah." Jeremiah Bardeen hielt Wort. Er sprach nach der Unterhaltung mit John Rothschild mit seinen Leute und gab ihnen genaue Instruktionen. Sie brachen sofort auf nachdem sie sich entsprechend ausgerüstet hatten. Es ging Richtung der Koordinaten, die den derzeitigen Aufenthaltsort von Drake angaben. Die Zeit tickte und sie beeilten sich.

    189. Der letzte Gang

    Drake wachte nach einem unruhigen Schlaf wieder auf. Er setzte sich vorsichtig auf und durchsuchte einen kleinen schwarzen Beutel, der an seiner Seite hin. Dort war ein wenig Nahrung und eine kleine Flasche Wasser verstaut. Er holte zwei längliche Riegel heraus. Diese Riegel hatten die Silver Dragons auf ihren Unternehmungen dabei. Sie enthielten fast alle wichtigen Nährstoffe und waren für die Reisen im Ödland gut geeignet. Dann stand Drake wieder auf, humpelte zu der Käfigseite wo sich Darwins Käfig befand. "Darwin? Ich.. wollte mir etwas essen...und ich dachte du könntest auch etwas gebrauchen." Darwin kam an die Gitterstäbe und betrachtete die Riegel interessiert.


    "Danke, Drake. Was ist das?" fragte Darwin und streckte seinen Arm durch die Gitterstäbe. Drake tat es ebenfalls. Darwin nahm den Riegel behutsam aus Drakes Hand und zog sie dann zurück und probierte ihn. "Marschrationen. Ist alles drin, was man so braucht, wenn unterwegs ist." erklärte er Darwin. Dann zog Drake sich wieder zurück und ließ sich langsam auf den Boden sinken und aß und trank ein wenig. Seit der letzten Mahlzeit war schon einige Zeit vergangen und Drake fühlte sich etwas besser. "Schmeckt interessant." hörte man Darwin kauend in seinem Käfig sagen. "Weißt du eigentlich, dass du der erste Mensch bist, der mit mir sein Essen teilt?" sagte Darwin hörbar beeindruckt. "Hatte ich schon vermutet. Sag mal Darwin, wie lange sitzt du denn schon in dem Käfig?" fragte Drake interessiert. "Ich weiß nicht. Eine ganze Zeit schon. Hin und wieder lassen sie mich hinaus, wenn ich etwas reparieren soll" sagte Darwin.


    "Hast du da nicht versucht zu fliehen?" fragte Drake überrascht. "Schon, aber sie haben mich immer wieder eingefangen. Dann habe ich es irgendwann aufgeben. Gegen mehrere komme ich einfach nicht an. Es ist nicht so..." seufzte Darwin und unterbrach den Satz. Er schaute nach vorne aus dem Käfig heraus. Er schien etwas gehört zu haben. Dann hörte Drake es auch. Schwere Schritte näherten sich. Mehrere Supermutanten waren auf den Weg in die Basis. Darwin brummte kurz und flüsterte leise "Da kommt Ground mit seinem Gefolge." Nach zwei Minuten standen drei Supermutanten vor den beiden Käfigen. Ground trat auf den Käfig von Drake zu und grinste böswillig hinein. "Na, haben grauer Hüpfer sich bequem gemacht? Wie gefallen neues Zuhause? Ich werden dir bald zeigen Rest von Zuhause, wenn du Bruder bist. Was du meinen, hmm?" In Grounds Augen stand ein lauernder Ausdruck. Er schien auf Drakes Reaktion zu warten.


    Die meisten Ödländer, die Ground und seine Gruppe gefangen hatte und denen er sein Vorhaben nahe gebracht hatte, reagierten meist panisch und flehten um Gnade. Ground bereitete es sehr großes Vergnügen, Menschen in Angst und Schrecken zu versetzten. Auch seine Mutantenbrüder bekamen seine sadistische Ader häufig zu spüren. Bei Drake rechnete er aufgrund der Androhung auch mit Entsetzten und Angst. Dieser verhielt sich komplett anders, als er von anderen Menschen aus dem Ödland gewöhnt war. Drake reagierte in gefährlichen Situationen meist mit einer besonders sarkastischen Ader. Es war für ihn seine Art mit besonders schlimmen Situationen fertig zu werden und einen klaren Kopf zu behalten. Drake stand wieder mühevoll auf und humpelte zum Gitter.


    "Danke, der Nachfrage, Ground. Der Käfig hier ist wirklich sehr geräumig und überaus bequem. Nur das Ambiente hier ist mir persönlich ein wenig zu...rustikal. Aber ansonsten sehr hübsch. Du musst mir mal unbedingt deinen Innenausstatter vorstellen. Aber diese Brudergeschichte? Ich weiß ja nicht, wir kennen uns ja gar nicht so lange. Ob ich der richtige Typ für diese Brudergeschichte bin. Solltest du dir vielleicht nochmal überlegen." sagte Drake in einem solch beißenden Sarkasmus, dass es schon fast wehtat. Ground stutzte für einen Moment und sah Drake inhaltsleer an. Die beiden anderen Supermutanten sahen sich fragend an. "Du verstehen grauen Hüpfer? Er sein komisch. Irgendwie plemplem." sagte der eine zum anderen.


    Darwin, der das Gespräch in seinem Käfig ebenfalls mitbekam musste trotz der gefährlichen Situation innerlich grinsen. "Hehe, das versaut Ground den Tag. Ein Mensch, der äußerlich nicht in Panik ausbricht. Das ist mal was Neues für ihn. Ganz schön mutig von meinem Käfignachbar." Ground hatte sich wieder gefangen und sah Drake böse an. "Du dich über mich lustig machen, Mensch? *Grah* (gefährliches Brummen). Dir noch Manieren ich dir beibringen. Und Respekt. Respekt vor Ground. Ground stärkster hier. Aber das ich noch später machen. Wenn du Bruder, du nicht mehr so...zerbrechlich und schwach...dann ich dich richtig verprügeln." sagte Ground wieder mit einem freudig-böswilligen Grinsen."Brüder und ich haben jetzt noch zu tun. Müssen noch vorbereiten...Willkommensgeschenk. Das dauern ein paar Stunden. Wenn fertig, ich dich holen werde."


    Dann stapfte er mit den anderen beiden tiefer in die Basis und etwas später hörte man sie tief drinnen rumoren. Nachdem Ground außer Sicht und Hörweite war, sank Drake resigniert auf den Boden und seufzte hörbar. "Also, dann passiert es nun. Und es gibt keinen Ausweg" Drake schüttelte schwermütig den Kopf. Dann sah er zu Darwin hinüber. "Darwin, ich frage...dich ungern...aber...was wird jetzt passieren? Obwohl ich mir im Moment nicht wirklich sicher bin, ob ich das überhaupt wissen möchte. Ich habe so viele unterschiedliche Gerüchte dazu gehört. Du hast mir ja erzählt...nun...das du dir diesen...Vorgang...mehr als einmal ansehen musstest...ich will versuchen...mich innerlich darauf...vorzubereiten...wenn das überhaupt möglich ist." fragte er Darwin bedrückt.


    Darwin erzählte Drake behutsam, was passieren würde, nachdem ihn Ground zu der Anlage mit dem FEV verschleppen würde. Nach etwa einer Viertelstunde war er fertig damit. "Also bleiben nach dem Kontakt noch etwa zehn bis zwölf Tage bis ich...nicht mehr ich selbst bin. Danke Darwin, ich denke, dir dürfte es auch nicht leicht gefallen sein, darüber zu berichten." sagte Drake gefasst. Darwin sah ihn lange an, bis er etwas darauf antwortete. "Es ist jedes Mal schlimm, vor allem wenn es nicht...funktioniert... Ich habe Alpträume davon. Immer noch. Und das letzte Mal ist schon länger her. Und es macht mich von Mal zu Mal wütender..." schnaufte Darwin jetzt deutlich "...weil ich nichts tun kann. Wenn ich könnte, hätte ich Ground schon längst umgebracht, dieses sadistische ******." Dann schwiegen die beiden und jeder hing seinen Gedanken nach. Vier qualvolle Stunden des Wartens später kreuzte Ground auf und ging zu Drakes Käfig.


    Der hatte sich in die hinterste Ecke verzogen und schaute düster vor sich hin. Als Ground ganz nah herantrat, schaute er auf und sah Ground finster an, sagte aber kein Wort. Er würde Ground nicht die Genugtuung geben, sich an seinem Leid zu ergötzen zu können. "Du verdammt hartnäckig. Schade, ich schon auf quickenden Menschen gefreut. Aber egal. Ich werden haben genug Zeit mit dir haben Spaß. Nicht wahr Darwin, Schwächling." sagte Ground und schaute zu Darwin herüber. "Du bist ein *unverständliche Schimpfwörter* Ground. Wenn ich könnte, würde ich dich töten. Auf der Stelle." Darwin war wütend, weil es jetzt wieder passierte und er nichts dagegen tun konnte. Darwin ging zu den Gitterstäben und rappelte daran.


    "Schau an, schau an. Darwin. Du können ja sein wie richtiger Supermutant. Mir scheinen, du mögen grauen Hüpfer. Dann ich mich besonders freuen auf neuen Bruder." Darwin schäumte vor Wut in seinem Käfig. Ground ging von den Käfigen weg, griff in eine dunkle Nische in der Wand und holte dort einen groben Schlüsselbund heraus. Er kehrte wieder zu Drakes Käfig zurück und schloss ihn mit einem der Schlüssel auf. Drake war währenddessen aufgestanden und hielt sich mit der gesunden Hand an einem der dicken Gitterstäbe fast. Er wusste, dass das es vergebens war. Ground trat in den Käfig, griff unbarmherzig nach ihm und schleifte ihn aus dem Käfig heraus und verschleppte ihn in den tieferen Bereich der Militärbasis Darkhollow. Darwin sah Drake betrübt hinterher.

    188. Darwin

    Nachdem Ground Drake in den großen und äußerst stabilen Käfig geworfen hatte, ging dieser ohne ein weiteres Wort zu sagen weg. Es dauerte einen Moment bis die schweren Schritt von Ground verklungen waren. Drake versuchte sich aufzusetzen und stützte sich versehentlich erst aus lauter Automatismus auf der Hand mit dem gebrochenen Gelenk ab. Das erinnerte ihn unmissverständlich daran, dass das keine gute Idee war und er zuckte zusammen. Er startete einen zweiten Versuch. Jetzt stützte er sich mit dem linken Ellenbogen ab, nahm die rechte Hand und griff mit ihr nach den ziemlich dicken Gitterstäben des Käfigs. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er es endlich geschafft sich hinzustellen. Was aufgrund des ebenfalls gebrochenen rechten Beins nicht einfach gewesen war.


    Er schaut sich langsam um. Seine Augen hatten sich mittlerweile an das schummerige Licht hier drinnen gewöhnt. Ein Großteil des Lichtes kam von großen Feuerfässern, die in unterschiedlichen Abständen aufgestellt worden waren. Was er allerdings hier drinnen sah, ließ ihm teilweise das Blut in den Adern gefrieren. An einer Wand ihm gegenüber waren mehrere Netzte aufgehängt. Aus ihnen schauten teilweise menschliche Gliedmaßen heraus, gleich daneben waren menschliche Torso, wie bei einem Metzter auf einen Haken aufgehängt und darunter lagen Knochen. Teils von Menschen und anderen Lebewesen, die Drake nicht bestimmen konnte. Als er zu linken Seite sah, konnte er ganz weit hinten die große Tür erkennen, durch die ihn Ground reingebracht hatte. Der Weg dorthin war ebenfalls teils grausig geschmückt und mit teils undefinierbaren Anhäufungen bedeckt. Von draußen klangen die Unterhaltungen der Supermutanten. In der Basis selbst war es merkwürdig still.


    Mit einem Mal Drake befiel eine undefinierbare Furcht. Für einen Moment hatte er gedacht, etwas gehört zu haben. Es ähnelte Atemgeräusche und sie schienen von irgendetwas Großem ganz aus der Nähe zu kommen. Dann hörte er erstmal wieder nichts. Er humpelte vorsichtig zur rechten Seite seines Käfigs um zu sehen, was sich weiter drinnen befand. Etwa einem Meter weiter stand ebenfalls ein weiterer dieser massiven Käfige. Zwischen seinem und dem anderen standen einige Kisten, die blutverschmiert schienen. Drake konnte aus seiner Warte nur die obere Hälfte und den vorderen Teil des anderen Käfigs sehen. Dann hörte er wieder dieses Geräusch. Es schien direkt aus dem Käfig zu kommen. Er erschauderte. Irgendetwas saß in diesem Käfig und beobachtete ihn.


    Er hatte eine Art Bewegung wahrgenommen, konnte aber nicht wirklich etwas erkennen, da die Bewegung aus dem für ihn nicht einsehbaren Teil gekommen war. Er strengte sich an etwas zu erkennen, aber es war in diesem Teil einfach zu dunkel. Dann kam mit einem Mal Bewegung in den Käfig und irgendetwas Großes schien aufzustehen und sich in Richtung Gitter zu begeben, die in seine Richtung lagen. Dann konnte man erkennen was es war. Drake erschrak sich im ersten Moment, war aber gleichzeitig fasziniert und starrte sein Gegenüber regelrecht an. In dem Käfig befand sich ein Supermutant. Aber irgendetwas war an ihm anders. Im Gegensatz zu den anderen Supermutanten hier trug er eine verhältnismäßig anständige Kleidung. Sie war selbstgefertigt, was man an den teils groben Stichen erkennen konnte, aber wies keine martialischen Züge wie bei den anderen auf.


    Sein Gegenüber trug alte, ausgebeulte verschlissene schwarze Schuhe, eine schwarze Hose, die an unterschiedlichen Stellen große Flicken aufwies. Darüber ein weites schwarzes Shirt, welches in die Hose gesteckt worden war. Die Hose wies einen Gürtel auf, der auch scheinbar selbstgefertigt war und an dem mehrere große Taschen befestigt waren. Was in den Taschen war, fand Drake besonders bemerkenswert. Schreibmaterialien, das ein oder andere Buch und einige große Stifte. Über dem schwarzen Shirt trug der Supermutant etwas, was irgendwann einmal ein Oberteil einer schwarzen Uniform gewesen sein musste. Sie war in Teilen zerrissen und wirkte an dem Supermutanten merkwürdig klein.


    So als wäre er aus dieser Uniform herausgewachsen, aber als hätte er sie trotzdem anbehalten. Ein Detail dieser zerschlissenen Uniform stach ihm besonders ins Auge. In Höhe des linken Oberarms konnte man ein Emblem erkennen. Drake erkannte dieses Emblem. Ältester Bardeen hatte es ihm bei einer ihrer Unterhaltung im Lassen gezeigt. Es war ein Enklave Emblem. Dann schaute Drake sich das Gesicht des Supermutanten an. Eigentlich war es das typische Gesicht eines Supermutanten und auch wieder nicht. Es sah brummig aus und sein Gegenüber runzelte die Stirn. Eine tiefe Narbe zog sich über das rechte Auge. Zwei aufmerksame tiefgrüne Augen musterten Drake ebenfalls und sein Gegenüber schien eine Art Einschätzung vorzunehmen.


    Drake starrte sein Gegenüber noch einen ganzen Moment an, bis dieser darauf reagierte. "Was glotzt du so, Mensch. Das ist unhöflich. Aber was erwarte ich von einem Ödländer denn auch? Hm wobei, wenn ich mich dich so ansehe siehst du mir eher nach Vaultbewohner oder ähnlichem aus. Sehr...interessant" stellte der Supermutant fest. Drake schaute bei der Ansprache erst einmal ziemlich dumm aus der Wäsche. "Ich...entschuldige...es tut mir leid...ähm du kannst richtig sprechen?" Drake war total perplex und bekam kaum ein anständiges Wort heraus. Sowas passiert ihm sehr selten. Sein Gegenüber seufzte. "Ja, ich kann vernünftig sprechen und ich bei weitem nicht so barbarisch wie dieses ungehobelte Pack da draußen. Ich gehe anhand deiner Reaktion davon aus, dass du nur diese blutrünstigen und sadistischen Bestien kennengelernt hast?" fragte der Supermutant.


    Drake nickte. "Wie gesagt, es tut mir wirklich leid. Ich dachte alle Supermutanten sind nun ja...nicht gerade menschenfreundlich, höflich ausgedrückt." sagte Drake schon fast verlegen. "Sind Menschen denn alle gleich?" fragte sein Gegenüber. "Nein, da hast du wohl recht. Da gibt es auch einige, die sparsam im Kopfbereich ausgestattet sind." sagte Drake und schien einen kurzen Moment über etwas nachzudenken. "Und wo wir schon bei Manieren sind. Ich scheine meine gerade wirklich zu vergessen. Ich heiße Drake." stellte er sich jetzt dem Supermutanten vor. "Angenehm. Ich habe mir den Namen Darwin gegeben." sagte der Supermutant jetzt wesentlich freundlicher. "Darwin? So wie der Naturforscher? Ein interessanter Name." fragte Drake nach.


    Der Supermutant lächelte mit einem Mal über das ganze Gesicht. "Du weißt woher der Name kommt? Das ist heutzutage nicht mehr vielen bekannt. Darf ich fragen, wie du an diese fast vergessene Wissen gekommen bist?" fragte Darwin jetzt sehr neugierig. Drake schien einen Moment zu überlegen und nickte dann. " Ja, ich kann dir das erzählen. Die Geschichte ist aber etwas länger. Aber ich werde mich erst wieder hinsetzten. Ich kann langsam nicht mehr auf meinem gesunden Bein stehen. Aber ich wüsste auch gerne etwas über dich" sagte Drake.


    "Man hat dich zusammengeschlagen, nicht? Dir einige Knochen gebrochen? Damit du nicht weglaufen kannst, richtig?" fragte Darwin und sah Drake mit einem bedauernden Blick an. Der bestätigte die Frage und dann erzählte Drake Darwin einen Teil seiner Lebensgeschichte und Darwin die, an die er sich erinnern konnte. Etwa zwei Stunden später endete die Unterhaltung. Die beiden verstanden sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit blendend. "Das ist wirklich unglaublich. Und so detaililert, wie du alles erzählt hast, kann es nur stimmen. Also du warst tatsächlich dabei...das ist viel neues Wissen für mich...ich muss das unbedingt noch notieren. Danke Drake. Endlich mal jemand mit dem ich vernünftig sprechen und philosophieren kann." sagte Darwin freudig.


    "Ich habe ebenfalls zu danken, Darwin. Ich habe heute auch wieder einiges dazu gelernt und das Gespräch hat mich wenigstens ein wenig von der ganzen Situation abgelenkt." sagte Drake müde. Darwin sah ihn lange nachdenklich und ernst an. "Drake, ich überlege schon die ganze Zeit. Aber ich finde keinen Weg aus diesem Käfig. Er ist selbst für mich zu stabil. Du musst da raus und möglichst bald. Bei den Geschehnissen, die du mir erzählt hast und so wie sich Ground geäußert hat...ich möchte nicht, dass du ein ähnliches Schicksal erleidest...wie...andere hier..." sagte Darwin bekümmert.


    "Ich...weiß was Ground damit meinte...aber wie soll ich fliehen...um das zu verhindern? Ich käme nicht weit. Vielleicht kann ich irgendwie Zeit schinden?" sagte Drake verzweifelt. Ihm war durchaus bewusst in welcher Gefahr er schwebte. Darwin dachte nach und schüttelte den Kopf. "So wie ich Ground kenne, wird er nicht lange damit warten. Du hast immerhin zwei Supermutanten ausgeschaltet. Für ihn ist das ein Zeichen von Stärke für einen kleinen Menschen und damit hat man es sich verdient zu einem Supermutant gemacht zu werden. Ach verdammt, und ich kann nichts tun, um das zu verhindern" brummte Darwin niedergeschlagen. Er mochte Drake gut leiden. Hatte der ihn doch nicht sofort für sein Sein verurteilt. Andere Gefangene hatten Darwin nur beschimpft oder vor lauter Angst nicht gesprochen. "Darwin? Danke. Das du dich um mich sorgst. Ich...weiß auch nicht...wie es weiter geht. Zurzeit erscheint mir die Situation hoffnungslos " sagte Drake deprimiert. Er wollte so nicht enden.


    Drake hatte durch Darwin einiges erfahren, was hier in der Militärbasis vor dem großen Krieg passiert war. Darwin hatte viel in den Terminals gestöbert, bevor Ground ihn wegen seines abweichenden Verhaltens in den Käfig eingesperrt hatte. In Darkhollow waren Forschungen von West-Tek mit dem FEV angestellt worden und mit unterschiedlichen experimentellen FEV Batches neben der Grundvariante gearbeitet worden. Es gab in den tieferen Etagen tatsächlich noch eine kleine funktionsfähige Anlage mit der Ground und die anderen Supermutanten sich neue Brüder schaffen konnten.


    Nur in letzter Zeit war das nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Die meisten Ödländer, die sie gefangen hatten, überlebten den qualvollen Transformationsprozess nicht. Sie starben meistens total verzerrt und entstellt dabei. Darwin vermutete, dass eine Vorbelastung durch die erhöhte Strahlung draußen im Ödland und dadurch bedingt eine Vorschädigung des Erbgutes die Erfolgsquote der Transformation negativ beeinflusste. Drake überlegte noch eine ganze Weile, fand aber keine Lösung für eine Flucht. Nach einer Weile lehnte er sich in seinem Käfig zurück und schlief total erschöpft ein.

    Heute kam Jake vorbei. Er hatte einige interessante technische Gagdets dabei,

    bei der man Siedlungen ein wenig besser aufbauen kann. Blue schaute sich das Ganze mit großem Interesse an.8o


    Blue ist nach Jakes Demonstration nach Diamond City aufgebrochen.
    Auf dem Weg dahin hat er einen Notruf aufgefangen und denjenigen gegen eine Horde wilder Ghule geholfen.

    Die Dankbarkeit hielt sich zunächst in Grenzen. :D Immer diese Vorurteile :P


    Blue das erste Mal in Diamond City. Sieht hier ja ganz nett aus.


    Nach einem Hinweis von Bürgermeister Mc Donough ist Blue auf dem Weg zu Nick Valentine.

    Der war aber verschwunden und Blue suchte nach Nick.


    Nachdem Blue Nick aus seiner mißlichen Lage befreit hatte,

    bringt er ihn sicher und wohlbehalten nach Diamond City zurück. Ellie ist außer sich vor Freude.


    Blue und Nick unterhalten sich über unterschiedliche Probleme im Commonwealth.


    Blue beim "Gassi" gehen mit Dogmeat.

    Dieser Yao-Guai hatte wohl einen schlechten Tag.8|

    Er schoß sehr übel gelaunt aus der Botanik auf die beiden zu und griff sie an.

    187. Flucht vergebens

    Er wachte sehr langsam auf und brauchte eine ganze Zeit, um sich zu orientieren. "Was war passiert?" Sein Kopf dröhnte und seine Erinnerungen waren im Moment ein ziemliches Durcheinander. Von seinem linken Handgelenk kam ein äußerst stechender Schmerz und das rechte Bein fühlte sich auch nicht wesentlich besser an. Insgesamt fühlt er sich, als wäre er ziemlich in den Mangel genommen worden. Er versuchte seine Arme und Beine zu bewegen. Erst jetzt merkte er, dass die mit einem ziemlich groben Seil gefesselt worden waren. Irgendwie kam ihm seine ganze Körperhaltung merkwürdig vor. Langsam versuchte er die Augen zu öffnen. Es war zunächst unangenehm hell, dann gewöhnten sich seine Augen an die Umgebung. Dann wusste er, warum es sich so merkwürdig anfühlte. Er hang wie ein menschlicher Rucksack auf dem Rücken eines Supermutanten, der ihn wohl auch wie einen solchen mit Stoff und noch mehr Seil drapiert hatte.


    Jetzt schossen ihm die Ereignisse wieder in den Kopf. "Hm...wie lange war ich ohne Bewusstsein...und vor allem...warum lebe ich noch?" dachte Drake in sich hinein. Er fühlte sich geschunden und hundsmiserabel. Die Supermutanten hatten ihn am Leben gelassen. Tausend Fragen schossen ihm im Moment durch den Kopf. Er versuchte festzustellen, wo sie in etwa sein konnten. Sie waren irgendwo in den Rockys vermutete er. Die Supermutanten liefen bergauf. Er fragte sich erneut, wie lange er wohl ohne Bewusstsein gewesen war. Die Verwirrung ließ nur langsam nach. Dem Stand der Sonne nach zu urteilen, mussten es wohl einige Stunden gewesen sein. Die Supermutanten unterhielten sich während des Laufens miteinander.


    Durch Zwischenbemerkungen schloss er, dass sie auf dem Weg zu ihrem Unterschlupf waren. Dort schienen noch mehr Supermutanten zu leben. Die Gruppe, die Drake aufgegriffen hatte, schien ein Spähtrupp zu sein. Drake lauschte der Unterhaltung der beiden Supermutanten. "Bah, nichts als grauer Stein hier. Nur große Pickser und hässliche Ratten auf Dauer langweilig und schmecken fad. Am liebsten wieder zu großem Wasser im Westen gehen. Da genug Futter." sagte einer der Supermutanten zum anderen. "Das nicht gehen. Du dumm. Richtung Wasser Menschen mit Yao-Guai Flagge leben und wie Yao-Guai sein, wenn uns sehen. Zu viele von schwachen Menschen dort sein. Wir zu wenig. Heute noch zwei Brüder verloren wegen dem da." sagte der andere und zeigte auf Drake. "Warum wir den da eigentlich mitnehmen? Warum Ground den haben wollen?" "Er gute Jagd gemacht für Mensch. Vielleicht für später aufheben. Für neue Jagd? Hey, Ground, warum du nehmen Menschen mit. Warum wir nicht Spaß haben mit ihm?" fragte der andere.


    Ground musste wohl der Supermutant sein, der Drake auf den Rücken trug. "Schnauze. Ich Anführer hier. Ihr denken nur an Spaß. Vielleicht er nützlich sein für ein oder andere Sache zu Hause. Er seien nicht dumm, haben gute Waffe dabei gehabt. Kleiner Mensch damit zwei Brüder getötet. Vielleicht bauen können für uns Waffe in richtiger Größe und dann wir bessere Jagd machen. Oder auch anderes...vielleicht auch neuer Bruder werden...Ich noch überlegen." sagte derjenige mit Namen Ground und drehte sich während des Redens zu den beiden um. "Überlegen? Du denken? Du denken gerade viel? Du dich gerade fast anhören wie Darwin. Hehe" der Supermutant lachte Ground aus. Der reagierte darauf äußerst ungehalten. "Du mich vergleichen mit Darwin? Mit Schwächling? Ich hauen dir eine runter. Ich Ground. Ich Stärkster hier. Ich dir das in Erinnerung rufen." Ground ging zu dem anderen hin und verprügelte den Supermutanten, der ihn scheinbar auf tiefste mit diesem Vergleich beleidigt hatte.


    Drake, der auch weiterhin auf seinem Rücken festgezurrt hing, wurde kräftig dabei durchgeschüttelt. Nachdem Ground dem anderen die Leviten gelesen hatte, lief er wieder weiter nach vorne. Die Gruppe lief ohne Unterlass und die Sonne ging langsam unter als die Gruppe tatsächlich eine Rast für die Nacht machte. Drake hatte, bis sie Rast machten sich eine Menge Gedanken gemacht. "Hier draußen eine Waffe bauen? Das dürfte schwierig werden. Außerdem die mit sowas zu bewaffenen? Die sind so schon gefährlich genug. Wobei ich bezweifle, dass die damit gut schießen können...aber vielleicht kann ich so Zeit gewinnen...Aber was meint er damit nützlich sein für andere Sachen?" grübelte er während er an Ground herumhing.


    Eine Sache beunruhigte ihn aber noch mehr, als das er den Supermutanten in irgendwelchen Dingen zuzuarbeiten sollte. Die Bemerkung, die Ground lapidar ein einem Nebensatz hatte fallen lassen "...neuer Bruder werden..." Im Lassen hatte Abby ihm so einiges über die Kreaturen im Ödland erzählt. Die Geschichte, die er damals zu der Entstehung der Supermutanten und vor allem auch über den Meister zu hören bekam, hatte ihm im tiefsten Innern erschüttert. Er konnte den Gründer der Bruderschaft Maxson durchaus für sein Handeln in der Mariposa-Militärbasis verstehen.


    In den letzten Jahren vor dem Krieg hatten die Silver Dragons während ihren vorsichtigen Operationen auch bereits schon mit Dingen Berührung gehabt, die kaum ertragbar für sie gewesen waren und es gab damals noch Gerüchte über wesentlich schlimmere Dinge, die getan wurden. Und sich nach ihrem unfreiwillig langen Schlaf als Tatsache erwiesen. Genau diese Art der Dinge, die in der Vergangenheit getan wurden, hatte neben Drake bei vielen anderen im Lassen dazu geführt, dass man sich in gewisser Weise für den Zustand der jetzigen Welt verantwortlich fühlte. Es war schließlich ihre Generation von Menschen gewesen, die die Welt verheert hatte. Deshalb unterstützte ein Großteils des Bunkers ein helfendes Verhalten im Ödland, bei dem man mit äußerstem Bedacht vorging.


    Er kam wieder zurück auf den Jetztzustand. Drake gefiel diese Vorstellung überhaupt nicht, zu einem Teil dieser Gruppe gemacht zu werden und hoffte diesem irgendwie zu entgehen. Nachdem was Ground gesagt von sich gab, hatten sie in irgendeiner Form Zugriff auf das FEV. Das war auch für das nähere Umfeld gefährlich. Im Moment sah für ihn die Lage in Punkto Flucht aber nicht gerade rosig aus. Mit einem gebrochenen Handgelenk und vor allem einem gebrochenen Bein war nicht daran zu denken. Drake merkte mit einem Mal während seines Nachdenkens, dass nach ihm grob gegriffen wurde. Ihm blieb dabei für einen kurzen Moment die Luft weg, als Ground mit einer seiner ziemlich großen Hände nach ihm griff und ziemlich unsanft neben das große Lagerfeuer legte, welches die Supermutanten gemacht hatten.


    "So du haben genug herumgehangen. Wir jetzt Rast machen für heute. Dann morgen früh auf und bald zu Hause sein. Du auf Boden schlafen können. Und graue Hüpfer? Nicht versuchen wegzukriechen, sonst ich dir mit Vergnügen anderes Bein brechen." Ground grinste dabei sogar, als er zu Drake sprach. Was im Schein des Feuers beängstigend und grausam aussah. Drake verbrachte eine sehr unruhige Nacht neben dem Feuer. Eine Flucht versuchte er hier nicht. Man hätte ihn sofort wieder gehabt. Am nächsten Morgen wurde er von Ground wieder brutal aufgegriffen und auf den breiten Rücken des Supermutanten verfrachtet.


    Etwa gegen zehn Uhr erreichten sie das, was die Gruppe Supermutanten ihr Zuhause nannten. Sie waren einer alten Straße gefolgt, die unscheinbar zwischen den Felswänden in den Bergen entlang lief. Dann trat die Straße durch eine natürliche Öffnung im Fels. Dahinter lag eine alte Militärbasis. Sie lag gut versteckt im Gelände und war von der Straße nicht zusehen gewesen. Sie war vor dem großen Krieg wahrscheinlich nicht gerade klein gewesen und ein guter Teil der Anlage schien in den Berg eingelassen zu sein. Eine verhältnissmäßig große Tür führte in diesen hinein. Die Umgebung hatten die Supermutanten auf ihre eigene Weise befestigt und grausig dekoriert.


    Anhand der Bauweise und bestimmter, fast verblichenen Kennzeichnungen und zerfallenen Schilder, schloss Drake darauf, dass es sich hier um eine streng geheime Anlage der US-Army gehandelt haben musste. Auf einem der heruntergefallenen Schilder konnte man sogar noch den Namen der Anlage entziffern. *Militärbasis Darkhollow *. Auf dem Schild war neben dem typischen U.S. Army Zeichen noch ein weiteres, fast verblasstes zu erkennen. Es war das von West-Tek. Drake kannte dieses Zeichen von früher nur zu gut und verband damit nicht unbedingt positive Dinge.


    Die Gruppe lief weiter und wurde von den anderen Supermutanten auf ihre Art und Weise freudig empfangen. Ground stapfte mit Drake in die Basis und nachdem er eine ganze Zeit gelaufen war, machte er an einem extrem stabilen Käfig halt und warf Drake dort unsanft hinein. Drake konnte hier drinnen zunächst nicht viel erkennen, weil das Licht ziemlich schummerig war. Auch wenn er jetzt in einem Käfig saß, war er erst einmal froh, dass er nicht mehr auf dem Rücken von Ground hing.

    186. Menschenjagd

    Drake befand sich in der alten Fabrikhalle. Zu seinem Glück schienen sich hier drinnen keine wilden Ghule breitgemacht zu haben. An mehreren Stellen standen einige der alten Transportcontainer, wie man sie vor dem großen Krieg bei den damaligen Sattelzügen und LKWs genutzt hatte. In einer Ecke standen sie sogar verschachtelt bis relativ nahe an die Decke gestapelt. Hier würde er sich erst einmal verstecken. Sollte er entdeckt werden, so dachte er, konnte er notfalls auf Dach klettern und so eventuell seine Flucht und damit seine Überlebenschancen erhöhen. So war zu mindestens der derzeitige Plan.


    Die Supermutantengruppe, die ihn verfolgte, schien nur Nahkampfwaffen benutzen. Er keinen gesehen, der eine Schusswaffe dabei hatte, vielleicht noch ein Tatsache, die dazu beitragen konnte aus der Sache halbwegs lebendig heraus zukommen. So schnell und leise wie möglich kletterte er die alten Container hoch und versteckte sich im letzten ganz oben. Gerade noch rechtzeitig, wie sich herausstellte. Kaum hatte er sich zurückgezogen, flog auch schon die Tür aus den Angeln und schlug irgendwo in der Fabrikhalle mit einem lauten Scheppern auf. "Puh, das war knapp. Viel länger hätte ich auch nicht brauchen dürfen. Sonst hätten die mich gehabt" dachte Drake für einen Moment erleichert, war sich aber bewusst, dass die Gefahr noch lange nicht vorbei war. Er lauschte und beobachte sie aufmerksam von seiner versteckten Position.


    "Hey, wo ist grauer Hüpfer abgeblieben. Ich ihn sehe hier nirgendswo. Er vielleicht wieder raus." sagte der erste, der in die Fabrikhalle hereinstapfte. "Nein. Nicht seien kann. Bruder stehen draußen vor anderer Tür. Wenn er da raus, wir hätten ihn quieken hören. Ich denken Hüpfer hier sein irgendwo noch. Er spielen verstecken mit uns. Wir ihn schon finden. Komm wir suchen in Boxen dort hinten." sagte der zweite Supermutant. Die beiden gingen zunächst in den hinteren Bereich, vorbei an den aufgestapelten Container in den sich Drake zurzeit befand. Der beobachtete genau, was die beiden taten. Es dauert auch nicht lange, dann kamen noch zwei weitere von den Supermutanten hinein und suchten nach einigen Lamentieren mit.


    "Lange werde ich hier nicht in Sicherheit sein. Ganz so dumm sind die nicht. Bei Paladin Trian und Ritter Warry klang das ihren Erzählungen nach anders... " Drake wurde in seinem Gedankengang jäh unterbrochen. Es gab einen ziemlich lautes Getöse. Die beiden hatten zusammen einen Container genommen und ihn einfach unter den anderen hervorgezogen. Dadurch kam der Rest in Bewegung und die restlichen Container fielen mit einem Riesenradau zu Boden. Anschließend durchsuchten sie die Container. "Hier grauer Hüpfer nicht drin sein...ach... wir nehmen andere auch auseinander und dann finden." sprach wieder der Erste.


    "Was du machen, wenn finden?" fragte interessiert der Zweite. "Hmm, mal überlegen. Vielleicht über Feuer rösten. Aber wahrscheinlich nicht lohnen. Zu wenig dran. Menschen immer so dürr, aber gut schmecken." antwortete ihm wieder der Erste. "Du immer nur an Fressen denken. Also ich finden, wir sollten weiter Jagd mit ihm spielen. Wenn ihn fangen, wir ihn mit nach Hause nehmen und ihn in Käfig stecken. Und wenn langweilig, ihn herauslassen. Hier schon lange nichts los. Und für gute Jagd weit draußen auf Kralle zu wenig. Mit Mensch ein wenig Spaß haben." sagte der dritte. "Das sein gute Idee. Wir spielen Jagd und Verstecken in Zuhause. Das werden Spaß. Hier in alter Menschenstadt nichts los sein."


    Der vierte im Bunde war von den Vorschlägen seiner Supermutanten Brüder nicht begeistert. Es war derjenige, der neben dem Mutanten gestanden hatte, den Drake erschossen hatte. "Bah. Wenn ich grauen Hüpfer bekomme, ich ihn erst jeden Knochen einzeln brechen oder ihn ganz langsam zerquetschen. Will kleinen schwachen Menschen quicken hören. Er meinen Lieblingsbruder getötet" sagte vierte brummend. "Ich denken, ich sein dein Lieblingsbruder?" sagte der Erste. Er klang schon fast ein wenig enttäuscht. "Du anderer Lieblingsbruder." sagte der vierte.


    "Ihr zu viel reden. Wir grauen Hüpfer weiter suchen sollten. Dann überlegen, was wir mit ihm anfangen können." sagte der fünfte. Sie teilten sich auf und fingen an in der ganzen alten Fabrik an, die Container und sonstige Sachen durch die Gegend zu bewegen. Der Rest der Supermutantengruppe blieb draußen und hielt dort nach Drake Ausschau. Der hatte dem Gespräch gelauscht und beobachte sie dabei, wie sie scheinbar mit Leichtigkeit die schweren Dinge durch die Gegend bewegten. Es lief ihm eiskalt den Rücken herunter. "Das sind ja tolle Aussichten. Entweder, ich lande in deren Kochtopf oder darf mich bei lebendigen Leibe zerquetschen lassen. Da ist ja die Option mit der Jagd noch am menschenfreundlichsten. Deren Zuhause möchte ich ganz bestimmt nicht kennenlernen." schluckte Drake und machte sich bereit aufs Dach zu fliehen. Die kurze Pause hatte ein wenig geholfen. Er kletterte so schnell er konnte aus seinem Versteck aus und Richtung Dach. Er brauchte einen Moment um die Lucke nach oben aufzudrücken, sie hatte sich über die Jahre total verzogen.


    "Hehe, schau. Da oben. Grauer Hüpfer will aufs Dach. Los ihm folgen." Zwei der Supermutanten schickten sich an die Container hochzuklettern. Drake war mittlerweile oben. Er rannte das Dach entlang. Einige Stellen waren bereits sehr morsch und hielten gerade seinem Gewicht noch stand. So etwas wie Hoffnung keimte bei ihm auf. Wenn die Supermutanten, die ihm folgten über diese Bereich liefen, würde diese mit Sicherheit nachgeben. Neben der Körpergröße von etwa drei Meter hatte der typische Westküstensupermutant circa dreihundertfünfzig Kilo Lebendgewicht. Das würden diese Stellen definitiv nicht aushalten.


    Drake lief etwa bis zur Mitte des Daches und drehte sich kurz um. In den Moment brach einer der beiden Supermutanten einfach durch die für ihn viel zu kleine Dachluke, kletterte aufs Dach und richtete sich zu seiner vollen Körpergröße auf und peilte auch bereits Drake an. "Himmel, heilige Sch**** haben die eine Kraft. Ich habe die Luke kaum aufbekommen und das Dach war an der Stelle noch relativ in Ordnung. Der geht durch das Dach, als wäre das Papier. Ich muss irgendwie aus deren Reichweite kommen." dachte Drake mit Schrecken und lief weiter über das Dach.


    Der erste Supermutant, der nach oben gekommen war folgte ihm. Er lief über die geschwächten Stellen. Dann gab es ein metallisch reißendes Geräusch und der Supermutant rauschte fluchend in die Tiefe und schlug unten unsanft auf. Er hat den Sturz überlebt und einer seiner Brüder lachte ihn aus. Dafür bekam derjenige sofort eine gelangt und beide begannen sich zu schlagen. "Uff, einer weniger. Zwar nicht tot. Aber immerhin sind die jetzt miteinander beschäffigt. Trian hat in der Beziehung wirklich nicht übertrieben, als er gesagt hat, dass sie extrem widerstandsfähig sind. Ich muss hier runter und weg." dachte Drake bei sich. Der andere Supermutant folgte ihm weiter. Er hatte gesehen, wie sein Bruder nach unten gerauscht war und ging jetzt mit Bedacht vor.


    Drake war am Rand des Daches angekommenen. Er hatte Glück unter ihm befand sich ein kleines Vordach, auf das er springen konnte. Was er auch umgehend tat. Er lief es wieder bis zum Ende. Nach unten waren es etwa zwei Meter. Unten war noch keiner der anderen Supermutanten zu sehen, allerdings hörte man sie. Sie hatten begriffen, dass Drake ihnen entkommen wollte. Er sprang, kam unten unsanft auf und rannte los. Richtung Stadtgrenze. Dahinter begann das staubige Ödland. Er drehte sich kurz um und hoffte links oder rechts am Stadtrand entlang laufen zu können, um so wieder in die alte Stadt zu gelangen. Fehlanzeige. Die Supermutanten kamen bereits zu beiden Seiten um das Gebäude herumgelaufen. Der einzige Ausweg war geradeaus ins unbekannte Ödland.


    Drake rannte wieder los und hoffte dort irgendeine Möglichkeit zu finden seinen Verfolgern zu entkommen. Tief in seinem Innern wusste er aber bereits, dass das offene Ödland die falsche Entscheidung war. Es nur eine Frage der Zeit war, bis sie ihn hatten. Seine Überlebenschancen tendierten hier gegen Null. Er bereitete sich langsam auf das Unvermeidliche vor. In diesem Teil des Ödlands wahrscheinlich auf irgendeine grausame Art und Weise von den Supermutanten getötet zu werden. Wenigstens hatte die Jagd auf ihn der Vorteil, dass es den Rest der Gruppe eine Möglichkeit gab zu flüchten und den Bunker zu erreichen. Er schwor sich in dem Moment, sich bis zum Schluss zu wehren, auch wenn er bei den Supermutanten nicht den Hauch einer Chance hatte.


    Die Hatz dauerte etwa noch weitere zwei Kilometer in das Ödland hinein, dann saß er in der Falle. Er hatte die Auswahl zwischen zwei Wegen, die in eine Anhöhe hinein verliefen. Er nahm die linke und stand nach weiteren fünfhundert Metern in einem kleinen Talkessel, der zu drei Seiten in hohen Steinwänden endete. Sackgasse und Ende der Flucht. "Gut, das wars dann wohl, alter Freund. Das wird dein letztes Gefecht." dachte er müde und grimmig bei sich. Er blieb stehen, zog das Scharfschützengewehr und zielte auf den einzigen Weg, der wieder herausführte. Der erste Supermutant kam den Weg entlang und kassierte direkt einen Schuss in Höhe des Gesichtes. Der stürzte zu Boden. Drake hatte bereits nachgeladen. Ein zweiter Mutant folgte bereits, war aber durch den Tod des Supermutanten vor ihm gewarnt worden und zog im letzten Moment den Kopf ein. Drakes Schuss hatte ihn verfehlt.


    Der Supermutant ging in Deckung und nahm einen Stein in die Hand. Drake lud gerade die Waffe nach, als er einen heftigen Schlag leicht seitlich auf die Waffe bekam. Der Schlag riss ihm die Waffe regelrecht aus den Händen und sie schlidderte aus seiner Reichweite. Der Supermutant hatte den Stein mit erstaunlicher Genauigkeit und Kraft genau auf die Waffe geworfen. Drake wich zurück, bis er die kalte Steinwand im Nacken spürte. Der Rest der Gruppe war nun jetzt auch da. Einer aus der Gruppe hob die Waffe auf und sah sie sich an. "Hm, keine schlechte Waffe. Aber viel zu klein. Nicht zu gebrauchen." sagte er, zerbrach sie dann einfach und warf sie weg.


    Drake zog seine Beretta. Neben seinem alten Scharfschützengewehr, war das seine letzte Waffe mit der er sich verteidigen wollte. Normalerweise trug er auch noch, wie alle anderen in der Gruppe ein leichtes Kampfgewehr. Sein eigenes hatte er aber nach dem gestrigen Kampf mit der Horde wilde Ghule einen seiner Leute gegeben. Das von dem anderen war während des Kampfes in die Dunkelheit des Untergrunds verschwunden, nachdem die wilden Ghule die Gruppe brutal angegriffen hatten. Zum Schießen sollte er aber nicht mehr kommen.


    Drei der Supermutant lösten sich gleichzeitig aus der Gruppe und liefen auf ihn zu. Der erste erreicht ihn, schlug ihm die Waffe aus der linken Hand. Drake merkte den Schlag, das linke Handgelenk brach und er biss schmerzverzerrt die Zähne zusammen. Der nächste Schlag ging gegen das rechte Bein und ließ ihn vor Schmerzen zusammen sacken. Auch hier hörte er regelrecht das Brechen des eigenen Knochens. Der Supermutant, der als erstes bei ihm war schlug ihn zwar brutal zusammen, aber tötete ihn nicht. Ein letzter, fast schon beiläufig geführter Schlag im Schulterbereich lies bei Drake alle Lichter ausgehen und Dunkelheit umfing ihm.

    185. Lauf Drache, lauf

    "Was ist los? Ihr seht aus, als wäre euch eine Todeskralle auf den Fersen" fragte einer aus der Gruppe. "Wenn es eine Todeskralle wäre...*keuchen*...und nur eine einzige, dann hätten wir noch eine Chance. Es sind Supermutanten. Eine ganze Gruppe...*Sch****Leute, wir müssen...*keuchen*...hier weg und zwar schnellstens." sagte der aus der Dreiergruppe in Todesangst. Der Rest der Gruppe erstarrte fast vor Schreck und das Grauen war ihnen deutlich anzusehen. Erst die Horde der wilden Ghule und jetzt auch noch Supermutanten. Die Leute aus dem Bunker gewöhnten sich nur langsam an die Schrecken des Ödlandes und waren absolut entsetzt über die herannahende Gefahr. Drake stieß als letzter zur Gruppe dazu.


    "Bleiben Sie ruhig, verdammt nochmal...*keuchen*... Kopfloses und panisches auseinander Gerenne hilft uns hier auch nicht weiter...*keuchen*..." Dann wandte sich Drake an den Rest der Gruppe "Wir werden sie ablenken. Sie laufen zusammen mit den anderen zu der großen Red Rocket Station dort hinten. Sie verstecken sich dort so gut es geht. Halten Sie sich dort erstmal bedeckt. Wenn Sie von uns oder den Grünen nichts mehr hören und sehen, dann schlagen Sie den Weg Richtung Bunker ein. Und bleiben Sie unter allen Umständen zusammen. Eckhardt, Sie führen die Leute in meiner Abwesenheit. Und Eckhardt, suchen Sie bloß nicht nach uns. Wir werden versuchen, wieder zu Ihnen aufzuschließen" erläuterte Drake schnell den Notfallplan und versuchte seine Leute zu beruhigen.


    "Und Sie beiden kommen wieder mit mir. Wir drei müssen die Supermutanten von unseren Leuten ablenken und möglichst weit wegziehen. Einen Kampf verlieren wir gegen sie" Die beiden wollten erst dagegen protestieren. Drake fuhr ihnen wütend dazwischen "Wollen Sie etwa Ihre Kameraden im Stich lassen? Wären Sie gestern mit den anderen nicht so übereifrig gewesen und hätten sich meinen direkten Befehlen nicht wiedersetzt, dann sähe die Lage jetzt nicht so kritisch aus. So können Sie ihre Fehler von gestern wenigstens wieder ein wenig wettmachen und mich unterstützen." herrschte Drake die beiden an. Während Drake die beiden rund machte, folgte der Großteil der Gruppe mit den Verletzten Eckhardt zur alten Red Rocket Station.


    Nach der Ansage, die ihnen Drake gemacht hatte, folgten sie ihm zurück in Richtung Seitenstraße. Während sie dort hinliefen, erklärte Drake den anderen beiden, was er genau vorhatte. "Sehen Sie dort hinten die beiden sechs- bis achstöckigen Gebäude? Dort werden wir versuchen, die feindliche Gruppe hinzulocken. Wir gehen die alten Fluchtleitern hoch. Die sind für die zu eng. So können wir sie vielleicht einzeln nacheinander ausschalten. Vor allem verschaffen wir den anderen Zeit, um aus dieser Stadt herauszukommen. Noch was, zielen Sie auf ihre hässlichen Visagen. Da richten die Waffen den meisten Schaden an. Beim Körper sollten Sie es gar nicht erst versuchen. Das ist Munitionsverschwendung. Die haben eine Art natürliche Panzerung." sagte er wieder ruhig.


    Einer der beiden staunte nicht schlecht. "Sie wissen aber über diese grünen Dinger gut Bescheid." Drake zog die Stirn in Falten. "Ich versuche über jedes neue Lebewesen in den Ödlanden so viele Informationen wie möglich zu sammeln, um die Sicherheit unserer Leute zu gewährleisten. Ihre Sicherheit. Aber wie mir scheint, waren Sie nicht beim Informationsbriefing dabei, bevor wir los sind. Sonst wüssten Sie das über die Supermutanten. Auch wenn es für Sie kleinkariert wirkt, sind die Informationen bei den Briefings extrem wichtig. Sie können im Ödland über Tod oder Leben entscheiden. Merken Sie sich das." bemerkte Drake bissig. Die Supermutanten hatten bereits Dreiviertel der Strecke auf der Straße hinter sich gebracht, als am Ende der Straße die drei wieder auftauchten.


    Die Supermutanten erblickten die drei und konnten ihr vermeintliches Glück nicht fassen. "Hey, guckmal. Da seien die drei wieder. Komm hierher Menschen. Komm. Haben Leckerlie für euch. " sagte der vorderste von Ihnen. "Nein, danke ich habe gerade gegessen. Außerdem liegen eure Leckerchen so schwer im Magen. Aber ich habe etwas für euch. Eine Ladung blaue Bohnen" sagte Drake kühl. Während die Supermutanten im Anmarsch waren und er mit Ihnen sprach, hatte er sich hingehockt und zielte mit seinem Scharfschützengewehr einen ganzen Moment lang auf einen Supermutanten in der Gruppe.


    Dann drückte er ab. Die Kugel traf ihr Ziel im Kopfbereich. Derjenige brach zusammen. Der Mutant neben ihn brüllte zornig. "So wir sollten jetzt die volle Aufmerksamkeit der Gruppe haben. Los, rennen Sie, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist. Zu den Häusern." sagte Drake, schulterte das Gewehr und rannte zusammen mit den anderen beiden in Richtung der Häuser mit den alten und vermeintlich intakten Fluchtleitern.


    Sie hörten die stampfen Schritte der rennenden Supermutanten hinter sich. Sie erreichten die alten Fluchtleitern noch rechtzeitig und kletterten sie hinauf. Die Supermutanten waren noch ein gutes Stück hinter ihnen. Das Hinaufklettern gestaltete sich aber nicht so einfach, wie am Anfang erhofft. Durch das Alter war diese doch mehr angegriffen, als es zunächst den Anschein hatte. Sie knirschte und knackten durch die Belastung, so dass jeder einzeln hochklettern musste, um nicht zu riskieren, dass sie vollständig abbrachen.


    Drake schickte zunächst die beiden vor. Als sie auf einer festen Zwischenebene angekommen war, kletterte er ebenfalls nach oben. Wieder knackten die alten Stahlholme und Drake war fast oben, als plötzlich die Leiter einen Satz nach unten machte, sich verbog und anschließend komplett abbrach. Er rauschte mit den Bruchstücken etwa drei Meter in die Tiefe und schlug unten unsanft auf. "Autsch. Verdammter Mist." schimpft er und rappelte sich blitzschnell hoch und schaute in Richtung der Straße, dann zu seinen Leuten hoch.


    Die beiden sahen mit Schrecken, was gerade passiert war und versuchten wieder nach unten zukommen. "Wenn Sie den Tag überleben wollen, fliehen Sie nach oben und nehmen Sie diese verdammten Grünhäute von oben aufs Korn. Sie Narren können mir hier unten nicht mehr helfen, dafür reicht die Zeit nicht mehr. Sonst gehen wir alle drei drauf. Ich werde versuchen ihnen zu entkommen und mich zu verstecken." rief Drake angeschlagen nach oben. Ohne eine weitere Antwort abzuwarten, rannte er los. Beim Sturz hatte er sich zwar etliche Prellungen zugezogen, aber sonst keine ernsthafte Verletzungen erlitten.


    Er rannte wie noch nie in seinem Leben. Die Straße hinunter, die die Gruppe vor nicht allzu langer Zeit heraufgekommen war. Während er rannte, überlegte er fieberhaft, ob auf dem Weg irgendeine Möglichkeit bestand sich zu verstecken. Ihm war klar, dass er dieses Tempo nicht lange Zeit halten könnte und ihn die Supermutanten bald eingeholt haben würden. Sie waren zwar etwas langsamer beim Laufen als normale Menschen, aber das machten sie durch eine unglaubliche Ausdauer wieder wett. Er hörte wieder das Stampfen der schweren Schritte in einiger Entfernung. Er dreht sich kurz um und stellte fest, dass die gesamte Gruppe ihm folgte.


    Auf eine Art war er erleichtert, dass die beiden und der Rest der Gruppe dadurch zunächst in Sicherheit waren. Langsam wurden die verfallenen Häuser vereinzelter. Drake bewegte sich langsam Richtung Stadtende. In einiger Entfernung sah er eine alte herunter gekommene und teils löcherige Fabrikhalle. "Das alte Gemäuer sieht nicht schlecht aus. Da kann ich mich zunächst erst einmal zurückziehen und einem Moment ausruhen. Ansonsten...war es das wohl für dich, alter Freund. Ich hoffe nur, dass die anderen heil im Bunker ankommen. Sonst war das ganze Ablenkungsmanöver umsonst" seufzte Drake bei sich und steuerte eilig die Fabrikhalle an.


    Es war langsam Zeit ein kurzeitiges Versteck zu finden. Seine Kraft ließ nach dem langen Lauf nach und die Beine finden an schwer zu werden. Er erreichte japsend und keuchend die alte Halle und betete inständig, dass sich dort nicht wilde Ghule oder ähnliches aufhielten und schlüpfte schnell hinein. Die Supermutanten hatten ihn dabei gesehen, dessen war er sich sicher. Irgendwo in diesem Gemäuer würde er mit Sicherheit einen Ort finden, wo sie ihn zunächst nicht erreichen konnten. So hoffte er zu mindestens.

    Gerne :)


    Das kommt wirklich ganz nah an das "Original". Fehlt eigentlich nur der Pipboy und die Größe passt nicht ganz. Die Haare, die Haar-, Augen- und vor allem Hautfarbe passt. Deswegen hat Anny aus der Geschichte ihm ja auch den Namen verpasst.:D


    Zur Mod: Waffennutzung geht einigermassen. Aber was hier wirklich fehlt, ist zum Beispiel in der 3D Ansicht das Schleichen. Firstperson funktioniert. Der Mod, den ich dafür nutze improvisiert an vielen Stellen und macht die Nutzung von Werkbänken und soweiter auch nutzbar. Leider ist die Mod aber die einzige ihrer Art. So versiert bin ich im modden leider nicht, dass ich mir da was "stricken" könnte. Hauptproblem sind die teils fehlenden Animationen. 8|

    xSaint96

    Ganz schön feurig heute der gute Francis. :evilgrin:

    Besonders gelungen ist wirklich das Bild mit dem Teleporter. 8o


    So nachdem ich mit dem Neuaufbau von Fallout 4 fertig bin, geht es dann bei Blue/Drake auch weiter. Bin immer noch hin und her gerissen, ob ich mit dem speziellen Mod weiterspiele oder nicht (hat einige Macken) :love::cursing:


    Nachdem Blue in Tenpines war, hat man ihn darum gebeten ein wenig in der Corvegafabrik aufzuräumen.

    In Lexington musste er sich aber erst um das Begrüßungskomitee kümmern. :assaultrifle:

    Photo30.png


    Wenn einem die Munition ausgeht, greift man dann zum "Schlagholz".

    Blue spielte gerade eine Runde Raiderball mit den letzten verbliebenden Raidern.

    Die waren von dem neuen Spiel so semi begeistert :whistling::D

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    Blue sagt in Tenpines Bescheid, dass die Raider sich die Tatos von unten ansehen

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    Das Commonwealth ist immer wieder für "große" Überraschungen gut.8|

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    "Ist das Ding auch wirklich tot" sagt Blue zu Codsworth.
    Codsworth: "Ich denke schon, Sir. Würde eine große Pfanne und Öl für den überdimensionierten Krebs empfehlen.

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    Blue ist wieder bei Preston in Santctuary und freut sich scheinbar. Dann berichtet er über die Ereignisse.

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    Blue kurz nach der Ernennung zum Anführer der Minutemen.
    Muss er erstmal verdauen und scheint gerade eine Menge zu überlegen. :schiefguck::thinking:

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    Nachdem er sich so seine Gedanken gemacht hat,
    geht er erstmal zu Karla und gibt höflich einige Besorgungen in Auftrag. Natürlich per Vorrauszahlung

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    184. Tödliches Ödland

    Westküste. Februar 2282. 20 Kilometer vom Bunker entfernt - Silver Dragons.


    Die Ereignisse um den zweiten Versuch der gewaltsamen Übernahme durch Hawk lagen seit etwas über ein Jahr zurück. Seitdem brachen immer wieder Erkundungstrupps in das Ödland auf. Um neue Ressourcen für die Instandhaltung des Bunkers und für andere Dinge zu requirieren. Aber auch um die mittlerweile für die Silver Dragons neue Welt zu erkunden und sich eine Übersicht um die verschiedenen Gruppen zu machen. Dadurch, dass die stählerne Bruderschaft bei den Ereignissen vor einem Jahr einen gewissen Anteil bei der Rückeroberung des Bunkers hatte, war man ein lockeres und freundschaftliches Bündnis mit ihnen eingegangen.


    Es gab aber auch manchesmal Streit zwischen den beiden Gruppen. Beispielsweise war ein Anlass war gewesen, das einige der Leute bei den Silver Dragons langsam anfingen zu Ghulen zu werden und Drake sie trotz Warnungen seitens der Bruderschaft in der Gemeinschaft beließ. Jeremiah und er hatten sich deswegen ziemlich gestritten. "Verdammt nochmal, ich verstoße oder erschieße doch nicht meine eignen Leute und andere auch nicht, Jeremiah. Solange sie nicht wild werden, bleiben sie. Wir werden sie regelmäßig untersuchen..." verteidigte Drake die Ghule gegenüber Jeremiah "Sie sind gefährlich und können jederzeit eure anderen Leute anfallen...Ich werde es nicht akzeptieren, dass sie in unsere Nähe kommen, hast du verstanden? Ich lasse sie erschießen...also halte sie von uns fern." giftete Jeremiah Bardeen dagegen. Am Ende fanden sie eine Lösung. Einfach war trotz aller Freundschaft das Verhältnis zwischen Bruderschaft und Silver Dragons nicht.


    Vor einiger Zeit war Drake zusammen mit einer Gruppe Silver Dragons ins Ödland aufgebrochen. Mittlerweile waren sie wieder auf dem Rückweg von ihrer Erkundungsmission. Die gesamte Gruppe war erschöpft und müde. Der Staub wirbelte ihnen um die Füße. Sie kamen von einer verlassenen Stadt, weit draußen in den Ödlanden. Dort hatten sie viele wertvolle Ressourcen gefunden, die die Silver Dragons gut gebrauchen konnten. Der Name der Stadt war unbekannt. Der Zahn der Zeit hatte den größten Teil der Schilder zerstört, so dass der Name aus dem Gedächtnis der Leute verschwunden war. Eigentlich wäre die Mission ein voller Erfolg gewesen, wenn sie nicht den Verlust von zehn Leuten hätten hinnehmen müssen.


    Während die Gruppe den riesige Schrottplatz der Stadt nach Sachen durchkämmten und Notizen machten, hatten sich fünfzehn Leute in die nahegelegene Mall begeben. Obwohl Drake, der mit bei der Erkundungsmission dabei war, davor eindringlich gewarnt hatte. Sie hatten die Warnung in den Wind geschlagen und setzten sich ab, während Drake bei den anderen auf dem Schrottplatz beschäftigt war. Es passierte, was passieren musste. Die Leute scheuchten durch ihre Unternehmung in der Mall eine ganze Horde wilder Ghule auf, die sich im Untergrund aufgehalten hatte. Eine wilde Schießerei setzte ein und die Hilfeschreie hallten durch die leeren Straßen bis zum Schrottplatz hinüber. "Diese verdammten Idioten. Sie bringen die gesamte Gruppe in Gefahr für ein paar seltene Materialien. Das ist es nicht wert..." hatte Drake gedacht, als er mit dem Rest des Erkundungstrupp zu Mall rüber rannte.


    Die wilden Ghule hatten bei Drakes Ankunft bereits ein Teil der Gruppe erreicht. Drei der Leute wurden gerade von einer ganzen Menge der Ghule in die Dunkelheit des Untergrunds gezogen. Man konnte sie noch eine ganze Zeit gellend um HIlfe schreie hören. Dann erstarben ihre Stimmen plötzlich. Die Gruppe schaffte es die Horde zur Strecke zu bringen, aber der Preis dafür war hoch. Zwei Leute wurden auf der Stelle von den Ghulen zerrissen. Vier weitere starben direkt nach dem Kampf. Drake versuchte noch alles Mögliche, aber die Verwundungen waren zu tief und zu schwer. Sie starben ihm unter den Händen weg, ohne dass er ihnen helfen konnte. Ein weiterer war gestern an den Infektionen gestorben, die über die Verletzungen durch die wilden Ghule in den Körper eingesickert waren.


    Drei weitere waren so verletzt, dass sie transportiert werden mussten. Auch die restlichen Mitglieder der Gruppe hatten Blessuren durch den Kampf davongetragen und waren geschwächt. Zusammen mit den Verletzten waren sie etwa fünfzehn Personen. Drake versuchte die Gruppe so vorsichtig wie möglich nach Hause, zum Bunker zu führen. Zusätzliche Kämpfe konnte sich die derart angeschlagene Gruppe sich nicht leisten. Er ging vorweg und spähte immer wieder ins Gelände, so dass er etwaige Gefahren früh genug wahrnehmen konnte. Während er lief, dachte er deprimiert über die gestrigen Ereignisse nach. "Wir müssen dringend zusehen, dass wir uns besser für solche Unternehmungen vorbereiten. Vielleicht werde ich unseren Leuten vorschlagen, wenn ich wieder im Bunker bin, dass wir einige neue Powerrüstungen bauen sollten. Die Kampfrüstung ist zwar schon gut. Aber wenn wir häufiger auf solche Ansammlungen von wilden Ghulen treffen, ist es besser wenn wir ein wenig aufrüsten. Dann könnte der ein oder andere aus der Gruppe sogar noch leben. Und eine erweiterte Grundausbildung über die Gefahren des Ödlands könnte auch hilfreich sein..." grübelte Drake in sich hinein.


    Die Silver Dragons besaßen zurzeit noch keine Powerrüstung in ihrem Angriffs- und Verteidigungsarsenal. Sie hatten zwar die notwendigen Pläne und das Knowhow dafür, aber aufgrund ihrer Vergangenheit war es nie notwendig gewesen so etwas zu bauen. Dadurch das die Sliver Dragons hauptsächlich im Untergrund und heimlich operiert hatten, hatten sie auf andere Ausrüstungen zurückgegriffen. Es schien aber mittlerweile notwendig zu sein, die Waffen und Rüstungen endlich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Das hatte der Angriff der wilden Ghule eindringlich gezeigt.


    Sie erreichten die Überreste einer weiteren Kleinstadt und waren vom Lassen etwa zwanzig Kilometer entfernt. So nannten viele der Silver Dragons den Bunker mittlerweile. Die Gruppe lief über die Hauptstraße der kleinen Stadt. Sie war für die sonstigen Verhältnisse noch gut erhalten und kaum mit Schutt bedeckt, so dass sie relativ gut vorankamen. Sie waren eine ganze Zeit gelaufen, als Drake die Gruppe stoppen lies. Er und zwei andere hatten gedacht, Stimmen gehört zu haben. Vorsichtig sondierten sie die Umgebung und bedeuteten den anderen zurück zu bleiben. Es bestätigte sich. Man hörte tatsächlich aus einer Seitenstraße Stimmen kommen und die drei bewegten sich äußerst vorsichtig in diese Richtung. Alle drei dachten zunächst an Raider. Solche Orte waren für diese ideal. Irgendetwas störte die drei aber. Diese vermeintlichen Raider hatten eine merkwürdige Art zu reden. Dann sahen sie einen der Sprecher und auch andere kamen zum Vorschein. Die drei waren noch nicht entdeckt worden, aber ihnen gefror das Blut in den Adern.


    Es waren keine Raider. Es waren Supermutanten. Sie zählten mindestens zehn Stück, die sich relativ nahe befanden. "Himmel, sch****, wir müssen schnell zu anderen zurück. Gegen diese Hünen haben wir doch nicht den Hauch einer Chance " sagte der eine und wollte schon panisch losrennen. Drake hielt ihn sachte zurück. Die meisten Silver Dragons kannten Supermutanten nur aus Erzählungen und Berichten. In der Nähe des Lassen waren bis jetzt noch nie welche aufgetaucht. Es war für die beiden und Drake das erste Mal, dass sie welche zu Gesicht bekamen. "Ruhig und vor allem leise bleiben. Sie haben uns noch nicht entdeckt. Und das muss so bleiben. Wenn die uns entdecken, dann können wir uns einsargen lassen." flüsterte Drake leise.


    Die drei warteten einen Moment und versuchten in aller Vorsicht zurück zu ihrer Gruppe zu schleichen. Das Schicksal meinte es nicht gut mit Ihnen. Einer der Späher entdeckte die drei und verständigte lauthals den Rest der Gruppe . Die drei bekamen das mit und fingen an um ihr Leben zu rennen. Sie mussten den Rest warnen und gemeinsam eine sichere Stelle finden, wo sie vor den Supermutanten sicher waren. An einem Kampf war hier nicht zu denken, dafür waren sie zu sehr geschwächt und zu wenige. Keuchend kamen sie bei den anderen an.

    183. Im Versteck des Mechanisten III

    Die drei erkundeten die Anlage weiter. Es gab immer wieder Bereiche, die eingestürzt waren. Aber trotz der langen Zeit von über zweihundert Jahren war ein Großteil der Einrichtung in einem relativ guten Zustand. "Dafür, dass der Mechanist weiß, dass wir hier sind, verhält er sich überraschend ruhig. Ich hatte damit gerechnet, dass wir pausenlos von seinen Robotern angegriffen werden." sagte Danse zu Blue. Im Moment ließ sich kein Roboter sehen. Es hatte den Anschein, als würde der Mechanist die Gruppe in ihrem Tun und Handeln beobachten. Nach einiger Zeit kamen sie erneut an eine dieser speziellen Türen, wo Adas Hilfe benötigt wurde. Nachdem Ada wieder die Tür geöffnet hatte, traten sie durch diese und standen in einer Art Fabrikhalle.


    Sie war groß und hoch. Mit einem Mal schalteten sich mehrere helle Scheinwerfer ein. Danse und Blue waren für einen kurzen Moment geblendet. Als sie sich an das Licht gewöhnt hatten, konnten sie rechts neben sich, etwa drei Meter über ihnen eine Art Steuerungszentrale sehen. Einen genaueren Einblick in diese Zentrale hatten sie im Moment nicht, da eine Art Sichtschutz hochgefahren war. Danse, Ada und Blue gingen langsam Richtung der Steuerzentrale und blieben etwa fünf Meter davon entfernt stehen. Eine Stimme erklang. Sie hört sich wie die an, die sie über den Eyebot gehört hatten, nur dass sie hier klarer klang.

    "Halt Missetäter. Also hat die Geisel des Commonwealth es bis in mein Allerheilligste geschafft. Hier stehst du nun der vollen Macht des Mechanisten gegenüber. Meine rechtschaffenen Roboter werden nun ein für alle Mal deine Schreckensherrschaft beenden." Während die Stimme redete fuhr der Sichtschutz hinunter und man konnte den sehen, der sich Mechanist nannte. Derjenige sah aus, als wäre er direkt einem der alten Comics aus der Zeit vor dem großen Krieg entsprungen. Er trug eine metallische Rüstung, die silbern glänzte. Die Füße steckten in ebensolchen metallischen Stiefeln. Auf dem Kopf trug ihr Gegenüber eine Art Roboterhelm, der das Gesicht komplett verdeckte. Hinter ihm schwebt ein Eyebot. Blue und Danse sahen sich alarmiert an.


    "Ich glaube, da hat aber jemand ganz schön "Beliebtheitspunkte" beim Mechanisten gesammelt. Dich scheint er im Speziellen zu mögen, Blue" flüsterte Danse leise. "Das...habe...ich...auch schon bemerkt. Wenn ich bloß wüsste warum..." flüstert Blue ebenso leise und besorgt zu Danse. Blue brachte den Satz nicht zu Ende. An dem Ausdruck in Blues Augen konnte er sehen, dass ihm gerade in dem Moment was eingefallen sein musste. "...nein, das....oh verdammt....ich habe da einen Verdacht...aber ich denke, dass der Mechanist mir nicht zu hören wird...ich muss es versuchen..." brummte Blue missmutig und versuchte, sich beim Mechanisten Gehör zu verschaffen. "Mechanist du machst einen großen Fehler. Es ist nicht so, wie du denkst. Du verstehst gewisse Dinge falsch, hör mir bitte zu., ich..." Blue versuchte mit dem Mechanisten ins Gespräch zu kommen.


    Wie befürchtet, blockte dieser sofort ab. "Da gibt es nichts falsch zu verstehen, du blauer Unhold. Du zerstörst meine Roboter, die den Leuten helfen und das Commonwealth beschützen wollen. Aber das Commonwealth hat lange genug unter einer Abscheulichkeit, wie du sie bist, gelitten. Das findet heute eine Ende." drohte der Mechanist in Blues Richtung und startete die Montagesequenz zur Roboterherstellung und die Tür, durch die sie gekommen waren verschloss sich wieder. Sie saßen in der Falle. Eine Flucht war ausgeschlossen.


    "Verdammt...los wir müssen irgendwo Schutz suchen, Danse. Hier vorne stehen wir wie auf einem Silbertablett. Ich würde vorschlagen, wir verschanzen uns da hinten bei den alten Transportcontainern." brummte Blue. "Positiv, Ritter. Ada, los komm. Da hinten können wir uns strategisch besser positionieren." Sie rannten nach hinten. Die Montageeinheiten, welche im Boden und der Decke befestigt waren, spuckten die ersten, schwerbewaffneten Roboter aus. Diese eröffneten sofort das Feuer auf Danse, Blue und Ada. Die waren mittlerweile an dem Transportcontainer angekommen und erwiderten das Feuer. Die drei wehrten sich aus Leibeskräften, gingen aber trotz des heftigen Angriffs noch sehr geordnet und taktisch vor. Teilweise stürmten mehr als zehn Roboter gleichzeitig auf sie zu und mehr als einmal kassierten die drei Treffer.


    "Wir müssen uns schnell etwas einfallen lassen, Blue. Das halten selbst wir beide nicht lange durch...Vorsicht...verdammt zieh den Kopf ein..." sagte Danse hektisch. Er hatte gerade einen modifizierten Aggressotron ins Visier genommen. Dieser war gerade dabei, den tödlichen Kopflaser zu laden. Ein rotes, bösartiges Licht glomm im Kopfbereich auf und zielte direkt in die Gruppe. "Positiv. Paladin. Gehe auf Tauschstation." Blue ließ so schnell als möglich auf den Boden fallen, Ada rollte zur Seite *Wusch* der rote Strahl verfehlte die Ziele knapp. Der Aggressotron benötigte einen Moment um den Kopflaser erneut zu laden. Es gab ein metallisches Scheppern und der Aggressotron brach zusammen. Danse hatte ihn mit einer ganzen Salve von Schüssen aus seiner Laserwaffe eingedeckt.


    Blue hatte sich mittlerweile wieder aufgerappelt und beharkte seinerseits die anderen Roboter mit seiner eigenen Laserwaffe. So dezimierten die beiden die hergestellten Roboter, bis keiner mehr von ihnen stand. Wieder hörten sie die Stimme des Mechanisten "Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Doch das wir euch nichts nützen. Ihr verkennt eure hoffnungslose Situation. Für jeden Roboter, den ihr zerstört, baue ich zehn neue." dann lachte der Mechanist bösartig.


    "Wehrt euch so viel ihr wollt, ihr habt nicht den Hauch einer Chance. Niemand kann mich stoppen. Niemand, habt ihr verstanden. Los meine Roboter, holt sich euch und schaltet sie aus." Wieder spuckten den Bänder eine Menge Roboter aus. Der Boden um den Transportcontainer war bereits vom Schrott der Roboter bedeckt. Der Mechanist setzte aber noch mehr ein. Von Teslaspulen aus der Decke der Halle schossen grelle Blitze. Danse und Blue hechteten zur Seite. Ada bekam einen Schlag und war kurzeitig ausgeschaltet.


    "Wir werden bald überrannt Danse. Ich habe zurzeit keine Idee, wie wir aus dieser Sache hier heil herauskommen. Der ist uns mehr als über. Wenn wir es irgendwie bewerkstelligen könnten, die Stromzufuhr so zu überlasten, so dass die Fertigungsstraße ausfällt, dann hätten wir vielleicht einen Hauch einer Chance. Aber wie?" Blue war ratlos. "Durch die Türen kommen wir nicht, Sind zu dick. Die bekomme selbst ich nicht auf. "brummte Blue gehetzt und zerlegte dabei einen martialisch aussehenden Wachbot mit der Laserwaffe. Wieder gab es ein Knistern in der Luft. Die Teslaspulen luden sich auf und entluden sich dann wieder mit einem knallenden Geräusch. Der Blitz verfehlte beide knapp. Man hörte den Mechanisten höhnisch lachen.


    "Wir geraten absolut in die Defensive, Blue. Auch ich habe keine Idee...Ich sage es ungern, aber den Kampf werden wir beide wahrscheinlich nicht gewinnen." Danse macht der heftige Kampf langsam zu schaffen. Sie kämpften bereits seit über eine dreiviertel Stunde. Ein Ende war nicht in Sicht. Wieder liefen die Bänder an, bis das Schicksal in den Kampfverlauf eingriff. Aufgrund des Alters und der übermäßigen Nutzung der Anlage in der letzten Zeit kam das Energienetz langsam an seine Grenzen und teilte das auch umgehend mit. "Achtung kritische Energienutzung der Anlage. Reserveenergie liegt bei 95 %. Tendenz fallend."


    Dem Mechanisten gefiel diese Entwicklung gar nicht und wies einen Eyebot an, alles nötige in Bewegung zu setzten, das es nicht zu einem Energieausfall kam. Während der Mechanist damit beschäftigt war, kämpften Danse und Blue weiter. Sie versuchten die aufkommende Situation für sich zu nutzen. Ada hatte sich mittlerweile auch vom Schlag erholt und mischte wieder mit. Das entlastete beide für einen Moment. Nachdem die drei eine weitere Viertelstunde durchgehalten hatten, ging die Anlage endgültig in den Shutdown. Danse und Blue atmeten erleichert auf. Blue versuchte trotz des Angriffs auf sie mit dem Mechanisten zu reden.


    Beeindruckt von so viel Wehrhaftigkeit und der Tatsache, dass die Produktionsbänder ausgefallen waren, hörte der Mechanist Blue wenn auch unwillig zu. Blue erläutert mit Unterstützung von Ada, was im Commonwealth passiert war. Der Mechanist wollte es erst nicht glauben. Erst als Blue in dem Zusammenhang Jezebel bzw. die krude Interpretationslogik der Robohirne erwähnte, kam der Mechanist ins Grübeln und erkannte schließlich den fatalen Denkfehler. Er demaskierte sich daraufhin. Unter der Rüstung des Mechanisten steckte eine Frau namens Isabel Cruz. Sie bereute ihre Taten aus tiefesten Herzen. Hatte sie dem Commonwealth doch nur helfen wollen.


    Danse sah in Isabel eine große Gefahr und eine Exekution war hier, seiner Meinung nach das Mittel der Wahl. Das redete ihm Blue aus, da Isabel über einen bemerkenswerten Wissensschatz was Robotik betraf, verfügte. Im bevorstehenden Kamp gegen das Institut konnte sie eine gute Unterstützung sein und vor allem ihre Fehler sühnen. Blue überzeugte Danse sogar, dass er selbst Isabel unter seine Fittiche nahm und auf sie achtgab. Danse dachte über Blues Argumente nach und gab ihm letztendlich Recht. Sie brauchten womöglich alle Unterstützung, die sie gebrauchen konnten. Zu mindestens aus Sicht der Bruderschaft.