Beiträge von Apokalyptiker

    Wie konnte das nur passieren.. Dust schämte sich innerlich zutiefst, als fest stand, dass Knox sein Gedächtnis verloren hatte. Er wollte doch nur zu ihrem Besten handeln und konnte nicht ahnen, dass dieser Schlag solche Konsequenzen haben sollte. Sein Partner schien den Großteil seiner Erinnerungen verloren zu haben. Den einzigen Hoffnungsschimmer bildete die Gruppe, auf die sie vor dieser verhängnisvollen Aktion getroffen waren. Alle verhielten sich augenscheinlich freundlich und offen. Jeder war weiterhin bemüht, Knox zu helfen. John war sich nach wie vor sicher, dass sie nun genug Feuerkraft für den Auftrag beisammen hatten, der Knox so beschäftigt hatte. Wie Peaches erläuterte, wurde Knox und den neuen Begleitern ein Sender eingepflanzt. Peaches fragte in die Gruppe, ob jemand eine Idee hätte, wer ihnen diese entfernen könnte. Dust ließ seinen Blick über die vor ihm stehenden Personen schweifen. Er war sich ziemlich sicher, dass er den richtigen Kontakt für dieses Problem parat hatte. Ein zerzauster Doc, etwas älter als er selbst. Seit er sich erinnern konnte, lebte dieser Mann der früher als Sanitäter bei einer Eliteeinheit der Enclave gedient hatte in einer rustikalen Holzhütte am Rand von Nordvegas. Sein OP Besteck würde wohl ausreichen, um einen Sender aus der Haut zu schneiden. Es ist den Versuch wert, Geld ist aktuell kein Problem und Knox hat mehr als nur etwas gut bei mir.


    ,,Vermutlich habe ich die richtige Anlaufstelle für dieses Problem. Ein alter Doc den man vertrauen kann, nich weit von hier am Rand von Nordvegas. Die Behandlung geht auf mich, dass bin ich euch und Knox schuldig." sagte John Dust so ruhig und gleichmäßig wie er konnte. Seine Augen haftete an den Minen der anderen und warteten auf eine Reaktion ihrerseits.

    Stephen King - In einer kleinen Stadt/Needful Things

    Eine nette, kleine Geschichte, die King hier über 850 Seiten erzählt. Die verschlafene Kleinstadt Castle Rock wird ins Chaos gerissen, nachdem ein mysteriöser Geschäftsmann seinen Laden in diesem Örtchen eröffnet. Mich hat das Buch gut unterhalten, es wird im Laufe der Handlung ein riesiges, facettenreiches Netz aus Intrigen gesponnen, dass am Ende verheerende Folgen mit sich bringt. Der Schreibstil ist kingtypisch ein wenig ausladend und schweift stellenweise ziemlich von der eigentlichen Handlung ab. Es werden einige Anspielungen auf andere Bücher von Stephen King gemacht, unter anderem auf "Cujo". Wer keine anderen Werke aus dem sogenannten Castel-Rock-Zyklus gelesen hat, kann den Roman auch ohne probleme lesen und verstehen, jedoch entgeht einem an manchen Stellen die volle Wirkung bestimmter dramarturgischer Momente. Ich kann das Buch empfehlen, habe aber auch schon stärke Romane von King gelesen - 7,5/10.

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    Das rostige Metall der Fahrerkabine des alten Wagens drückte unangenehm gegen die Schulter. Die beiden Männer schauten sich in die Augen und John musste die Frage, ob er seinen Partner in einem Kampf unterstützen würde ersteinmal gründlich abwägen. Ihm kam es vor, als hätte Knox während des vorangegangenen Gesprächs im Unterschlupf völlig die Nerven verloren. Das alles war seinem subjektiven Empfinden nach eine reine Übersprungshandlung. John konnte verstehen, dass Knox maßlos enttäuscht darüber sein musste, wie die Dame die er Quinn genannt hatte auf die Kronkorken reagiert hat. Immerhin wird einem nicht jeden Tag ein Vermögen in die Hand gedrückt. Das alles lag nun jedoch gefühlt eine Ewigkeit zurück, obwohl sie erst vor wenigen Minuten das Haus verlassen hatten. Dust kannte die Gruppe nicht persönlich, die nun ihnen gegenüber hinter den anderen Autowracks in Deckung kauerte. Die Läufe ihrer Waffen tanzten spielerisch und bedrohlich glänzend durch die zum Zerreißen gespannte Luft. Lediglich aus dem Gespräch mit Knox vor dem Zentrallager der Waffenschieber reimte er sich zusammen, dass es sich bei dem Anführer um einen Mann Namens Peaches handeln könnte. Sie hatten nun alle ein gemeinsames Ziel, wenn er sich richtig entsinnte. Den Anführer der Vault. Ohne zusätzliche Verstärkung mit ordentlich Feuerkraft würden sie nie an ihn herankommen können, unmöglich. Irgendwie musste er Knox beruhigen, dieser Konflikt konnte friedlich gelöst werden, nein es musste einfach eine friedliche Lösung her, das wusste Dust unterbewusst. Sie hatten ihr Glück in den letzten Tagen mehr als überstrapaziert, irgendwann würde es für einen von ihnen oder sogar für beide vorbei sein. Sein Partner machte einen extrem adrenalingeladenen, fast schon rasenden Eindruck, beinahe wie ein mit Psycho aufgeputschter Brahimbulle.


    Er musste nun schnell handeln, ihre potentiellen Gegner würden nicht lange fackeln und bald das Feuer aus allen Rohren eröffnen. Knox sah ihn wild und erwartungsvoll an. Dust nahm sein Scharfschützengewehr in den Anschlag und sagte: "Ich halte hier die Stellung und gebe dir Feuerschutz." Knox nickte kurz und drehte sich um, im Begriff zur nächsten Deckung zu sprinten. Mit einer schnellen, geschmeidigen Bewegung schlug Dust den Schaft seines Präzisionsgewehrs gezielt aber mit wenig Kraft und so viel Gefühl wie er nur irgendwie aufbringen konnte an den Hinterkopf von Knox. Es gab einen dumpfes Geräusch und sein Begleiter ging in der gleichen Sekunde unsanft zu Boden. Tut mir Leid Knox, aber es ging nicht anders, es ist zu deinem Besten. Innerlich fühlte der alte Mann sich schäbig, seinen Partner so feige attackiert zu haben. Den Mann, der mit ihm im Tops durch die Hölle gegangen war. Er hob den Kopf und schrie mit aller Kraft, die er in seine Stimme legen konnte: "Nicht feuern, wir können uns friedlich einigen." Nun ragte sein gesamter Oberkörper über das Wrack, die AK von Knox und sein eigenes Gewehr hielt Dust mit dem Schaft nach oben beidhändig in die Höhe. Der Mann, den er als Peaches ausgemacht hatte, zeigte sich ebenfalls und grinste. "Hat unseren Knox doch der Mut verlassen, was?" In der Stimme schwang ein Übermaß an Selbstgefälligkeit mit. Sein Grinsen wurde breiter und breiter. In diesem Moment war John Dust froh, dass Knox bewusstlos neben ihm auf dem sandigen Boden lag. "Könnte man so sagen." Dust versuchte zu lächeln, doch es erschien nur eine zusammengekniffene, angespannte Felsspalte zwischen seinen Lippen. Die Begleiter seines Gegenübers tauchten nun ebenfalls aus der Deckung auf und setzten sich selbstsicher mit ihren Waffen im Anschlag zu dem Duo hinüber in Bewegung, allen voran Peaches. Dust schossen tausend Gedanken durch den Kopf, während er die AK von Knox in einer langsamen Bewegung mit dem Lauf zu ihm zeigend auf das Dach des Wracks legte. War dieser Schritt ein Fehler gewesen? Wie wird Knox reagieren? Was hatte Peaches mit ihnen im Sinn? Würde sie diesen trostlosen Platz in der Wüste lebendig verlassen? Er wusste es nicht. Was er wusste war, dass er immer noch seine .45 Pistole geladen und entsichert im Holster hatte und das Präzisionsgewehr fest in seinen Händen hielt. Weiße Stellen zeichneten sich auf seinen Knöcheln ab, er merkte nicht, wie er sich um das Gewehr krampfte. Das Trio war nun bis auf zwei Dutzend Meter an sie herangekommen, es schien eine halbe Ewigkeit vergangen zu sein, sie gingen langsam und mit scheinbar entspannten Schritten. Die Stille wich und John vernahm das Geräusch von vorsichtigem Tasten im Sand zu seinen Füßen.

    Ottosleger ich bitte dich an dieser Stelle wie Jey_Bee zuvor auch nochmal darum, deine Gedanken in einem einzigen Post durch die Editierfunktion zusammenzufassen und keine Doppel- oder Dreifachposts zu erstellen, da dies gegen Forenregel 2.3 verstößt und die Übersichtlichkeit von Threads beeinträchtigt. Vielen Dank.