Kein Stress, erstmal gute Genesung ![]()
[Spoiler] Die Fallout Chroniken: Buch I: Ein seltsamer Wanderer - Alternative F4 Geschichte
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Alles Gute und lass dich nicht unterkriegen

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475. Erwachen in einer anderen Welt III
Zufrieden sah Nick in die Runde. Er war überrascht. Es waren wohl doch nicht alle Bruderschaftsmitglieder starsinnige und unbelehrbare Menschen. Selbst bei in die Bruderschaft Geborene bestand noch Hoffnung. Zu mindestens wirkte es im Moment so. Trotzdem blieb er skeptisch. Zu häufig hatte es seiner Existenz oft genug Verrat zwischen den Menschen gegeben. Er zog eine Packung Zigaretten aus einer seiner Taschen und hielt sie in die Runde. Alle nahmen das Angebot an. Nick schaute in Danse Gesicht. Er lass daraus Zufriedenheit und Hoffnung ab. Haylen lächelte ebenfalls. Carter und seine Freunde lehnten ebenfalls entspannt auf dem Sofa. Einzig Ingram schien tief in Gedanken versunken. Nick fragte sich, was dem ehemaligen Proctor zurzeit durch den Kopf ging. Als hätte Ingram Nicks Gedankengänge erraten, sah sie den alten Synth an. "Es ist schon sonderbar, dass ein Gespräch mit Ihnen eine andere Sicht der Dinge anstößt. Die Synths ... das Institut ... alles ist wesentlich komplexer, als ich es je geahnt habe ... aber das Ganze bestärkt meinen Entschluss zu unterstützen." Nick lächelte kurz.
Ingram wandte sich Andrew Flux zu, der sich locker an den Wand lehnte und ebenfalls zufrieden aussah. "Wir sind dabei und unterstützen die Minutemen so gut wir können." Andrew nickte sichtlich erleichtert. "Danke. Es wird nicht zu Ihrem Schaden sein. Sie tun das Richtige. Blue wird sich sicherlich darüber freuen. Ich werde Colonel Garvey darüber informieren, damit wir Weiteres planen können. Uns bleibt wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit." Andrew drehte sich um und verschwand tiefer im HQ. "Es ist gut, dass wir wieder zusammenarbeiten können. Danke, dass ihr mich trotz allem akzeptiert." sagte Danse zu Ingram und den anderen. Der ehemalige Procter lächelte. "Ich habe bereits einmal den Fehler gemacht jemand anhand seines Seins zu beurteilen und wurde eines Besseren belehrt. Du hast jahrelang der Bruderschaft gedient und sie unterstützt. Nie zum Nachteil, wenn ich es zurück betrachte. Deshalb denke ich, dass wir miteinander arbeiten sollten."
An Andrews entspanntem Gesicht erkannte Preston, dass das Gespräch ohne Zwischenfälle geglückt war. "Ich bin echt froh, dass wir Nick haben. Seine offene Art öffnet viele verschlossene Tore." Preston konnte Andrew nur zustimmen. "Gott sei Dank. Gerade das Ingram mit dabei ist, wird uns extrem helfen. Sie ist eine der wenigen, die genau weiß, welche Pläne der Älteste hat und wie er tickt." Beide gingen während ihres Gesprächs nach oben in den Planungsraum, setzten sich dort und fuhren mit den weiteren Planungen fort, die sich aus dem positiven Gespräch mit Ingram, Carter, Danse, Nick und den anderen ergeben würden.
Gegen Abend wachte Alan Binet im Krankenbett bei Ted Dingo nach furchtbaren Träumen auf. Absolut erschöpft öffnete er seine Augen. Das müde Gesicht seines Sohnes nahm zunächst sein Blickfeld ein. "Liam ... Liam ... ich bin froh, dich zu sehen ... geht es dir gut? ... wo sind wir hier?" flüsterte der ehemalige Leiter der Robotics schwach, aber aufgeregt. Er konnte sich im Moment nur an Fragmente des Geschehens erinnern. "Versuche bitte dich nicht zu sehr anzustrengen ... wir sind vorerst in Sicherheit ... in einer Siedlung namens Sanctuary ... mir geht es den Umständen einigermaßen. Ich freue mich, dass du wieder ansprechbar bist." Ein leichter Glanz war in Liams Augen zu sehen. Er wusste, wie schlecht es um seinen Vater gestanden hatte. Liam wollte Alan gerade mehr erzählen, als Doc Dingo hereintrat. Sofort erstarb das Gespräch und Liam schaute misstrauisch drein. Ted seufzte und schüttelt den Kopf. Dann nahm er einen weiteren Stuhl und verschloss die Tür hinter ihm.
Ted setzte sich in die Nähe des Krankenbetts und schaute erste Alan und dann Liam nachdenklich an. "Sie können mir trauen ... beide. Ich weiß, wer Sie sind und woher Sie kommen. Ich kenne sogar Ihre "Aufgabenbereiche." sagte Doc Dingo ruhig an Liam gewandt. Der Sohn von Alan Binet schaute zunächst irritiert und unsicher, dann wirkte er wieder gefasst. "Und Sie haben kein Problem damit? Ich habe die ganzen Tage geschwiegen, weil ich meinen Vater nicht weiteren Gefahren aussetzen wollte." Ted lächelte kurz. "Ich persönlich nicht. Andere könnten damit durchaus ein Problem haben. Aber meine Wissen behalte ich für mich. Keine Angst. Und ich dachte es mir schon." Alan lauschte die ganze Zeit mit geschlossenen Augen Er war einfach zu erschöpft, um die Augen lange offen zu halten. Auch er erschrak innerlich, als der Arzt ihnen offenbarte, dass er über sie Bescheid wusste.
"Danke, dass Sie es für sich behalten." sagte Alan und seufzt leise. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht kann, Liam. Die Oberfläche ist noch tödlicher als ich mir sie je hätte vorstellen können. Wir wären schon in den wenigen Stunden gestorben, hätten uns diese Leute nicht gefunden und behandelt. Ich fühle mich im Moment so verloren." Liam ließ schuldbewusst den Kopf hängen. "Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht in diese Sache mit hineinziehen ... aber ich musste handeln ... sie haben es nicht verdient so behandelt zu werden. Du hast selbst immer gesagt, dass sie zu mehr in der Lage sind ... " Alan unterbrach seinen Sohn sanft und griff langsam nach der Hand seines Sohnes. "Liam, ich respektiere deine Entscheidung. Auch wenn sie für mich immer noch schwer nachzuvollziehen ist. Du bist und bleibst mein Sohn. Ich bedaure nur, dass wir einander nicht so weit vertrauen konnten, um darüber zu reden. Vielleicht wäre doch eine andere Lösung gefunden worden und ..." Alan beendete den Satz abrupt. Er war wieder eingeschlafen.
Liam streichelte sanft die Hand seines Vaters. Dann ließ er sie los und stand leise auf. Er verließ zusammen mit Doc Dinge das Krankenzimmer von Alan Binet. Er kehrte in sein eigenes zurück. Ted begleitete den jungen Binet dabei. Liam legte sich ebenfalls wieder in sein Krankenbett. Auch er musste immer noch langsam machen. "Sie wissen es vom Professor, nicht wahr?" Ted schlug kurz die Augenlieder nieder. Ein kleines, aber deutliches Zeichen für Liam. Er wirkte beruhigt. "Wird er bald wieder hier sein?" fragte Liam nach Blues Verbleib. Er hatte eine Menge Fragen an ihn. "Ich denke. Nur scheint im Moment einiges in Bewegung zu sein. Daher kann ich nicht sagen, wann das sein wird. Aber wenn er wieder hier ist, werde ich ihm Bescheid geben." Kurz darauf schlief der junge Binet ein und glitt in eine Welt verworrener Träume.
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476. Erwachen in einer anderen Welt IV.
Nachdem Blue in den letzten Tagen an verschiedenen Orten des Commonwealth gewesen war, führte in sein Weg ihn nun wieder zurück nach Sanctuary. Bevor er das HQ betrat, stattete er Ted Dingo einen Besuch ab. Der begrüßte ihn mit einem erleichterten Lächeln. "Sie sind beide über den Berg. Alan Binet schläft zurzeit wieder und ich glaube, der junge Binet scheint regelrecht ungeduldig auf deine Rückkehr zu warten." Blue gab einen erleichterten Ton von sich. "Gott sei Dank. Konntest du oder Andrew schon etwas in Erfahrung bringen?" Ted schüttelt den Kopf. "Nein, noch nicht. Diese Infos wollte er dir selbst erzählen. Auch nachdem ihm klar war, dass wir über beide Bescheid wissen. Du wärst besser im Bilde, das Ganze zu verstehen. So hat er sich ausgedrückt." Blue kratzte sich am Kopf und dachte einen Moment darüber nach, was Liam damit gemeint haben könnte. Dann verstand er. Liam wollte nicht, dass Ted von der Verbindung zur Railroad erfuhr. Der Junge war immer noch sehr vorsichtig.
Blue klopfte an die geschlossene Tür von Liams Krankenzimmer und trat dann ein. Liam saß im Bett und blätterte interessiert in einem Buch herum. Anscheinend aus Teds Fundus an Fachbücher. Er schaute zunächst verhalten auf, aber als bemerkte, dass Blue endlich zurück war, hellte sich sein Gesicht auf. "Ich bin froh, dass du wieder hier bist. Du möchtest wahrscheinlich nun wissen, warum wir uns an der Oberfläche des Commonwealths befinden?" Blue nickte, zog dabei die Tür zu und setzte sich auf den Boden in der Nähe des Kopfendes von Liams Bett. "Es wäre gut. Warum du und Alan hier oben seid, versetzt mich gelinde gesagt, in ein wenig Sorge. " brummte er. Liam begann alles in Ruhe zu schildern. Nach einiger Zeit schloss er ab. Blue hatte ihm die ganze Zeit zugehört ohne ihn zu unterbrechen. Danach sagte Blue einige Zeit nichts mehr.
Seine Augen wanderten unruhig hin und her. Sie machten einen in sich gekehrten Eindruck. Für Liam war es im Moment nicht möglich irgendetwas im Gesicht des blauen Supermutanten zu lesen. Ihm fiel aber nach einiger Zeit auf, dass Blue seine Kiefer ziemlich aufeinanderpresste, was ihm ein ziemlich griesgrämiges Aussehen verpasste. Er wollte ihn gerade danach fragen, als Blue sein Schweigen brach und ihn ziemlich durchdringend ansah. "Dann seid ihr beiden nicht aus der Gefahr heraus, sondern mittendrinnen. Was du mir berichtet hast, ist das Schlimmste, was uns allen passieren konnte. Dr. Ayo als Institutsleitung. Der ehemalige Institutsleiter auf dem Sterbebett ... jetzt verstehe ich endlich Vaters Warnung ... Virgil hatte recht ..." Liam sah Blue verunsichert und fragend an. "Virgil? Vaters Warnung? Wo von sprichst du ... Blue? Ich verstehe gar nichts mehr!" Blue berichtete dem jungen Binet in knappen Worten seine Erfahrungen. Zwischen ihnen sollten keine Geheimnisse mehr stehen.
Nachdem Blue seinerseits reinen Tisch gemacht hatte, schaute ihn Liam mit großen und überaus besorgten Augen an. Er hatte begriffen, dass sein Tun im Institut etwas in Bewegungen gesetzt hatte, dass alles was er kannte, vernichten könnte. "Ich hätte nie gedacht, das ... das ... Dr. Ayo so etwas tun könnte. So ein Verhalten war mir bisher fremd. Und das Brian diesen Weg gewählt hat ... wegen der Verfahrensweisen des Instituts ... und ich die Synths an die Oberfläche habe entlassen ... ich wollte doch nur ein besseres Leben für die Synths ... und jetzt? Jetzt muss ich fürchten, dass alle die mir etwas bedeuten getötet werden." Blues Gesicht nahm etwas weniger strenge Züge an. "Jeder tut das, was er für sich richtig hält, um die seinen zu beschützen, Liam. Jeder aus einer Perspektive heraus. Genau wie ich. Auch ich habe gehofft ein Weg zu finden, genau das zu verhindern, was bald passieren wird." sagte Blue deutlich resigniert.
Beide sahen sich schweigend eine Zeitlang an. Liam wirkte wieder etwas blasser. "Gibt es denn gar nichts, was man tun könnte?" sprach er Blue flehend an. "Wenn du und Alan mir hilfst, können wir vielleicht bestimmte Dinge abmildern, aber verhindern? Ich befürchte, dass wird nicht mehr möglich sein. Überlegt euch beide in Ruhe. Ich werde euch zu nichts zwingen." antwortete Blue ruhig und stand dann auf. Sorgenumwölk überließ er Liam jetzt seinen Gedanken. Er betrat das HQ und suchte nach Andrew und Preston. Er fand sie im Besprechungsraum. Sie schienen auf ihn gewartet zu haben. Sie setzen sich zusammen und besprachen die nächsten Schritte. Ronnie war per Funk zugeschaltet "Also bekommen wir es tatsächlich mit beiden Seiten zu tun." konstatierte Andrew. "Was denkst du, wo der neue Direktor als erstes zuschlagen wird?" Sein Blick und der von Preston hafteten an Blue.
"Schwierig. Dr. Ayo, ist kein unvorsichtiger Narr. Meinem Gefühl nach wird er zweifellos die Fraktion angreifen, die er für am gefährlichsten halt. Also die stählerne Bruderschaft. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass er Minutemen und die Bruderschaft zeitgleich angreift. Um totsicher zu gehen, dass wir uns nicht gegenseitig unterstützen. Ich kann wirklich nicht sagen, wievielte Synths das Institut für so eine Operation besitzt und mobilisieren kann." sagte Blue ehrlich. "Wir rechnen in der Hauptsache mit einer der beiden Möglichkeiten und richten uns danach aus?" fragte Preston nachdenklich. Blue nickte unzufrieden. "Vielleicht haben wir aber bald wenigstens die Sicherheit zu wissen, dass wir es mitbekommen, wann sie angreifen." Andrew schaute fragend. Preston ergänzte. "Das Signal, das gesendet wird, wenn Runner teleportiert werden? Haben die beiden Pendeltons tatsächlich dazu etwas rausbekommen?" Blue bejahte es. "In ein bis zwei Tagen werden sie uns die Frequenzen übermitteln, die sie herausgefunden haben. Sie machen gerade noch abschließende Tests."
Dann wechselten sie das Thema. Die Mitarbeit der ehemaligen Mitglieder der stählernen Bruderschaft machte allen ein wenig Hoffnung. Ebenfalls die Möglichkeit, dass ein bis zwei Institutsmitglieder auch helfen würden die Kräfte zu Gunsten der Minutemen zu verschieben. Auch wenn das im Moment noch nicht sicher war. Aber bei jeder erdenklichen Hilfe wäre es immer noch ein ungleiches Kräfteverhältnis, das wusste jeder der Minutemen. Trotzdem bestand immer noch Hoffnung in der Führungsriege. Über die letzten Jahre war es zu einer bemerkenswerten Weiterentwicklung der Minutemen im Commonwealth bekommen, weit über das hinaus, was vorher möglich war.
Blue suchte nach Beendigung des Gesprächs mit Preston, Andrew und Ronnie Danse Quartier. Bevor er an der Tür klopfen konnte, hörte er ein ihm mittlerweile fast fremdes Geräusch, ein herzhaftes Lachen, dass von Danse zu kommen schien. Einen Moment blieb er unschlüssig stehen, trat dann doch einen Moment später ein. Zu seiner Überraschung saß Danse mit den restlichen ehemaligen Mitgliedern zusammen. Sie schienen sich gerade über Vergangenes zu unterhalten. Nichts deutete daraufhin, dass man sich an Danse als Synth störte. Plötzlich wurde ihm gewahr, dass all seine Mühen doch nicht ganz umsonst gewesen war.
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477. Erwachen in einer anderen Welt V.
Es war jetzt über einen Monat her, als Ältester Bardeen wieder am Treffpunkt in der Kneipe ankam, die der Burg vorgelagert war. Bevor er sie betrat, verbrachte er die Brahmins seiner Karawane in die zwar provisorischen, aber dennoch gut gefertigten Stallungen unter. Draußen pfiff ein kalter erbarmungsloser Wind und brachte Schnee mit. Während er die einzelnen Brahmins versorgte, dachte er schweren Herzens an die Gespräche mit John Rothschild zurück. Die Neuigkeiten von der Westküste waren niederschmetternd.
Aus dem Süden der kollabierten NCR kehrten einige der Silverdragons die, die NCR seit der damaligen gewonnenen Schlacht gegen die Legion unterstützten, mit Flüchtlingstracks der NCR zurück. Was die übriggebliebenen NCR-Soldaten berichteten, ließen den Anwesenden das Blut in den Adern gerinnen. Als über verschiedene Kanäle bekannt wurde, dass irgendetwas oder jemand die Hauptstadt der NCR von der Landkarte getilgt hatte, begannen Knox Garret und Cassandra Moore darüber zu streiten, wie man die verbleibenden Kräfte im Süden zusammenhalten konnte. Durch das Auslöschen des ehemaligen Shady Sands wurden die Risse innerhalb der NCR, die sich bereits vorher durch politische und militärische Entscheidungen gebildet hatten, gesprengt.
Am Ende dieser Unterhaltung tat General Garret etwas, dass zeigte, wie dünn das Band der Zivilisation eigentlich war. Er hielt Cassandra Moore seine Waffe ins Gesicht. Diese sah ihn ungläubig an. "Was soll das Garrett? Sind Sie irre geworden?" Ein bitterer Blick traf sie. "Nein. Aber mir ist eines klar geworden. Es sind Leute, wie Sie und Wells, die die NCR von innen heraus geschwächt haben. Wären wir andere Wege gegangen, wäre das nicht passiert. Mit Sicherheit haben die Fremden und die Bruderschaft ihre Finger im Spiel ... sie haben uns die ganze Zeit an der Nase herum geführt ... davor habe ich gewarnt ... jetzt haben wir die Rechnung für diese Fehlentscheidung bekommen." Garetts Gesicht wies Trauer, Wut und Hass in einem auf.
"Aber die NCR ist noch nicht verloren ... ich werde die NCR wieder selbst aufbauen ... aber anderes als vorher ... Tandis Weg war der falsche ..." Garett schien die Überlegung mehr mit sich selbst zu führen. Dann blickte er wieder zu General Moore. Die hatte mit wachsenden Entsetzten Garetts Schlussfolgerungen gelauscht. Zu spät erkannte sie, was Garett nun tat. "Als erstes werde ich mit den Fehlern der Vergangenheit aufräumen." Das waren die letzten Worte, die Cassandra Moore hörte. Dann traf das Geschoss aus Garetts Revolver ihren Schädel und tötete sie augenblicklich. Das Geschehene sprach sich im Lager herum und führte zu Tumulten. Die anwesenden Silverdragons im Lager interpretierten das Geschehene in der einzig für sie richtigen Entscheidung, einer Flucht.
Mit ihnen flohen auch NCR Soldaten, die Garetts Denken als Verrat an der Sache der NCR ansahen. Auf den Weg Richtung Heimat der Silverdragons sammelten sie Flüchtlinge, Verletzte und andere ein, die dem ausbrechenden Chaos im Süden der Westküste entgehen wollten. Bardeen war am nächsten Brahmin angekommen und streichelte es nachdenklich und hing weiter seinen Gedanken nach Auch dem Norden der NCR gab es ähnliches zu berichten. Hier brachen Machtkämpfe innerhalb der Städte aus, die einst den Kern des Verbundes der NCR gebildet hatten. Alte, schon fast vergessene Kräfte kämpften sich an die Macht. Mit einem Flüchtlingszug aus dem Norden kam Jax Wells vor zwei Tagen schwerverletzt an. Er hatte diesen Zug mit den kläglichen Resten seiner Truppe beinahe bis zur Selbstaufgabe zum Lassen geführt.
Jetzt waren zwei der Fraktionen, die ehemals das Machtgefüge der Westküste beherrschten, selbst beinahe zur Staub zermahlen worden. Bardeen schüttelt den Kopf, als er an die Bruderschaft dachte. Die Chapter, die sich losgesagt hatten, würden diesen Sturm wahrscheinlich ebenfalls nicht überstehen. Unter den derzeitigen Umwälzungen würde sie mit Sicherheit nicht nach Lost Hills zurückkehren können. Es war im Moment zu gefährlich. Seine Gedanken kehrten an die Ostküste, in das Commonwealth zurück.
Auch hier standen die Dinge schlecht. Welche Macht sich hier durchsetzte, könnte ebenfalls auf lange Sicht die Westküste beeinflussen. Soweit stimmte er Johns Überlegungen überein. Unterstützung würde ihr Freund hier bekommen, nur wie die aussah und wie schnell diese kommen konnte, vermochte John Rothschild zum Zeitpunkt ihres Gesprächs nicht zusagen. Die Silver Dragons hatte zurzeit alle Hände voll zu tun, um die Leute, die bei Watertown und ihnen ankamen, Hilfe zu leisten. Jeremiah zuckte zusammen.
Er hatte ein Geräusch gehört, was er nicht sofort einordnen konnte. Sofort glitt seine Hand zu der Laserwaffe, die er bei sich trug. Als er in die Richtung sah, entspannte er sofort. Es war nur einer seiner Leute, die nach ihm sah. Mit einem kurzen Zeichen gab er Bescheid, dass alles in Ordnung war. Zusammen verließen sie den Stall und betraten die Kneipe und setzten sich zu den anderen Mitgliedern. Sie warteten bis zum Abend, als Abby und Trian nach ihrem Dienstende sich zu den Karawanenführer dazugesellten. Aus einer Ecke des Raums beobachte sie ein Ödländer. Es war Deacon, der den Auftrag hatte, die neue erschiene Karawane und die beiden Minutemenzugängen in der Burg im Auge zu behalten. Ronny hatte ihm aufgrund von Prestons Anweisungen dazu angewiesen. Deacon beobachtete immer mal wieder unauffällig, aber seine Erfahrung sagte ihm, dass an diesen Leuten mehr dran war, als auf dem ersten Blick sichtbar war.
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Schön wieder was von Blue in 2026 zu lesen

Kommt mir das nur so vor, oder hast du das canon von der Fallout Serie übernommen und mit einbezogen?
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Ja, habe ich zu einem gewissen Teil
. Obwohl ich die zweite Staffel noch nicht gesehen habe. Ich warte mit dem ansehen, bis sie komplett ausgestrahlt worden ist. So kann ich das ganze lorekonform erzählen, aber dennoch die eigenständig weiterschreiben (durch Informationsverluste der beteiligten). Das Wasteland bietet dafür mehr als genügend Platz. 
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Hallo, wie ihr sicherlich im Moment bemerkt habt, schreibe ich im Moment nur sehr langsam weiter. Das liegt unter anderem daran, dass sich zurzeit im RL für mich viel verändert. Was auch leider mit meiner Erkrankung zusammenhängt (Erwerbsunfähigkeit u.a.) Sobald das Gröbste durch ist, werde ich auch wieder regelmäßiger schreiben und auch meinen Flaggenmod weiterführen. Nur im Moment brauche ich alle verbleibende Kraft für die notwendigen Verwaltungsgänge.
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Wird schon wieder. Du weißt ja, wenn Endboss deutsche Bürokratie geschafft ist, ist der Rest fast schon leicht.
Viel Kraft mein Guter

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Alles Gute für dich.

Lass dich nicht von denen fertig machen, ich weiß das ist leicht gesagt, grade wenn man angeschlagen ist.
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478. Merkwürdige Freundschaft I
Blue starrte müde an die Decke seines persönlichen Zimmers im Sanctuarys Minutemen HQ. Er hatte die Nacht kaum geschlafen. Zuviel ging ihm durch den Kopf. Die letzten Wochen waren zwar ohne nennenswerte Zwischenfälle vergangen, aber trotzdem war diese relative Stille, dass was ihn am meisten beunruhigte. Das Institut schien derzeit von der Oberfläche verschwunden zu sein, aber Allans und Liams Berichte über das was im Institut passiert war, mahnten Blue zu Vorsicht. Der neue Institutsleiter plante sicherlich etwas, was dem Commonwealth nicht gut bekam.
Je mehr Zeit verging, desto größer würde das Ereignis werden, dass entweder die stählerne Bruderschaft oder Minutemen oder beide zusammen betraf, da war er sich sicher. Auch die Bruderschaft war nicht untätig und positionierte sich fast unmerklich strategischer. Mehrmals hatte Maxson versucht Kontakt zu ihm aufzunehmen und einen Zwischenstand zu einem Zugang zum Institut von ihm zu bekommen. Er antworte nicht darauf. Der Älteste würde ewig darauf warten können.
Das Band zum Ältesten Maxson und dem Rest der Bruderschaft war durch Ingrams Flucht und Berichte endgültig durchschnitten. Sollte Maxson ruhig glauben, dass die Minutemen bzw. er ahnungslos waren. Im Moment fühlte sich der gegenwärtig Zustand so an, als säßen sich drei Schachspieler gegenüber, darauf wartend, dass irgendjemand den ersten bzw. einen falschen Zug tat, um dann zuschlagen zu können. Über dem Commonwealth schien ein wachsame Stille zu hängen, die beinahe einen jeden betraf.
Es klopfte. Blue schreckte aus seinem Nachdenken hoch. Es war Preston. "Blue, ich störe dich ungern, aber Ted braucht dich. Es ist dringend." In der Stimme von Preston war Sorge zu hören. "Bin schon auf dem Weg." brummte er und war dabei schon fast an der Tür. Er lief an Preston vorbei. Ted war derjenige, der ihm am wenigsten um Hilfe bat. Also musste irgendetwas wichtiges passiert sein. Kaum hatte er Teds Praxis betreten, schaute er in den Teds besorgtes Gesicht. Hinter ihm stand Strong, der noch ein griesgrämigeres Gesicht als sonst zeigt. Er schaute auf die Person, die auf der Liege. Es war Cait.
Sie war leichenblass und kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn. Hin und wieder zuckten ihre Gliedmaßen unwillkürlich. Blue erkannte den Zustand in dem sich Cait befand sofort. Zu oft war er ihm im Commonwealth begegnet. Häufig genug hatte der tägliche Überlebenskampf dazu geführt, dass Leute begannen das unerbittliche Leben mit allerhand Drogen ertragbarer zu machen. Dazu gehört auch Cait. "Wird sie es überleben? " fragte Blue ruhig. "Wahrscheinlich, ich habe getan, was ich konnte, aber sie ist angezählt. Der Körper wird das nicht mehr lange mitmachen. Sie kann nicht mehr mit, aber auch nicht mehr ohne Leben. Wäre Strong nicht mit ihr so schnell zu mir gekommen ... den Rest kannst du dir sicherlich denken. " Blue nickte ruhig.
Dann meldet Strong sich zu Wort. "Ich ihr immer gesagt haben, dass sie das schwach macht. Sie ohne Gift viel stärker. Sie eigentlich sehr guter Kämpfer. Für einen Menschen. Jetzt sie so schwach, dass sich nicht mehr kämpfen kann. Das Commonwealth sie jetzt fressen wird. Ich verstehen nicht, wie Menschen so dumm sein können." Die Frustration war deutlich in Strongs Stimme zu hören. Cait gehörte zu den wenigen Menschen, zu denen Strong eine Art Freundschaft entwickeln konnte. Caits brutale Art des Nachkampfs gefiel dem Supermutanten so gut, dass er und sie nach einiger Zeit ein festes Team bildeten. Auch wenn Cait ihn teilweise ziemlich grob beschimpfte, kamen die beiden erstaunlich gut miteinander aus.
Auf menschlicher Ebene fiel Cait das schwer. Die Einzige, die mit ihrer zynischen und misstrauischen Art zurechtkam, war Pieper. Aber auch sie konnte Cait nicht so viel Anker geben, dass Cait die Einnahme von Drogen wie Psycho, Buffout und anderen reduzieren konnte. Zu tief und zu oft war sie von Menschen betrogen worden. Blue seufzte leise. Er hatte gehofft, dass Cait vielleicht in einer relativ sicheren Umgebung wieder mehr halt für sich finden könnte, aber leider war das Gegenteil eingetreten. Auch wenn er Cait gerne auf die Beine helfen wollte, wusste er, dass er nicht mehr viel für sie tun konnte. "Preston sagte, dass du mich brauchst? Es war auf Cait bezogen, richtig? Wenn du darauf hoffst, dass meine Erfahrungswerte eine Möglichkeit geben Cait zu retten oder gar eine Heilung parat halten, muss ich dich enttäuschen. Leider. Soweit ich weiß, habt ihr alles ausprobiert. Aber nichts hat geholfen. Sie ist mittlerweile weit über den Punkt hinaus"
Ted nickte. "Das dachte ich mir schon. Aber es gebe durchaus etwas, wo du Cait vielleicht helfen könntest. Ich will sie noch nicht aufgeben und noch eine letzte Möglichkeit ausloten ... aber ich will ehrlich sein, ich weiß nicht ob es sie tatsächlich gibt ..." Ted erzählte Blue, was er über Nachforschungen und alte Aufzeichnungen im Commonwealth mitbekommen hatte. Laut denen gäbe es einen Vault westlich von Somerville Place unweit des leuchtenden Meeres. Die alten Aufzeichnungen schienen echt zu sein und nannten sogar die Nummer.
Es war eine Vault-Tec Vault mit der Nummer 95. In ihr waren Experimente mit Süchtigen gemacht worden und angeblich gab es sogar Möglichkeiten Schwerstdrogenabhängige sogar von ihrer Sucht zu kurieren. Auch wenn mittlerweile die Chancen gering waren, dass sich heute dort noch so etwas wertvolles befand. Blue dachte ähnlich wie Ted. Er würde dieser Möglichkeit nachgehen. Zwei Tage später zogen Blue, Strong und eine geschwächte und zynische Cait Richtung Somerville Place los.
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478 Teile später und jetzt kommt erst die quasi vanilla Cait Quest
Geil -
479. Merkwürdige Freundschaft II
Vor einigen Stunden hatten sie Egret Tours verlassen und bahnten sich langsam den Weg Richtung Leuchtendes Meer. Nach Teds Quellen sollte sich die Vault irgendwo an der Grenze befinden. Er wandte sich um und schaute nach Strong und Cait. Beide waren ein gutes Stück hinter ihm. Strong lief neben Cait und hatte seine Stirn in Falten gelegt. Blue hatte den Eindruck, dass Strong derzeit versuchte aus Caits Verhalten schlau zu werden. Die wiederum war die ganze Zeit zynisch gewesen und ließ ihre Gereiztheit durch die mittlerweile zu wenig im Blut vorhandene Drogen sowohl an Strong als auch an Blue aus. Sie zischte irgendetwas durch ihre zusammengebissene Zähne Richtung Strong.
Der kratzte sich nachdenklich an seinem Kopf. Dann beschleunigte er seinen Schritt Richtung Blue. Einen Moment später lief er neben ihm. "Ich kleine Brüder nie ganz verstehen werde. Warum Cait nicht freuen? Du ihr helfen Kraft wiederfinden und Gift wegnehmen. Sie wütend wie Todeskralle in Liebeszeit." beschwerte sich Strong. Blue seufzte kurz. "Das macht das Gift Strong. Ihr Körper verlangt danach. Deshalb diese Laune." Strong dachte erneut nach. "Ich das nicht verstehen. Gift macht Körper gleichzeitig schwach und stark? Gefährlicher Gegner." Blue nickte kurz und schaute dabei aufmerksam in der Gegend herum. Bald mussten sich doch irgendwo Hinweis auf eine Vault bzw. Vault-Tec Überbleibsel zeigen.
Nach einer weiteren halben Stunde entdeckten sie etwas. An einem steilen Hang in einiger Entfernung konnte man metallene Treppen sehen, die sich dort anschmiegten. Aus ihrer Position schien in einem tiefen Schatten eine Öffnung zu sein. Blue verlangsamte den Schritt und kramte währenddessen in seiner Seitentasche nach dem alten Fernrohr. Er schaute hindurch und brummte. "Mit denen habe ich hier gar nicht gerechnet. Die sind lästiger als Blähfliegen." Strong und Cait erreichten Blue. Sie bekamen den missfallenden Brummton mit. "Lass mich raten, die Vault hat Bewohner? Auf was dürfen uns freuen? Na da kannst du uns ja mit einer Runde Schädelball unterhalten." Cait schaute zu Strong hinauf. Bei dem war schon die Vorfreude im Gesicht zu lesen.
Er grinste Cait an. "Ich dann endlich das neue Geschenk von Runzelbrüdern ausprobieren." Danach zog er einen Superhammer vom Rücken, der gewisse Ähnlichkeit mit Blues Variante aufwies. Er streichelte ihn beinahe liebkosend. "Gunner." grollte Blue mit tiefer Stimme. "Lasst mich erst etwas Platz schaffen und schauen wie viele dieser Mistkerle sich dort breitgemacht haben. Dann kann Strong sich mit einer Partie "Schädelball" beschäftigen. Du bleibst in meiner Nähe, Cait." Die Augen von Cait verengten sich. "Ich werde mit Sicherheit nicht dabei zu sehen, wir ihr beiden Quadratschädel allein mit den Gunnern die Wände der Vault in blutrot tapeziert. Ich kämpfe mit. Außerdem Blauer, wenn das Heilmittel schon verrottet sein sollte, will ich wenigstens noch ein paar hässliche Visagen zertrümmern. Bevor mich das Zeitliche segnet."
Strong grinste erneut. "Cait, du fast wie Strong." "Ach halts Maul, Mutie." kommentierte Cait genervt das Lob von Strong. Blue schüttelte über die beide nur den Kopf. In den Schatten der verkrüppelten und beinahe blattlosen Bäume schlich er vorwärts. Cait und Strong verzogen sich hinter einen größeren Stein. Bald erreichte Blue ein Entfernung zur Vault, wo er mehr wahrnehmen konnte. Die geöffnete Tür des Vault war gut zu sehen. Ebenfalls einige Gunner, die gelangweilt vor dem Eingang Wache schoben. Er beobachtete sie einen Moment, bevor er sie endgültig angriff. Bereits beim Erspähen der Gunner hatte er sich gefragt, warum sie hier waren. Wahrscheinlich war es das, weswegen auch er hier war. "Hmm. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Wenn sie hier immer noch sind, könnte es gut sein, dass die alte Technik tatsächlich immer noch funktioniert. Und Cait noch eine Chance hat. Gut."
Blue legt sein Scharfschützengewehr an und zog die Wache ohne großes Aufhebens aus den Verkehr. Vorsichtig schlich er zur großen zahnradförmigen Vaulttür weiter und spähte hinein. Niemand befand sich im Vorraum. Er konnte Stimmen tiefer in der Vault hören, die sich ruhig unterhielten. Das Ausschalten der Wache war also noch nicht aufgefallen. Wahrscheinlich rechneten die Gunner nicht damit, dass sich jemand an diesen Ort verirren würde. Blue winkte leise Strong und Cait heran. Zusammen zerlegten sie die Gunnertruppe. Das Überraschungsmoment war auf ihrer Seite. Nach einigen Stunden war auch der letzte Gunner erschlagen. Strong schaute stolz auf seine Waffe und Cait sah trotz ihres erschöpften Zustandes sehr zufrieden aus. "Schöne Keilerei, Quadratschädel. Macht immer wieder Laune mit dir." lächelte sie müde Strong an.
In aller Ruhe durchsuchten sie nun die Vault und fanden das, was Ted ihnen geschildert hatte. Es war eine Art Stuhl, in dem man Platz nehmen konnte. Er hatte mehrere breite Lederriemen, mit dem man Patienten fixieren konnte. Im Kopfbereich befand sich ein zu öffnender metallener Reif, wo der Kopf drin Platz fand. Das Ganze war mit einigen alten Computern verbunden. Nachdem Blue Cait festgebunden und den Kopf im Reif platziert hatte, ging er zum Steuerungsterminal. "Ich werde die Behandlung nun starten. Aber sei gewarnt, laut den Aufzeichnungen ist der Prozess ziemlich schmerzhaft." Cait nickte müde. "Schlimmer als die innerlichen Schmerzen, die ich gerade habe, kann es nicht sein. Fang an!"
Blue leitete das Programm ein. Nur wenig Sekunden später bäumte sich Cait auf und ihr ganzer Körper schien von Krämpfen geschüttelt zu werden. Schmerzverzerrt biss sie auf ihre Zähne. Wenn der Schmerz zu groß wurde, öffnete sie den Mund und gequälte Laute und Fluchen waren zu hören. Die ganze Tortur ging über mehrere Stunden. Am Ende der Behandlung brach Cait zusammen. Blue legt sie vorsichtig auf einen der Schlafsäcke, der vorher den Gunnern gehört hatte. Sie schliefen bis zum nächsten Morgen durch.
Als sie aufwachte, saß Blue in der Nähe von ihr. Er schaute sie nachdenklich an. "Wie fühlst du dich, Cait?" "Klar. Ruhig. Erschöpft. Ich ... kann es schwer beschreiben. Es ist ein merkwürdiges Gefühl ... aber meine Gedanken kreisen nicht mehr um das ganze Zeugs ... es hat tatsächlich geholfen. Blue? Ich habe nie daran geglaubt, dass mir irgendjemand wirklich hilft ohne dabei seinen Vorteil zu haben ... aber du und der gute Ted ... Danke." Cait lehnte sich gegen die Vaultwand und dachte über vieles nach. Nachdem sich Cait ein wenig erholt hatte, machten sie sich auf den Rückweg. Bei Egret trennten sich ihre Wege. Cait und Strong wanderten weiter Richtung Sanctuary. Er selbst wollte in Richtung Burg. Die beiden konnte er getrost allein weiterziehen lassen.
Derweilen in der Burg. Ronnie lass sich die letzten Berichte von Desdemona zur Lage im Commonwealth durch als einer Minutemensoldaten sichtlich irritiert zu ihr kam. Er salutierte kurz respektvoll vor Ronnie. "Verzeihung Major, Sie bei ihren wichtigen Aufgaben zu stören, aber wir haben etwas südöstlich von Spectacle Island gesichtet. Ich weiß nicht wie ... Sie sollten es ... sich selbst ansehen, Major." Ronnie schaute zunächst fragend, stand auf und folgte dem Soldaten. Als sie auf den Hof heraustrat, stellte sie sofort fest, dass eine große Anzahl ihrer Leute in eine Richtung schaute. Die Gesichter waren fragend bis misstrauisch. Oben auf der Burg angekommen, wusste sie warum. Auch sie sah etwas, was sie in große Sorge versetzte.
In der Ferne sah sie etwas, was an das Luftschiff der stählernen Bruderschaft erinnerte, aber irgendwie auch wieder nicht. Dieses Luftschiff schwebte aus südöstlicher Richtung auf die verlassene Insel zu, die ein einiger Entfernung zur Burg lag . Es war pechschwarz, unbekannter Bauweise und am Bug waren deutlich zwei große Geschütze zu sehen. Ronnie fiel auf, dass das Luftschiff seine Geschwindigkeit drosselte und über Spectacle Island verharrte. "Hat die Bruderschaft Verstärkung angefordert, Major?" fragte einer ihrer Leute deutlich verunsichert. "Ich weiß nicht. Das sieht nicht nach der Bauweise der stählernen Bruderschaft aus. Aber mir gefällt das nicht, dass ein augenscheinlich bewaffnetes Luftschiff direkt vor unserer Haustür Stellung bezieht."
Sie beobachtete einen Moment weiter. "Sie kommen nicht näher und sind außerhalb der Reichweite unserer Waffen. Würden sie uns direkt angreifen wollen wären ihnen das möglich gewesen. Ich werde trotzdem die Burg in erhöhte Alarmbereitschaft versetzten. Und Grünschnabel muss informiert werden. Vielleicht hat das Institut fliegen gelernt." Ronnie gab Anweisungen und man beobachtete weiterhin beunruhigt den Neuankömmling.
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480. Merkwürdige Freundschaft III
Auch den anderen Fraktionen war die Ankunft des unbekannten Luftschiffs nicht verborgen geblieben. Captain Kells observierte es vom Außendock der Prydwen aus. Seine Stirn war dabei in Falten gezogen und sein Gesicht noch ernster als sonst. Er merkte, wie jemand neben ihn trat und hielt demjenigen das Fernglas hin. "Schon eine Idee, wer das ist?" fragte Ältester Maxson ruhig. "Negativ Sir. Nach unseren Kenntnissen keine Institutstechnologie. Das Einzige, was ich sagen kann, ist das es über fortgeschrittene Technologie verfügt. Unserer entweder gleichwertig oder ... sogar überlegen." Maxson betrachtete derweil das fremde Luftschiff argwöhnisch durch das Fernglas und nickte zu Kells Feststellung. "Noch ein Unsicherheitsfaktor mehr im Commonwealth."
Maxson rieb sich nachdenklich das Kinn. "Es scheint sich noch eine Fraktion für das Commonwealth zu interessieren und die Finger im Spiel zu haben. Vielleicht doch eine Abteilung der Enklave, Kells?" "Unwahrscheinlich, Sir. Wir haben keine Hinweise darüber gefunden. Selbst die Überprüfung der Kampfstätte im Norden hat ergeben, dass sie im Commonwealth nicht aktiv ist." Ein leises sarkastisches Lachen war von Maxson zu hören. "Unwahrscheinlich vielleicht, aber nicht unmöglich. Ich werde unsere Leute in erhöhte Alarmbereitschaft versetzten lassen. Sie Kells suchen einen verlässlichen Beobachter aus, der mir jedwede Veränderung berichtet."
Kells nahm mit einem kurzen Nicken den Befehl des Ältesten entgegen. Der verschwand dunkel brütend in die Prydwen. "Vielleicht war mein Instinkt damals doch richtig ... die Enklave ... und diese Missgeburt kommt doch von ihnen ... er meldet sich jetzt schon eine ganze Weile nicht ... möglicherweise hat er bereits den Zugang gefunden ... ja das wäre ein Möglichkeit ... aber sich so offen zu zeigen, dass wäre nicht ihre Art ... müssen uns schnell bereit machen, vielleicht schon zuschlagen ... " murmelte Maxson verunsichert als er zu seiner persönlichen Unterkunft ging und Weiteres veranlasste.
Ebenfalls wurden in Sanctuary im HQ der Minutemen die Nachrichten von Ronny argwöhnisch und angespannt zur Kenntnis genommen. Andrew und Preston beratschlagten sich gerade, als neue Nachrichten von denjenigen ankamen, die die stählerne Bruderschaft im Verborgenen observierten. "Das, was Deacon gerade berichtet gefällt mir nicht gar nicht. Bei der Bruderschaft ist an all ihren Standorten eine erhöhte Kampfbereitschaft zu erkennen. Was ist, wenn Ronny die Gefahrensituation doch unterschätzt? Das Schiff doch eines von Maxsons neuen "Spielzeugen" ist. Ronny und die Burg sich in akuter Gefahr befinden. Strategisch würde ich an Maxsons Stelle genauso vorgehen. Meinst du nicht, wir nicht zur Sicherheit irgendwelche Abschreckungsmaßnahmen ergreifen?"
Andrew schüttelte nachdenklich den Kopf. "Davon würde ich absehen. Im Moment sollten wir wie Ronny einen kühlen Kopf bewahren und weiter wachsam sind. Darf ich dich daran erinnern, dass sie diejenige mit der meisten Erfahrung in solchen Dingen ist? Ich würde das Ganze eher so deuten, dass auch die Bruderschaft bei diesen Neuankömmlingen unsicher ist. Und wenn es tatsächlich so ist, dass die Bruderschaft uns verunsichern will, dann sollten wir erst recht ruhig bleiben. Denke an Blues Worte: Wir unternehmen so lange nichts, bis der erste Schuss von der Gegenseite ausgeht." Preston starrte einen Moment lang auf die Karte.
Dann seufzte er. "Du hast recht. Auch wenn es mir schwerfällt, ruhig zu bleiben. Es wäre wieder nur ein harter Schlag für uns, wenn wir die Burg erneut verlieren würden ... Ronny ebenfalls ..." Andrew legte Preston beruhigend eine Hand auf die rechte Schulter. "Ich weiß, wovor du dich fürchtest, Preston. Das es wieder zerfällt. Selbst wenn die Burg fallen sollte ... denke dran, wir haben die Vault, Ironworks und vieles anderes. Die Minutemen ... wir werden dieses Mal standhalten." Preston ballte plötzlich die Fäuste. "Ja. Verdammt. Ich muss endlich aufhören in der Vergangenheit zu leben ... dieses Trauma endlich abschütteln." Andrew lächelte und nickte wortlos.
Während Andrew und Preston sich weiter beratschlagten und die Situation im Auge behielten, war die Ankunft der Unbekannten im Institut ebenfalls wahrgenommen worden. Institutsleiter Dr. Ayo lauschte aufmerksam der Zusammenfassung von Dr. Secord über den Neuzugang. Dr. Terai war ebenfalls im Büro des Institutsleiters und saß neben Dr. Secord. Immer wieder machte sie sich kurze Notizen. Nach einiger Zeit beendete die SRB-Leitung mit einigen Anmerkungen den Bericht. Dr. Ayo hatte sich mit ernstem Gesicht in seinen Institutssessel zurückgelehnt und überlegte.
"Nun, diese Entwicklung ist wenig erfreulich. Maxson tritt also in die Konfrontationsphase mit uns ein. Er scheint auf Nummer sicher gehen zu wollen ..." Dr. Secord unterbrach mit einem gut platzierten Räuspern Dr. Ayo. "Unsere Beobachtungseinheiten konnten aber noch nicht mit Sicherheit bestätigten, dass es zu stählernen Bruderschaft gehört ..." Beinahe strafend sah der Institutsleiter seine SRB-Leitung an. "Dr. Secord, es wird wohl nicht zu den Minutemen gehören ... das fremde Luftschicht ist weit über ihrem derzeitigen Forschungsniveau ... also kann es nur zur Bruderschaft gehören ..." Dr. Secord ließ nicht locker. "Oder einer fremden Fraktion, die das Commonwealth beanspruchen will ..."
Auf der Stirn von Dr. Ayo hatten sich bereits Zornesfalten aufgrund des Widerspruchs von Dr. Secord. Sie glätteten sich ein wenig. "Das ist durchaus ein Argument, aber es ändert nichts an unseren Plänen. Schon jetzt sind bereits zu viele Faktoren im Commonwealth anwesend, die unser Versuchsfeld verunreinigen. Sollten es tatsächlich Fremde sein, wird gegen sie genauso vorgegangen, wie bei den anderen. Wären die vorhergegangen Institutsleitungen nicht so lang passiv gewesen, würde sich dieses Problem heute nicht stellen. Diesen Fehler werde ich nicht begehen. Es ist nun Zeit, dass das Institut ihr derzeitiges Potenzial anwendet und in Zukunft noch erweitert." Dr. Ayo schaute zu neuen Roboticsleitung. "Wieweit sind die Planungen des Gemeinschaftsprojekts, Dr. Terai ?"
Dr. Terai setzte sich stolz auf. "Bis auf einige kleine Nachbesserungen haben wir ihren Arbeitsplan in einer wesentlich kürzeren Zeit als von Ihnen vorgegeben war erfüllt. Auch die Datenspieglung in den neuen Institutsbereich ist schon abgeschlossen. Damit sind auch alle vorgegebenen Sicherheitsparameter erfolgt. Sprich in bereits weniger als zwei Tagen könnten wir in die Ausführung gehen. Wie mir scheint, genau zum richtigen Zeitpunkt." Dr. Ayo lehnte sich wieder zurück. Sein Gesicht zeigte ein befriedigendes Lächeln. "Sehr gut. Endlich hat es dann ein Ende mit den Störvariablen. Dann autorisiere ich Sie beiden zu Einleitung der Endphase von Projekt "Garden Eden". Ich will über alles zeitnah informiert werden. Und Dr. Secord, Sie wissen, was noch zu tun ist?"
"Ja, Dr. Ayo. Die Entfernung von Dr. Madison Li aus der Leitung der "Advanced Systems" und Inhaftierung wegen Sicherheitsverletzungen bei Projekt Garden Eden. Ich habe die dementsprechenden Bericht bekommen. Sehr vorausschauend. Ich habe unsere Institutsrunner gerade angewiesen." Damit war das Gespräch beendet und Dr. Terai und Dr. Secord verließen Dr. Ayo. Dieser widmete sich nun ebenfalls den Vorbereitungen des Projekts. In seinem Kopf mahlte er sich bereits die uneingeschränkte Dominanz des Instituts im Commonwealth und darüber hinaus aus.
Von den Vorgängen, die unter dem Commonwealth nichts ahnend von allen anderen nun in Bewegung gesetzt wurden, diskutierten die Leute von County Crossing ebenfalls die Anwesenheit des zweitem Luftschiffs. Für sie war es klar, dass es nur die stählerne Bruderschaft sein konnte, die ihre Präsenz im Commonwealth ausweitete. Sehr zum Missmut seiner Bewohner. Jeremiah Bardeen, der mit seiner Karawane sich gerade in County Crossing aufhielt, betrachtete mit äußerlich nicht sichtbaren Erstaunen das Luftschiff. Ihm war als einzigem bewusst, woher dieses Schiff stammte. Selbst die anderen mitgereisten Mitglieder der westlichen stählernen Bruderschaft wussten nicht, was die Anwesenheit eines zusätzlichen Luftschiffs bedeutete.
"Sie haben es tatsächlich geschafft, Projekt Silver Arrow zu Ende zu bringen. Es nun mit eigenen Augen fliegen zu sehen ... mein alter Freund John hat meinen Bericht sehr ernst genommen, wenn er es ins Commonwealth schickt ... " dachte Jeremiah staunend und wurde sofort wieder ernst. "Oh verdammt ... Wir müssen auf schnellsten Weg zur Burg ... " Die beiläufig mitbekommenden Gespräche hatten ihm etwas Gravierendes in Erinnerung gerufen. Die Minutemen kannten die Vergangenheit ihre Anführers nicht und Drake erinnerte sich ebenfalls nicht. Die Situation im Commonwealth war im Moment so angespannt, dass bereits ein kleiner unbeabsichtigter Fehler von Seiten der Silver Dragons zum Auslösen des explosiven Gemischs beitragen konnten.
Mit einigen Handbewegungen wies er seinen Leuten Zeichen zu sofortigen Aufbruch an. Jeremiah hoffte inständig, dass bis zu seiner Ankunft alles ruhig blieb. Vor allem, dass die Minutemen oder Drake ihm selbst glaubte. Wenn er dort anwesend war. Innerlich verfluchte er die alten Ansichten der stählernen Bruderschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt war es für seine Leute und ihn nicht ungefährlich zu offenbaren, wer sie waren. In größter Eile schlug er den Weg Richtung Fort Independence ein. Seine Gedanken waren bereits bei Trian und Abby. Auch sie waren jetzt einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt. Die restlichen Mitglieder der westlichen Bruderschaft folgten ihrem Ältesten fragend.
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481. Die Offenbarung I
Ronnie beobachtete nun seit fast einem Tag aufmerksam das Treiben auf Spectacle Island. Die Neulinge schienen dort eine temporäre Basis zu errichten. Bis jetzt hatten sie keinerlei Anstalten gemacht, diese Insel zu verlassen. Trian und Abby sprachen leise in einem ruhigeren Teil der Burg miteinander. "Ich hoffe, Major Shaw bleibt weiterhin so ruhig und unsere Freunde machen keine unbedachten Aktion." Die wachsende Besorgnis des Paladins war deutlich zu hören. Abbey nickte. "Ich verstehe nicht, warum sie es nicht mit einer vorherigen Kontaktaufnahme versucht haben. Gerade wenn sie mit ihrem neuen Luftschiff im Commonwealth aufkreuzen ... wenn wir nicht wüssten, wer sie sind, wäre ich nicht so ruhig wie der Major geblieben. Es ist schon ... einschüchternd."
Trian seufzte. "Ich würde das Ganze gerne aufklären, aber in der derzeitigen angespannten Lage ... ich glaube, dass würde uns beiden nicht bekommen. Vielleicht hat unser "Freund" der Karawanenführer eine Idee." Beide waren mit ihren Formulierungen in letzter noch vorsichtiger geworden. Sie hatten durch einen kleinen, beinahe unbedeutenden Zufall bemerkt, dass sie unter Beobachtung standen. Obwohl sie sich bisher sehr umsichtig verhielten. Gegen Mittag kam eine gewisse Unruhe in der Burg auf. Trian und Abbey bekamen in der Messe Besuch von Deacon und Glory in Form von höher gestellten Minutemen, die sie aufforderten ihnen unauffällig zu folgen.
Währenddessen bewegte sich ein kleines Boot langsam von Spectacle Island in Richtung Burg. Gerade als Ronnie beschließen wollte, die Alarmbereitschaft zu erhöhen, kam der Funker der Burg zu ihr. "Major Shaw, ich glaube, die Neuankömmlinge versuchen Kontakt mit uns aufbauen. Soll ich antworten?" Ronnie nickte und begleitete ihn zur Funkanlage der Burg. Auch wenn die Nachricht teilweise durch Störungen schwer zu verstehen waren, war der Inhalt klar. Man wollte mit Minutemen sprechen, auch wenn zunächst kein Grund genannt wurde. Das verursachte ein noch tieferes Misstrauen. Trotzdem stimmte Ronnie einer Unterredung zu.
Die Leute, die die andere Seite vertreten sollten, waren bereits losgeschickt worden und befanden sich auf dem Boot. Ronnie ließ aber die übliche Commonwealthvorsicht nicht beiseite und schickte einige ihrer Leute los, um die Fremden in Empfang zu nehmen. Sie gab ihnen deutlich Anweisungen mit. Sie würden mit ihrem Boot in der Nähe der Wirtschaft anlanden, die sich in einiger Entfernung zur Burg befand. Argwöhnisch beobachteten die Minutemen die Ankunft. Die Leute auf dem Boot schien schwer bewaffnet und trugen Waffen, die den meisten Leuten Im Commonwealth unbekannt waren. Gerade als die Fremden das feste Land betraten, begrüßte die Delegation der Minutemen sie zwar freundlich aber bestimmend
"Der Major heißt Sie hier im Commonwealth willkommen, aber besteht darauf, dass Sie sie zur Unterredung nur unbewaffnet empfängt." Einiger der Fremden sahen wenig begeistert aus, aber derjenige der die Gruppe anführte, machte eine kurze Geste Richtung seiner Leute. Es war jemand, der scheinbar schon zu viele Schlachten mitgemacht hatte. Sein Gesicht war verhärmt und trug einige Narben. Der Ausdruck seiner Augen bei der Geste machte unmissverständlich klar, dass er kein Widerspruch duldete. Ohne Widerstand händigten sie die Waffen aus, ließen zu das man sie anschließend noch durchsuchte und folgten dann den Minutemen in die Burg.
Mit ernster Miene und einigen bewaffneten Minutemen um sich herum empfing Ronnie die Leute. Bevor sie ein Wort sprach, musterte sie zunächst den Besuch. Ein Detail fiel ihr ins Auge, sie trugen alle das gleiche Emblem. Eines was ihr seltsam bekannt vorkam. Zunächst fiel es ihr nicht ein, wo sie es schon einmal gesehen hatte. Allesamt waren die Leute sehr gut ausgerüstet und Ronnie war schon bereits ein Bericht über die Waffen zugtragen worden. "Dafür, dass Sie "nur" mit uns reden wollen, tragen Sie ein Arsenal bei sich, als wollten Sie ins Commonwealth einfallen. Also, was wollen Sie?" Ronnies Gesicht war ernst und es war ihr anzusehen, dass sie umgehend handeln würde, wenn diese Fremden keine zufriedenstellende Antwort liefern würden.
Der Veteran der Gegenseite nickte, räusperte sich und antwortete knapp, aber höflich. "Wir sind hier, um die Minutemen und das Commonwealth gegen jedwede Feinde zu unterstützen, Major." Ronnie zog eine ihrer Augenbrauen überrascht hoch. "Sind Sie Söldner? Dann kann ich Ihnen gleich sagen, dass ... " Der Veteran unterbrach sie. "Nein, Major. Sind wir nicht. Ist es möglich ein Gespräch mit dem General zu führen ... erst dann bin ich befugt, Ihnen mehr mitzuteilen." Schlagartig stand Ronnie und ihre Augen waren zu Schlitzen verengt. "Und Sie glauben wirklich ich kaufe Ihnen das Ganze mit der Hilfe ab und dass ich Ihnen den General dann noch auf dem Präsentierteller liefere? Für wie dumm, halten Sie uns eigentlich? Im Moment macht es für mich eher den Anschein, dass eher um das Gegenteil geht ..."
Ronnie unterbrach sich für einen Moment selbst. "Jetzt ... jetzt bekommt alles langsam einen Sinn ..." Der Major nickte einem ihrer Leute zu. Der verschwand kurz und kehrte mit zwei Minutemen zurück, die die Hände auf dem Rücken gefesselt hatten. Es war Trian und Abby. Auch wenn der Veteran und die beiden nichts sagten, so war es an der Körpersprache zu merken, dass man sich kannte. "Gehören die beiden auch zu Ihnen?" fragte Ronnie unwirsch. Der Veteran schwieg für einen Moment. Es war ihm deutlich anzusehen, dass er nach einer vernünftigen Antwort suchte. Das Gespräch entwickelte sich in eine Richtung, die nichts Gutes verhieß.
Plötzlich erschien ein weiterer Minutemen und informierte sie über eine weitere Entwicklung. Sie nickte und erteilte mit einem knappen "Reinbringen" einen weiteren Befehl. Der Veteran, Trian und Abby schauten sie irritiert an. Dann wurde ein dunkelhäutiger Mann mit krausen grauen Haaren, der eine verblichene goldene Brille trug, sanft, aber bestimmend in Ronnies Quartier geschoben. Er schaute besorgt in Richtung Trian und Abby und dann zu Veteranen hinüber. "Sie kennen sich also. Wer sind Sie wirklich? Stehen Sie auf Maxsons Seite? Welches Spiel wird hier gespielt ...?" Dann erklang plötzlich eine Stimme, die alle Anwesenden kannten und die zurzeit drohend klang. "Das wüsste ich auch gerne. Überlegen Sie sich Ihre Antwort gut. Ich bin nicht für taktische Spielchen aufgelegt."
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482. Die Offenbarung II
Jeremiah Bardeen blickte seinen alten Freund trotz der angespannten Situation ruhig an. Aufgrund seiner augenblicklichen Ausrüstung schien er gerade von einer Missionen zurückgekehrt zu sein. Drakes Körpersprache und der misstrauischen Ausdruck in seinen Augen machten Jeremiah klar, dass er hier jetzt äußerst behutsam vorgehen musste. Abbys Einschätzung und Informationen der Lage waren richtig gewesen. Drake erkannte sie alle nicht. Der Sturz damals aus dem Luftschiff muss ziemlich heftig gewesen sein, dass er sich nach so langer Zeit an jedwede gemeinsame Vergangenheit nicht erinnern konnte. Ein unangenehmer Gedankenblitz durchzuckte Jeremiah. "Was ist, wenn er seine Vergangenheit für immer vergessen hat? So wie bei seiner Umwandlung ... "
Ältester Bardeen wurde jäh in seinem Gedankengang unterbrochen, als sich plötzlich der Gesichtsausdruck von Drake veränderte. Sein Blick fiel wie gebannt auf das Erkennungszeichen der Silver Dragons. Verwirrung kam zum misstrauischen Ausdruck in den Augen hinzu. "Dieses Zeichen ... es ist ... es sieht so aus wie ... " Blue begann in seinem Seitenbeutel zu kramen und zog eine der beiden silbernen Kassetten heraus. Er betrachte das Zeichen darauf und erneut das Zeichen, das der Fremde auf seiner Uniform trug, der Ronnie gegenüberstand. Sie waren fast identisch. Blue war einen kurzen Moment unschlüssig, dann verdunkelte sich sein Gesicht langsam ... waren die Fremden seinetwegen hier? Waren sie Freunde oder eine zusätzliche Gefahr?"
Jeremiah sah wie Drake scheinbar das Enblem der Silver Dragons erkannte, aber auch wie er darauf reagierte. Der Älteste entschloss sich zu handeln. Er räusperte sich kurz und hatte damit die Aufmerksamkeit von Drake und dem Major. "Ich würde gerne versuchen, das Ganze aufzuklären. Wir stellen für Sie alle hier keine Gefahr dar. Auch wenn es von der der Bewaffnung so aussieht. Es ist der Gegenteil der Fall... " Drakes und Ronnies Gesicht wurden noch misstrauischer. "Ich möchte nur ein Bitte äußern. Lassen Sie mich erst zu Ende berichten, dann können Sie ihr endgültiges Urteil bilden."
Jeremiah sah zu dem alten Veteranen der Silver Dragons hinüber. Der nickte und trat einen Schritt zurück. Ruhig stellte sich der Älteste der westlichen Bruderschaft und seine Unterstützer vor. Bei der Nennung der stählernen Bruderschaft konnte Jeremiah eine unterdrückte Wut bei Drake erkennen, aber der ließ den für ihm im Moment völlig Fremden weiterberichten. Danach erläuterte der Älteste, was sich damals nach Johns Berichten abgespielte und warum Drake im Commonwealth gelandet war. Allerdings ließ Jeremiah die Position seines Freundes zunächst außen vor. Die ganze Geschichte war so schon komplex genug, da hätte der Posten seines Freundes das Ganze noch unglaubwürdiger erscheinen lassen können.
Für Jeremiah war es zunächst wichtig erst einmal erneut einen Zugang und Vertrauen zu seinem Freund zu bekam. Alles andere würde sich hoffentlich danach ergeben. Nach einiger Zeit endete der Bericht. Es war für einem Moment totenstill im Quartier. Nur die Geräusche vom Innenhof der Burg drangen gedämpft herein. Blue dachte nach. Alles klang logisch, trotzdem liess das Misstrauen ihn nicht los. Seine Gedanken gingen verschiedene Szenarien durch. "Könnte es eine perfide Falle des Instituts sein? Vielleicht war es ihnen ja doch irgendwie gelungen ohne sein Wissen auf einen Teil seiner Erinnerungen zu zugreifen. Anderseits wäre der Aufwand viel zu hoch so eine Finte auszuführen und die Technologie wies keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Institut auf. Dann war da noch das Problem mit der zweiten Bruderschaft des Stahls. Warum halfen sie und paktierten nicht mit ihren Brüdern?"
Er seufzte leise in sich hinein. Hilfe konnten sie wirklich gebrauchen und er wollte sich auch an seine Vergangenheit endlich erinnern, aber was, wenn er getäuscht wurde. Plötzlich sah er die Person namens Jeremiah Bardeen forsch an. "Es gibt Sachen, die ich wissen und verstehen will. Dann bin ich vielleicht bereit dem Ganzen Glauben zu schenken. Erstens, die beiden Maulwürfe dort gehören zu wem? Dann woher wussten Sie, wo Sie mich finden? Und als aller letztes, wenn ich es richtig verstanden habe, ist es unteranderem Ihre Aufgabe, mich schnell nach ... Hause ... zu bringen?"
Der Älteste antwortete ihm weiterhin ruhig. "Die beiden gehören zu mir ... " dann erläuterte er Sinn und Zweck, aber auch dass die beiden und er gute Freunde waren. Als es um das Auffinden ging, zeigte er auf den arg ramponierten Pipboy. An dieser Stelle erinnerte sich Blue an das, was ihm die Aufseherin von Vault 88 gesagt hatte. Das Misstrauen schwand langsam. All diese Dinge passten wie ein Puzzle zusammen. Blue letzte Frage beantworte Jeremiah sowohl mit einem Ja und einem Nein. Ein Lächeln glitt dabei über seine Lippen. "Wir wissen genau, was hier im Commonwealth auf dem Spiel steht und ein bestimmter Jemand würde selbst in den dicksten Ketten hierhin zurückkehren, um die zu beschützen, die ihm wichtig sind. Dafür kenne ich ... dich ... zu gut, alter Freund." In Jeremiahs Stimme klang ein tiefer ehrlicher Respekt mit.
Für einen Moment trafen sich ihre Blicke und die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Blue kramte tief in seinem Gedächtnis und fokussierte sich darauf. Dabei brummte er mehr zu sich selbst. "So sehr ich es versuche, ich kann mich nicht erinnern. Ich würde gerne glauben ... aber nur wenig Bilder ... Steine ... zwei Gesichter ... grüne Augen das eine, dass andere fremd, wie das einer Todeskralle geformt ..." Ronnie beobachtete die ganze Situation ruhig, aber unter tiefster Anspannung. Ihr schien, dass Blue das Erinnern Schmerzen bereitete und sie mehr als einmal daran dachte einzuschreiten, aber die Worte, die von diesem sogenannten Ältesten gesprochen worden waren, klangen ernst gemeint.
Tief in ihrem Inneren entstand eine Gewissheit. Die Fremden sagten wahrscheinlich die Wahrheit. Gerade als Ronnie sich zu Blue hinwenden wollte, trat der alte Veteran vor. Als dieser Blues Worte vernahm, schien so etwas wie eine Erkenntnis in ihm aufzuflackern. An Jeremiah, Ronny und Blue gerichtet teilte er mit, dass er vielleicht eine Idee hatte, die dazu führen konnte, dass Blue sich wieder erinnern konnte. Es war nur eine Vermutung, aber einen Versuch wert. Es gab jemanden an Bord des Luftschiffes, der helfen könnte.
Sie würden ihn per Vertibird herüberfliegen lassen, wenn das im Sinne aller Beteiligten wäre. Jeremiah schaute fragend, ihm kam scheinbar niemand in den Sinn. Blue schaute Ronnie fragend an. Sie nickte. "Wir sollten es versuchen." Der Veteran bedankte sich und ging zu Landungsstelle. Dort schien er über seinen Pipboy Kontakt mit dem Luftschiff aufzunehmen, dass weiterhin ruhig über Spectacle Island schwebte. Kaum zehn Minuten später hörten sie ein Vertibirdähnliches Geräusch, dass sich der Burg näherte. Kurz danach landete der unbekannte Vertibirdtyp vor der Burg. Der Veteran blieb mit Abstand vor der Heckklappe stehen. Diese öffnete sich kurz darauf und eine Alphatodeskralle kam langsam heraus.
Sie trug zu Überraschung aller eine Art Uniform und an einem ihrer Handgelenke war so etwas wie ein Pipboy befestigt. Einige der Minutemen wurden sichtlich nervös und fingerten bereits an ihren Waffen herum. Der Veteran beruhigte sie, es war alles abgesprochen. Die Todeskralle wandte sich Richtung der Minutemen, die ihren Ohren nicht trauten. "Ssie alle haben von miir nichts zu befürrchten. Wir stehen auf eeiner gemeinsamen Sseite ... " Dann bleckte die Todeskralle ihre Zähne, so das es beinahe so aussah, als würde sie lächeln. "... wäre dasss nicht so, dann wären sie jetzt bereits tot." Erschrocken und verwirrt folgten die Blicke den beiden, bis sie durch den Eingang der Burg verschwanden.
Ronnie und Blue standen zusammen mit den anderen im Innenhof. Der Veteran und die Todeskralle betraten den Innenhof. Der Major ging sofort in Hab-Acht-Stellung mit gezogener Waffe, andere Minutemen ebenfalls. Der Veteran und die Todeskralle blieben sofort unbeweglich stehen. Etwas verwirrte den Major, eigentlich war sie davon ausgegangen, dass Blue in so einer Situation ebenfalls automatisch die Waffen zog. Aber das passierte nicht. Ronnies Blicke wanderten Blues Gesicht hinauf. Seine Augen war starr auf die Kreatur im Innenhof gerichtet.
Plötzlich zuckte Blue wie von einem elektrischen Schlag getroffen zusammen und die linke Hand fuhr mit schmerzverzerrten Gesicht zu seinem Kopf. Dann begann sein Körper plötzlich nach vorne zu kippen. Noch bevor Ronnie realisierte, dass Blue dabei war auf den Boden aufzuschlagen, war die Todeskralle bei ihm und fing ihn sachte auf. Unbeweglich blieb sie stehen. Waren sie doch hereingelegt worden und das Leben des Generals lag nun in den Händen dieser Bestie?
Ihr Gesichtsausdruck verdunkelte sich. Als hätte die Todeskralle ihre Gedanken lesen, sprach sie den Major an. "Sssie sind Ronnie Shaw, richtig? Keine Sorge, ich bin ein guteeer Freund vvon ... sssie nennen ihn hier Blue, nicht wahr? Ich glaube ... er hat mich wiedererkannt ..." Ronnie brauchte einen Moment, um sich zu sortieren. Es waren heute Dinge passiert, die von dem abwichen, was sonst im Commonwealth üblich war. Vor allem voran eine Todeskralle, die sprach und über ein gewisses Maß an Intelligenz verfügte. "Was ist mit ihm, warum ist er bewusstlos?" fragte sie besorgt. Die Todeskralle wiegte langsam den Kopf hin und her. Immer wieder schnellte dabei die Zunge heraus. Auch Bardeen und die anderen waren nähergekommen. In ihren Gesichtern war tiefe Sorge zu lesen. "Ichhh nehme starke Schmerzen ... Verwirrung wahr ... wir sollten ihn an einem rruhigen Ort bringen ... Majorrr ..." Ronnie nickte langsam. Die ganze Situation war von ihr kaum zu fassen.
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