Verwöhnt oder einfach zu alt zum zocken?

  • "Hach, früher war einfach alles besser!" Früher, als ich rund um die Uhr zocken konnte - jedes Genre, Spiele von jedem Publisher und Entwickler, jedes Setting und jede Grafikmissgeburt. Doch irgendwas veränderte sich mit der Zeit...

    Inzwischen ist die Zeit zum zocken kostbar geworden, da das echte Leben einen höheren Stellenwert einnimmt und wesentlich mehr Zeit und Nerven verschlingt, als jedes RPG es jemals tat.


    Obwohl die Gaming-Abende also wesentlich seltener vorkommen und ich viel weniger Lebenszeit beim spielen vergeude, kommt es immer öfter vor, das ich einfach nicht weiß was ich eigentlich spielen soll oder gar kein Lust zum spielen habe, obwohl ich Zeit hätte.

    Da freue ich mich mehrere Wochen auf ein Gaming-Wochenende, nur um dann planlos durch die überfüllten Bibliotheken von PSN und STEAM zu scrollen. Was wie eine anfängliche Gaming-Depression aussah, wurde inzwischen fast zur Routine. ||


    Umso tragischer, das es auch immer mehr meiner Gaming-Bro`s so geht und wir uns nicht mal mehr gegenseitig motivieren können. Erst herrscht gemeinsame Vorfreude, "sich endlich wieder online zu treffen und die digitalen Welten unsicher zu machen", nur um dann gemeinsam durch die Bibliotheken zu scrollen und über den Sinn zu philosophieren. Was ist mit uns passiert? :/


    Sind wir verwöhnt von all den Grafikperlen, den riesigen Welten, den packenden Storys, den innovativen Spielmechaniken und den "WOW!-Effekten" vergangener Gaming-Highlights?


    Sind wir übersättig durch zu viele Spiele? "Verlockende Angebote", die man uns in Summer-, Winter- und Holiday Sales vermeintlich hinterhergeworfen hat und die nun in den Bibliotheken ungespielt verrotten?


    Sind wir derart abhängig, das "der nächste Schuss" immer heftiger sein muss, um alles vorherige zu übertrumpfen? Oder sind wir einfach alt geworden?

  • Ich bin ja nun auch schon 51 Jahre alt, aber zu alt zum Zocken - nein, das denke ich nicht.


    Auch ich habe viele Tage, wo ich meinen Zocker-PC nicht starte.

    Ich denke, es liegt daran, dass bei den Games, wie bunt und abwechslungsreich die Spielewelt auch ist, immer die gleichen

    Dinge gefordert werden. Questen, leveln, bessere Items etc., die typische Spirale halt.

    Man weiß es schon bevor das Game herausgebracht wird. Nur die virtuelle Umgebung ist eine andere.

    Sind wir derart abhängig, das der nächste Schuss immer heftiger sein muss, um alles vorherige zu übertrumpfen? ......

    Genau das hatte ich mit meinem Ausflug in die VR-Gaming-Welt gemacht. Ist aber auch nicht besser, nur anders.

    Und dazu kommt, dass man als schon älterer Gamer beim Stehen unterm Headset Rückenschmerzen oder Nackenbeschwerden bekommt. Also auch Murks das Ganze.


    Unterm Strich sollte man alles ganz langsam angehen. Man muss nicht mehr unter den ersten 100 beim Endgame sein, warum auch.

    Wenn ich denn mal zocke, sind meist nicht mehr als 2-3 Stunden pro Abend drin. :)

  • Zu alt zum zocken? Ich? Niemals! Ok, ich bin ja nur 46 Jahre alt. Zu alt werde ich aber niemals fürs zocken sein.


    Wohl eher zu langsam! :D Ne Quatsch!


    Auch ich sitze öfters länger vor meiner Steam Bibliothek und kann mich nicht entscheiden, in welche Welten ich eintauchen will. Unter der Woche endet es meistens damit, dass ich vor Müdigkeit so weg kippen könnte. Vor acht Monaten, als ich noch arbeitslos war, fühlte ich mich irgendwie fitter.


    Aber ich zocke bestimmt wohl immer noch mehr als die meisten hier im Forum. Ich hab keine eigene Familie, keine Freundin, keine anderen Hobbys oder Vereine, nur meine Mutter sehe einmal die Woche, meine Schwester (meistens) alle zwei Wochen. Ich kann durchaus 4-6 Stunden, am Wochenende 14-15 Stunden beim Gaming verballern, aber manchmal bin dann total lustlos.


    Zu alt zum zocken? Nein! Zu wenig Zeit zum zocken? Nö! Zu verwöhnt? Wohl eher zu unterversorgt! Denn ...

    Ich denke, es liegt daran, dass bei den Games, wie bunt und abwechslungsreich die Spielewelt auch ist, immer die gleichen

    Dinge gefordert werden. Questen, leveln, bessere Items etc., die typische Spirale halt.

    Stimmt! Wir bekommen immer seltener neue Aufgaben in Games, die uns wieder fesseln könnten. Aber ...

    Sind wir übersättig durch zu viele Spiele? "Verlockende Angebote", die man uns in Summer-, Winter- und Holiday Sales vermeintlich hinterhergeworfen hat und die nun in den Bibliotheken ungespielt verrotten?

    Auch richtig! Wenn man wenige Spiele hat, dann kann man sich auch viel eher für eins entscheiden. Leider ist es dann so, dass wir dann denken: "Neee! Das da hab ich schon viel zu oft gezockt!" oder "OMG! Das ist doch das, wo es diesen blöden Abschnitt gibt!" oder "Ich brauch mal wieder was neues, obwohl ich noch so viele ungespielte Games hab!"

    Inzwischen ist die Zeit zum zocken kostbar geworden, da das echte Leben einen höheren Stellenwert einnimmt und wesentlich mehr Zeit und Nerven verschlingt, als jedes RPG es jemals tat.

    Wir sind zwar älter geworden, aber ich denke es liegt daran wie wir uns entwickelt haben und in welche Richtung.

    Hüte dich vor der Gattung NPC!
    Er wird seinen Nachbarn morden, nur
    um in deinem Questlog stehen zu dürfen!


    Meine Homepage

  • Der Grund warum ich hier vermutlich eher inaktiv wirke (obwohl ich immer noch jeden Tag reinschaue) liegt daran das ich seit ca. 2 Jahren nicht mehr zocke. Der Grund ist nicht mein Alter und das ich stramm Richtung 60 schiele, dazu habe ich als Gamer der ersten Stunde zu viel gespielt und so ziemlich alle Stufen des spielens durchexerziert, als das ich aufhören würde. Es ist nur so das ich aktuell nur wenige Spiele auf der Liste habe die mich dazu bringen würden mich wirklich intensiv damit zu beschäftigen. Evtl. spiele ich demnächst mal wieder Witcher 3 durch (hab ich aber schon 2x) oder ich warte ebend auf Cyberpunk. Metro Exodus wird demnächst wieder über Steam vertrieben und dann werd ich wohl zuschlagen....aber das wars dann auch schon. Ein neues Diablo würde wenn es dann erscheint auch gespielt werden.

    Wenn ich mit der "Baubeschränkung" bei Fallout 4 nicht solche Probleme bekommen hätte (und klar weiß ich das man zumindest eine Teillösung gefunden hatte, habe ich ja genutzt) oder es ein ähnliches Spiel mit entsprechenden Möglichkeiten geben würde, hätte ich vermutlich nie damit aufgehört.

    Im Moment beschäftige ich mich immer noch sehr intensiv mit meiner Filmsammlung / Server und dem dieses Jahr endlich umgesetzten Heimkino, da mein Sohn demnächst (doch schon) ausziehen wird. Ich sitze dennoch in meiner Freizeit neben Familie und Garten (wenn es wieder soweit ist) die gleiche Zeit vor dem Rechner wie vorher beim zocken auch. Insofern liegt es nicht an der mangelnden Zeit. Und wenn das "Heimkino" (wenn man es überhaupt so nennen kann) erstmal eingerichtet ist, dann wird mich das auch weniger beanspruchen wie bisher, aber aktuell interessiert mich das einfach mehr. Die Hardware habe ich schon zu stehen (hab mich gegen Leinwand und Projektor und für sehr großen Fernseher entschieden und gekauft und Soundsystem ist letzte Woche gekommen) also wird es definitiv in den nächsten 2-3 Monaten abgeschlossen sein.

    Abschließend kann ich für mein Teil zumindest sagen das es scheinbar immer ein Problem darstellt wenn man von irgendeinem Medium zu viel hat. Dabei ist es egal ob es Spiele, Filme, Schallplatten / CD´s oder z.B. Bücher sind. Wenn das irgendwann in den 1000er Bereich oder deutlich mehr geht was einem zur Verfügung steht, dann verwendet man für die Suche was man nun eigentlich möchte mehr Zeit, wie für das eigentliche Ziel um dann letztlich doch immer wieder zu einem der Medien zu greifen die man in und auswendig kennt weil man das ebend schon zig mal konsumiert hat.

    In diesem Sinne...schreibt mich nicht ab, bin immer noch bei Euch ^^

    „Komm wir essen Opa“ – Satzzeichen können Leben retten!

  • Kenne das Gefühl auch - nene Abend nix tun, endlich Zeit zum zocken und dann frage ich mich, was ich denn spielen soll. Schlussendlich 4 Spiele gestartet und nach 10 Minuten wieder abgebrochen weil ich keine Lust hatte. Endet dann meistens damit, dass ich mir nen Film reinziehe und pennen gehe. Oder irgendwelchen Schrott im Inet anschaue wo ich mich nachher frage, wieso ich das nun eigentlich gemacht habe :wacko:


    Ich spiele auch heute noch sehr gerne die alten Spiele wie AoE II, Sim City 4 oder Supreme Commander, auch wenn ich die auwendig kenne. Spass machen sie auf alle Fälle noch und erinnern auch immer an die "guten alten Zeiten". Neue Spiele sind ja schön und gut, aber wirklich neu ist dabei einfach nichts mehr, nur die Zusammensetzung der Zutaten und die Grafik. Oft gabs auch neue Spiele die ausser der Grafik und 1-2 neuen guten Werkzeugen in keinster Weise mit den alten Spielen mithalten können (z.B. Cities Skylines, ein an sich gutes Spiel, dass aber im Vergleich zu SC4 leider nie die gleiche Wirkung auf mich erzielte). Von da her hab ich auch gar kein Bock manch neue Spiele auszuprobieren. Hin und wieder gibts aber paar Perlen wie Factorio und Subnautica oder mal ne gute frische Variante von etwas Bekanntem das was hergibt (z.B. Transport Fever als "Neuauflage" eines Railroad Tycoons).


    Kurzum: bei mir ist es so, dass ich schon zu viele Spiele gespielt habe und die Mechaniken dahinter verstehe, als dass mich jedes neue Spiel sofort animiert. Eine (sehr) gute Story dahinter und/oder eine saubere Mechanik ist sehr viel mehr Wert geworden als noch früher wo es einfach darum ging Zeit zu verbringen. Qualität vor Quantität.

    Und manchmal hat man halt einfach keine Lust auf zocken wie man keine Lust auf einen Spaziergang trotz bestem Wetter haben kann ;-)

  • So geht es uns allen denke ich, zumindest zur falloutfreien Zeit ;)


    Das fortgeschrittene Alter in reinen Zahlen (ü40) spielt bei mir dabei weniger eine Rolle, aber die bereits in Spielen verbrachte Zeit um so mehr.

    Die Annoreihe z.B. spiele ich seit 1602, also seit Release vor 22 Jahren immer mal wieder. Auch wenn mir 1800 schon gefällt, es ist (zum Glück) immer noch Anno, meine Bewohner haben Bedürfnisse, ich muss diese mit Produktionsketten und Logistik befriedigen.

    In 1701 vor 15 Jahren habe ich das auf die Spitze getrieben mit eigenem Warenrechner in Excel auf einem extra Laptop nebenher, die Karte komplett ausgebaut, komplexe Schiffsrouten angelegt, usw. das kann und will ich nicht mehr steigern.


    Rundenbasierte Taktikspiele wie X-Com, Realtime-Strategy wie Command&Conquer, Storyshoter wie Half-Life, Multiplayershooter wie Battlefield, RPGs wie Fallout und Elder Scrolls, usw. tausende Stunden in jeweils vielen Spielen jedes Genres habe ich verbracht in den bald vier Jahrzehnten die ich Videospiele spiele.


    Daher kann mich nur noch sehr selten ein Spiel wirklich begeistern. Wie hier in anderen Threads schon mehrfach erwähnt, Subnautica konnte das, Rimworld und PUBG konnten das einige Zeit, aber es wird zunehmend schwieriger für mich, ein richtig faszinierendes Spiel zu finden.

    Ich hoffe, dass mich Cyberpunk noch mal so richtig abholt.

  • Danke für die reichlichen Antworten. Ich dachte mir bereits das es vielen Usern ähnlich oder sogar genauso geht. Irgendwie ist es natürlich auch die logische Konsequenz aus der totalen Konsumflut, die tagtäglich über uns hereinbricht.


    Wie ich bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit Amazon schrieb, werden meine Konsequenzen sich nun nicht mehr nur darauf ausrichten, das ich meine Onlinekäufe auf‘s absolut Nötigste beschränke, sondern auch meinen Konsum von Unterhaltungsmedien drastisch reduziere.


    Ich hab‘ also bei STEAM und im PSN aufgeräumt und mehr als die Hälfte der Spiele deinstalliert und ausgeblendet.

    Vorbestellungen und spontane Sale-Einkäufe wollte ich mir in Zukunft ohnehin ersparen und muss mir dies nur regelmässig ins Gedächtnis rufen.

    Zusätzlich habe ich meine Netflix-Mitgliedschaft zum Monatsende gekündigt und werde also auch meinen Serien- und Filmkonsum drosseln, denn der uneingeschränkte Zugriff verleitet einfach zu sinnlosem Konsum und raubt den eigentlich tollen Spielen und Serien ihren Reiz.


    All die Spiele, Serien und Filme müssen wieder zu etwas besonderem für mich werden, damit ich sie wieder richtig schätzen lerne.

  • ich weiss nicht, ob ich zu verwöhnt bin, zu alt, alles zusammen oder sonst was...


    als ich 1983 im kino "die rückkehr der jedi ritter" ansehen durfte, standen in der eingangshalle des kinos zwei oder drei spielautomaten. das war damals- zumindest für mich bzw in meiner gegend - sowas von spektakulär.


    als dann das christkind zu weihnachten ein atari 2600 unter den baum legte, hab ich die ganzen weihnachtsferien unterm weihnachtsbaum geschlafen, nur dass ich am morgen sofort Centipede weiterspielen konnte


    auch später, auf dem C64 usw.....da war immer dieses gefühl von was neuem, einer art wonderland, etwas nie dagewesenes. eine unheimlich tolle zeit.


    man spielte die trashigsten spiele, was weiss ich, zb Blue Max auf dem C64 und war voll drin. was kommt da wohl jetzt? boaah eine brücke....boaah ein paar hochhäuser. mein flugzeug? das kann bomben werfen UND es hat ein MG. es kann sogar landen und wieder starten. unglaublich...


    die spiele wurden besser und komplexer...aber vermutlich - wie von claire angesprochen - ists wie bei einer droge....ab einem gewissen zeitpunkt tuts auch die doppelte und dreifache dosis nicht mehr. irgendwie kam nichts mehr "neues"


    irgendwann im laufe der jahre, ich weiss nicht mehr wann, da stellte sich bei mir etwas ein, das ich für mich selber den "moorhuhn-effekt" nannte. egal wie pompös die grafik und aufmachung auch waren, halo, resident evil, crysis, far cry usw.....ich musste an folgendes denken: ich bewege den mauspfeil an eine stelle auf dem monitor. ich drücke maustaste 1. ich bewege den mauspfeil an eine stelle auf dem monitor. ich drücke maustaste 1. immer und immer wieder. genau wie bei moorhuhn. nur das es grafisch bischen anders aussah. und das ist geblieben bei mir. sofortiges herunterbrechen auf einfachste funktionen. immersion NULL.


    meine steam bibliothek: 3 spiele...zwei davon seit monaten nicht gestartet


    hat zufällig jemand sowas für mich im keller stehen?




    übrigens, 12-jährige, die sich über die ach so miese grafik von aktuellen AAA-titeln aufregen tun mir einfach nur leid dumb

  • Also wenn ich bock auf zocken habe, ich aber keine Idee bezüglich eines neuen Spiels habe, dann schau ich in meine alte Spielesammlung. Command & Conquer oder Age of Empires für Echtzeitstrategie, die nicht ewig dauert. Battle Isle, History Line oder X-COM für Rundenbasierte Strategie. Dazu dann noch sowas wie Jagged Alliance II und schon aht man ein Abendfüllendes Programm. Für mehr Action geht CS GO immer, selbst wenn man nur 1 Stunde Zeit hat.


    Die Finger lasse ich von Manager-Spielen (Es gab mal eine Version von EAs Fussball Manager, bei denen man die Partien beim entsprechenden FIFA selbst spielen konnte - genial) und von TES oder FO. Ich weiß dass das dann zu viel Zeit frisst.


    Gerne spiele ich zur Zeit auch ein bisschen BattleTech (rundenbasierte Strategie) und würde gern Mechwarrior spielen. Das gibt es im Moment aber nur im Epic-Store :( . Auf Metro warte ich auch schon ganz gespannt. Aber so gerne ich auch allein oder im Team am PC zocke, einen Spieleabend mit Siedler von Catan oder Carcassonne, ist immer noch besser.

  • Ich glaube, das hat viel mit dem "Gameralter" zu tun. Irgendwann hat man alles schon mal gesehen und das Rad können Entwickler auch nicht neu erfinden.

    Ich ,uralt an Jahren, bin als Gamer noch nicht mal in der Pubertät und so bin ich leicht zu begeistern und anzufixen.

    Mein Interesse ist relativ breitgefächert und meine Vorurteile gegen dieses und jenes nicht vorhanden.

    So feier ich aktuell das heutige Update von Division 2 und besonders das erste DLC, Warlords von New York, was schon im März wartet...und deshalb muss ich jetzt weiterspielen!:whistling:

    Well maybe when your mothers finished mourning your father, I’ll keep her in black, on your behalf.

  • Ich finde ja, dass was Innovationen gerade bei Games angeht, sicher noch viel Luft nach oben hat und damit meine ich nicht VR. Wenn die Hersteller sich mal was trauen würden, also an etwas wo sie nicht dem Kunden noch das letzte Hemd (oder Bluse :rolleyes:) nehmen wollen, dann würden die Games sicher auch wieder interessanter.

    Hüte dich vor der Gattung NPC!
    Er wird seinen Nachbarn morden, nur
    um in deinem Questlog stehen zu dürfen!


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  • Wenn die Hersteller sich mal was trauen würden, also an etwas wo sie nicht dem Kunden noch das letzte Hemd (oder Bluse :rolleyes: ) nehmen wollen, dann würden die Games sicher auch wieder interessanter.

    Da geb ich Dir natürlich recht, nur ist es auch in dieser Branche so (wie auch in der Filmindustrie und weiß ich wo noch überall) so, das wie Du ja selber schon schreibst, der zu erwartende Gewinn ebend der antreibende Grund ist und da geht man halt lieber auf Nummer sicher als auf Innovation und Risiko. Daher werden Deine Wünsche in aller Regel wenn überhaupt nur in Fanprojekten oder bei Indiestudios zu finden sein.....leider. Und wenn wir mal ein bissle ehrlich sind, gehen wir selbst oftmals Risiken ein? oder suchen wir nicht auch meist den sicheren Weg?

    „Komm wir essen Opa“ – Satzzeichen können Leben retten!

  • Werde dieses Jahr auch 51 und zocke seit 35 Jahren, hatte immer eine Konsole oder PC daheim. Zuerst die gute Nachricht, mir ist die Spass am Gamen nicht vergangen. Dann die schlechte: Ich kann vieles ganz einfach nicht mehr akzeptieren. Dabei spielt die Güte von Games keine Rolle, obwohl es meistens korreliert. Geldsäcke sind nun mal einfach die falschen Leute, um Games zu machen.


    Plattformen wie Epic und EA, sowieso von Activision, Blizzard, Rockstar, 2K, Ubisoft, Microsoft und anderen Geldsäcken kommen mir einfach nicht mehr ins Haus. Und sogar Bethesda/Xenimax ist geblockt in Steam, den Launcher hätte ich bereits bis auf weiteres deinstalliert, wenn ich ihn nicht noch für Skyrim und das CK bräuchte, ein Game releast zu einem Zeiptunkt, als sie noch nicht auf der dunklen Seite der Macht waren. Und okay, DOOM ist auch noch ein Faktor, der meine Resistenz abschwächt, die 76er-Seuche scheint noch nicht bis dahin vorgedrungen zu sein.


    Generell gibts nicht mehr vieles, auf was ich mich (vor-)freuen kann, Doom und Cyperpunk vielleicht. Ich gehe mindestens ein Mal oder mehr die Woche wider besseren Wissens in Steam nachsehen, ob ich was verpasst habe, aber es ist nur eine enorme Liste von Bildchen, die fast immer schöner und hochwertiger als das Game sind und an Irreführung grenzen, wenn z.B. für ein isometrisches Schrottgame Bilder gezeigt werden, die überhaupt nicht im Spiel enstanden sein konnten. Und oftmals ist es auch willkürlich kategorisiert. Irgendwie ist alles Adventure, Action, Rollenspiel. Was da alles unter Rollenspiel gewertet wird, grenzt ebenfalls an Irreführung.

    Mein nächster Gang ist dann meistens in meine Steam-Bibliothek. Leider ist es so, dass alles, was ich jemals zocken wollte, so ausgelutscht ist, wie es nur geht. Ich meine, ich war schon auf der ersten Nintendo-Konsole heikel und habe lieber Perlen öfter gezockt, als meine Zeit mit Durchschnittskost zu verschwenden.

    Dann bleibt mir nix anderes übrig, als wieder das Creation Kit für Skyrim zu zocken, ein Game mit ungeahnten Tiefen und Schwierigkeitsfaktoren, aber auch Erfolgserlebnisse, wenn Skyrim anschliessend so aussieht, wie in den feuchten, aber völlig unerfüllten Träumen der Concept Artists damals, oder wenn ich ein weiteres Game-System debugt, geschliffen oder erweitert habe. Eigentlich ist das CK das bessere Game als das meiste, was man auf Steam vorfindet.


    Okay, ich habe meine Steckenpferde, "Rollenspiele" in der Art von Mass Effect oder Gamebryo/Creation Engine-Games, ab und zu mal was schräges wie Doom, Borderlands oder das erste Rage, ich war ein GTA-Hater(heute noch mehr denn je) und Saints-Row-2-Fan. Oder Borderlands solo im 4-Spieler-Schwierigkeitsgrad(leider ist der Epic-Store auf meinem Index, sonst würde ich BL3 jetzt wahrscheinlich immer noch zocken, statt zu quatschen). Und ich mag weder Sport, noch Strategie. Dumme Shooter, in denen man alles abknallt, was sich bewegt, habe ich gesehen. Ausserdem zocke ich gerne für mich allein, in diesem Bereich bin ich nicht teamfähig. Ich versuche es ja immer wieder, ein isometrisches oder 2D-Game zu zocken, die ja auf den ersten Blick recht hübsch aussehen. Aber es kommt mir vor wie ein Rückschritt in die Steinzeit. Oder dann andere Experimente wie No man's sky, oder auch Hellblade Senua oder From Ashes, aber ich kann mich da einfach nicht reinfinden. Und ich kann mich auch nicht in ein The Witcher reinfinden, obwohl ich deutlich erkenne, dass es ein Qualitätsspiel ist. Generell habe ich eine Steam-Bibliothek für jeden Nerd, aber man würde sich wundern, was ich alles in die Kategorie Schrott eingereiht habe.


    Generell sehe ich zwei Strömungen im Gaming. Einerseits werden Spieler für Zeug geschröpft, für das es keine Rechtfertigung gibt, weil es die letzten zwanzig Jahre lang selbstredend Teil des Spiels war, ohne dass Firmen deswegen untergegangen wären. Und das zu unverschämten Preisen, für die man in der guten alten Zeit Leute wegen Wuchers an die Stadtmauer genagelt hätte(nein, vor meiner Zeit ;) ). Und das auf völlig unfertigen Spielen, abgesehen vom Shop. Und mit Geschäftspraktiken und psychologischen Tricks garniert , die einem das Gefühl geben, man sei ein Feind, den es zu bezwingen gibt.


    Zum anderen scheint die Game-Industrie mindestens seit 10 jahren einen völligen Innovationsstop eingelegt zu haben, abgesehen von ein paar grafischen Effekten und ein paar netten Ideen, die noch nicht ein gutes Game machen(nein, ein fliegender Mech-Suit ist kein Game).

    Ich habe mich über lange Zeit daran gewöhnt, dass jedes Game deutlich fortgeschrittener war, als das letzte. Aber das ist vorbei. Es gibt nicht nur nichts neues, das Angebot mancher Entwickler sind nur noch Ports und remasterte alte Games, die dabei auch noch schlechter gemacht werden, als sie es waren und teilweise sogar eine Original-Installation schlechter machen. Und man kann scheinbar mit manchen Leuten nur noch per Shitstorm kommunizieren, sonst würden sie mit jeder neuen Version noch weniger einbauen, was mal selbstverständlich war(und ich spreche hier noch nicht mal von Dingen, die man uns später verkaufen möchte, sondern von so Banalitäten wie plötzlich fehlenden Holstern und Animationen)) und weiterhin keine anständigen PC-Kontrollen oder minimale Grafik-Einstellungen bringen.

    Nein, es hat nichts damit zu tun, dass Entwickler mir nichts Neues bieten können und ich deswegen gelangweilt bin. Es kotzt mich an, dass Games nicht mal die Masstäbe von früher erreichen. Ich würde ein verbessertes Mass Effect jederzeit nehmen, es brauchte höchstens ein wenig Feinhschliff an der Steuerung, aber keine einzige neue Erfindung. Aber statt dessen kriegen wir zuerst Mass Effect 76, äh Andromeda, dann Anthem 76.


    Generell kann man es so beschreiben, dass ein totaler Unwille zur Leistungserbringung sich mit Vorstellungen paart, Verbraucher seien dumme Esel, denen man Kacke füttern kann, damit sie Gold kacken. Ich meine, wenn ihr mir ein Mega-Game liefert, werde ich mir immer noch keine überteuerten Transaktionen antun, aber ich würde es trotz abartigem Shop kaufen(sofern ich ihn ignorieren kann). Aber ein Game, in dem nur der fast kriminell anmutende Shop funktioniert, könnt ihr euch da hinstecken, wo die Sonne nicht scheint und zwar permanent, wegen mir muss es nicht gefixt werden. Im schlimmsten Fall könnt ihr euch sogar genügende Games in den Arsch stecken, nur weil ich euch nicht füttern möchte.


    Ja, aber es gibt soviele Indie-Perlen... Vielleicht liegts an mir, ich musste mich mehr als 25 Jahre lang geistig nicht mit Games beschäftigen, die für ihr Budget beindruckend sind(wenn sie es denn ausnahmsweise sind), ich kann einfach kein Zeug zocken, nur weil es sich bewegt und nicht vom TEAfel höchspersönlich produziert wurde.


    Was ich nicht verstehe. Ich habe seit Beginn Games zum Vollpreis gekauft/vorbestellt und niemals ein Game gezockt, das mir nicht legal gehörte. Ich habe von einigen dieser Games alle DLC gekauft und ab und zu sogar einen Skin. Wieso genau betrachten mich diese Leute jetzt als Jagdwild, das es in die Falle zu locken gilt oder als Experiment, mit wie wenig Qualität und Umfang ich trotzdem Milch gebe und nicht verecke? Okay, ich habe die Vermutung, dass die mich als Teil einer bewussten Strategie von der Herde absondern wollen, damit die leichten Opfer übrig bleiben. Keiner will einen keifenden Opa hören, der den Kinderchen solche Flausen in den Kopf setzt, wie dass man sich etwa Erfolge erarbeiten kann, statt sie einfach zu kaufen, oder dass es früher Animationen für das Trinken aus Toiletten gab oder dass man fünf Game-Versionen lang Waffen sichtbar holstern konnte.