Reglementierung des Konsums und der Freiheit des Seins

  • China reglementiert, oder versucht es zumindest, den Konsum von Videospielen, für U18 Konsumenten.


    Offenbar sind solch drastische Eingriffe nicht neu, denn der chinesische Staat stoppte bereits für einige Monate die Lizensierung neuer Unterhaltungs-Software, was zu einem Einbruch der Gamingindustrie führte.

    Nun möchte man die chinesische Jugend vom unbegrenzten Konsum abhalten.

    Allen voran die Ein-Kind-Politik, nimmt die chinesische Gesellschaft auch in anderen Bereichen „ungewöhnliche“ Züge an.



    Was denkt ihr über die zeitliche und finanzielle Begrenzung des Konsums für Kinder und Jugendliche?


    Welche Reglementierungen erwartet ihr in Zukunft und in eurer Heimat?


    Was haltet ihr von planwirtschaftlichen Eingriffen?


    Was haltet ihr von der Beschränkung des Privatlebens, zum Wohle der Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft usw.?

  • Claire

    Hat den Titel des Themas von „Reglementierung des Multimedia-Konsum“ zu „Reglementierung des Konsums und der Freiheit des Seins“ geändert.
  • Also 90 Minuten am Tag finde ich was wenig. Je nach Spiel gehen diese verdammt schnell rum. Ich würde es anders regeln:


    10-14 bei Kindern bis 14 Jahren.

    15-20 Stunden unter der Woche, die sich der jugendliche selbst einteilen kann. Am Wochenende 4 Stunden am Tag.

    Hüte dich vor der Gattung NPC!
    Er wird seinen Nachbarn morden, nur
    um in deinem Questlog stehen zu dürfen!


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  • Also 90 Minuten am Tag finde ich was wenig.

    90 min. vollkommen sinnlos vertrödelte Zeit findest Du zu wenig?

    Zitat

    Die chinesische Regierung nimmt Gaming-Sucht bei Minderjährigen als Problem sehr ernst. Deshalb gibt es nun neue Regulierungen, die den Spielekonsum von Zockern unter 18 drastisch einschränken:

    Schutz vor Suchtgefahren, was ist daran so verwerflich? Bei uns bekommst Du auch keinen Alkohol oder Tabak, solange Du nicht 18 bist.

  • Finde ich ein spannendes Thema. Auch wenn ich nicht wirklich Ahnung davon habe, gebe ich mal meinen Senf dazu - in stark gekürzter Form:

    Was denkt ihr über die zeitliche und finanzielle Begrenzung des Konsums für Kinder und Jugendliche?

    Der Staat sollte sich aus der zeitlichen Reglementierung heraushalten, das sollte Sache und vor allem Pflicht der Erziehungsberechtigten sein. Das der Staat da die Verantwortung abnimmt, halte ich für grundlegend falsch und setzt auch falsche Zeichen. Eine finanzielle Reglementierung find ich OK, das hängt aber dann davon ab, wie das umgesetzt wird. Z.B, Eine Beschränkung für die Firmen, inwieweit sie mit minderjährigen Geschäfte machen dürfen, hätte unter gewissen Umständen meinen Zuspruch.

    Welche Reglementierungen erwartet ihr in Zukunft und in eurer Heimat?

    Was da politisch alles abgeht weiss ich Zuwenig, aber ich gehe davon aus, dass auch hier immer mehr reglementiert und eingeschränkt werden wird, manches sinnvoll, manches weniger. Vor allem in Hinblick auf Diskriminierung und politischer Korrektheit, erwarte ich immer mehr irrsinnige, übertriebene Zensur, nur damit sich ja keiner auf den Schlips getreten fühlt.

    Was haltet ihr von planwirtschaftlichen Eingriffen?

    Die Planwirtschaft halte ich wie auch den Kapitalismus auf Dauer nicht für überlebensfähig. Es braucht eine gewisse gesunde Mischung zwischen beidem. Um die Frage zu beantworten: Planwirtschaftliche Eingriffe können nützlich und sinnvoll sein, aber nur wenn sie klein dosiert und zielgerichtet angewendet werden. Zusätzlich ist aber die Gefahr eine Missbrauchs, (z.b. politischer Natur) sehr hoch.

    Was haltet ihr von der Beschränkung des Privatlebens, zum Wohle der Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft usw.?

    Längerfristig gesehen ist es eine essentielle Notwendigkeit. Man kann nicht alles haben, und zu lernen, das man manchmal auch auf etwas verzichten kann, darf und muss, stärkt den Charakter und eröffnet neue Horizonte. Wenn die Beschränkungen aber nur von einer Obrigkeit befohlen wird, welche nebenbei auf diese Beschränkungen pfeifen und diese nur von anderen erwarten, bringt das nichts. Das klappt erst richtig, wenn man eine Mehrheit der Bevölkerung glaubhaft machen kann, dass die notwendig oder nützlich ist.

    Krieg, Krieg ist immer gleich: Städte werden in Schutt und Asche gelegt, Menschen sterben reihenweise und man findet keine anständigen Haarstylisten mehr, von Pedikürensalons ganz zu schweigen.

  • Willst du mir weismachen, dass du noch weniger zockst als 90 Minuten???

    An guten Tagen kommen da viele, viele Stunden zusammen ;)

    Ich sehe mich allerdings nicht als Maßstab zur Empfehlung einer maximalen Spieldauer unter 18-Jähriger zur Suchtprävention. Nur weil ein alter Säufer täglich problemlos mehrere Flaschen Whiskey trinkt, heißt das ja nicht dass das gesund ist und man daraus eine Empfehlung für Kinder und Jugendliche herleiten kann.

  • Ich sehe mich allerdings nicht als Maßstab zur Empfehlung einer maximalen Spieldauer unter 18-Jähriger zur Suchtprävention.

    Das habe ich ja auch nicht behauptet. Da aber im Beitrag der Gamestar klar heraus zu lesen ist, dass die Chinesen alle jungen Gamer alle über einen Kamm ziehen, hab ich das vom Beitrag ausgehend kommentiert. Also verallgemeinert.


    Hätte ich das ganze noch auseinander gepflückt, wofür ich nicht die Zeit gehabt habe, hätte ich noch ausführlicher geschrieben. Man kann nicht alle Menschen einer Grauzone über einen Kamm schieben, auch wenn sie noch Kinder sind.


    Und das du dazu auch noch Äpfel mit Birnen vergleichst, ist auch nicht sehr hilfreich.

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  • 15-20 Stunden unter der Woche, die sich der jugendliche selbst einteilen kann. Am Wochenende 4 Stunden am Tag.

    Kommt jetzt drauf an

    Zocken ist eine Hochfokussierte Tätigkeit

    Dann kommt noch Fernsehen dazu,

    Die Sozialen Medien

    Die Belastung durch Ausbildung, Schule Arbeit

    Dann sollte der Jugendliche auch noch ausreichend schlafen


    Und bitte, bitte sie/er sollte doch auch Kontakte und Interaktionen im ECHTEN LEBEN pflegen ;(


    Wie soll sich das zeitmäßig ausgehen ?


    :/


    Es würde für MICH als Elternteil auch darauf ankommen, was Spielt das Kind - der Jugendliche denn

    ist es ein einziges Kampfspiel die dem er versucht seine Fertigkeiten zu perfektionieren und er/sie würde nichts anders spielen

    Oder irgendsowas wie Canycrush etc..:S


    Oder sind es hochkomplexe Open World RPGs

    Etwas was wenigstens das Hirn in seiner Gesamtheit mit-Fordert...

    Und nicht nur Reflexe bspw...

  • ...... Da aber im Beitrag der Gamestar klar heraus zu lesen ist, dass die Chinesen alle jungen Gamer alle über einen Kamm ziehen, hab ich das vom Beitrag ausgehend kommentiert. Also verallgemeinert.

    ........

    .

    Ich muss mal ganz ehrlich sagen, was gehen mich die Machenschaften der Chinesen an. Das sollen die da hinterm Himalaja mal unter sich klären. Mir ist viel wichtiger, was auf uns zukommen könnte, wenn wir bei den nächsten Wahlen nicht aufpassen.

    Wir sind viel zu sehr damit beschäftigt uns als die Moralprediger für andere Völker aufzuführen, als vor der eigenen Tür zu kehren.

    Irgendwann musst Du nachladen! 8)

    Einmal editiert, zuletzt von Xatrumateus () aus folgendem Grund: doofes deutsch

  • ich habe ja jeden Tag mit der Materie zu tun, da ich in einer Eltern-, Jugend- und Familienberatungsstelle arbeite (früher als Erziehungsberatung bezeichnet). Da auch viel mit Jungs bzw. Familien mit Jungs. Und neben den ganzen Problemchen, die es immer schon gab , Ängste, Mobbing, aggressives Verhalten usw. gibt es EIN ganz grosses Übel. Und das trägt, um es ganz klar zu benennen, den Namen Fortnite.

    Mir sind in den letzten Jahren reihenweise Kinder begegnet, die nur noch dann außerhäusliche Aktivitäten aufnehmen können, die länger als einen Wimpernschlag dauern, wenn sie Mama oder Papa dazu verpflichten können, in der Zwischenzeit irgendwelche ingame Pflichten zu übernehmen. Und die Eltern machen das, weil sie schlicht am Ende sind und nur noch vermeiden wollen, dass der Nachwuchs völlig ausrastet und die Wohnung verwüstet. Ernsthaft, das ist die Realität. Online Spiele sind mit das schlimmste, was man Kindern antun kann, weil da der soziale Kontext mitspielt. Ich könnte was verpassen, wenn ich nicht online bin: Fortschritt, Belohnungen, Status. Fortnite schraubt sich quasi mitten ins Belohnungszentrum des kindlichen Gehirns. Was dabei rauskommt, sehe ich, wenn wieder mal eine Mama mit ihrem 17-jährigen durchaus intelligenten Sohn bei mir aufkreuzt: ein übergewichtiger, recht schlaff und schlabbrig wirkender Junger Mann, Typ Vollnerd, der sämtliche Motivation, irgendwas im Leben zu erreichen, verloren hat. Und mit solchen Jugendlichen zu arbeiten, die einfach gar nichts wollen ausser "ihre Ruhe" ist hart. Lebensziel Wagner Pizza und PC bzw. Konsole. Was soll da noch gehen?

    Ich hab für mich folgenden Entschluss gefasst, wie ich das mit meinem Sohn handhaben will. Er ist 8, hat keine Konsole, sondern nen alten PC von mir mit Word und Paint. Das reicht ihm derzeit um ab und an damit Spaß zu haben. Falls irgendwann mal der Wunsch größer wird nach Daddeln, dann kann man drüber reden. Aber keinesfalls Online, Abo oder sonstwas Spiele, sondern nur Singleplayer, die man jederzeit beenden und nach einer beliebigen Zeit fortsetzen kann.

    Ansonsten bin ich absolut für staatliche Regelungen. Kein Handy im Kindergartenalter z.B., weils den Kleinen einfach nicht gut tut. Die Idee, solche Reglementierungen der elterlichen Verantwortung zu überlassen, ist in der Theorie wunderbar. Aber es gibt halt haufenweise Eltern, die es nicht hinbekommen. Gestern hab ich sogar von einer Studie gehört, das nun nachweislich klar ist, dass viel Bildschirmaufenthalt bei Kleinkindern dazu führt, dass die Ummantelung der Hirnnerven weniger robust wird. Das führt zu niedrigeren Nervenleitgeschwindigkeiten, ist irreversibel und schädigt Kinder aufs Leben gesehen. Es gibt schon einen guten Grund, warum Kinder keinen Alkohol kaufen dürfen. Weil es nichts ist für Kinder. Ist doch auch gesellschaftlich voll akzeptiert. Soll für andere Gefahrstoffe nun ein anderer Maßstab gelten?

    Und abgesehen davon: Stundenlanges tägliches Zocken ist auch für uns Erwachsene nicht gesund. Ob wir uns das jetzt eingestehen wollen oder nicht.

  • Lieferwagen , Respekt vor dieser Art Arbeit, die Du da täglich machst. Allerdings hast Du da auch eine vorselektierte Clientel vor Dir und da sollte man aus meiner Sicht keine Handlungsweisungen für die Allgemeinheit heraus ableiten. Der Kardiologe sieht nur Herzkranke und der Onkologe nur Krebskranke, und gesetzliche Vorschriften oder Verbote ergeben sich aus deren Arbeit an ihrem Clientel auch nicht. Die große Masse der Kiddies ist schon noch führbar und ich denke, dass die stille große Masse ( damit meine ich die nicht sozial interventionsbedürftigen ) der Eltern durchaus in der Lage ist, ihren Kindern die rechte Dosis an modernen Onlinemedien oder auch Games zu ermöglichen ( oder entsprechend einzuschränken ).


    Ich selbst für meine Teil zocke sehr gerne und verzichte lieber dafür auf den Schrott aus dem TV.

  • Sehr komplexes Thema


    Grundsätzlich bin ich jedoch für weniger Staat - gegen Verbote und "Bevormundungen"


    Was wir brauchen ist mehr Bildung ! <-- Aber dies ist eine längerfristige Geschichte und darauf haben unsere Berufspolitiker kein Bock ..

    Das Licht am Ende des Tunnels, könnten auch die Lichter des entgegenkommenden Zuges sein..

  • [user='1932']Allerdings hast Du da auch eine vorselektierte Clientel vor Dir und da sollte man aus meiner Sicht keine Handlungsweisungen für die Allgemeinheit heraus ableiten.

    Da hast du natürlich recht. Ausserdem gehören da noch mehr Faktoren innerhalb der Familie dazu als nur das reine Zockverhalten der Kiddies. Dennoch...

    Ich hab mich letzthin mal mit meinem Bruder unterhalten, der am Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet. Irgendwie kamen wir auf Abbrecher zu sprechen und ich fragte ihn, wie er sich die recht große Zahl an Durchfallern erkläre. Er antwortete wie aus der Pistole geschossen: Fortnite.

    Ich bin der letzte, der vorschnell das Wort Sucht in den Mund nimmt. Normalerweise muss ich eher überängstliche Mütter beruhigen ;-)

    Dennoch ist das, was regelmässiges Onlinespielen im kindlichen Erleben bewirken (Konditionierung an hohe Reizintensitäten, stresshormongetränkte Organismen usw.) so klar und auch so gut untersucht, dass man einfach nicht drüberwegsehen kann. Auch und gerade als erwachsener Daddler nicht. Klar ist auch dass Kinder sich unterscheiden. Manche sind leichter zu konditionieren, andere verlieren auch trotz vielen Spielens nicht den Kontakt zur Umwelt, aber es sind halt gerade die eh schon introvertierten, sensiblen und eher ängstlichen Jungs, die "Künstler" quasi, die gefährdet sind. Und denen tut es besser, sich z.B. mit Hilfe eines Buches sanfte innere Welten zu erschaffen als von hochfrequenten Reizen bombardiert zu werden.


    Was wir brauchen ist mehr Bildung ! <-- Aber dies ist eine längerfristige Geschichte und darauf haben unsere Berufspolitiker kein Bock ..


    Jepp. Aber wir brauchen auch Leute die sich bilden lassen wollen und das ist dann die andere Seite der Medaille.

  • Sehr komplexes Thema


    Grundsätzlich bin ich jedoch für weniger Staat - gegen Verbote und "Bevormundungen"

    Der Staat schreitet ja meist erst ein, wenn die die "normale" Gesellschaft (hier zB: Eltern, Schule) ein Problem nicht in den Griff bekommt. Es gibt immer mehr spielsüchtige Kinder und Jugendliche, alles Reden, Aufklären, Ermahnen hilft nichts, also muss ein Gesetz und staatliche Sanktionen her.

    Was hättest Du denn für einen praktikablen Gegenvorschlag?

    Und das du dazu auch noch Äpfel mit Birnen vergleichst, ist auch nicht sehr hilfreich.

    Welche Äpfel/Birnen? Sucht ist Sucht, die gehirninternen Mechanismen sind immer gleich: Du triggerst das Belohnungszentrum. Da macht es keinen Unterschied, ob Du Spielsüchtig bist oder Heroinabhängig. Auch die Folgen sind gleich, sozialer Rückzug, Ausrichten der Lebensumstände auf das Suchtmittel, schlussendlich körperlicher Verfall.

    Der Kardiologe sieht nur Herzkranke und der Onkologe nur Krebskranke, und gesetzliche Vorschriften oder Verbote ergeben sich aus deren Arbeit an ihrem Clientel auch nicht.

    Im Gegenteil, gerade bei Deinen Beispielen. Öffentliches Rauchverbot. Abschaffung von asbesthaltigen Baustoffen.

    Ich muss mal ganz ehrlich sagen, was gehen mich die Machenschaften der Chinesen an.

    Wir könnten aus deren Fehlern lernen und ihre Erfolge adaptieren. Wir könnten darüber diskutieren, was an deren Vorgehensweisen bei uns praktikabel und gesellschaftlich gewünscht ist. Bspw. geschieht die Totalüberwachung in China staatlicherseits, in den USA durch die Konzerne. Was möchten wir bei uns davon übernehmen, was vermeiden und wo haben wir völlig andere Vorstellungen.


    Dass Du den Rest der Welt am liebsten ignorieren möchtest, weil das bequemer ist, interessiert den Rest der Welt rein gar nicht. Der Rest der Welt stellt Dich dann einfach vor vollendete Tatsachen und Du kannst sehen, wo Du bleibst.

  • Ich bin auch absolut gegen Onlinespiele. Würde mir nie ein Spiel holen, bei dem ich Termine einhalten und mit Menschen interagieren muß. Ist ja schließlich Freizeit. ;) Mich würde aber größtenteils stören, dass ich das Spiel nicht einfach mal ein halbes Jahr liegen lassen kann ohne Monat für Monat für nix zu bezahlen. Und dann soll man noch für dies und das spielintern zahlen...viele werden zwar jetzt sagen "Musst du doch nicht." aber bei vielen Quests soll man ohne bestimmte Items nicht weiterkommen.

    Deshalb hab ich auch Fallout 76 links liegen lassen, als ich erfuhr, dass das so ein Onlinespiel ist.


    Persönlich bin ich der Meinung es muß nicht sein, das Kinder und Jugendliche online Spiele mit Abos und Co machen. Sie dürfen ja auch nicht Lotto spielen, in Spielotheken und oft selbst kostenlose Gewinnspiele nicht mitmachen. Es gibt doch auch eine Menge offline Spiele, die auch mal mehre Wochen liegen bleiben können in Prüfungsphasen oder ähnlichem. Aber bei online Spielen sehe ich doch den Zwang "Ich muß online sein, ich verpasse etwas, meine Freunde sind alle online." und nicht zuletzt "Ich will doch nicht das mein Taschengeld weggeht und ich nix von habe."

    Nur was soll die staatliche Regulierung bringen? Dann wird eben der große Bruder, ältere Freund oder vielleicht doch die Eltern überredet, sowie das auch oft beim Alkoholkauf passiert.


    Zu Fortnite kann ich nicht soviel sagen. Ich hab mich mal mit einem Verkäufer bei Gamestop unterhalten und er meint, diese Karten(?) werden oft geklaut. Der jüngste, den er mal erwischt hat, war 8 Jahre und meinte "Ja meine Eltern kaufen mir das nicht, was soll ich machen? Ich bin sonst Außenseiter in der Klasse." Schon heftig, was dieses Spiel (und wahrscheinlich auch andere Spiele dieser Art) auslösen.

    „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.“ (Albert Einstein)

  • Was denkt ihr über die zeitliche und finanzielle Begrenzung des Konsums für Kinder und Jugendliche?

    Kinder und Jugendliche sind Schutzbefohlene und wenn Spiele gezielt darauf ausgerichtet sind, diese abzuzocken, ist der Staat meiner Meinung nach sogar verpflichtet, einzugreifen. Die Gesetzeslage in Deutschland ist in diesem Bereich viel zu lasch.


    Ein aktuelles Beispiel dafür wäre die Coin Master App, die sich in Grauzonen bewegt hat, um gezielt Kindern Glücksspiel näher zu bringen. Die Auftraggeber hinter der App waren drei der größten Wett- und Spielhallen-Haie, denen langsam der Nachwuchs ausbleibt, denn klassisches Glücksspiel ist für junge Erwachsene nicht attraktiv. Also haben sie eine kunterbunte App entwickeln lassen, deren Kern eine Slotmaschine ist. Da man kein echtes Geld gewinnen kann und die Gewinnchancen von einem System reguliert werden, handelt es sich um simuliertes Glücksspiel - und das ist erlaubt! Auch für Kinder.


    Solchen Praktiken muss der Staat einen Riegel vorschieben. Kinder mit zuckersüßen, bunten Spiele-Apps zum Glücksspiel verführen zu wollen, ist für mich nicht diskutabel und gehört verboten. Natürlich sind die Eltern auch in der Pflicht, den Konsum ihrer Kinder zu überwachen, aber Kinder und Jugendliche genießen einen besonderen Schutz in unserer Gesellschaft und dieser Verantwortung muss der Staat nachkommen. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass Spiele, die ingame-Käufe beinhalten, generell ab 16 und alles mit Gambling (Lootboxen ect.), Abo-Modellen und Battle-Pässen ab 18 freigegeben werden sollte.


    So viel zum finanziellen Faktor, der zeitliche Faktor hingegen ist eine schwierige Sache. Ich bin einerseits der Meinung, dass der Staat sich in familiäre Angelegenheiten nicht einzumischen hat, aber anderseits greift für mich auch oftmals das, was ich oben bereits geschrieben habe: Nämlich, dass Kinder und Jugendliche geschützt werden müssen.
    Spiele wie Fortnite sind darauf ausgelegt, Kinder süchtig zu machen. Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht gelesen, in dem aufgedeckt wurde, dass Epic Games sogar Experten dafür beschäftigt. Diese überlegen ständig, wie man das Spiel für die Zielgruppe noch attraktiver machen kann. Natürlich, das Spiel ist ein Milliarden-Geschäft. Jedes süchtige Kind ist ein potenzieller Käufer, also versucht man, die Kinder so lange und so fest wie möglich an das Spiel zu binden. Dass die soziale Komponente dabei mittlerweile eine entscheidende Rolle spielt, verschlimmert das Problem.


    Wir leben in einer Zeit, in der Verantwortung geteilt werden muss. Kinder sind heutzutage vielen medialen Reizen und Fallen ausgesetzt, denn sie sind eine einfach zu beeinflussende Zielgruppe. Ich bin der Meinung, dass Eltern und Bildungseinrichtungen mit diesem Problem nicht allein gelassen werden sollten, sondern der Staat (und die Gesellschaft) ebenfalls einen großen Anteil der Verantwortung trägt.


    Kann eine Regulierung der Spielzeit von staatlicher Seite tatsächlich helfen? Ehrlich gesagt, wage ich das zu bezweifeln. Letztendlich wäre es ja nichts weiter als eine Empfehlung, deren Umsetzung in anderer Hand liegt. Was aber getan werden muss, ist Kinder vor solchen Mikrotransaktions-Bomben zu schützen. Denn wenn Fortnite an den Kids nichts mehr verdienen kann, werden sie als Zielgruppe uninteressant und vielleicht entwickelt sich das Spiel dann in eine andere Richtung.

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    -Deacon-

  • Haben wir mit den Altersfreigaben nicht schon ein Instrument, welches den Eltern einen wichtigen Hinweis für das Spielen von Games an die Hand gibt. Wenn ein bestimmtes Game entsprechende Tendenzen aufweist, kann man dieses hochstufen.

    Wie soll denn der Staat, außer mit Zensur, hier regulierend einwirken?

    Wenn China, als Beispiel, das reglementiert, dann geht das doch eigentlich nur mit massiver Kontrolle bis in den Privatbereich hinein.

  • Haben wir mit den Altersfreigaben nicht schon ein Instrument, welches den Eltern einen wichtigen Hinweis für das Spielen von Games an die Hand gibt. Wenn ein bestimmtes Game entsprechende Tendenzen aufweist, kann man dieses hochstufen.

    Das ist ja einer der Knackpunkte, denn die Gesetzgebung ist noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen. Anders ist es nicht zu erklären, warum Glücksspiel-Apps wie CoinMaster ab 0 Jahren freigegeben waren - ganz einfach aus dem Grund, das man kein echtes Geld gewinnen kann und die Slotmaschine von einem System gelenkt wird. Es spielt keine Rolle, dass man echtes Geld investieren muss. Dass "simuliertes Glücksspiel" keinerlei Altersbeschränkung bekommt, ist nicht zeitgemäß.


    Bei CoinMaster wurde es mittlerweile geändert, weil durch einen Aufruf von Jan Böhmermann entsprechende Prüfungsanträge, die übrigens nur von Behörden und Bildungseinrichtungen gestellt werden können, eingereicht wurden. Das Ganze lief dann aber nicht über die FSK, sondern über die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).


    Leider gehen Änderungen in diesem Bereich nur schleppend voran. In einigen europäischen Ländern tut sich allerdings etwas, zumindest Lootboxen werden zunehmend als Glücksspiel eingestuft und entsprechend erst ab 18 freigegeben. Eine Sache, die vielen Publishern überhaupt nicht schmeckt - so hatte 2K beispielsweise in Belgien dazu aufgerufen, an die Abgeordneten zu schreiben, um diese Einschränkung wieder aufzuheben. Ein absolutes Unding! Aber es zeigt sehr schön, dass es nur um eines geht: Geld.


    Es muss sich in Deutschland etwas ändern, Glücksspiel und Microtransaktionen müssen in Spielen für die Altersfreigabe eine Rolle spielen. Das Problem daran ist aber, dass hinter den Publishern große Konzerne und Investoren (Aktionäre) stehen, so finden sich darunter beispielsweise Riesen wie die ProSiebenSat.1 Media Group. Die wollen natürlich den maximalen Gewinn - und wir wissen, wie schwer Einschränkungen in unserem Land entstehen, wenn große Konzerne betroffen sind ... vor allem, wenn man bedenkt, dass man an Kindern sehr, sehr viel Geld verdienen kann! ;)

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