Mojave Wüste

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    Mit vollgeschlagenem Bauch und neuen Vorräten, traf Knox am Hummer auf Phil. Mit seinem typischen Grinsen kam er näher. Er stellte den Rucksack vor sich ab und zündete sich eine Zigarette an. „Wie sieht‘s aus? Sehen wir nach Quinn…? Und Andrew natürlich.“ Knox räusperte sich. Eigentlich wollte er einfach nur hier weg. Denn langsam bekam er Paranoia an diesem Ort. Er fühlte sich beobachtet. Mehr als sonst. Aber er spielte den Gelassenen. „Ich denke ich bin bereit Quinn zu verzeihen.“ Er zwinkerte. „Okay aber…“ Phil zeigte auf Knox der ihn einen Augenblick lang erschrocken ansah und inne hielt. „Im Auto wird nicht geraucht!“ Phil grinste und Knox tat es ihm gleich. Er atmete aus und warf die Zigarette auf den Boden. Mit dem Fuss trat er drauf um sie zu löschen. Er hob die Hände: „Kein Problem. Deine Karre, deine Regeln.“ Knox hob den Rucksack auf und legte ihn in den Fussraum auf der Beifahrerseite. Dann stieg er hinein und lehnte sich zurück. Mit einem Handgriff legte er die Sonnenbrille an und grinste. Phil der nun ebenfalls im Humvee sass, startete den Wagen. Knox‘ Blick fiel auf den PipBoy. „Bin ja mal gespannt was das Ding später kann.“


    Knox war erleichtert. Während sie durch die Wüste fuhren, und den Ort an dem in den letzten zwei Tagen so viel unvorhersehbares passiert war, hinter sich liessen, geisterte das Unternehmen in Knox‘ Kopf herum. Er verdrängte den Gedanken und ein Schlimmerer trat an seine Stelle. Ist meine Schwester in Sicherheit? Er würde sich so gern davon überzeugen. Wenn es doch nur Etwas gäbe mit dem man auf grosse Distanz Kontakt halten könnte… Knox schob die Brille nach unten und schaute über den Rand. Er begutachtete das Innenleben des Autos und erinnerte sich an das was Phil ihm darüber erzählt hatte. Gott es war einfach genial wenn man sich erinnern konnte! Er zeigte auf das Funkgerät. „Meinst du man kann damit bei den Anhängern…. anrufen?“ Phil sah ihn verblüfft an. „…klar… ich denke schon. Aber ich weiss deren Frequenz nicht.“ Knox war endtäuscht. „Schade… Ich dachte ich könnte vielleicht… ist ja auch egal.“ Nach einer kurzen Schweigeminute, griff Phil nach dem Funkgerät und Funkte jemanden an. Aufmerksam sah Knox zu. Dann drehte Phil an einem Rädchen ohne die Strasse aus dem Blick zu verlieren. Dann hielt er Knox das Gerät hin. Knox sah das Mikrofon an, dann Phil und wieder das Ding in Phils Hand. Dann nahm er die Sonnenbrille ab und nahm es. Nochmal sah er unsicher zu Phil. „Knopf drücken und reden.“ Knox sah den Knopf an der Seite. Es knackte als er drauf drückte. „Ha…Hallo?“ „Frag ob da die Anhänger sind.“ Half Phil ihm. Knox sah das Mikro an. „Sind… Sind da die Anhänger der Apokalypse?“ Phil grinste. „Knopf los lassen.“ Knox liess los und es knackte wieder. Dann warteten sie. „Und jetzt?“ fragte Knox. Phil forderte ihn auf es erneut zu versuchen und Knox tat wie ihm geheissen. Und tatsächlich kam eine Stimme aus dem Radio. „Ja, Anhänger hier, wer ist da?“ Eine junge Männerstimme. Knox drückte den Knopf. „Hier ist Phils Hummve, kannst du mich hören?“ „Wer ist da?“ Knox ignorierte die Frage. „Ist da jemand bei euch der Cosmo oder Brian heisst?“ Knox sprach langsam und so deutlich wie er konnte. Er sprach laut, weil er irgendwie das Gefühl hatte auf diese Distanz laut sprechen zu müssen. „Nein hier ist… chchchch“ Knox verdrehte die Augen. „Nein, ich meine, ist bei euch jemand mit dem Namen Brian. Kann ich mit ihm sprechen?“ Es dauerte eine Weile dann kam eine Antwort: „Einen Moment.“ Knox lehnte sich zurück. Sein Körper war angespannt gewesen, als er gesprochen hatte und das strengte ihn jetzt an. „Das ist echt geil das Ding.“ Sagte Knox zu Phil. Dieser grinste. „Na klar ist es das.“ Nach einer gefühlten Ewigkeit klang plötzlich eine andere männliche Stimme aus dem Radio. Sie war etwas verzerrt, doch Knox glaubte sie zu kennen. „Hallo? Hier ist Brian. Wer ist da.“ Knox sprang fast auf vor Freude. „Brian?!“ „Ja. Wer ist da?“ Knox war zum Lachen zu mute. Er konnte nicht glauben dass er mit seinem Bruder sprach. Aus Phils Wagen. „Ja! Ich bins, Kno….“ Knox hielt inne und sagte etwas leiser: „Thomas.“ „Tom?“ schallte es zurück. „Wo bist du?“ „Das ist nicht so wichtig. Ist Jenny bei euch?“ „Was? Nein.“ Knox liess die Schultern hängen. „Warum?“ fragte Brian. Knox schwieg. „Hallo? Bist du noch da?“ Knox hob das Mikro an den Mund und sagte nun resigniert: „Sie war auf dem Strip. Ich hab sie zu euch geschickt…“ „Was? Ich hab dich nicht verstanden. Was ist mit Jenny? Wiederholen bitte.“ Knox wollte sich nicht wiederholen. Er liess das Gerät sinken. „Hallo? Kommen. Jemand da?“ liess Brian nicht locker. Knox starrte das Armaturenbrett an. Dann sprach er das letzte Mal in das Gerät. „Brian? Ich muss aufhören. Wir sehen uns.“ Knox hängte das Mikro wieder an seinen Platz und lehnte sich erneut in den Sitz zurück. „Warte. To…“ Knox drehte den Schalter auf aus. So wie er es bei Phil beobachtet hatte, als dieser ihn ein geschaltet hatte. Jenny hatte seinen Rat nicht befolgt. Natürlich nicht. Sie war ein Teenager. Knox war wütend. Am liebsten wollte er irgendwo rein schlagen. Er war wütend auf sich. Wütend darüber dass er weggerannt war als sie sie gefunden hatten. Er hätte sie zu Brian und Cosmo bringen sollen. Aber das verfluchte Unternehmen. Und es war ihm dennoch auf die Schliche gekommen.


    Etwas später, Knox hatte kein Wort mehr gesagt, hielt Phil bei Quinns ramponierter Hütte an. Alles sah aus wie zuvor. Nichts war repariert worden. Knox öffnete die Autotür schnappte sich den Rucksack und alle seine Waffen und trat auf das Haus zu. Vorsichtig schlich er zum Eingang. Es raschelte im Inneren. Mit genug Abstand ging Phil seitwärts an der Eingangstür vorbei, um möglichst viel vom Hausinneren erkennen zu können. Dann hob er eine Hand und formte mit dem Mund das Wort: Ratte. Knox nickte. Nur eine Ratte die ihr fressen in Quinns Hütte suchte. Knox trat ein und sah die Riesenratte an einem Sack herum knabbern, zückte das Messer und erstach sie rittlings. Er versuchte die Wut über sich in den Stich zu legen um sie etwas abzubauen. Erfolglos, aber einen Versuch wert. Das Haus war leer. Niemand war zurückgekehrt. Doch der Sack, den die Ratte beansprucht hatte, war neu. Als Phil in das Haus trat und sich umsah, hatte Knox bereits den Sack geöffnet. Kronkorken. Doch nicht nur das. Knox griff hineinund hob einen Zettel heraus.


    Letzte Warnung.


    Das verbesserte seine Laune nicht. Er zerknüllte den Zettel in der Faust und drückte so fest zu, dass es wehtat. Knox hielt es nicht mehr aus. Er würde auf gar keinen Fall seine eigene Schwester töten. Dass er sich nicht an ein Leben mit ihr erinnern konnte, tat nichts zur Sache. Er würde sie nicht töten. Aber dieses mysteriöse Unternehmen sass ihm im Nacken und ihm drohten Konsequenzen wenn er seinen Job nicht erledigte. Jenny hatte ihm vertraut. Obwohl das völlig normal war, schliesslich war er ihr Bruder. Ob es da eine Grauzone gab? Er konnte es nicht überprüfen. Er musste jetzt dafür sorgen, dass er nicht mehr im Stande war sie zu töten. Eine Überdosis würde sein Überlebensinstinkt wohl nicht zulassen. Aber auch nicht mit einer Kugel in den Kopf aus eigener Hand. Das würde er nicht fertig bringen. Er hätte zu viel schiss den Abzug zu betätigen. Und diesen Wichsern aus dem Unternehmen, würde er die Genugtuung nicht überlassen. Sie würden nicht diejenigen sein die ihn killten. Jemand anders musste das übernehmen....
    "Hör mal zu!" Sagte er laut während er sich zu Phil um drehte und warf seine AK vor sich auf den Boden. "Ich dachte es gäbe keine Grenzen für mich, aber ich hab mich geirrt!" Ein wütender Unterton schwang in Knox' Stimme mit. Jetzt brannten bei ihm alle roten Lichter. Es gab kein Halten mehr. "Ich hab Lola gekannt! Sehr gut sogar." Sprach er weiter und begann damit seine Rüstungsteile loszuschnallen. Er würde seine Schwester nicht erwähnen. Aber dafür sorgen, dass Phil wütend auf ihn wurde. Sehr wütend. "Sie kam aus Dead Valley, Kalifornien und war 15. Oh und ihre Karte..." er warf die Teile und den Rucksack vor sich auf den Boden zu der Waffe und breitete die Arme aus. „Die hat Andrew nicht verloren. Ich hab sie ihm geklaut und sie verbrannt!" Knox versuchte nicht wütend sondern höhnisch zu klingen, was ihm nicht besonders gut gelang. "Die Kleine am Kreuz. Nadine..." er besah sich seine Pistole und versuchte sich an sie zu erinnern. An ihre Stimme, ihre junge, makellose Haut, die saphirblauen Augen… Er warf die Waffe wie den Rest ebenfalls vor sich hin. "Das war auch ich. Damals hatte ich dich und Andrew noch nicht gekannt aber schön, dass ihr von der Legion ausgegangen seid, so wie ich es gehofft hatte." Er versuchte ihn anzugrinsen, wollte dass er wütend wurde, dass er die Knarre zog und ihm ins Gesicht schoss. Er nahm das Messer und zeigte damit auf Phil. Es blitzte im Sonnenlicht auf. "Ah ja! Die beiden Teenies aus Novac, Ray und Ireen..." er sah nun finster drein, "die hab ich vergiftet." Er warf das Messer auf den Boden und nahm seine Kunststoffhülle mit den Schmerzmitteln aus der Tasche. Er schüttelte sie provozierend. "Genug davon und man wacht nicht mehr auf." Er warf auch sie wütend auf den Boden. Er dachte kurz nach, sah gereizt auf seine Sachen. Was konnte er ihm noch erzählen, um ihn wütend zu machen? Knox sah auf. "Und das waren noch nicht alle! Da gab’s noch nen Jungen, fünfzehn Jahre alt, an den Namen kann ich mich nicht mal mehr erinnern. Ich hab ihn erstickt!" Er konnte Unglaube und Zorn im Gesicht seines Gegenübers erkennen. „Und Olive. Das war echt ne dumme Sache, aber was solls. Wer behauptet mein Geheimnis auszuplaudern, ist eben dran.“ Knox Gesicht verfinsterte sich. Er wollte hinzufügen, dass es ihm eine Freude war der Kleinen die Seele aus dem Leib zu drücken, doch er brachte es nicht über die Zunge. Es war nicht nur eine Lüge, auch war er fast schon von sich selbst so angewidert, dass er Phil seinen letzten Gedanken nicht an den Kopf knallen konnte.
    Knox stand vor ihm, nur noch mit Shirt, Hose und Schuhen bekleidet. Ohne Waffen die Arme ausgebreitet. "Na?" Jetzt nachdem er alles gesagt hatte, hielt ihn nichts mehr vom Grinsen ab. "Was willst du jetzt tun?" Für einen kurzen Moment, glaubte Knox, dass Phil unschlüssig bleiben würde. Das machte ihn wütend. Was sollte er noch tun um von ihm ausser Gefecht gesetzt zu werden? Er wollte Phil gerade an den Kopf werfen, dass er Lola gefickt hatte, doch das war nicht mehr nötig...

  • >>>Start in der Mojave Wüste>>>
    Es dauerte eine Weile bis Andy wieder zusich kam und es war mittlerweile wieder Tag. Er setzte sich langsam auf und zog sich den Helm aus. "Scheiße....Was ist passiert?" murmelte er schwach und rieb sich seinen Kopf. Er blutete, aber nicht besonderlich stark, was ihn etwas beruhigte. Er versuchte sich aufzusetzen und das gelang ihm auch, aber unter extremen Schmerzen. Er musste kurz aufschreien und er sah sich weiter um. Es war windig und warm in der Mojave aber beides glich sich aus, sodass ein angenehmes Klima entstand. Während er sich umsah schoss es ihm wieder in den Sinn. Der Hinterhalt der Legion und Alpha, er seufzte leise als er an Alpha dachte. Er war ein guter Freund und nun war er wahrscheinlich tot. Andy zog seine Karte aus einer der Manteltaschen und breitete sie auf seinen ausgestreckten Beinen aus. Er wusste ungefähr wo er war aber dort war nirgends ein Posten RNK markiert. Sichtlich frustriert steckte er die Karte wieder weg und zog die Wasserflaschen um einen schluck zu trinken. Er hatte die Flasche schnell geleert und legte den Kopf an die Felswand, er schloss die Augen und atmete ruhig aber von starken Schmerzen geplagt. Er öffnete mach ein paar Minuten wieder die Augen und schaute in den Himmel. Es fingen schon an Geier um ihn zu kreisen. Das war das erste Mal das Andy nicht wusste was er tun sollte, also beschloss er einfach sitzen zu bleiben und nachzudenken. Viel mehr konnte er auch nicht machen, die Schmerzen waren viel zu stark......

  • ...Er war kurz eingeschlafen aber wachte dann wieder durch ein picken an seinem Fuß auf. Andy öffnete müde die Augen und schaute einem Geier in die Augen der ihn anscheinend schon für tot hielt. "Verpiss dich drecks Vieh!" rief er sauer und trat nach dem Geier, der dann krächzend nach oben flog und wieder seine Kreise um ihn zog. Ich muss hier weg, sonst ende ich noch als ihr Abendessen dachte er sich und kroch unter leisen schmerzens schreien an der Felswand rauf bis er nun der wand lehnte. Er nahm die Panzerbüchse vom Rücken und stütze sich auf ihr ab. Es gefiel ihm nicht sie so zu missbrauchen aber es war seine einzige Möglichkeit hier weg zu kommen, seinen Helm konnte er auch nicht einfach so liegen lassen, also packte er ihn schnell und setzte ihn sich mit der freien Hand auf. Seine Stimme war nun leicht gedämpft und klang wie aus einem Funkgerät, lag vielleicht auch daran das der Helm ein eingebautes hatte. "Hier spricht Delta, 5te Divison Elite-Ranger. Kann mich irgendein RNK Außenposten hören?" als Antwort bekam er nur ein Rauschen, vielleicht wurde es beim Sturz beschädigt? Andy versuchte es noch einmal diesmal aber mit einer leichten Verzweiflung. "Hier spricht Delta, 5te Divison Elite-Ranger. Wir wurden in einen Hinterhalt der Legion gelockt. Alpha ist tot, ich bin der letzte Überlebende!" wieder nur Rauschen. "Bitte...irgendwer..." nachdem er wieder nur ein Rauschen seufzte er enttäuscht. Es wurde wahrscheinlich beschädigt oder er war außer Reichweite der Außenposten. Er stellte auf eine offene Frequenz um die von jedem Funkgerät empfangen werden kann, sicher es war eine dumme Idee, aber alleine würde er es nicht zum nächsten Außenposten schaffen und solange er nicht die Legion oder irgendwelche Raider auf sich Aufmerksam macht würde das schon in Ordnung gehen. "Hier spricht Delta, 5te Divison Elite-Ranger. Wir wurden in einen Hinterhalt der Legion gelockt. Alpha ist tot, ich bin der letzte Überlebende! Bitte irgendwer!" Andy fing an in die Wüste zu humpeln immer wieder die Worte wiederholend, als hätte er nie was anderes gesagt. "Hier spricht Delta, 5te Divison Elite-Ranger. Bitte das ist keine Aufgezeichnete Nachricht! Bitte irgendwer muss mich doch hören! Wir wurden von der Legion in einen Hinterhalt gelockt! Alpha ist tot und ich bin der letzte Überlebende!" er machte eine kurze Pause. "Hier spricht Delta...."

  • Es war so lange her...
    So lange her das Quirinus einen Menschen gesehen hat, der ihn nicht töten wollte.
    Er streift nun eine gefühlte Ewigkeit in der Mojave umher. Eine Ewigkeit ist es her das er mitten in der Nacht vor seinen ehemaligen Legionären fliehen musste und der RNKler sich in Luft aufgelöst hat. Es muss Tage her sein das er das letzte mal überhaupt jemanden gesehen hat, wenn auch nur aus der ferne.
    Er fragte sich oft was aus dem Ranger geworden ist.
    * wahrscheinlich ist er Tot, das passiert hier draußen nur allzuoft und er schien nicht gerade jemand zu sein der keine Skrupel hat. Immerhin hat er dich, einen verdammten Legionär, vor'm sterben bewahrt*
    Quirin schüttelte die Gedanken ab und ging weiter in die Richtung aus der das helle weiße Licht kam. New Vegas wäre sein Ziel, aber erst muss er halt machen und Vorräte aufstocken.


    >>> 188 Handelsposten >>>

  • >>>Start in der Mojave Wüste>>>


    Es war kein ungewöhnlicher Anblick inmitten der Wüste einen Mr.Gutsy anzutreffen. Das war in einer solchen Welt wohl nirgendwo mehr eine Seltenheit überall verrichteten Roboter noch ihre alten Aufgaben und bewachten Militärstützpunkte und Checkpoints selbst über 200 Jahre nach dem Ende der Welt. Doch Trench Sweeper war leicht anders. Er streifte nicht durch diese Welt weil es ihm eine alte Programmierung sagte sondern weil er sich selbst dazu entschieden hatte. Dieser Gutsy hatte sich selbst eine neue Aufgabe gegeben und diese lautete die Vereinigten Staaten nach den Überresten der US-Regierung abzusuchen oder im schlimmsten Fall zumindest einen würdigen Nachfolger zu finden. Er kam von Osten hatte also bereits die Gelegenheit die Legion etwas unter Augenschein zu nehmen. Seine Begeisterung diesen Gegenüber hielt sich vorerst in Grenzen doch war er ja auch gerade erst in der Mojave angekommen. Laut seinen Daten war das Südwestliche Commonwealth übersäht mit alten Militäranlagen. Die Wahrscheinlichkeit auf Überreste oder Nachfolgegruppierungen der US-Armee zu treffen waren seinen Berechnungen nach hier also besonders hoch. Tatsächlich ließ der erste Hinweis nicht allzu lange auf sich warten da erreichte Trench Sweeper auch bereits etwas was nach einem Notruf klang
    "Analyse auf Übereinstimmung. 5te Division Elite Ranger. Suche läuft.."
    Der Roboter schwebte Still durch die Luft
    "Mögliche Übereinstimmung gefunden. 5th Ranger Battalion. FEHLER. Einheit aufgelöst am 22.Oktober 1945. Wahrscheinlichkeit auf Reaktivierung besagter Einheit bei 10%. Setze Analyse fort."
    Erneut wurde es still als der Roboter weiter seine Datenbank durchforstete.
    "Mögliche Übereinstimmung gefunden. United States Army Rangers. P-Kompanie: Erste Brigade, 5th Infantry Division. Offizieller Spitzname: Red Diamond. Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung bei 60%. Ignorierung wird nicht empfohlen. Orte Signal."
    Und mit diesen Worten zischte der Roboter auch schon in die Richtung aus der das Signal seinen Sensoren nach zu kommen scheint. Leider sollte das Glück nicht allzu hold sein mit dem Roboter. Vom Soldaten schien jede Spur verloren zu sein. Vielleicht eine automatische Nachricht? Nein das hätte er gemerkt. Sie konnte sowieso nicht allzu alt sein definitiv nicht Vorkriegszeit. Sweeper blieb keine Wahl als weiterzureisen doch zumindest versicherte ihn diese Funknachricht das dort draußen noch jemand war. Jemand mit vernünftiger Militärischer Struktur. So setzte sich der Gutsy ein neues Ziel. Etwas das ihm Anhaltspunkte liefern sollte.
    "Nahegelegenste Großstadt. Las Vegas, Nevada. Setze Koordinaten. Empfohlene Route: Highway 93"
    So ließ Trench Sweeper den sandigen Boden hinter sich und begab sich auf die Straße, sehr zur Freude seines Körpers bzw. seiner Teile. Er mag für Extremfälle gebaut worden sein aber man musste das Schicksal nicht herausfordern und sich extra Sandkörner in den Antrieb blasen wenn man es vermeiden kann. Nach einer recht ruhigen Reise erkannte er bereits Lichter in der Ferne welche wohl zu Las Vegas gehörten. Auch wenn er ein Roboter war so machte sich in ihm eine gewisse Erleichterung breit. Bis jetzt hatte er hauptsächlich Ruinen gesehen. Doch sollte er noch einen Zwischenstopp einlegen denn als er sich langsam einem Autobahnkreuz näherte erkannte er Tumult in der Ferne. Sein Misstrauen schwand etwas als er an einem Flaggenmast eine allzu vertraute Flagge erkennen konnte. Oder naja zumindest war er noch zu weit weg um die leichten Unterschiede zu der Flagge die er kannte erkennen zu können.
    "Flagge der Republik Kalifornien. Wahrscheinlichkeit feindlicher Interaktion bei 5%. Nehme Kontakt auf"


    >>> 188 Handelsposten >>>

    Why does building fly? Building should fall. Strong not like strange building
    - Strong über die Prydwen

  • >>>>>> San Quentin / Vault 51 >>>>



    Nachdem Peaches und Knox in den Transporter gestiegen waren, gesellten sich zwei weitere Männer zu ihnen. Beide hatten sie ein Sturmgewehr und einen Rucksack bei sich. Sie sassen den beiden gegenüber und hatten absolut keine Emotionen in ihren Gesichtern. Knox und Peaches hatten im Gefängnis über der Vault je eine Gefängnisweste aus Jeansstoff bekommen. Und da Knox nichts bei sich gehabt hatte als er hier angekommen war, bekam er sonst nichts zurück. Peaches hingegen erhielt seinen Ring, sein Springmesser, einen schwarzen Revolver, ohne Munition, und seine Sonnenbrille zurück.


    Während der Fahrt sprach niemand ein Wort. Knox wusste nicht genau wie er sich fühlen sollte. Der kleinste Gedanke an das Zimmer unten in der Vault, Kombiniert mit den Erlebnissen dort, liessen ihn in Schweiss ausbrechen. Deshalb versuchte er daran zu denken was nun vor ihnen lag. Sie sollten irgendetwas für diesen Victor erledigen. Der Typ war ihm vom ersten Augenblick an absolut unsympathisch. Er war alt und griesgrämig. Aber er hatte grosse Ziele. Genaues wusste Knox darüber nicht. Aber wenn sie ‚den Weg frei machen‘ mussten, konnte das nicht nur ein kleiner Mord sein. Dann dachte Knox an Quinn und Freude stieg in ihm auf. Er hatte die Chance sie wieder zu sehen! Er hatte die Chance sich zu entschuldigen. Gott, wie froh er sein würde wenn er sie wieder traf. Wenn es doch nicht das letzte Mal gewesen war dass er mit ihr gesprochen hatte. Und er würde sich nie wieder nach einem Streit einfach verpissen. Das schwor er sich. Und da waren ja noch Cosmo und Brian. Und Jenny! Er musste sie finden und hoffen dass keiner sie getötet hatte. Die kleine unschuldige Jenny… Knox grinste und schüttelte unbewusst den Kopf als er sich daran erinnerte dass sie überhaupt nicht so unschuldig war. Hatte sie damals nicht die ganzen Wände mit Stiften vollgekritzelt? Stimmt, Knox hatte ihr dabei sogar geholfen. Und danach hatte er ihr gesagt sie soll Cosmo umarmen und ihm den Stift schenken und Cosmo bekam tatsächlich ärger, da ihr Vater sofort davon ausging dass Cosmo der Übeltäter gewesen war.


    $Jenny hatte schon immer auf das gehört was Knox ihr gesagt hatte. Es lag vielleicht daran das er der einzige war der immer nett zu ihr war. Er hatte sich manchmal ziemlich ausgeschlossen gefühlt, wenn Cosmo und Brian mit Freunden herumhingen. Oder sie ihn ärgerten. Doch als Jenny kam, hatte er auch eine Verbündete. So wie Brian Cosmo hatte. Die beiden wussten natürlich nichts von Knox‘ Gedanken dazu. Dafür hätte er bestimmt eine Tracht Prügel bezogen. Solche Gedanken waren etwas für Weicheier. Aber das mussten sie auch nicht wissen. Knox wusste es und das reichte ihm. Jenny war eine tolle Verbündete und Knox brachte ihr tolle Tricks bei. So hatte er ihr eines Tages erzählt, dass sie sich einfach selbst hauen soll wenn sie ruhe vor Cosmo oder Brian wollte. Lustigerweise, wandte sie es danach auch an, ohne etwas damit bezwecken zu wollen. Einfach nur um ihre älteren Brüder zu nerven. Sie schlug sich dann immer mit der flachen Hand auf die Brust und rief ‚Au! Brian! Hör auf! Das tut weh! Aua!‘ Knox grinste immer breit wenn Brian oder Cosmo dann Panik bekamen und versuchten sie zum Aufhören zu zwingen. Meistens genau dann wenn ihr Vater oder ihre Mutter ihr zu Hilfe eilen wollten. Dann gab es Ärger und Jenny grinste genau so zufrieden wie Knox. Ihre Eltern glaubten Jenny natürlich eher als den Jungs. Sie hatte bis dahin noch nicht einmal halb so viel Ärger gemacht wie ihre Brüder. Und sie war das süsse kleine Mädchen, dem man keinen Wunsch abschlagen konnte.


    Der Wagen hielt und Knox schreckte aus seinen Erinnerungen hoch. Die Männer stiegen als erstes aus, gefolgt von Peaches und Knox. Die beiden sahen sich um, sie waren mitten in der Wüste doch in der Ferne leuchtete das altbekannte New Vegas in der Abenddämmerung. Die Männer überreichten Knox und Peaches die Waffen und die Rucksäcke, dann stiegen sie genauso stumm wieder in den Wagen und fuhren davon.


    Da standen sie nun. Ausgesetz wie kleine Welpen die niemand mehr wollte. Das erste was Knox tat, war den Rucksack zu untersuchen. Er war unscheinbar und hatte zwei grüne Streifen auf der Seite. Peaches hatte dasselbe Exemplar. Er setzte sich auf den Boden und räumte alles aus während Peaches auf dem Pipboy herumtippte. Im Rucksack befand sich eine Wasserflasche, eine Packung Cram, Vorkriegskuchen, ein Stimpack, ein Zippo, Munition für das Gewehr, eine Pistole mit dazugehöriger Munition, ein Schaldämpfer, ein blaues Tuch, eine Karte und ein paar RNK Dollar und Konkorken. Beinahe war Knox ein wenig endtäuscht. Er wollte endlich seiner Sucht geben was sie verlangte. Doch weder Kippen noch etwas Alkoholisches waren in dem Rucksack. Knox räumte wieder alles zurück und stand auf. Missmutig klopfte er den Staub ab. Peaches beendete das Inspizieren des Pipboys. Danach kramte er nach der Munition um die Waffe zu laden ehe er alles schulterte und sich umsah. Knox bemerkte dass er gar nicht daran gedacht hatte die Munition in das Sturmgewehr zu laden und holte dies nach. Er wollte gerade ansetzten um vorzuschlagen zu Quinn zu gehen, da stapfte Peaches bereits los. Knox folgte ihm. „Wo gehst du hin?“ fragte er ihn während sie auf das immer heller scheinende Vegas zu wanderten. „Nach Hause. Ich muss wissen wie es meinen Leuten geht.“ „Und der Auftrag?“ Knox sah auf Peaches linken Arm an dem der Pipboy befestigt war. „Noch ist nichts drauf.“ Knox nickte verstehend. „Ich will eine Freundin aufsuchen.“ „Wen?“ Peaches sah Knox nicht an. „Quinn... Sie ist…“ „Sie versorgt Junkys und Penner medizinisch … gross, dunkle Haare, blaue Augen… Ja ich erinnere mich.“ Nun sah Peaches auf. Er schien sich ihr Gesicht in Gedächtnis zu rufen. Dann sah er zu Knox der ihn mit offenem Mund anstarrte. „Was?“ fragte Peaches und grinste dann. „Du hast mir nicht geglaubt als ich sagte dass ich mir alles merke… jetzt wo ich wieder hier bin…“ Peaches sah in die trockene Landschaft. „fällt es mir wieder viel leichter mich zu erinnern.“ Knox konnte es noch immer nicht fassen. Und plötzlich musste er lachen. Peaches sah Knox erschrocken an. Knox lachte laut und konnte beinahe nicht weiter gehen. Es war eines dieser Lachanfälle die einen in jenem Moment schüttelten, man aber, wenn die Sekunden verstrichen waren und man an den Grund zurück dachte, gar nicht mehr wusste was so lustig gewesen war. Aber im Moment lachte Knox. „Was ist so lustig?“ fragte Peaches der unsicher lächelte. Als Knox noch immer nicht im Stande war zu antworten und er sich über ein Auge Wischte boxte Peaches ihn in den Oberarm. „Jetzt sag schon du Pisser!“ Knox hob die Hand und holte Luft. „Warte, warte.“ Knox beruhigte sich und grinste Peaches an. „Wie kannst du dir nur so viel merken? Ich meine…“ Knox rückte den Rucksack zurecht der sich bei seinem Gelächter ungemütlich verschoben hatte. „Ich konnte mich vor einiger Zeit an überhaupt nichts erinnern und du? Du bist das genaue Gegenteil. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie das ist!“ Peaches zuckte mit den Schultern. „Ich kann mir nicht vorstellen wie es ist nichts zu wissen.“ „Scheisse!“ gab Knox zurück. „Da wacht man auf und hat keinen Plan wer man ist und woher man kommt. Aber zum Glück hab ich meine Erinnerung jetzt wieder.“ „Pass gut darauf auf.“ Sagte Peaches. „Ich versuch’s…“ Knox senkte den Kopf. Nur ein falscher Schlag auf den Kopf, ein Aufprall und alles war wieder weg…


    Als sie vor dem Tor zu Freeside standen, war Knox verwirrt. „Ich dachte deine Bude ist unter uns?“ Peaches nickte. „Ja aber die Unholde lassen uns nicht rein, wenn ich ihnen nichts mitbringe.“ „Welche Unholde?“ Peaches hatte Knox zwar ein bisschen von seiner Gruppe erzählt, aber nicht dass über dem Eingang Unholde wache standen. „Ist das nicht voll umständlich?“ Peaches zuckte mit den Schultern. „Es hat auch sein Gutes. Wir sind besser getarnt.“ Knox wusste darauf nicht was er sagen sollte, denn es klang logisch. Sie betraten Freeside. Einige der herumlungernden Penner starten die beiden misstrauisch an. Die Westen schienen ihr Aufsehen zu erregen. Doch Peaches achtete nicht darauf und steuerte schnurstracks auf das Mick & Ralphs zu. Knox folgte ihm. Im Laden stand ein in älterer Herr der sich gerade Gedanken über seinen Einkaufszettel zu machen schien. Der Besitzer sah an dem Herr vorbei und nickte Peaches zu. Er entschuldigte sich bei dem unschlüssigen Mann und trat zu Knox und Peaches. Er schlug mit Knox Freund ein und hielt dann auch ihm die Hand hin. „Hey Peaches… Lange nicht gesehen, wo hast du dich denn rumgetrieben. Was kann ich für dich tun? Das Übliche?“ Peaches sah zu Knox. „Wie viele Kronkorken hast du?“ Knox erinnerte sich an das Geld in seinem Rucksack. „Ich glaube es waren ungefähr fünfzig.“ Peaches wandte sich wieder an den Verkäufer: „Gib mir was für neunzig.“ Dann wies er Knox an die Kronkorken aus dem Rucksack zu kramen und tat dasselbe bei seinem. Etwas leiser als die gewohnte Zimmerlautstärke fragte Peaches Knox: „Hast du eigentlich einen Pass für den Strip?“ Knox überlegte. Er hatte einen gehabt. Quinn hatte einen für ihn gemacht als er mit Lola auf den Strip wollte. Doch dieser lag in seinem alten Rucksack und den hatte Phil jetzt. Dann schüttelte er den Kopf. „Okay. Kein Problem. Ich glaube ich habe unten noch ein paar rumliegen.“ Dann überreichte Knox Peaches die Kronkorken und war ein wenig endtäuscht dass kaum was übrig blieb. Die zehn übrigen steckte er sich in die Tasche. Peaches stellte sich an den niedrigen Tresen neben den Mann und nickte ihm kurz zu. Mick brachte Peaches einen Sack und kassierte die Kronkorken ein. Als Peaches sich umdrehte um zu gehen, kam Knox näher. „Sind da Kippen drin?“ Er würde sich welche von dem restlichen Geld besorgen, wenn dies nicht der Fall sein würde. Peaches zuckte mit den Schultern und kramte in dem Sack. Tatsächlich fand Peaches eine Packung. Ehe er dazu kam sie Knox hinzuhalten nahm er sie Peaches schon aus der Hand. Hastig fummelte er die Packung auf und freute sich wie ein kleines Kind an Weihnachten. Knox suchte das Zippo aus dem Rucksack und zündete die Zigarette an. Erleichterter als je zu vor zog er an dem Sargnagel. Mick schickte ihn nach draussen. Er wollte nicht dass er, Zitat: den Laden abfackelte.


    Im Hinausgehen nahm Peaches ihm das Päckchen aus der Hand und zog sich ebenfalls eine Zigarette heraus. Mit einer Handbewegung wies er Knox an ihm das Feuerzeug zu geben. Nachdem er einem Zug genommen hatte nickte er Richtung Ausgang. „Komm.“ Knox folgte gehorsam.


    Das Nikotin tat seine Wirkung und Knox wurde ein wenig schwindlig davon. Doch er liebte dieses Gefühl. Als sie bei den Unholden ankamen hatte Knox bereits die fünfte Zigarette geraucht. Peaches stoppte Knox und er sah sich um. Zwischen ein paar Häusern starrten sie einige fiese Gesichter an. Peaches hatte Knox angewiesen auf keinen Fall nach der Waffe zu greifen. Etwas Ratlos sah Knox die Unholde an die geifernd näher kamen. „Big Peaches ist wieder in da House.“ Grinste einer und kam näher. Peaches verzog keine Miene. Und warf ihm den Sack vor die Füsse. Dieser hob den Sack auf und grinste. „War schön mit dir Geschäfte zu machen.“ Dann trat er zur Seite und Peaches setzte sich in Bewegung. Knox versuchte sich den Respekt vor den unberechenbaren Mistkerlen nicht anmerken zu machen, doch die Unholden schienen das zu riechen. Mit verrückten Augen sahen sie den Beiden nach und Knox hätte sich nicht gewundert, wenn einer jetzt aufgesprungen wäre und beide niedergemäht hätte. Vor einem Kanaldeckel blieb Peaches stehen. Knox warf den Zigarettenstummel zwischen seinen Fingern auf den Boden und sah zu wie Peaches den Deckel entfernte. „Ladys first.“ Sagte Peaches und wies in das Loch im Boden. Knox streckte Peaches den Mittelfinger entgegen und stieg hinab. Es roch widerlich. Dann folgte er Peaches durch die Gänge. Peaches selbst war aufgeregt. Endlich konnte er seine Leute wieder sehen und seinen Bruder, seine Frau und seinen Sohn. Er hoffte nur, dass sich in der Zwischenzeit nicht zu viel verändert hatte.


    Knox folgte seinem Kumpel durch das Becken und fand sich nach zwei weiteren Türen in einem hohen Raum mit mehreren Etagen wieder. Es war bis hier hin ruhig gewesen. Peaches lehnte sich über das Geländer und starrte hinab. Eine Stimme drang aus seinem Arbeitszimmer dessen Tür offen stand. Beide konnten nicht verstehen was die Stimme sagte, jedoch schien sie nicht besonders glücklich. „Jerry.“ Murmelte Peaches und begann die Treppen hinunter zu steigen. Knox folgte ihm.


    Unten konnten sie nun besser verstehen was die Stimme sagte. „Junge! Das geht so nicht mehr! Du kannst froh sein das Sasha noch zu dir hält. Wäre sie nicht, wäre ich längst weg.“ „Ich tu doch alles was ich kann.“ Jammerte eine jüngere Stimme. „Wir sind nur noch 5. Bevor Peaches verschwunden ist waren wir neunzehn! Neunzehn!“ „Ich weiss! Was soll ich denn noch machen? Ich hab versucht alles so zu machen wie Diego…“ Jerrys Stimme seufzte als Monty die nasse Nase hochzog. „Okay… komm runter… wenn Sasha und Pedro zurück sind, finden wir eine Lösung.“ In der Stimme klang kaum Hoffnung mit. Peaches hielt es nicht mehr aus und trat in den Raum. „Was zur Hölle ist hier passiert?!“ sagte er und Jerry drehte sich zu Knox und Peaches um. Monti sass am Schreibtisch und hatte das Gesicht in den Armen vergraben. Dieser sah mit verheultem Gesicht auf. Als er seinen grossen Bruder erkannte, sprang er sofort auf und lief auf ihn zu. „Peaches!“ stiess Jerry aus. Ein blonder, kräftiger Typ Mitte dreissig. Er wurde beinahe von Monty umgeworfen als er auf Peaches zu stürmte. „Wo warst du Mann!“ rief Monty der seinen Bruder umarmte. „Das würd ich auch gern mal wissen.“ Fügte Jerry hinzu und trat näher. Er schlug mit Peaches ein und nickte Knox zu. „Und wen hast du mitgebracht?“ Peaches ging auf den Schreibtisch zu und legte den Rucksack ab. „Ich war im Knast.“ Jerry und Monty sahen Peaches verständnislos an. „Was?“ Peaches schüttelte den Kopf. „Was ist hier los?“ Er sah sich auf dem Schreibtisch um. Tausende Notizen, kaum lesbar. Einige Dinge sogar übereinander geschrieben. Er konnte ein paar Dinge entziffern die wie Informationen aussahen und er wurde ungeduldig. Niemals durften Infos aufgeschrieben werden. Er sah Jerry und Monty erwartungsvoll an. Knox hörte aufmerksam zu. Es schien als sei seine Organisation vor die Hunde gegangen. Jerry wollte Luft holen um eine Erklärung zu beginnen doch Monty kam ihm zuvor.


    „Als du nicht mehr aufgetaucht bist haben sich die Leute auf mich verlassen. Sie haben mir alle ihre Informationen mitgeteilt, und ich hab versucht sie zu verkaufen. Aber ich wusste nicht von allen Käufern und irgendwie bin ich durcheinander gekommen mit den Fakten und...“ Monty sah schuldbewusst zu Boden. „Einige haben mir gedroht, andere haben versucht dich aufzuspüren, und der Rest ist einfach gegangen. Es sind nur noch Sasha, Pedro, Jerry, Chris und ich übrig…“ „Was ist mit Kirk?“ Jerry schnaubte verächtlich. „Den hat unser lil Peaches um die Ecke gebracht.“ „Was?!“ Peaches konnte nicht glauben was er hörte. Monty sah auf: „Er war der erste der gehen wollte und ich dachte wenn er geht und alles rum erzählt dann… Ich dachte du hättest vielleicht auch so reagiert… ich wusste nicht was ich hätte machen sollen um ihn abzuhalten und… scheisse Mann…“ Knox hob die Brauen und sah zu Peaches der nun das Gesicht in den Händen vergrub. „Und wo ist Rene?“ Jerry sah nun ebenfalls zu Boden. Peaches wurde ungeduldig. „Sagt schon!“ sagte er laut und in Knox staute sich ein ungemütliches Gefühl. „Keine Ahnung.“ Antwortete Jerry schliesslich kleinlaut. „Was heisst keine Ahnung?!“ Peaches sah wütend aus. Jerry rieb sich den Nacken und versuchte Peaches‘ Blick auszuweichen. „Eines Tages war sie weg. Mit Simon.“ Peaches setzte sich in den grossen Stuhl zurück und starrte vor sich hin. In der Zwischenzeit stupste Jerry Monty an und verliess dann den Raum. Knox sah sich um. Er betrachtete die Trennwand neben sich. Hinter ihm ein verwüstetes Bett. Im Grunde schien alles sehr chaotisch. Er wusste nicht ob es hier immer so aussah, aber wenn nicht hätte man fast meinen können hier wäre eingebrochen worden. Als hätte jemand energisch nach etwas gesucht. Der Kerl, den Jerry lil Peaches genannt hatte, stand unruhig da. Er hatte ein wenig Ähnlichkeit mit Peaches. Dieselbe Nase und Augenfarbe. Er war in etwa in Knox‘ alter und machte einen untröstlichen Eindruck. „Es tut mir Leid… Diego…“ sagte der Bruder schliesslich. Peaches reagierte erst nicht. Monty sah auf und beobachtete seinen Bruder. „Ich hab alles kaputt gemacht…“ gestand er ein. „Das wollte ich nicht. Ich hab wirklich…“ „Es ist nicht deine Schuld.“ Sprach Peaches ihm monoton dazwischen. Knox verzog den Mund. Mischte sich aber nicht ein. „Was ist das hier?“ fragte Peaches mit derselben emotionslosen Stimme und starrte die Notizen an. Monty trat näher. „Ich hab versucht irgendwie ein System auf die Reihe zu kriegen. Die Notizen sind Infos, aber bevor du ausrastest, ich hab sie absichtlich abgeändert. Damit sie keiner versteht… naja… ich am Ende auch nicht mehr…“ Knox hätte beinahe gelacht, hielt sich aber zurück. „Wo sind Sasha und die anderen?“ fragte Peaches schliesslich. „Auf der Suche nach dir… normalerweise kommen sie spät abends zurück.“ Peaches seufzte. Er hatte genug darüber nachgedacht. Fakt war, die Truppe war zerstört und wahrscheinlich auch das ganze Geschäft. Seine Frau war weg und hatte ihren Sohn mitgenommen. Im Grunde blieb ihm nichts mehr ausser sein Bruder, die Kanalisation und… „Wo ist Mom?“ Seine Mutter hatte ebenfalls hier gelebt. Da Peaches sie nicht in Freeside zurück lassen wollte, als er begann seine Organisation zu gründen. „Sie ist vor einigen Tagen gestorben…“ murmelte Monty. Peaches sah Monty prüfend ins Gesicht, sagte aber nichts. Dann nickte er verstehend. Knox konnte sehen wie sehr Peaches unter der Ganzen Situation litt. Und der Tod seiner Mutter schien ihm den Rest zu geben. Lange Zeit sagte Peaches nichts mehr. Knox fühlte sich unwohl. Er konnte nichts gegen dieses Chaos unternehmen. Ausserdem wollte er jetzt noch dringender zu Quinn. Er hoffte dass ihr nichts passiert war. Und Jenny… Knox sah Monty an der aufsah. Dann nickte er Richtung Tür. Monty nickte und verlies den Raum. Knox sah noch einmal zu Peaches der winzig klein aussah in dem grossen Drehstuhl hinter dem Schreibtisch. Dann verliess auch er den Raum. Sicher wollte er für einen Moment seine Ruhe haben, den Knox hätte es selbst auch nicht anders gewollt.


    Draussen begann Monty die Treppen hinauf zu steigen. Knox blieb unten stehen. Er sah sich um. Eine rostige alte Kühltruhe. Eine Festbank und ein Tisch standen an der Wand. In der anderen Ecke lag ein Ball und es standen einige Klappstühle herum. Knox trat zur Kühltruhe die keinen Strom zu haben schien und hob eine Bierflasche auf. Sie war leer. Es standen mehrere leere Flaschen auf der Truhe. In dem fahlen Licht konnte Knox aber nur durch schütteln erkennen ob sie noch etwas Reste beinhalteten oder gar nichts. An einer halbvollen Flasche roch er erst, stellte sie dann aber wieder ab. Warmes Bier war zu verschmerzen, aber abgestanden ging gar nicht. Doch Knox hatte Glück und fand auf dem Boden eine volle ungeöffnete Flasche. Grinsend hob er sie auf und öffnete den Schraubverschluss. Es zischte. Ein erfreuliches Geräusch. Er setzte sich auf die Festbank und trank das lang ersehnte Bier. Nach einer Weile hörte er Stimmen von oben. Eine Frau und zwei Männer. Es pochte laut durch den hohen Raum als ihre schweren Stiefel auf die vergitterten Stufen auftraten. Die Frau kam auf Knox zu. „Wer bist du denn?“ fragte sie und rückte die Schweisserbrille auf ihrem Kopf zurecht. Misstrauisch sah sie Knox an. Knox wies mit der Hand in der er die Flasche hielt auf die Tür zu Peaches‘ Schlaf/Arbeitszimmer. „Ich bin mit Peaches hier und…“ Knox konnte nicht ausreden. Sofort wandte die Frau sich ab und eilte zu der Tür. Die Männer folgten ihr. Knox konnte noch erfreute Stimmen hören ehe die Tür zufiel und ihn von der Unterhaltung abschnitt. So sehr es Knox auch Leid tat was Peaches durchmachen musste, begann er sich nach einigen Minuten ungeduldig zu fühlen. Doch kurz bevor er aufstehen wollte um nach Peaches zu sehen, kam dieser aus der Tür. Gefolgt von den drei Leuten. Er schien sich wieder gefasst zu haben. „Wir müssen los.“ Sagte Peaches zu Knox. „Wohin?“ fragten die Frau und Knox gleichzeitig. Peaches wies auf den Pipboy. „Wir haben einen Auftrag.“ Dann wandte er sich zu seinen Leuten um. „Ich will dass ihr alles was Monty da aufgeschrieben hat vernichtet, und dann will ich dass ihr hier aufräumt.“ Er wies auf das Chaos rundherum. Knox sah nach oben. Der Bruder stand am Geländer und sah zu ihnen herab. „Wir machen einen reboot. Alles auf Anfang. Ihr wisst wie es läuft.“ Sasha stutzte. „Aber Peaches, wie soll das gehen wenn du diese … Sache erledigen musst.“ Sie wies auf den Pipboy. „Mir fällt schon was ein.“ Gab er zurück. „Sorry Alter, ich steh ja voll hinter dir und alles aber… ich seh da nich so nen Sinn dahinter…“ sagte Pedro nun und bekam dafür von Sasha einen Stoss in die Rippen. „Wir packen das schon!“ sagte sie. „Danke.“ Sagte Peaches und drehte sich um. Er winkte Knox zu sich. Er hörte noch wie Diego zu Sasha flüsterte: „Ich muss auch von irgendwas leben.“ Folgte dann aber ohne weiteres Zögern seinem Freund. Auf der oberen Etage wies Peaches seinen Bruder an den anderen zu Helfen. Und dass er sich nicht weiter den Kopf zerbrechen müsse. Er sei wieder da und würde das schon irgendwie wieder richten.


    Draussen sah Knox Peaches an. „Alles Okay?“ „Ja.“ Peaches setzte den Rucksack ab und kramte darin. Er hob ihm ein rechteckiges Ding entgegen. Knox griff danach und er kannte einen Pass für den Strip. „Ah, Danke.“ Sagte Knox verstehend. Dann streckte Peaches ihm noch etwas entgegen. „Geil!“ Knox griff nach der Flasche Whisky und besah sich das verblasste Etikett. Peaches stand auf. „Gib mir ne Kippe.“ Knox kramte in den Taschen und reichte Peaches die Schachtel. Nachdem beide sich eine Zigarette angesteckt hatten fragte Knox: „Worum geht’s bei dem Auftrag?“ Peaches setzte sich in Bewegung. „Wir müssen auf den Strip.“



    >>>>> Der Strip >>>>

  • >>>>>> Platz von Nord-Vegas>>>>>>>



    Tatsächlich fanden sie, wie von Mitch beschrieben, den Hügel mit den Felsen. In den Hügel war eine Tür eingelassen die sich problemlos öffnen lies. Knox dachte es wär zu leicht. Bestimmt hatte der alte Mann nicht umsonst gegrinst und gesagt es wäre schwer rein zu kommen. Peaches hatte die Pistole im Anschlag und trat zu Erst ein. Eine Treppe führte nach unten. Es war kühl und ein wenig feucht. Knox folgte unbehelligt. Unten angekommen blieb Peaches stehen und sah sich grüntlich in dem Raum um. Er war vollkommen leer. An der gegenüberliegenden Wand jedoch befand sich eine Tür mit einem plakatgrossen Blatt Papier daran befestigt. Auf dem Papier eine Zeichnung. Peaches besah sich die Zeichnung und wurde dann unterbrochen als die Gegensprechanlage neben der Tür zu rauschen begann. „Wer sich Einlass in das Reich des Wissens und des Intelekts?“ fragte eine Stimme aus dem Sprecher. Peaches sah Knox an der mit den Schultern zuckte. Er drückte auf den Knopf. „Wir suchen einen Mr. Gipson.“ Peaches lies den Knopf los und wartete. Es dauerte eine Weile. „Der Mann den ihr sucht ist hier. Was wollt ihr von ihm?“ Knox freute sich über diese Mitteilung. Bald hatten sie die erste Aufgabe hinter sich. „Können wir ihn sprechen?“ fragte Peaches hoffnungsvoll. „Nein.“ sagte die fremde Stimme promt. Peaches sah verduzt die Gefensprechanlage an. „Warum nicht?“ Wieder mussten die beiden warten bis die Stimme sich wieder meldete. „Hier hinein, kommen nur die klügsten Köpfe. Wenn ihr mit ihm sprechen wollt, müsst ihr das Rätsel an der Tür lösen.“ Knox sah zu dem Plakat. Darauf waren zwei Türen gezeichnet und vor jeder Tür eine Person. Über den Köpfen der identischen Personen ein Fragezeichen. „Und das wäre?“ fragte Peaches. „Es ist ein altes Rätsel aus der Vorkriegszeit. Ihr bekommt drei Versuche. Wenn ihr es schafft, lassen wir euch hinein.“ „Wie lautet das Rätsel?“ fragte Peaches nun etwas ungeduldiger. „Ihr seid in einem Raum mit zwei Türen, vor denen jeweils ein Wächter steht. Die eine Tür führt in die Freiheit die andere in den Kerker.
    Ihr dürft einem der beiden Wächter eine Frage stellen, um in das richtige Tor zu laufen. Der Wächter darf nur mit ja oder nein antworten. Der eine Wächter sagt immer die Wahrheit, der andere lügt immer.
    Was würdet ihr fragen?“
    Peaches bessah sich nachdenklich die Zeichnung während Knox versuchte sich an den Anfang des Rätsels zu erinnern. „Frag doch einfach welche Tür ist die Richtige.“ sagte Knox. Peaches schüttelte den Kopf. „Sie antworten nur mit Ja oder Nein.“ Knox dachte nach. „Ist das die richtige Tür?“ er zeigte auf die linke. Peaches überlegte. „Aber was wenn du den Kerl fragst der Lügt?“ „Dann sagt er ja und man weiss es ist die falsche Tür.“ gab Knox zurück und fühlte sich klug. Peaches schüttelte erneut den Kopf. „Du weisst doch aber nicht welcher lügt und welcher nicht.“ Knox schlaues Grinsen verging. „Ach ja...“ beide bemerkten dass dieses Rätsel wohl wirklich für richtig kluge Köpfe gedacht war.

  • Peaches war davon überzeugt das Rätsel lösen zu können. Er glaubte einfach nicht, dass es so schwer war. Er hatte den Verdacht, dass Knox und er zu kompliziert dachten. Mit dem Finger malte er ein paar Gedächtnisstützen in den feinen Sand der von draussen herein geweht worden war. Ihm viel gar nicht auf wie die Zeit verging. Knox allerdings begann sich zu langweilen. Er glaubte sie sässen schon seit Tagen hier unten und er hatte Hunger. Er fühlte sich auch nicht im Stande das Rätsel zu lösen. Jeden Vorschlag hatte Peaches widerlegt, und Knox hatte es schliesslich aufgegeben.
    Nach einer Weile kam Knox doch noch eine Idee. „Hey... was wenn du fragst: Ist deine Tür nicht die richtige Tür?“ Peaches sah auf. „Die Frage ist einfach negativ.“ Knox nickte. „Was wenn man die Typen so verwirren muss?“ „Du verwirrst dich damit nur selbst.“ „Nein pass auf. Wenn ich den der die Wahrheit sagt frage, und er vor der richtigen Tür steht, sagt er...“ Knox musste überlegen weil er seinen eigenen Ausführungen nicht mehr nach kam. Er flüsterte erneut seinen Vorschlag zu sich selbst und sah dabei konzentriert nach oben. „Äh, nein. Oder?“ Peaches nickte. „Und wenn ich den der lügt frage sagt er.. ja. Oder nicht? Dann wäre die Tür mit der Antwort Nein, die richtige Tür. Bäm!“ Knox schlug in die Hände und freute sich. Peaches hob beschwichtigend die Hände. „Warte, lass mich nachdenken.“ Er kritzelte etwas in den Sand und betrachtete die Zeichnung vor seinen Füssen. Mit dem Kinn in die Hand gestützt dachte er nach. „Wenn du den Lügner fragst ob er nicht vor der richtigen Tür steht und er vor der falschen steht, sagt er nein. Und der Wahrheitstyp vor der richtigen Tür würde sagen.... auch Nein...“ Knox sah auf. „Hä? Was? Wieso?“ Peaches erklährte: „Genau so könntest du fragen, ob er vor der falschen Tür steht. Und der Lügner vor der falschen Tür müsste lügen wenn ich frage ob er vor der Falschen steht. Also sagt er auf die Frage, stehst du vor der falschen Tür? Nein. Und der Wahrheitstyp sagt auch nein wenn ich ihn das frage, wenn wir davon ausgehen dass der Wahrheitstyp vor der Richtigen und der Lügner vor der Falschen steht.“ „Aber...“ Knox dachte darüber nach. Sein Gesichtsausdruck wurde genervt. „Ist doch scheisse! Was soll dieser Bullshit überhaupt!? Wir wollen doch nur den scheiss Aktenkoffer. Der Typ kann doch hier bleiben wenn es ihm so gut gefällt...“ Knox zündete sich eine Zigarette an und schmollte. „Ich hab das Gefühl, dass wir ganz nah drann sind.“ sagte Peaches und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. Angestrengt betrachtete er sein Gekritzel. „Vielleicht sollten wir mal was anderes machen....“ warf Knox ein, ohne viel Hoffnung, dass Peaches sich diesem Vorschlag annehmen würde. Eine Minute noch starrte Peaches auf die Zeichnung, dann wischte er mit der Hand darüber und stand auf. Er sah sauer aus. „Kennst du jemanden der das Wissen könnte?“ fragte Knox. Peaches, der eine ganze Menge Leute kannte, verneinte die Frage. Knox war ebenfalls ratlos. Er hätte gern Quinn vorgeschlagen, war sich aber nicht sicher. Er wollte auch nicht dass Peaches den Verdacht bekam das Knox sie nur vorschlug um sie besuchen zu können. „Gehn wir was essen.“ sagte Peaches schliesslich. „Wo?“ Peaches zuckte mit den Schultern. „Freeside.“ Überrascht sah Knox seinen Freund an, erwiederte aber nichts. Peaches ging voran. Er sagte zwar, dass er den Kopf frei bekommen wollte um später besser darüber nachdenken zu können, aber er schien noch immer über das Rätsel nach zugrübeln, während Knox ihm nach Freeside folgte.


    >>>> Freeside>>>>

  • >>> Freeside>>>>


    Knox wartete nicht und trat in das Haus ein. Auf dem Tisch lag jemand, eine Frau und daneben stand Slayter dessen Gesicht sich aufhellte als er Knox erblickte. „Knox!“ „Hey.“ Knox grinste und schlug mit seinem alten Raidermitglied ein. „Wie geht’s dir Junge.“ „Tut gut dich zu sehen Mann.“ sagte Slayter. Knox warf seine Ausrüstung auf sein altes geliebtes Sofa, ging zum Kühlschrank und machte ihn auf. Erstaunlicherweise hatte Quinn Bier da und Knox griff nach einer Flasche. Mit einem Zischen öffnete er den Schraubverschluss und nahm einen genussvollen Schluck. Daraufhin traten Quinn und Peaches ein. Quinn legte den ihre Sachen ab und trat zu der Patientin. Peaches stellte den Rucksack und die Waffe neben die Tür. Knox lehnte an der Theke und überlegte wann das letzte Mal so viele Leute bei ihnen zu Hause gewesen waren. Er sah sich um und musterte anerkennend die Reparaturen am Haus. Slayter und Quinn hatten sich sichtlich Mühe gegeben. „Hilf mir mal.“ Sagte Quinn und meinte damit Slayter der sofort zur Stelle war. Sie hoben die Bewusstlose… oder Schlafende? In das Schlafzimmer und legten sie auf das Bett. Quinn reinigte den Tisch und räumte ihre medizinischen Gegenstände bei Seite. Die schmutzigen Instrumente legte sie in das Waschbecken neben Knox. Dabei sah sie ihn flüchtig an. Knox blieb locker. Wenn sie etwas zu sagen hatte, sollte sie das tun. Peaches half Slayter die Möbel richtig zu rücken und setzten sich dann auf den Sessel und da Sofa. Quinn brachte beiden ein Getränk und öffnete sich selbst dann eine angebrochene Wasserflasche. Slayter und Peaches kamen in ein Gespräch, da Slayter ihm offenbar bekannt vorkam. Quinn nutze die Gelegenheit und stellte sich zu Knox an den Kühlschrank. „Knox was ist los?“ fragte sie besorgt. Knox drehte den Kopf zu ihr. „Was soll los sein? Es ist ja nicht so, dass meine beste Freundin mich beschatten lassen hat. Oder das der Kerl, mit dem ich vor wenigen Tagen noch die Hölle auf Erden durchmachen musste, davon gewusst hat. Oder dass ich jetzt zwar wieder frei bin, aber diese verfickten Aufträge für ein verficktes Arschloch machen muss, das nicht nur mir den Arsch aufreisst wenn ich es nicht tue.“ Knox pausierte, dann viel ihm noch etwas ein. „Oder dass ich Jenny immer noch nicht gefunden habe und ich jetzt nicht einmal richtig nach ihr suchen kann, weil besagtes Arschloch ein Auge auf mich wirft. Es ist also alles wie immer, ausser dass ich keine Kohle mehr bekomme.“ Knox trank von seinem Bier und sah mit verschränkten Armen vor sich hin. Quinn dachte einen Moment darüber nach. „Es tut mir Leid, dass ich Peaches auf dich angesetzt habe. Ich wollte dir wirklich nur helfen. Ich hatte einfach Angst, dass diese Typen dir etwas antun, wenn sie mitbekommen würden, dass du darüber Bescheid weisst. Deshalb die Geheimnistuerei.“ Knox zog gespielt anerkennend die Mundwinkel nach unten und nickte ohne Quinn anzusehen. „Bitte erzähl mir was passiert ist.“ Ihre Stimme klang warm und mitfühlend. Knox sah sie an und betrachtete ihre feinen Gesichtszüge. „Das willst du nicht wissen.“ Sagte er schliesslich. „Dann sag mir wenigstens wie ich euch helfen kann.“ „Du hast Peaches gehört. Je weniger du weisst, desto besser für dich.“ Knox Stimme klang neutral und unbeeindruckt. Quinn schien das irgendwie aufzuregen. „Oh komm schon. Ich wusste auch von deinem alten Job und dem Unternehmen welches euch nach wie vor beobachtet.“ Knox lächelte humorlos. "Aber diesmal ist es anders.“ „Was soll das heissen?“ Knox rang mit sich. Sollte er es ihr sagen oder nicht? Sollte er erwähnen dass sein Bruder Brian gefangen gehalten wurde? Was würde das ändern? Er entschied es zu lassen. „Glaub mir einfach.“ Erwiderte er. „Wie läuft’s mit deiner kleinen Klinik? Tut mir Leid, dass sich dich nicht mehr unterstützen kann.“ Sagte er um das Thema zu wechseln und klang dabei nicht so überzeugend wie er es eigentlich vorhatte. Quinn versuchte zu lächeln. „Lass das meine Sorge sein. Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Ich glaube langsam wird’s…“ Sie sah zu der Tür die ins Schlafzimmer führte. „Es sind nach wie vor hauptsächlich arme Leute, aber seit Slayter da ist, komme ich gut über die Runden.“ Knox nickte wieder und leerte das Bier. Er starrte vor sich hin und hörte zu ohne eine Miene zu verziehen. „Scheinbar ist er ein ausgezeichneter Kurier und erledigt ein paar Dinge für diesen Ralph in Freeside. Du weisst schon. Der im Mick & Ralphs.“ Seltsam. Dachte Knox. Sie redet wie früher. Aber es fühlt sich einfach nicht so an. „Verstehe.“ Sagte Knox abwesend immer noch die Arme verschränkt und die leere Flasche in der Hand. „Das ist schön.“ Quinn nickte zustimmend. Dann schweiften ihre Gedanken ebenfalls ab. „Sag mal.“ Begann sie. „Diese neuen Aufgaben. Von diesem Victor Foster. Muss ich mir Sorgen machen? Du musst doch nicht wieder unschuldige Teenager töten.“ Knox sah auf. Er überlegte ob er protestieren sollte. Unschuldige Teenager? Seit wann interessierte Quinn sich für Unschuldige? Sie war, wie auch er ein Raider. Lange hatten sie viele ‚Unschuldige‘ überfallen und ausgeraubt. Es ging schliesslich ums Überleben. Hatte sie diese Erinnerungen wie ein Mantel einfach abgelegt und in einem dunklen Schrank vergessen? Er schüttelte den Kopf. Mehr zu sich und Quinns Wandlung als um Quinn zu antworten. Wie dem auch sei. Wenn sie plötzlich auf Retterin der Verdammten machen wollte, sollte sie das doch tun. Knox war das zwar irgendwie nicht egal, doch er zwang sich dazu. „Bisher nicht.“ Sagte er zum Trotz. Quinn bemerkte das und verstand. Sie ging nicht weiter darauf ein und stiess sich vom Kühlschrank ab um zu Peaches und Slayter zu gehen. Knox sah ihr nach. Das war wohl zu viel gewesen. Er bereute es ein wenig, liess sich aber nichts anmerken. Er hörte wie Peaches auf das Rätsel zu sprechen kam und Knox stellte das leere Bier hinter sich ab. Aus dem Kühlschrank griff er sich ein neues und trat an den Couchtisch um sich dem Gespräch anzuschliessen. „Zwei Wächter, zwei Türen, eine Frage…“ wiederholte Quinn nachdenklich. „Einer sagt immer die Wahrheit und der andere lügt.“ Peaches nickte zur Bestätigung. „Das Bedeutet es gibt vier Variablen. Von denen zwei dieselbe Antwort haben.“ Peaches sah interessiert auf. „Sprich weiter.“ Slayter hingegen lehnte sich auf dem Sofa zurück und trug nichts Nützliches zu dem Gespräch bei. Quinn kaute nachdenklich an einem Fingernagel. „Es sind vier Szenarien. In denen du immer nur einmal dieselbe Frage stellst. In zwei dieser Szenarien müsstest du von jedem Wächter eine Ja und eine Nein Antwort erhalten…“ dachte sie laut. Peaches stützte sich mit den Unterarmen auf seine Knie und überlegte. „Du hast Recht. Aber was soll ich fragen? Es müsste eine sein die, sowohl bei dem Lügner als auch bei dem Wahrheitsagenden dieselbe Tür und Antwort ergibt. Oder irre ich mich da?“ Quinn überlegte. „Nein ich weiss was du meinst. Damit du sie unterscheiden kannst. Ich muss…“ Quinn sah sich um. „Ich muss das aufschreiben.“ Sie huschte ins Schlafzimmer und kam mit einem abgerissenen Zettel zurück. In der Kommode, in der sie früher immer Knox‘ Pillen und das Jet versteckt hatte, fand sie einen Bleistift. Sie setzte sich an den Tisch und Peaches trat zu ihr. Knox verfolgte das Geschehen. Er hatte keine Ahnung was die beiden beredeten. Ausser dass es um das Rätsel ging. „Vier mögliche Szenarien.“ Sagte Quinn und schob das beschriebene Stück Papier so, dass Peaches es lesen konnte. Er hatte eine Hand auf der Stuhllehne, die andere auf der Tischplatte und las. „Wahrheit, falsche Tür, Wahrheit, richtige Tür, Lügner, falsche Tür und Lügner, richtige Tür.“ Las er und nickte. Dann wurde es still im Raum. Peaches richtete sich wieder auf und starrte nachdenklich den Zettel an. Quinn stütze den Kopf in die Hände und las ebenfalls das Geschriebene wieder und wieder. Knox fühlte sich dabei etwas unbrauchbar. Er räumte seine Sachen vom Sofa und setzte sich. Einen Fuss hievte er auf den kleinen Tisch davor und lehnte sich zurück. Slayter sah inzwischen nach der Patientin im Schlafzimmer und brach bald darauf in die Nacht auf. Er habe noch etwas zu erledigen.


    Nach der Hälfte des fünften Biers wurde Knox schläfrig und benommen. Er merkte dass er das Zeug nicht mehr so gut vertrug wie vor dem Gefängnis. Er lag nun auf dem Sofa. Ein Bein angewinkelt, die Flasche stützte er auf dem Bauch ab. Quinn und Peaches diskutierten, dachten nach, diskutierten, dachten nach. Knox hörte ihnen gar nicht mehr zu, nippte noch ab und an, an der Flasche, schloss die Augen, bemerkte dass sich die Welt ein wenig kreiselnd anfühlte, sah an die Decke und wiederholte diesen Vorgang bis er einschlief.


    Knox wurde mit einem sanften Rütteln an der Schulter geweckt. Er wehrte sich gegen das Aufwachen und stöhnte. Als er den Kopf drehte und blinzelte, sah er Quinn die neben dem Sofa in die Hocke gegangen war und ihn anblickte. Er hatte ganz vergessen was gestern passiert war und er glaubte in einer Zeit zu sein die längst vergangen war. Eine Zeit in der er dauernd, besoffen auf dem Sofa eingepennt war und von Quinn geweckt wurde wenn sie ihm sagen wollte, dass sie bald zurück sein würde. „Ja ja…“ murmelte er als hätte sie ihn genau aus diesem Grund geweckt, und drehte sich um, um weiter zu schlafen. „Knox wach auf.“ „Was ist denn…“ sagte Knox verzweifelt und blickte verschlafen über die Schulter. „Ich muss Sandy zurück bringen. Ich weiss nicht ob ihr noch da seid wenn ich wieder komme… Ich glaube wir haben das Rätsel gelöst.“ Knox‘ Gehirn lief auf Notstrom. „Wer ist Sandy...?“ fragte er müde. Quinn seufzte. „Die schlafende Frau. Auf dem Tisch? Ist auch egal.“ Sie sprach flüsternd. „Knox, ich muss jetzt gehen und ich weiss nicht wann wir uns wieder sehen.“ Langsam kam Knox zu sich. Er zwang sich, sich aufzusetzen und rieb sich die Augen mit Daumen und Zeigefinger. „Wann wir uns wiedersehen?“ wiederholte er immer noch todmüde. Sie liess den Kopf hängen und gab es auf. Sie schien in Eile. Dann überraschte sie Knox in dem sie ihn in die Arme nahm. Er legte verdutzt eine Hand auf ihren Rücken. „Bitte pass auf dich auf.“ „äh, ja klar.“ Erwiderte er verwirrt. „Versprich es mir.“ Erweiterte Quinn und drückte ihn fest. Dann liess sie ihn los und lächelte. Es sah gezwungen aus. Daraufhin stand sie auf, schnappte sich ihre Sachen und verlies das Haus mit der Frau die an der Tür wartete. Es kam Knox wie ein Traum vor. Und er war sich nicht sicher ob das grade wirklich passiert war oder nicht. Er sah nach links und erkannte Peaches, der im Sessel eingenickt war. Wie spät war es? Es drang noch kein Licht durch die Fenster. Er lehnte sich zurück und atmete tief ein und aus. Mit dem Kinn auf der Brust schlief er wieder ein.


    Als er das nächste Mal aufwachte, lag er auf der Seite, ein Bein auf dem Boden, völlig verdreht. Er setzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Es knackte laut als er den Rücken durchdrückte und sich gegen die Schmerzen dehnte. Er sah Peaches an der Küchentheke stehen. Er rührte in einem Topf auf einer elektrischen Kochplatte. Knox liess sein Genick knacken und stand auf. Nachdem er sich erneut gestreckt hatte, wandte er sich Peaches zu. „Was gibt’s zu essen Schatz?“ fragte er gut gelaunt und erntete dafür einen ausgestreckten Mittelfinger. Grinsend verliess Knox das Haus und trat in die warme Mittagssonne. Noch immer etwas Schlaftrunken aber gut ausgeruht, begann er sein alt bewährtes Morgenritual, an das er sich ohne sich erinnern zu müssen einfach hielt. Um die Ecke entleerte er seine Blase und rauchte dann eine Zigarette vor der Haustür die noch halb offen stand. Er betrachtete die Gegend die sich so gut wie gar nicht verändert hatte und erinnerte sich an den Traum von letzter Nacht. Oder war es gar kein Traum gewesen? Quinn hatte ihn umarmt und gesagt er solle auf sich aufpassen. Jetzt da er genau darüber nachdachte, war er sich fast sicher dass das wirklich passiert war. Und er bereute es ein wenig, dass er nicht richtig wach gewesen war. Er wusste jetzt nicht, wann er Quinn je wieder sehen würde. Zudem hatte sie gesagt, sie hätten das Rätsel gelöst. Das überprüfte Knox sogleich. Er stiess die Tür ganz auf und spähte hinein, als ob in dem Haus Rauchverbot herrschen würde. „Ihr habt das Rätsel gelöst?“ fragte er Peaches. „Ich glaube schon. Ich bin mir ziemlich sicher.“ Antwortete er und hob den Topf von der Platte. „Wir essen, dann überzeugen wir uns davon.“ Knox schnippte den Stummel weg und trat ein. „Was ist mit Quinn? Sie hat sich heute früh verabschiedet.“ Peaches fühlte zwei Teller mit einer köstlich riechenden Fleischsuppe. „Ich denke sie weiss, dass wir unser Ding durchziehen müssen.“ Sagte Peaches ohne von der Arbeit aufzusehen. Knox setzte sich nachdenklich an den Tisch. Er war ein wenig traurig darüber und wünschte sich die Zeit zurück, in der er her kommen konnte, wann immer es ihm passte. In der er heim kommen konnte. Nach Hause. Zu Quinn. Frei von Pflichten. Doch diese Zeiten waren vorbei.


    Nach dem Essen, brachen Peaches und Knox zum Bunker auf. Währenddessen versuchte Peaches seinem etwas begriffsstutzigen Freund die Lösung für das Rätsel zu erklären. Doch Knox war das zu hoch. Zu oft, dieselben Wörter und alles klang gleich. Knox musste und wollte Peaches einfach vertrauen und hoffen dass er und Quinn klug genug waren um diesen Trotteln hinter der Bunkertür die Kinnlade runter fallen zu lassen.

  • Kacke verdammt.“ sagte Knox und erntete einen verwirrten Blick von Peaches. Knox winkte ab. Er hatte vergessen Quinn auf seine Schmerzpillen anzusprechen und ärgerte sich darüber weil er sich auf dem Weg nach Freeside doch noch daran erinnert hatte.


    Die Beiden betraten die Vorhalle des Bunkers. Peaches überlegte und drückte dann den Knopf der Sprechanlage. „Hallo?“ fragte er. Es dauerte eine Weile und das Rauschen setzte ein. „Wer ist da?“ fragte die verzerrte Stimme. „Wir haben euer Rätsel gelöst.“ antwortete Peaches. Schweigen. Peaches sah Knox an der ahnungslos die Schultern hob. „Nun gut.“ sagte die Stimme. „Ich bin einer der Wächter, frag mich.“ Peaches lächelte siegessicher. „Würde der andere Wächter mit Ja antworten, wenn ich ihn frage ob er vor dem Tor zur Freiheit steht?“ Wieder schweigen. „Nein.“ sagte die Stimme. Knox seufzte. Hatten sie den ersten Versuch nun schon verpatzt? Peaches jedoch lächelte immernoch. „Okay. Dann gehe ich durch das Tor des anderen Wächters.“ Knox runzelte die Stirn. Peaches trat einen Schritt zurück und wartete gespannt. „Das... das ist richtig...“ die Stimme klang beinahe erstaunt. „Also gut. Wir lassen euch rein. Aber die Waffen müsst ihr abgeben.“ Die Sprechanlage verstummte und die Verriegelung der schweren Bunkertür entsperrte sich. Knox‘ Mundwinkel hoben sich. „Ha! Genial. Gut gemacht, Kumpel.“ er schlug Peaches anerkennend auf die Schulter. Dieser schien erleichtert.


    Hinter der Tür führte ein weiterer Gang in die Tiefe. Ein bewaffneter Kerl lies Peaches und Knox ihre Waffen in einer Kiste verstauen. Sie folgten der Treppe, an deren Fuss sie bereits erwartet wurden. Der Mann, er trug eine Art Robe, schien erstaunt über die beiden Ödländer. Doch er sagte nichts über ihr Aussehen sondern fragte direkt nach dem Grund ihrer Anwesenheit. Ausserdem beäugte er den Pioboy an Peaches‘ Arm. Knox kam nicht umhin den Kerl aufzuziehen. Hielten sich diese Typen nicht für unheimlich schlau? „Wisst ihr das nicht mehr?“ Der Mann sah zu seinen beiden Freunden neben sich. Peaches stiess Knox mit dem Ellbogen an. „Wir wollen zu Gipson und mit ihm sprechen.“ „Weshalb?“ „Das geht nur ihn und uns etwas an.“ gab Peaches zurück. Seine Stimme klang so kühl wie Knox ihn damals in der Vault kennengelernt hatte. Der Intelektuelle dachte nach. Er schien sich bewusst zu werden, dass die Besucher unbewaffnet waren und klug genug das Rätsel zu lösen. scheinbar glaubte er nicht das kluge Leute hier unten amok liefen. „Dann folgt mir.
    Er führte Knox und Peaches durch den Bunker der riesig zu sein schien. „Dieses Rätsel ist kein Kinderspiel.“ sagte der Mann der sich als Benjamin Gore vorgestellt hatte. „Hier unten halten sich nur die klügsten Köpfe auf. Vielleicht solltet ihr darüber nachdenken hier euer Potential auszuschöpfen.“ „Und was macht ihr hier unten?“ fragte Peaches. Benjamin lächelte. „Wir studieren Vorkriegstechnologie und verbessern sie.“ „Also wie diese Bruderschaftstypen.“ sagte Knox und erinnerte sich an ein Gespräch mit Phil in dem sie sich über seine Karre unterhalten hatten. Benjamin blieb abrupt stehen und drehte sich mit ausgestrecktem Finger zu Knox um. „Nein! Nicht wie die Bruderschaft!“ Knox hob verwirrt die Hände. „Okay schon gut.“ „Diese Blechbüchsen haben keine Ahnung was sie mit dieser Technologie alles erschaffen könnten! Ihnen ist das Wohl der Menschen egal. Alles was sie finden, verstecken sie vor dem gemeinen Volk obwohl es ihnen helfen könnte.“ „Das heisst,“ begann Peaches vorsichtig. „ihr helft den Leuten in der Mojave?“ Benjamin beruhigte sich wieder. „Wir forschen an Lebens- und Düngemitteln die in der trockenen Einöde überleben. Bereiten Wasser auf und bringen es unter die Leute. Habt ihr euch nie gefragt woher die Flaschen kommen? Es ist schliesslich ein Verbrauchsgegenstand...“ Peaches und Knox sagten nichts dazu und folgten dem Mann weiter. „Und was ist mit Waffen?“ fragte Knox schliesslich. Diesmal drehte der Mann sich nicht um. Er senkte nur leicht den Kopf. „Waffen haben diese Welt zerstört...“ Knox dachte nach. „Ja aber hast du gesehn was da für Viecher draussen herum laufen?“ „Zu gegeben.“ sagte Benjamin. „Es arbeiten einige an neuen Waffen. Spezielle, die verhindern das jeder auf jeden schiesst.“ „Wie das?“ fragte Peaches und zog die Brauen zusammen. „Eine ausgegallene Technologie. Es würde zu lange dauern das zu erklähren. Aber es ist eine Waffe mit der es nicht mehr möglich ist, Menschen zu verletzen.“ Knox fragte sich ob das wirklich eine gute Idee war und dachte daran, dass er weder für Olive, noch für Nadien oder Ray und Irene eine Waffe benötigt hatte. Doch er lies es dabei bewenden. Schliesslich waren sie nicht deshalb hier.
    Sie kamen zu einem Raum in dem sich ein paar Leute zwischen gezüchteten Pflanzen herum bewegten. „Wo ist Gipson?“ fragte Benjamin und die Forscher verwiesen sie auf seinen Arbeitsbereich im Waffentrakt.“ Benjamin seufzte und führte Knox und Peaches weiter. „Ihr müsst wissen, dass Gipson einer unser intelligentesten Mitarbeiter ist. Er arbeitet bei allen Forschungen mit.“ „Ist das der Grund warum ihr euch von den anderen Ödlandbewohnern abschottet? Weil sie... zu dumm sind?“ fragte Peaches und Benjamin machte eine wage Kopfbewegung. „Vorallem wollen wir nicht, dass irgend ein Dummkopf uns hier stöhrt. Entweder man hat etwas zu unserem Ziel beizutragen, oder man lässt uns in Ruhe unsere Arbeit machen. Wie viele unberechenbare, nichtsnutzige, drogenverseuchte Raider und Unholde gibt es da draussen, die keinen Gedanken an unsere Errungenschafften verschwenden und aus Trotz und sinnloser Gewalt alles zu nichte machen würden?“ Knox schluckte leer obwohl er sich nicht unbedingt angesprochen fühlen musste. Er war zwar nicht schlau genug um das Rätsel zu begreifen, jedoch hatte er auch nicht vor hier alles in die Luft zu jagen.
    In einem Raum, der voller Tische und herum ligender Teile war, trat Benjamin auf den gesuchten Mann zu. Dieser betrachtete gerade irgend ein technisches Objekt mit einer Art zylinderflörmigen Auge. Knox fand, dass er damit wie einer dieser fiesen Wissenschaftler in seinen Comics aussah. „Ich habe hier zwei Männer die auf der Suche nach dir sind. Sie meinen, dass du weisst worum es geht.“ Gipson legte das Auge bei Seite und betrachtete die beiden Besucher. „So? Da bin ich mir nicht so sicher. Kennen wir uns?“ fragte er. „Victor Foster schickt uns.“ sagte Peaches. Gipson entglitten die gefassten Gesichtszüge und er stiess rüchwerts gegen den Tisch. „Bitte was?“ Benjamin sah Knox und Peaches alarmiert an und griff nach seiner Waffe. Peaches hob die Hände. „Ganz ruhig.“ sagte er. „Ihr arbeitet für ihn? Was wollt ihr? Mich töten?“ mit zusammen gekniffenen Augen sah Gipson Peaches an. „Klärt mich mal jemand auf?“ mischte Benjamin sich ein und schien verunsichert. Er zielte auf die Fremden, schien aber nicht besonders erfahren im Umgang mit der Waffe. „Nimm eifach mal die Knarre runter, alter.“ sagte Knox der anders als Peaches die Hände nicht hob. Er befürchtete der Mann könnte versehentlich einen Schuss abgeben. „Bring sie lieber wieder nach draussen. Welche wie die sollten hier nicht sein.“ sagte Gipson und krallte sich am Tisch fest. „Wieso? Du hast selbst für ihn gearbeitet.“ funkelte Knox der nicht verstand warum der Kerl so einen Aufstand machte. „Wer ist dieser Victor?“ fragte Benjamin und sah seinen begabten Freund an. In diesem Moment, ergriff Peaches die Chance und nahm Benjamin blitz schnell die Pistole ab und sicherte sie. Die Situation entspannte sich für Knox und Peaches. Benjamin hingegen hielt schockiert die Luft an. Peaches ging ruhig zu einem Tisch der ausser reichweite der Männer war und legte die Waffe dort ab. „Alles was wir wollen ist deinen Aktenkoffer.“ sagte er ruhig. „Ich dachte mir sowas. Ich habe den Koffer nicht mehr.“ Knox stöhnte genervt. „Na toll.“ „Wo ist er?“ fragte Peaches. „Ich habe ihn vernichtet.“ Nun sah Knox auch Peaches an dass er sich ärgerte. Gipson hingegen entspannte sich sichtlich und wurde neugierig. „Warum arbeitet ihr für diesen Mistkerl?“ Peaches schwieg und Knox sah zu Boden als er ihn fragend ansah. „Ich verstehe.“ sagte Gipson. „Muss ich das verstehen?“ fragte Benjamin. Gipson schüttelte den Kopf. „Bevor das Unternehmen in dem ich arbeitete sich mit diesem Victor zusammen getan hatte, war alles ganz anders.“ Gipson seufzte. „Als ich herausfand was dort gespielt wird, die forschungen und deren Ziele, musste ich dort weg.“ Wieder schwiegen Knox und Peaches. „Was müsst ihr mit dem Koffer tun? Zurückbringen?“ Peaches nickte. Nachdenklich sah Gipson zu Boden. Dann sah er auf und hob die Hände um sie dan ratlos auf die Oberschenkel zurückfallen zu lassen. „Tja. Tut mir leid.“ verstehend nickte Peaches wieder und sah die Männer an. „Dann verschwinden wir jetzt wieder.“ Knox wusste dem nichts hinzu zu fügen. Obwohl sich die Mission fehlgeschlagen anfühlte. Was würden sie jetzt machen?


    Sie verliesen den Bunker und schländerten durch die Wüste richtung Freeside. „Sagen wir ihnen die Wahrheit?“ fragte Knox. „Was anderes fällt mir nicht ein.“ Knox belies es dabei. Sollte der Abnehmer unzufrieden sein, würde er irgend eine plausieble Geschichte erfinden. Ihm fiel doch immer etwas ein. Es würde schon gut gehn. Hoffentlich.



    >>> Freeside>>>

  • Knox und Peaches traten in Quinns Hütte ein. Die Tür war nicht verschlossen. Slayter sass auf dem Sofa und blätterte in einem zerflädderten Heft. Er sah auf und lächelte. „Habt ihr das Rätsel gelöst?“ fragte er beinahe flüsternd. Knox nickte und schloss die Tür leise. „Wo ist Quinn?“ „Sie schläft.“ das erklährte weshalb Slayter leise sprach. Sie musste in der Nacht wieder unterwegs gewesen sein. So wie sie es meistens war. Knox schlich zum Schlafzimmer und öffnete leise die Tür. Sie lag schlafend auf dem Bett. Auf leisen Sohlen, wissend welche Dielen knarrten und welche nicht, schlich er zu ihr, hob die Arzttasche neben dem Bett auf und verlies den Raum wieder ohne sie zu wecken. Knox legte die Tasche auf den Tisch. Ehe er sie durchsuchte, öffnete er die Komode an der Wand. Er tastete bis ganz nach hinten. Beinahe sein ganzer Arm verschwand in der Schublade. Sein konzentrierter Gesichtsausdruck hellte sich auf und er zog drei Schachteln daraus hervor. Eine davon beinhaltete seine weissen Pillen. Jedoch nur noch drei. Die anderen beiden waren Mentats schachteln. Orange und Zitrone. Er schüttelte sie triumpfierend und grinste Peaches an. „Sollten wir Quinn nicht fragen?“ meinte er. Knox verdrehte die Augen. „Quatsch. Das sind doch eh meine.“ Er nahm die Schachteln in die Linke und griff ein weiteres Mal in die Schublade. Diesmal holte er einen Jet-Inhalator hervor. Er überprüfte ob sich noch mehr darin befand, fand jedoch nichts mehr. „Wozu brauchst du das alles?“ fragte Slayter der etwas verwirrt zuschaute. „Nicht so wichtig.“ antwortete Knox und stand mit den Gegenständen auf. Mit dem Fuss schob der die Schublade zu. Er legte alles neben die Arzttasche auf den Tisch. Peaches zündete eine Zigarette an, während er Knox zusah. Dieser öffnete nun die Arzttasche und durchsuchte sie. Er fand zwei Med-X Spritzen. Nun betrachtete er was er zusammen getragen hatte und verzog den Mund. „Das reicht nicht.“ „Haben wir nicht noch eine im Rucksack?“ Peaches legte seinen Rucksack ab und kramte darin. Knox richtete zustimmend den Finger auf ihn und tat es ihm gleich. Nun hatten sie vier Med-X. „Ist das tödlich genug?“ fragte Peaches. „Tödlich?“ Slayter drückte seine Zigarette aus. „Wen wollt ihr töten?“ Knox und Peaches sahen ihn an. „Das musst du nicht wissen.“ sagte Peaches. Knox überlegte. „Ich weiss nicht ob vier reichen. Kommt wohl ein bisschen auf seine Statur an.“ „Fragen wir einfach Quinn.“ versuchte es Peaches noch einmal. Knox schüttelte den Kopf. „Ich glaub nicht, dass sie das gut heisst. Nehmen wir einfach was wir haben und gehen.“ Peaches seufzte. Es ärgerte ihn, dass sie keine andere Wahl hatten. Er fand es genauso wenig gut. Aber er musste an seine Frau denken. Knox schob die Sachen in seinen Rucksack und legte ihn um. Peaches verliess bereits das Haus. Ehe Knox die Tür schloss, drehte er sich zu Slayter um und zeigte auf ihn. „Mir ist egal was du Quinn erzählst. Aber sag ihr auch, dass wir das tun müssen.“ Slayter nickte verduzt, dann schloss Knox die Tür.



    Es dauerte einen ganzen Tag bis sie in die Nähe des Aussenpostens kamen. Sie entschieden sich erst auszuruhen und ein Feuer zu machen. „Erzähl mir von deinem Plan.“ sagte Peaches nach dem Essen. Knox lehnte sich zurück und rauchte. „Wir holen uns in der Nacht ein paar RNK Uniformen.“ „Das ist dein Plan?“ Knox zuckte mit den Schultern. „Das klappt schon. Hat bei der Legion auch funktioniert.“ Peaches schwieg. „Wir klauen sie direkt aus dem Posten.“ „Ich dachte, ausser aus Frauenzimmern, bist du noch nie geschlichen.“ Knox erstaunte das Peaches sich daran erinnerte. Das hatte er ihm bei der ersten Begegnung in der Vault erzählt. „Wie schwer kann das schon sein.“ Peaches betrachtete seinen Freund skeptisch. „Vielleicht sollte nur einer da rein schleichen.“Wieso? Glaubst du ich hab das nicht drauf?“ Knox schnippte die Zigarette ins Feuer. „Wenn wir auffliegen, kann der andere wenigstens noch etwas unternehmen.“ schlussfolgerte Peaches. Das leuchtete Knox ein. „Na schön.“ Peaches nickte. „In ein paar Stunden wird es dunkel, dann schleich ich mich rein.“ Knox überlegte. „Eigentlich könntest du doch auch gleich den Kerl töten wenn du schon drinn bist.“ „Und riskieren das der Falsche drauf geht oder ich möglicherweise nicht mehr ungesehen raus komme?“Hast recht. Okay.“ Knox setzte sich auf. „Dann lass uns schon mal den Treffpunkt suchen. So lange wir noch etwas sehen.“


    In der Nacht schlich Peaches los. Er nahm nichts mit ausser der Pistole auf die der Schalldämpfer geschraubt wurde. Knox wartete und vertrieb sich die Zeit, in dem er Ringe aus Zigarettenrauch bildete und ein paar flüchtige Blicke zum Posten warf um die Lage zu überwachen. Als Peaches zurück kam, hatte er ein Bündel sandfarbenen Stoff bei sich und warf es Knox vor die Füsse. „Das ist nur eine.“ stellte Knox fest als er das Bündel aufrollte. „Tja.“ Peaches klang genervt. Knox dachte nach und sagte dann. „Egal es geht auch so.“ Peaches setzte sich laut ausatmend auf den Boden zu Knox. „Was ist?“ „Das war haarscharf.“ Knox wartete bis Peaches sein Erlebnis näher ausführte. „Sind eine menge Wachen aufgestellt. Die Uniform hab ich einem Schlafenden aus der Kiste gestohlen. Wir sollten diese hier also auf Merkmale untersuchen und diese entfernen.“ Knox sah sich die Uniform an. In der Dunkelheit konnte er kaum etwas erkennen. „Hab beim rausgehen gesehen, dass sie ein paar Legionäre gefangen halten. Bestimmt haben sie desshalb die Sicherheit erhöht.“ Knox zündete das Feuerzeug an und untersuchte die Uniform damit, während er Peaches zuhörte. „Der Kerl...“ er sah auf seinen Pipboy. „Mayor Gray, hat sein eigenes Zelt. Darin ein Tisch mit irgendwelchen Plänen. Sonst habe ich nicht viel gesehen. Das Essen bereiten sie wohl draussen zu.“ Knox nickte. Er fand nichts auffälliges an der Uniform. Sie war normal und langweilig wie die der anderen Soldaten. Peaches machte sich Gedanken über den Plan. Er hatte das Gefühl etwas zu übersehen. Es konnte nicht so einfach sein wie Knox behauptete. Das war es doch nie. Ihm viel allerdings nichts besseres ein und lies ihn machen. Knox öffnete die Schnürsenkel seiner Schuhe, streifte sie ab und zog sich das Shirt über den Kopf. Dann machte er sich an seinem Gürtel zu schaffen. Halb liegend, halb sitzend zog er seine Hose aus und die Uniform an. Er schnürte die Schuhe, stand auf zog sich das sandfarbene Tuch ins Gesicht und setzte den Helm auf. Peaches musste unwillkürlich grinsen. „Ich warte hier?“ fragte er dann. Knox schüttelte den Kopf. „Nein, du musst mir den Rücken frei halten.“ seine Stimme klang dumpf hinter dem Halstuch. Peaches legte den Kopf schief. „Ich?“ Knox seufzte, zog sich das Tuch aus dem Gesicht und setzte sich wieder. „Hast du denn gar keine Fantasie?“ Knox hob den Helm an und platzierte ihn neben sich. „Ich bin kein besonders guter Schauspieler. Damit dus weisst.“ gab Peaches zu. „Ach was.“ Knox fischte nach einer Zigarette. „Du musst nur so tun als ob irgendwelche... Legionäre oder Raider, deine Karavane zerstört haben. Das kriegst du doch wohl hin, oder?“ Peaches hob die Schultern nickte dann aber. „Lass mich einfach reden. Mir fällt schon was ein.“ Knox grinste. „Das wird ein Kinderspiel.“ „Und wann willst du ihn vergifften?“ Nachdenklich sah Knox auf seine Zigarette zwischen den Fingern. „Wir improvisieren einfach. Keine ahnung wann oder wo er isst.“ „Improvisieren? Klingt ja super.“ Der sarkasmus in Peaches‘ Stimme war nicht zu überhören. Er mochte wage Pläne nicht. Ihm war es lieber wenn alles von vorne bis hinten durchdacht war. Und wenn möglich, ein Plan B zur Verfügung stand. Nur um sicher zu gehen. „He. Vertraust du mir?“ Knox sah Peaches fragend an, konnte das Grinsen aber nicht zurück halten. Peaches zögerte. Knox stiess ihn lachend an. „Du Arschloch.“ „Nein, ja ich vertrau dir.“ sagte Peaches nun doch und lächelte ebenfalls. Das ungute Gefühl jedoch blieb.


    Als es hell wurde, machten die Beiden sich auf den Weg. Knox hatte, anders als Peaches nicht geschlafen. Er wollte seine Schlafmedizin noch nicht aufbrauchen.
    Peaches hatte den Rucksack bei sich während Knox nur die Waffe mit nahm. Die restliche Ausrüstung hatten sie am Treffpunkt versteckt. Knox kümmerte sich nicht weiter um den Plan sondern marschierte einfach drauf los. Peaches jedoch versuchte sich seine erfundene Geschichte einzuprägen und übte in Gedanken was er sagen würde. Er war nervös. Im Aussenposten passierten sie zwei Soldaten die Peaches musterten. „Wer ist das?“ fragte einer. Knox sah sich zu Peaches um und freute sich über dessen traurigen Gesichtsausdruck. Peaches hatte jedoch nur Angst aufzufliegen. „Den hab ich unterwegs gefunden. Hat seine Karavane verloren.“ er zeigte mit dem Daumen auf Peaches. „Ich werd das mal melden. Er soll sich hier kurz ausruhen.“ Die Soldaten sahen sich an, zuckten mit den Schultern und nickten. Knox ging weiter und Peaches folgte gezwungen lächelnd. Sie sahen die gefesselten Legionäre und drei Zelte. Eines war grösser und musste der Schlafplatz für die Soldaten sein. Knox steuerte auf das Kleinere zu. Er streckte den Kopf hinein und zog ihn schnell wieder zurück. Hastig drehte er sich um und überprüfte ob ihn jemand gesehen hatte. Keiner schenkte ihnen Aufmerksamkeit. Im Zelt stand der Ranghöchste in diesem Posten und studierte die Pläne auf dem Tisch, den Peaches erwähnt hatte. Ein weiterer Kerl war in dem Zelt und sah dem Mayor dabei zu. Sie hatten Knox nicht gesehen. Er sah Peaches an und nickte mit dem Kopf in eine Richtung, damit er ihm folgte. Bei den aufgestellten Tischen blieb er stehen. Er wies Peaches an sich hinzu setzten. In diesem Posten waren die Soldaten nicht so faul, wie die, die Knox mit Andrew und Phil getroffen hatte. Alle gingen irgend einer Tätigkeit nach. So konnte Knox ungestört mit seinem Freund reden. „Läuft doch ganz gut.“ Knox‘ Augen grinsten. Peaches schien nicht begeistert. Der falsche Soldat sah sich um. In der Nähe befand sich ein kleiner Container. Er war mit „Vorratskammer“ beschriftet. Daneben ein Feuer mit einem grossen Topf. Etwas restliche Bohnensuppe köchelte vor sich hin. Es war ein perfekter Zeitpunkt ein paar Vorräte zu präparieren. Doch dann konnte es passieren, dass die Zielperson nicht mit sicherheit davon ass. Er müsste warten bis der Mayor seinen Teller vor sich hatte und ihm dann was unter zu jubeln war bedeutend schwieriger. „He.“ flüsterte Knox und Peaches sah zu ihm hoch. „Gib mir die Mentats.“ Peaches kramte im Rucksack und reichte sie Knox unauffällig. Dieser steckte die Schachteln sofort ein. „Und dein Messer. Ich verschwinde kurz. Du kommst klar, oder?“ Peaches nickte. Knox verzog sich auf das Toilettenhäusschen. Es stank. Er setzte sich und begann damit die Mentats zu einem Pulver zu verarbeiten. Dieses Verfahren hatte schon einmal geklappt und er vertraute darauf, dass das noch einmal funktionierte. Das Pulver schüttete er in eine der Schachteln. Die übrige Schachtel zerriss er in kleine Stücke und warf sie in das Klo. Zufrieden verlies er das stille Örtchen und begab sich zurück zu Peaches. Jetzt musste er nur noch eine Wasserflasche aus der Vorratskammer besorgen und dem Mayor überreichen.
    Zu seinem Schrecken war Peaches verschwunden. „Verdammt.“ fluchte Knox leise. Nun musste er sich beeilen. Knox war hin und her gerissen. Er musste Peaches suchen. Er hatte das Med-X bei sich. Ohne weiter darüber nach zu denken, schüttete Knox das ganze Mentatspulver in den Topf und entfernte sich schnell.
    Er fand Peaches vor dem Zelt des Mayors. Scheinbar versuchte er einem Soldaten zu erklähren was er hier suchte. Knox trat zu ihm. „Was ist?“ fragte er. „Der Mann behauptet, dass seine Karavane überfallen wurde.“ sagte der Soldat. „Ja das weiss ich.“ antwortete Knox. „Ich hab ihn her gebracht.“ „Ach so. Hat er das gelbe Formular schon ausgefüllt?“ „Nein, aber das wollte ich gerade arangieren.“ Der Soldat sah Knox prüfend an. „Hier ist kein Aufenthaltsort für Karavanenhändler. Dafür ist der Aussenposten im Südwesten zuständig.“ Knox nickte. Er hob verzweifelt die Arme. „Der Mann hat grade alles verloren. Ich dachte er sollte sich erst mal ausruhen dürfen.“ Der Soldat nickte. „Schon gut. Geben Sie ihm das Formular. Und erklähren Sie ihm wo hin er es bringen muss.“ Knox salutierte. Der Soldat hob die Plane an und lies Knox und Peaches ein treten. Sie waren allein im Zelt. Der Mayor und sein Kumpel waren nicht da. Peaches atmete erleichtert aus. „Was hast du so lange gemacht?“ wisperte er. Knox tat so als würde er nach dem Formular suchen. „Ich hab die beschissenen Mentats verkleinert.“ Knox fand eine erste Hilfe Kiste und öffnete sie. Darin lag das fehlende Med-X und Knox schickte ein heil frohes ‚Danke‘ gen Himmel. Rasch winkte er Peaches zu sich und reichte ihm den Inhalt der Kiste. Ein paar Verbände, aufbereitetes Wasser und eine Wundsalbe lagen ebenfalls darin. Beide hielten inne als eine Glocke ertönte. Sie traten aus dem Zelt und sahen sich um. Der grossteil der Soldaten steuerten auf den Klang der Glocke zu. Peaches und Knox folgten ihnen. „Hm.“ machte Knox und grinste dann. Peaches sah ihn an, dann die Soldaten die sich in einer Reihe und einem Teller in der Hand vor dem Topf mit den Bohnen aufstellten, und schliesslich wieder zu Knox. „Was?“ Knox grinste immernoch, musste beinahe lachen. Er erkannte den Mayor der sich mit einem vollen Teller hin setzte. „Oh nein. Im Ernst jetzt?“ Peaches griff sich an den Kopf und wandte sich ab. Knox folgte ihm ohne seine gute Laune zu verlieren. „Reg dich ab. Ich glaub das wird sogar ganz lustig.“ „Lustig? Wenn die merken das mit dem Essen etwas nicht stimmt, dann...“ „Beruhig dich.“ beschwichtigte Knox. „Die sind sich das Zeug nicht gewöhnt. Bis die wieder von dem Trip runter sind, sind wir schon längst wieder weg.“ Peaches sah sich um. „Und was ist mit denen die noch auf ihren Posten sind?“ Knox zuckte ungerührt mit den Schultern. „Macht doch nichts. Die werden gleich andere Sorgen haben.“ Peaches schwieg. Er war beinahe fassungslos über Knox‘ Gelassenheit. „Wie wirken Mentats eigentlich?“ fragte Peaches endlich. Knox dachte nach. „Ein bisschen wie Alkohol.“ er nickte. „Ja, kann man damit vergleichen. Es senkt die Hemmschwelle und macht gesprächig.“ Peaches sah an Knox vorbei zu den Essenden. „Aber nicht alle werden gesprächig wenn sie trinken.“ Knox winkte ab. „Mag sein. Aber sind doch nur Mentats. Was soll gross passieren. Feiern die Soldaten eben für ein paar Stunden. In der Zeit können wir und um den Mayor kümmern.“ Peaches regte sich nicht. „Was?“ fragte Knox. Als Peaches mit dem Kopf dort hin nickte wo er hin starrte, drehte Knox sich um. Die ersten Soldaten begannen sich seltsam zu fühlen. Knox grinste. Einer fing an scheinbar unkontrolliert zu lachen. Es klang beinahe hysterisch. Ein zweiter lachte über denjenigen. Der dritte hob seine Wasserflasche und beschwerte sich darüber. Er tat lauthals kund, dass er lieber etwas anderes trinken wolle. Daneben ein etwas festerer Kerl der verwirrt in die Menge schaute. Mayor Gray, ein kräftig gebauter Kerl stand auf und redete auf die Soldaten ein. Sie sollten sich beruhigen. Peaches sah ratlos zu. Knox grinste breit. „Warte noch.“ sagte Knox und hob die Hand. Ein weiterer Soldat stand auf, bemerkte das etwas nicht stimmte und legte sich dann rücklinks in den Sand. Der Mayor wurde wütend und brüllte das Chaos an. Die Soldaten hörten nicht auf ihn. Zwei steckten die Köpfe zusammen, besprachen etwas und verschwanden dann in der Vorratskammer. „Warte. Nicht mehr lange.“ wiederholte Knox. Er konnte sich das Kichern kaum mehr verkneifen. Es rumpelte laut im Container. Der Soldat der das Essen ausgegeben hatte, bekam es mit der Angst zu tun und wich vor seinen sich seltsam verhaltenden Kollegen zurück. Der Kerl am Boden begann mit den Armen und Beinen zu rudern. Machte Sandengel. Ein weiterer Soldat verkroch sich unter dem Tisch. Ein paranoider Ausdruck im Gesicht. Der Mayor griff sich nun an den Kopf und schwankte. Er setzte sich wieder hin. In der Hand des dicken Soldates blitzte nun ein Messer. Er schien sich gegen die verrückt gewordenen verteidigen zu wollen. Nun eilten zwei Soldaten herbei die nicht am Tisch gesessen hatten. Erschrocken sahen sie sich um. Knox musste nun lachen. Er konnte nicht anders. Peaches schlug ihn auf den Arm. „Hör auf zu lachen, Mann!“ Knox wischte sich eine Träne aus dem Augen winkel. „Okay. Los. Holen wir uns den Sack.“ antwortete er immernoch lachend. Knox ging auf den Mayor zu. „Komm, bringen wir dich hier weg.“ er dachte nicht daran ihn mit der Höfflichkeitsform anzusprechen. Es war Gray sowieso egal. Knox stütze ihn und führte ihn an Peaches vorbei zu seinem Zelt. „Alles dreht sich.“ sagte der Mayor. „War irgend etwas im Essen? Wer sind Sie? Und wer ist er?“ der Mayor sah Knox an und zeigte dann auf jemanden neben ihm. Knox drehte den Kopf. Peaches ging auf der anderen Seite des Mayors. Knox musste wieder lachen. „Der ist gleich komplett hinüber.“ sagte er zu Peaches. Im Zelt setzte er Gray auf das Feldbett. „Gib mir den Rucksack.“ Peaches übergab ihn Knox. „Achte darauf das keiner rein kommt.“ Peaches stellte sich an den Zelteingang. Ihm gefiel das Ganze überhaupt nicht. Alles schien ausser Kontrolle und Knox war die Ruhe in Person. Knox riss sich das Tuch vom Gesicht und holte die erste Spritze aus dem Rucksack. „Ich setzt dir jetzt mal den ersten Schuss, danach gehts dir besser.“ sagte er und grinste den Mayor an. Dieser sah sich mit trüben Augen um und begriff nichts. Er krämpelte dem Mann den Ärmel hoch und suchte in der Armbreuge nach der geeigneten Stelle.
    Er hatte bereits die dritte Dosis verabreicht als es draussen laut knallte. Dann fielen Schüsse. Knox sah zu Peaches der ahnungslos mit den Schultern zuckte. Als er die vierte Spritze ansetzen wollte, stand Gray auf und taumelte. „Was ist hier los? Was knallt denn da so?“ Knox zog an seinem Arm und der Mayor lies sich wieder auf das Bett fallen. „Das sind nur zwei Packungen Mentats, die knallen so. Jetzt halt still.“ „Mentats?“ wiederholte Gray und schwankte. Knox suchte nach der letzten Dosierung. „Und das Med-X.“ sagte er und nahm die Kappe von der Spritze. Weitere Schüsse durchdrangen den Ort. Jemand schrie. Der Mayor sprang nun widererwartend auf und stiess Knox dabei um. Ihm viel das Med-X aus der Hand. „Fuck.“ er suchte die Spritze die von ihm weg gerollt war und kroch darauf zu. Als er den Kopf drehte, rannte der Mayor auf Peaches zu. „Halt ihn auf!“ Peaches drehte sich um und bemerkte den Mann zu spät. Er rannte ihn beinahe um und verliess das Zelt. „Was?“ „Die letzte fehlt noch!“ Knox sprang auf. „Wir müssen ihn zurück holen!“Verdammte Scheisse.“ sagte Peaches und verliess das Zelt. Knox folgte ihm. Draussen war ein unkontrolliertes Chaos ausgebrochen. Die Soldaten hatten das grosse Zelt erklommen, warfen mit Granaten, jagten die befreiten Legionäre und schossen sich lachend gegenseitig vor die Füsse. Eine Kugel pfiff an Knox vorbei und er duckte sich reflexartig. „Die vertragen aber auch gar nichts.“ murmelte er und suchte Peaches und Gray. Der Mayor war gestürzt und krümmte sich nun. Knox wusste nicht ob er von einer Kugel getroffen worden war oder ob das Med-X bereits seine Wirkung tat. Schnell sah er sich um und rannte dann auf die beiden zu. Er rutschte auf dem Sand aus und fiel neben Gray auf den Hintern. Schnell nahm er seinen Arm und jagte ihm das letzte Med-X in den Arm. „Wars das?“ fragte Peaches. „Ja.“ abtwortete Knox. „Dann nichts wie weg hier!“ „Warte! Der Rucksack.“ Peaches stöhnte. „Ich hol ihn.“ sagte Knox. Als er aufstehen wollte zuckte Peaches zusammen. „Was ist?“ Knox sah seinen Freund an. Dieser sah an sich herab und hob dann die Jeansweste an. Er sass steif da und starrte auf seinen Bauch. Knox lief es kalt den Rücken hinunter als sich dort Blut ausbreitete. „Scheisse. Komm hoch!“ Knox griff Peaches unter dem Arm und zerrte ihn auf die Beine. Er sah nach rechts und sah die nüchternen Soldaten die es nicht schafften die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Auf der linken Seite lachten zwei Männer über einen dritten, der mit einem Eimer auf dem Kopf durch die Gegend irrte. Knox half Peaches ins Zelt und setzte an diesem Tag schon den zweiten Mann auf das selbe Feldbett. „Zeig her.“ sagte Knox. Peaches sah an die Zeltdecke und hielt dabei den Pullover hoch. Er zitterte. Knox traute sich nicht die Wunde anzufassen. Es blutete stark. Doch die Eintrittswunde war weit links. Nur etwas mehr und es währe ein leichter Streifschuss gewesen. Er wünschte sich Quinn zur Stelle. „Okay okay.“ sagte Knox und griff nach dem Rucksack. „Drück drauf. Ich jag dir ein Stimpak rein, dann verpissen wir uns von hier. Okay?“ Peaches drückte. „Ich kann nicht.“ presste er hervor. Knox verzweifelte beinahe, als er das Stimpak nicht sofort fand. Peaches versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen. Er hatte das Gefühl die Kugel zu spüren. Ein hartes Etwas, dass sich heiss in sein Fleisch gebort hatte. Etwas was dort nicht hin gehörte. Knox hob das Stimpak hoch und fackelte nicht lange. Er spritze die Medizin in den blutenden Bauch. Sofort lies der Schmerz etwas nach. Knox legte den Rucksack an und stützte dann Peaches. Zusammen verliessen sie das Zelt. Peaches drückte weiter auf die schmerzende Stelle. Sein linker Fuss fühlte sich taub an. Keiner der Soldaten kümmerte sich um die beiden. Mayor Gray lag tot im Sand. Schleppend entfernten sie sich von dem ausser Kontrolle geratenen Aussenposten und hielten erst an als sie den Treffpunkt erreicht hatten.

  • Knox half Peaches sich hin zu setzten. „Wirkt das Stimpak noch?“ Peaches nickte spührte jedoch trozdem Schmerzen. Knox konzentrierte sich. Er war nicht so erfahren wie Quinn was Medizinische Hilfe anging, aber er hatte sich auch schon eine Kugel und Splitter von einer Granate eingefangen. Er hatte zu gesehen wie Quinn ihn verarztet hatte. Peaches lies sich auf den Rücken fallen und zitterte. Er konnte anderen die Nase gerade rücken, gebrochene Knochen richten oder heftig blutende Wunden reinigen und verbinden. Doch er hatte mühe, wenn er sein eigenes Blut aus sich raus fliessen sah. Und so viel. Ihm wurde schwarz vor Augen. Grelle weisse Lichtpunkte pochten vor seinen Augen. Knox hob vorsichtig Peaches‘ Pullover an und verzog das Gesicht als würde er den Schmerz selbst spühren. Peaches atmete stark. Knox zog den Rucksack zu sich heran und durchsuchte ihn. Er legte die gefundenen Verbände, das rote Halstuch, und das Messer bereit. Im andere Rucksack suchte er etwas zum desinfizieren, aber vergeblich. Nicht einmal eine Flasche Alkohol war dabei, die Knox sonst immer dabei hatte. Doch er fand das zweite Stimpak und aufbereitetes Wasser. Knox nahm das Messer in die Hand und betrachtete die Klinge skeptisch. Er sah zu Peaches. „Ich muss die Kugel rausholen.“ sagte er und betrachtete seinen Freund mitfühlend. „Dann mach!“ stöhnte Peaches. Vorsichtig reinigte Knox die Wunde damit er besser sehen konnte. Dann bohrte er mit der Spitze der Klinge und zusammengebissenen Zähnen in das offene Fleisch. Peaches kniff verkrampft die Aufen zusammen, hielt immer wieder die Luft an, keuchte und versuchte sich gegen den Schmerz zu wehren. „Die dicke Weste hat die Kugel etwas gebremst. Ich hab sie gleich.“ sagte Knox und drückte die Haut auseinander. Peaches schrie auf. Konzentriert hebelte er das Metal hervor und griff dann mit den Fingern danach. Alles war voller Blut. „Hab sie.“ Knox warf die verschmierte Kugel neben sich und drückte auf die Wunde die wieder heftiger zu bluten behann. Mit dem feuchten Tuch wischte er das Blut ab und drückte es dann auf das Loch in Peaches‘ Bauch. Es musste genäht werden, doch dafür hatte Knox keine Werkzeuge. „Peaches, du musst hoch kommen.“ sagte er und griff mit der freien Hand nach seiner Schulter. Stöhnend richtete er sich auf. „Halt das.“ Peaches riff nach dem Tuch und drückte währen Knox den Verband bereit machte und ihn um Peaches‘ Unterleib abrollte. Bevor er die Wunde verdeckte. Griff er nach dem Stimpak, wies Peaches an die Hand und das Tuch weg zu nehmen und jagte die Medizin unter die Haut. Noch einmal reinigte er die Wunde, ehe er den Druckverband fertig umlegte. Peaches bemerkte wie sich der Schmerz linderte. Er war noch da, aber nicht mehr ganz so unerträglich. Knox machte sich sorgen um die Infektion. Er räumte alles in einen Rucksack und stopfte den anderen leeren auch hinein. „Kannst du gehn?“ fragte er. Peaches antwortete nicht sondern kam auf ächzend auf die Beine. Knox hängte sich Rucksack und Waffen um. Seine Beine protestierten jetzt schon. Dann ging er Peaches stützend richtung 188ste. Es war der nächste Handelsposten den er kannte. Und wenn sich dort kein Arzt fand, würde er dort etwas zum desinfizieren finden. Knox konnte nur hoffen, dass die Kronkorken ausreichten...

  • >>> 188 Handelsposten>>>


    Peaches schien sich nun zu beeilen. Sie traten in den hohen Raum mit den vergitterten Böden und stiegen die Treppen hinab. Ihre Schritte halten laut und metallisch. Unter ihnen stürmte jemand an das Geländer und sah zu ihnen hinauf. „Peaches!“ rief eine Frau. „Leute Big Peaches ist wieder da!“ Die Frau rannte die Treppe hinauf und kam auf den grinsenden Peaches zu. Auf der untersten Etage traten Leute hervor und sahen hinauf. Sascha umarmte Peaches freudestrahlend. „Au au au.“ sagte Peaches dabei konnte er das Grinsen aber nicht unterbrechen. Sie liess sofort los. „Was ist passiert? Soll ich mir das ansehen? Nein warte, komm erstmal mit runter.“ Sie nahm ihm die Waffe ab und ging voran. Unten angekommen, begrüsste die Truppe ihren Anführer begeistert. Knox sah sich um. Cosmo kam bereits auf ihn zu. Er lächelte sein trauriges Lächeln und begrüsste seinen Bruder. Knox war erleichtert. „Was hast du denn da an?“ fragte er und Knox sah an sich herab. „Achja..“ er nahm den Rucksack und öffnete ihn. Er legte den Inhalt auf einen der Festtische und begann die RNK-Uniform wieder gegen seine alte Kluft zu tauschen. Peaches war umringt von seinen Leuten. Er fragte sie nach seinem Sohn und erklährte sein wegbleiben. Die Privat Eyes erzählten wie Rene verschwand und Cosmo auftauchte. Knox hatte die Arme in seinem Shirt und wollte es gerade über den Kopf ziehen. Cosmo betrachtete ihn und lächelte. Knox sah an sich herab und begriff, dass er das Tattoo ansah. Doch dann erinnerte es ihn an Brian und er zog sich schnell an. Knox setzte sich auf die Bank. „Hast du und Peaches‘ Leute etwas herausgefunden?“ fragte er Cosmo. Dieser schüttelte den Kopf. „Sie waren sehr damit beschäftigt nach ihrem Boss und seiner Frau ausschau zu halten. Ich weiss nicht was sie noch wissen. Sie scheinen mir nicht hundert Prozent zu vertrauen.“ „Wie kann man dir denn nicht vertrauen?“ grinste Knox und fing sich einen Knuff in den Arm ein. „Jetzt ist Peaches ja wieder da, vielleicht schaffen wir es jetzt gemeinsam Brian und die Frau zu retten.“ Knox‘ Gesichtsausdruck verfinsterte sich. Er sah zu Boden. Er war nun mehr denn je der Überzeugung, dass Leute die sich einmischten, das Leben seines Bruders verkürzen würden. Jedoch sagte er nichts. Er sah zu Peaches der nun mit Sascha in seinen Raum ging. Er hörte eine Kinderstimme die sich freute. Wenigstens hatten diese Wichser das Kind in Ruhe gelassen. „Habt ihr was zu trinken da?“ fragte Knox. Cosmo nickte und hielt ihm eine Flasche Wasser entgegen. Knox schüttelte den Kopf. „Ich meine was richtiges.“ „Alkohol?“ Knox nickte. Cosmo sah sich um. Dann ging er und kam mit einer Bierflasche zurück. Knox nahm sie und schraubte den Verschluss auf. „Was ist mit dir?“ fragte Knox. Cosmo schüttelte den Kopf. „Ich hab aufgehört.“ „Dein Pech.“ gab Knox zurück und trank in grossen Schlucken. Knox war nicht danach sich zu unterhalten. Doch Cosmo schnitt ein Thema an, dass Knox aufspringen liess. „Ich habe gute Neuigkeiten.“ sagte er. „Ich habe Jenny gefunden.“ „Im Ernst?!“ rief Knox. „Wo ist sie?“ Cosmo nickte zufrieden lächelnd zu dem Raum in den Peaches verschwunden war. Als Knox darauf zu gehen wollte, hiel Cosmo ihn am Arm zurück. „Sie schläft. Und sie war verletzt.“ „Wie?“ fragte Knox. „Ich muss sie sehen!“ Cosmo lies los. „Sie wurde von einem Tier angegriffen. Die Privat Eyes haben sie vor einigen Tagen gefunden. Sie war, wie sie sagte auf dem Weg zu einem Bahndepot.“ Das erschreckte Knox. Die blinden Todeskrallen. „Sie hatte eine Bisswunde am Bein und braucht Ruhe.“ „Scheiss egal!“ sagte Knox. „Ich will sie sehn!“ er drehte sich um und steuerte die Tür an. Im Rahmen blieb er stehen. Peaches und Sascha sassen beim Schreibtisch. Sascha behandelte die Wunde. Peaches hielt seinen Sohn an der Hand, der aufgeregt eine Geschichte zum besten gab und sah lächelnd zu ihm hinüber. Er nickte zum Bett. Knox sah hin und erkannte seine kleine Schwester, schlafend, unter einer dünnen Decke. Da war sie. Endlich. Und diesmal musste er sich nicht von ihr fern halten. Langsam ging er auf sie zu. Er erinnerte sich an ihr Gesicht. Er sah sie vor seinem inneren Auge lachen und weinen. All die Zeit die sie zusammen verbracht hatten, wie sie miteinander aufgewachsen waren. Er spührte so viel Verbundenheit. Und obwohl er diese auch zu seinen Brüdern hatte, war die zu Jenny irgendwie stärker. Vor dem Bett blieb er stehen. Er wünschte sich sie würde aufwachen. Er wollte sie wecken, mit ihr sprechen, sich dafür entschuldigen, dass er nicht besser auf sie aufgepasst hatte, so wie er es ihr einst versprochen hatte. Er sah auf das verbundene Bein, welches halb unter dem Lacken hervor lugte. Knox fühlte sich schuldig. Hinter ihm protestierte Peaches gegen die Behandlung von Sascha. „Es ist etwas entzündet, aber das krieg ich schon wieder hin, hier halt das kurz.“ „Und dann war ich draussen, und da war ein Bär, der war sooo gross!“ erzählte der Junge atemlos. Knox versuchte nicht zu verstehen was sie hinter ihm redeten. Stattdessen setzte er sich am Fussende auf die Bettkannte und dachte an früher. Draussen sprachen die Privat Eyes miteinander. Nach einiger Zeit schwebte ein köstlicher Duft in den Raum. Knox bemerkte wie sein Magen knurrte. Gerade als er aufstehen wollte, begann Jenny sich zu strecken und sich verschlafen die Augen zu reiben. Sie blinzelte, kniff die Augen zusammen und gähnte. Knox beobachtete wie sie ihn ansah, aber noch nicht begriff wer da sass. Schliesslich zog sie die Brauen zusammen und konzentrierte sich auf ihn. „Bist du‘s wirklich?“ sie klang müde. Knox freute sich und rückte etwas näher. Es war wie damals, als Jenny krank im Bett lag und sich hundsmieserabel gefühlt hatte. Sie hatten sich gegenüber gesessen und hatten Karten gespielt, bis Jenny wieder fit gewesen war um draussen zu spielen. „Wer sonst, du Faultier.“ neckte er und grinste. Sie verstand und setzte sich schnell auf. Dabei verzog sie kurz das Gesicht. „Du erinnerst dich?!“ Knox nickte. Nun lachte Jenny und streckte die Hände aus. Er nahm sie glücklich in den Arm. Jenny weinte nun. „Tut mir Leid, dass ich dich Arschloch genannt hab.“ schluchzte sie. „Ich hab nicht daran gedacht, dass du dein Gedächtnis verloren hattest.“ „Mir tut‘s auch leid.“ sagte Knox und drückte sie fester, da sie zitterte. „Ich hab dich so lange nicht gesehn. Wir dachten du wärst tot.“ sagte sie in seine Schulter vergraben. „Ich weiss...“ antwortete Knox und musste nun auch beinahe weinen. „Weisst du,“ schniefte Jenny und löste sich. Sie versuchte ungeschickt ihre Tränen zu verbergen. „du hattest Recht. Ich hätte zu Brian und Cosmo gehen sollen, als du es mir gesagt hattest...“ Sie wischte mit den zu langen Ärmeln ihres Pullis über das Gesicht. Knox mochte es nicht wenn sie weinte. „Hör auf zu weinen.“ sagte er. „Jetzt sind wir doch hier.“ Jenny versuchte zu lächeln. „Ich wein’ doch gar nicht!“ Sie atmete tief ein. Es war niedlich, wie sie sich versuchte zusammen zu reissen. So tat sie das immer, um nicht schwach zu wirken. Wenn man mit drei Brüdern aufwuchs, war weinen wie ein Gutschein um geärgert zu werden. „Jenny.“ begann Knox vorsichtig. „Du machst bei diesem Ritual doch nicht mehr mit, oder?“ er erinnerte sich, wie aufgeregt sie von den Aufgaben erzählt hatte. Und rechnete damit, dass sie diese nun auch zu Ende bringen wollte. „Wieso?“ fragte sie und wischte mit dem Ärmel über die Nase. Knox sah auf das Bier, dass er noch in der Hand hatte. Er wollte sie nicht provozieren in dem er andeutete, dass es zu Gefährlich für sie war. „Hat Cosmo dir nichts erzählt?“ Sie schüttelte den Kopf. „Was erzählt?“ schniefte sie. Knox sah abwechselnd in ihre Augen. Wie sollte er ihr beichten, dass er ihre Mitstreiter, vielleicht Freunde von ihr auf dem Gewissen hatte. „Diese Aufgaben sind...“ er überlegte. „...sie werden überwacht.“ „Was meinst du damit?“ „Die haben ein paar Leute geschickt, die...“ Knox schluckte. „die Kartenträger töten sollen...“ Verwirrt legte Jenny den Kopf schief. Knox seufzte. Bevor er weiter erzählen konnte, kam Cosmo herein. Er hatte zwei Teller in den Händen. Darauf dampfte ein gebratenes Steak. Cosmo hatte sichtlich gute Laune. Das freute Knox. Er freute sich, dass er Brian für ein paar Stunden aus dem Kopf bekam. Das schaffte Knox hingegen nicht. Und die zurückgewonnenen Erinnerungen machten es ihm nur schwerer.
    Er nahm den Teller entgegen. „Wie geht‘s dir?“ fragte Cosmo und sah Jenny an. Sie nickte. Hatte aber noch immer verheulte Augen und sah schnell auf ihren Teller. Auf Knox‘ Zunge brannten die Worte, dass sie sich nicht weiter um Victor und die Vault kümmern sollten, damit Brian nicht zur Strafe umgebracht wurde. Er würde das schon irgendwie hinkriegen. Er hatte schliesslich noch Sanjes und Peaches. Sie konnten sich als ‚Eingeweite‘ darum kümmern ohne Verdacht zu schöpfen... irgendwie... Aber Knox wollte den Namen seines Bruders nicht aussprechen. Zur Zeit schien niemand an ihn zu denken und das war vielleicht ganz gut so. Peaches stiess nun zu ihnen. Seinen Sohn an der Hand. Der Kleine lies die Hand los und kroch zu Jenny ins Bett. Sie grinste. Scheinbar verstanden sie sich gut. Der Junge kuschelte sich an Jenny. Dann griff er nach einer kleingeschnittenen Kartoffel auf ihrem Teller und steckte sie in den Mund. Knox fühlte sich komisch. Irgendwie hatte er plötzlich keinen Hunger mehr. Das war doch nicht etwa Eifersucht, oder? Er trank schnell aus der Flasche und sah dann Peaches an. „Hast du Zigaretten da?“ Peaches grinste. „Komm mit.“ Knox stellte den Teller ab und folgte seinem Freund in dessen „Büro“. Er war tatsächlich glücklich. Knox sah es ihm regelrecht an. Und was war mit seiner Frau? War Knox der einzige der noch an die Gefangenen dachte? Peaches setzte sich vorsichtig in seinen Stuhl und öffnete die unterste Schublade auf der rechten Seite des Schreibtisches. Knox sah darauf herab. Die Schublade war voll mit Zigarettenschachteln. Er grinste. „Bedien‘ dich.“ sagte Peaches. Knox ging in die Hocke und nahm eine der vollen Packungen. „Du hast hier echt was auf die Beine gestellt, was?“ sagte Knox mit einer Zigarette zwischen den Lippen. „Das wusstest du doch schon.“ gab er zurück. Knox zuckte mit den Schultern. „In der Simulation gings ja ganz schön bergab. Wo ist dein Bruder?“ Peaches sah auf seinen Pult. „Draussen. Sascha meinte, er würde sich um das kümmern, was wir Cosmo aufgetragen hatten den Privat Eyes zu erzählen.“ „Verstehe...“ Knox war nicht glücklich. „Ich hab ihnen von dem Bunker erzählt.“ sagte Praches. „Vielleicht finden sie etwas heraus.“ Knox räusperte sich. „Meinst du nicht, es ist besser wenn wir uns... selbst drum kümmern?“ fragend sah Peaches ihn an. „Wie denn?“ „Ich meine nur... was wenn wir auffliegen? Was passiert dann mit...“ Knox sprach es nicht aus sonder redete immer leiser und spähte zu Cosmo und Jenny hinüber. „Ich glaube nicht, dass sie ihnen etwas tun...“ sagte Peaches zu Knox‘ überraschung. Er hob die Brauen. „Wie kommst du denn plötzlich darauf?“ Darauf achtend, dass die Verletzung nicht zu sehr schmerzte, lehnte Peaches sich zurück. „Wenn sie sie töten, haben sie nichts mehr gegen uns in der Hand...“ Nun verschluckte Knox sich beinahe und hustete kurz. „Das ist deine Erklährung?!“ Peaches griff links in eine andere Schublade und stellte Knox eine Wasserflasche hin. „Ja.“ sagte er knapp. Das machte Knox wütend. „Ja? Das ist alles? Ja?!“ Beschwichtigend hob der Anführer der Privat Eyes die Hand. „Denk doch mal nach. Wenn wir uns nicht um diesen Victor kümmern, sind bald alle in New Vegas drann. Nicht nur die beiden. Wer weiss was der Kerl anrichtet.“ „Das weiss ich auch!“ stöhnte Knox ungeduldig. Peaches schien nun zu glauben, Knox bekehrt zu haben. „Na also... Wir müssen den Kerl irgendwie stoppen.“ Knox hieb auf den Tisch und erschrak selbst. Er sah zum Bett. Alle drei sahen zu ihnen hinüber. Knox versuchte die unkontrollierte Wut zu bändigen und sah wieder zu seinem Freund. Durch zusammengebissene Zähne sagte er: „Verdammt Peaches, du kannst nicht einfach davon ausgegen, dass sie Brian und Rene nichts tun! Du musst deine Leute zurück pfeifen.“ Peaches furchte die Stirn. „Und was dann? Sehen wir einfach zu wie er hier alles überrennt?“ Knox richtete sich nun auf. Peaches sprach eindringlich weiter. „Sobald er hat was er will, tötet er sowieso jeden den er nicht mehr braucht!“ Nun hob Knox verzweifelt die Hände hinter den Kopf und drehte sich um. Er sah mit dem Rücken zu Praches an die kahle Betonwand. Konnte oder wollte er es nicht verstehen? Knox drehte sich zu ihm um und versuchte es nochmal. Er sprach mit gesenkter Stimme. „Wenn Victor herausfindet, dass wir Leute eingeweit haben sind nicht nur deine Frau und mein Bruder drann, sondern auch wir!“ er legte seine gesammte Überzeugungskraft in diesen Satz und sah Peaches an. Dieser starrte entschlossen zurück. „Das Risiko ist es Wert! Wir haben mehr Chancen mit meinen Leuten.“ Knox gab auf. Er schaubte. „Scheisse.“ sagte er entrüstet. „Weisst du was, fick dich Peaches!“ Sagte er um seinem Zorn Platz zu machen. Ohne auf eine Antwort zu warten oder auch nur darüber nachzudenken, wandte er sich ab. Cosmo und Jenny sahen ihm nach, als er den Raum verliess. Knox jedoch wollte nur weg. Weg von Peaches und in Ruhe nachdenken. Er stieg die Treppen hinauf, nahm immer zwei Stufen auf einmal und durchquerte den Gang der in das Becken führte. Er überlegte ob er ganz nach draussen sollte, blieb dann aber stehen. Eine Matratze lag an der Wand. Sie war etwas modrig und dunkel gefärbt. Knox steuerte sie an und setzte sich an die Wand. Seine Worte halten in seinem Kopf nach. Fick dich Peaches! Je länger er darüber nachdachte, desto schlechter fühlte er sich. Er zog die Zigaretten aus der Tasche und zündete eine an. Was sollte er jetzt tun? Zulassen, dass Praches seine Leute an Bord nahm? Riskieren aufzufliegen? Sollte er allein weiter machen? Wenn Victor sah, dass nur Peaches ihm mit den Private Eyes in den Rücken fiel, würde er Knox und seine Familie dann in Ruhe lassen? War das eine Option? Den Pipboy schnappen und verschwinden? Dann bekam auch Peaches keine Informationen mehr von Dr. Sanjes. Aber was war mit Cosmo? Er wollte bestimmt irgendetwas unternehmen. Würde er es verstehen, wenn Knox es ihm erzählte? Würde er warten, auf Jenny aufpassen und sich raushalten? Knox stiess den Kopf leicht gegen die Wand, an der er sass und wieder holte den Vorgang einige Male. So viele verdammte Fragen. Ständig begleitet von Unsicherheit. Was war richtig? Was war falsch? Wie würde diese ganze verfluchte Geschichte enden? Und wann...?

  • Nach einiger Zeit, Knox war es langsam leid nachzudenken ohne auf einen grünen Zweig zu kommen, stand er auf und schländerte zurück. Auf der obersten Etage, stüzte er die Unterarme auf das Geländer und sah geistesabwesend nach unten. Er sah den Leuten zu, die ihren Tätigkeiten nach gingen. Sie reinigten Waffen, räumten auf und unterhielten sich. Es waren einige. Knox hatte nach der Simulation das Gefühl gehabt, es wären viel weniger Mitglieder. Und das beunruhigte ihn. Noch mehr die Peaches einweihen konnte. Er sah seinen Mitstreiter aus dem Raum kommen. Er sammelte die umherstehenden Leute um sich und erklährte ihnen scheinbar etwas. Dabei hielt er den Pipboy hoch und zeigte auf ihn. Aufmerksam sah Knox zu. Er hörte ihn sprechen aber verstand die Worte nur knapp. Es war falsch. Knox war sich sicher, dass es ein Fehler war es herum zu erzählen. Besser sie machten sich auf den Weg und schnappt den sich den zweiten RNKler. Wärendessen sollten die Privat Eyes die Füsse still halten. Das Unternehmen war gerissen. Knox wusste nicht wie, aber sie waren bei weitem fortgeschrittener was observieren und beschatten anging, als Peaches‘ Leute. Mit sicherheit würde ihnen das nicht entgegen. Nun bemerkte Knox wie Peaches den Blick hob und zu ihm aufsah. Knox erwiederte den Blick ohne eine Mine zu verziehen bis Peaches sich ungerührt wieder seinen Leuten widmete. Knox konnte nicht verstehen, dass Peaches über die Leichen seiner Freunde und Familie gehen wollte. Wenn kümmerten die Junkies in Freeside oder die Unholde in Nord Vegas? Wen kümmerte es was mit den RNK-Idioten passierte, wen kümmerte McCarran oder die Karminrote Karavane? Waren die es wert, dass dafür Leute starben die er kannte? Damit konnte Knox nicht leben. Er würde sich niemals verzeihen, dass er Brian geopfert hatte um ein paar namenlose Penner zu retten. Er richtete sich auf und stieg die Treppe hinab. Was konnte er sagen um Peaches umzustimmen? Er schien leider vollkommen überzeugt. Als Knox die unterste Stufe erreichte, ging er an der Truppe vorbei ohne sie eines Blickes zu würdigen. Cosmo hörte ebenfalls interessiert zu, was das ganze noch schlimmer machte. Er betrat den Raum in dem nurmehr Jenny und der Junge waren. Das Kind sass auf dem Boden und spielte mit einem Spielzeugauto. Jenny sass im Bett und las in einem Comic. Als Knox sie sah hellte sich seine Stimmung etwas auf. Er ging auf das Bett zu. „Rutsch rüber.“ sagte er und setzte sich neben sie. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und lehnte an der Wand. Jenny las die Seite zu Ende. Knox spähte auf die aufgeschlagenen Seiten. Groknak der Barbar. Er kannte das Band sogar. „Er findet den Bären der das Mädchen bewacht und tötet ihn ohne einen kratzer.“ sagte er. In der nächsten Sekunde wandte Jenny sich zu ihm um und schlug ihm das Heft ins Gesicht. „Du Vollidiot!“ Knox zuckte grinsend zusammen und hielt abwehrend die Hände hoch. Sie warf das Heft vor sich auf due Decke und seufzte genervt. „Ich kann sonst nichts tun hier. Warum verdirbst du mir den Spass?“ schmollte sie. Knox lehnte sich wieder zurück. „Sorry.“ grinste er. „Schiebs dir sonst wo hin.“ gab sie zurück. Sie wandte sich zu ihm um und sah ihn böse an. „Wenn du schon so ein Klugscheisser bist, dann erklähr mir jetzt was du vorhing gemeint hast.“ Knox‘ Grinsen verschwand. Er zuckte mit den Schultern. „Scheiss egal. Wichtig ist nur, dass du bei dem drecks Ritual nicht mehr dabei bist.“ „Wer sagt, dass ich es nicht beende wenn ich wieder laufen kann?“ „Nur über meine Leiche.“ gab Knox zurück und erschauerte. Wie passend. „Denkst du ich schaff das nicht?“ Jenny sah ihn überlegen an. Knox schüttelte den Kopf. „Darum gehts nicht.“ „Worum dann?“ „Vergiss es einfach.“ „Nein! Jetzt sag schon, oder...“ Knox hob eine Braue. „Oder was?“ In Jennys Gesicht blizte ein wissendes Grinsen auf, dann stürzte sie sich auf Knox‘ ungeschützten Bauch und kitzelte ihn, dass er sofort lachen musste. „Halt! Nein! Hör auf!“ Glücklicherweise war er stärker als sie und griff fuchtelnd nach ihren Handgelenken. Lachend hielt er ihre Hände fern und kam wieder zu Atem. Es fühlte sich an wie in alten Zeiten. Sie grinste. Knox grinste zurück. „Jetzt sag!“ sagte sie etwas ausser Atem. „Warum weisst du soviel darüber?“ Knox der immernoch grinste weil er das kitzeln noch zu spühren glaubte wehrte die Frage mit einem Kopfschütteln ab nur sich um kurz darauf wieder das Lachen zu verkneifen als sie zu einer weiteren Attacke ansetzte. „Jetzt hör schon auf! ...“ Jenny zog die Hände zurück und betrachtete ihren Bruder erwartungsvoll. Knox versuchte Zeit zuschinden in dem er etwas länger als nötig nach Luft rang. „Hast du das Ritual auch gemacht?“ fragte sie um das Schweigen zu brechen. Knox schüttelte den Kopf. „Quatsch. Da dürfen doch nur fünfzehnjährige mitmachen.“ Knox seufzte. „Ich...“ er verstummte. Er betrachtete sie und brachte es nicht über sich, ihr zu gestehen, dass er ihre Freunde umgebracht hatte. „Ich kanns dir nicht sagen...“ Jenny stöhnte. „Was ist denn so schlimm?“ Knox sah auf seine Hände. „Egal. Bitte mach diesen Scheiss einfach nicht weiter.. Ich hab mir echt Sorgen gemacht...“ gestand er. Ihre Gesichtszüge wurden weicher. Sie vertuschte es in dem sie mit den Augen rollte. „Wenns dich glücklich macht...“ Knox grinste. In dem Moment traten Peaches und Cosmo ein. Sie unterhielten sich angeregt. Die kleine Versammlung war wohl vorbei. Vor dem Bett trennten sich ihre Wege und Peaches ging, ohne Knox anzusehen zu seinem Schreibtisch, während Cosmo sich zu ihnen gesellte. Knox sah seinem Freund nach. Er musste ihn mit seinen Worten härter getroffen haben als beabsichtigt. „Was treibt ihr?“ fragte Cosmo gut gelaunt. Er schien voller Tatendrang und Hoffnung. „Nichts.“ sagte Jenny und lächelte. „Was habt ihr beredet?“ Cosmo freute sich über die Frage. „Wir haben jetzt einen Anhaltspunkt um Brian zu finden.“ Jenny nickte. „Ich will auch helfen.“ Knox sah sie erschrocken an und stand dann auf. „Du hilfst uns wenn du gesund wirst.“ gab Cosmo zurück. „Ich hab keine Lust dich nochmal zu suchen.“ Jenny streckte ihm den Mittelfinger entgegen. Knox lächelte betrübt. „Ich hau mich aufs Ohr.“ sagte er. Cosmo gähnte. „Hast recht.“ er folgte Knox nach draussen und sie stiegen die Treppen hinauf. Auf der mittleren Etage suchte Knox sich eine der freien Betten aus und legte sich darauf. Cosmo wählte das daneben. Mit den Händen im Nacken verschränkt, sah Knox an die vergitterte Decke. Cosmo würde sich nicht abbringen lassen, Brian zu befreien. Knox musste sich schnell entscheiden wie er verhindern konnte, dass Victor Brian umbrachte oder schlimmeres mit ihm anstellte. Ein kalter Schauer über kam ihn als er an die Foltermethoden dachte. Knox dachte nach. Dann nickte er sich selbst zu. Es gab nur eines was er tun konnte. Er starrte entschlossen an die Decke und wartete bis er Cosmo leise schnarrchen hörte. Um in herum schlief der Rest der Bande. Dann stand er auf und schlich die Treppe hinab.

  • Auf dem Weg nach MCCarran, versuchte Knox alle Zweifel zu ignorieren die in ihm hoch kamen. Duzende Stimmen wollten ihn beschuldigen, anflehen und beleidigen. Doch jetzt war es zu spät - nein war es nicht - jetz konnte er nicht mehr umkehren - doch konnte er - er musste den Plan allein in die Tat umsetzten - nein musste er nicht -
    Es war früher Morgen. In der Nacht hatte er sich den Rucksack geschnappt. Mit ein paar Vorräten, Kippen und anderem nützlichen Zeug vollgestopft, das er in Peaches‘ Schreibtisch gefunden hatte und eine Nachricht hinterlassen. Er hatte lange mit sich gerungen, ob er dies tun sollte oder nicht. Aber er kam zu dem Schluss, dass es keinen Unterschied machte. Wenn sie alle feststellten dass seine Ausrüstung und Knox selbst verschwunden waren, würden sie sehr bald den Schluss ziehen, dass er sich auf den Weg gemacht hatte um den Auftrag zu erfüllen. Die Nachricht beinhaltete nur sechs Wörter. Du hast es nicht anders gewollt. Und spätestens dann, wenn Peaches feststellte, dass auch der Pipboy verschwunden war, den er zum schlafen abgelegt hatte, würde er es wissen. Er hatte in ihrem kurzen Streit deutlich klar gemacht, welchen Standpunkt Knox vertrat. Und nun war es Zeit, diesem auch treu zu bleiben - nein war es nicht -
    Mit entschlossener, angespannter Mine schritt Knox auf McCarran zu. Es war nicht weit. Eine Weile lang lies er den Zorn zu, den er auf sich und auf Peaches und auf Victor hatte. Er hasste es, eine Schachfigur zu sein. Aber für seinen Bruder, musste er sich damit abfinden.


    Nahe der RNK Basis, stieg Knox in eines der zerfallenen Häuser ein. Er sicherte es und setzte sich auf den Couchtisch, der darin das einzige noch intakte Möbelstück war. Aus dem Rucksack zog er den Pipboy und legte ihn neben sich ab. Dann schlüpfte er erneut in die RNK Uniform. Sie hatte dunkle Flecken von Peaches‘ Blut. Aber wen juckte das. Er stopfte seine Kleidung in den Rucksack und nahm den Pipboy auf die Knie. Eine Weile drückte er daran herum. Las die eingegangenen Nachrichten. Dabei versuchte er sich einen groben Plan bereit zu legen wie er vorgehen wollte. Und als die Sonne auf ging, steckte er den Armcomputer wieder zurück, schulterte das Gewehr und den Rucksack und marschierte los. Er hatte den Helm tief ins Gesicht gezogen. Er näherte sich dem grossen Tor. Seine erste Hürde. Danach gab es kein Zurück mehr - doch gab e....-


    >>>> Camp McCarran >>>>

  • >>>>kommt von Boulder City>>>>


    Sie hatten sich zum Rasten entschlossen und ein kleines, provisorisches Lager aufgebaut. Die letzten 48 Stunden erschienen so surreal. Das Einchecken ins Tops, diese blutige Hölle im Hotelzimmer, die Gefangenschaft von Knox und dann diese Vault. Es kam ihm wie eine knappe Woche vor, seitdem sie auf dem Strip standen und sich einen Plan für den Manager zurecht gelegt hatten. Dust verfiel in einen tiefen, unruhigen Schlaf. Er befand sich in der Lobby des Tops Casino, doch irgendetwas war anders. Die Szenerie war in ein schummriges, rotes Licht getaucht. Alle im Kasino schauten den Kopf seltsam geneigt nach unten. Sie wirkten wie beschämte Statisten. Er lief zur Rezeption und sprach den Mann am Empfang an. Sekunden zeigte er keine Regung, dann schnappte sein Kinn plötzlich ruckartig nach oben. Er starrte scheinbar in Johns Seele und die Worte aus seinem Mund wird der alte Herr wohl nie wieder vergessen: ,,Das ist Blutgeld, Blutgeld Partner." Er zog an seiner Kehle mit dem Finger einen Strich, aus dem Rachen drang ein grauenhaftes Lachen, dass in einem gluckernden Laut unterging. Blut tränte ihm aus den Augen und es spritze geradezu aus seinem Mund hervor. Dust drehte sich um und rannte zum Ausgang. Dutzende Augenpaare fixierten ihn, kalt, ausdruckslos, abschätzig. Dieser Mann am Empfang war aber das Schlimmste. Sein Anzug war mittlerweile von Blutbächen durchzogen, doch der gurgelnde Laut verstummte nicht. Blutende Augen starrten grauenhaft zu ihm hinüber. Die Türen bewegten sich keinen Millimeter, sie waren wie zugeschweißt. Der Ledermantelträger an der Tür war in grauenhafte Panik verfallen, griff sich an die Seite und fand seine 9mm. Bevor er sich die Waffe an den Kopf halten konnte, erwachte ein durchgeschwitzter Mann im Spätsommer seines Lebens und fand sich in kalter Dunkelheit wieder. Am Horizont war kaum wahrnehmbar die aufgehende Sonne zu erkennen. Er setzte sich mit den Rücken gegen einen Felsen. Knox hatte wohl nicht viel besser geschlafen, er blinzelte ruhig und seine Augen schimmerten in die Dunkelheit hinein.

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    I have stood here before inside the pouring rain
    With the world turning circles running 'round my brain
    I guess I'm always hoping that you'll end this reign
    But it's my destiny to be the king of pain

  • Wärend der alte Mann sich seinen unruhigen Träumen ergab, sass Knox vor der restlichen Glut und starrte vor sich hin. Die Beine angewinkelt, die Arme kraftlos darüber gehängt, stocherte er mit einem Ast im sterbenden Feuer herum. Er konnte nicht schlafen. Die anfängliche Müdigkeit durch den Schnaps war verflogen. Knox war zwar müde und hätte sich die Zeit gern mit Schlaf vertrieben. Doch selbst wenn er die Augen schloss, hielten ihn sein Geist und die quälenden Gedanken wach. Was sollte er nur tun? Es war unmöglich zwischen Brian und Peaches zu wählen. Er wollte es auch nicht... vielleicht sollte er Peaches aufsuchen und ihm davon erzählen? Aber was war mit den Beobachtern? Wenn sie das erfuhren und es an Victor weiter leiteten, würde dieser seinen Bruder töten. Das wäre Verrat. Und er musste dem Aufseher doch treu bleiben und sein Vertrauen gewinnen. Knox schloss die Hand so fest um den Stock dass es weh tat. Diese verzweifelte Lage machte ihn wütend.

    Dust wachte auf. Er wirkte im schwachen Schein der Glut noch viel älter. Auch Knox wirkte in diesem Licht ausgelaugt und ja beinahe kränklich. „Schlecht geträumt?“ fragte Knox beiläufig ohne den starren Blick zu heben. Der Mann beeilte sich nicht mit der Antwort. Kam in seinem eigenen Tempo zu sich und begann zu begreifen wo er sich befand und mit wem. Die Frage blieb unbeantwortet. Das war nicht weiter schlimm. Knox hatte nicht aus Interesse gefragt. John rückte nun näher an die Feuerstelle und wärmte sich die Hände. Es lag noch immer ein schwarzes Tuch über der Mojave. Aber es würde nicht mehr lange dauern und der dunkle Schleier der Nacht würde sich langsam lüften ehe die Wüstensonne wieder aufging und das Land einen weiteren Tag lang zu versengen versuchte. Die Gefärten schwiegen eine Weile und hingen dabei ihren eigenen Gedanken nach. Knox hatte das Gefühl, dass in ihm etwas abzusterben drohte. Dieses Etwas hatte ihm schon sehr oft Kummer bereitet. Aber auch Freude. Es war etwas warmes, aufbauendes. Etwas was ihn, wann auch immer Quinn ihn lobte, hoch hielt und zum weiter machen bewegte. Aber auch etwas, dass ihm weh tat wenn er einen Fehler begangen hatte. Einen Fehler wie den Job des Aktenkoffermanns, an den Namen konnte er sich nicht mehr erinnern, anzunehemen. Oder den Fehler Phil hinters Licht zu führen. Oder den Fehler Peaches zurück zu lassen. Dieses Etwas wurde nun fast so unerträglich, dass Knox es aus sich entfernen musste. Es musste weg. Mit ihm würde er es nicht schaffen eine Entscheidung zu treffen. Er würde es nicht mal schaffen weiter Victors Schosshündchen zu spielen. Und wenn dieses Etwas, dieses Gefühl verschwand, würde es einer bekannten Leere weichen. Eine Leere wie Knox sie verspührte wenn er sich zwang eine Lola, eine Olive oder einen Ray und eine Ireen zu töten. Einer laut schreienden Leere, die keine weichmachenden Gefühle mehr zu lies. Seiner Leere... seinem Raider-Ich...

    „Woher kommst du eigetlich?“ durchbrach Dusts Stimme die Stille der Nacht. Knox hob den Kopf. Mehr aus einem Reflex als vor Schreck und verarbeitete den Satz. „Ich bin von hier.“ antwortete Knox. Er klang resigniert und müde. Ihm war nicht zum Reden zu mute, doch das wusste der Alte schliesslich nicht und fragte weiter: „Du bist in der Mojave geboren?“ Nun betrachtete Knox seinen neuen Freund lange. Ein neutraler Kerl, ohne Vorurteile. Fast wie Jacky damals im Gefängnis. „Nein.“ sagte Knox und schüttelte den Kopf ehe er weiter in der fast erloschenen Glut stocherte und sie damit noch ein wenig länger zwang zu leuchten. „Geboren wurde ich ihn Knoxville... einen monatelangen Fussmarsch von hier.“ gestand er. „Aber an damals erinnere ich mich nicht mehr.“ Knox sprach wie von einem geliebten, toten Haustier. „Es gab...“ ergänzte er schnell. „eine Zeit, da wusste ich wieder alles. Aber jetzt...“ Knox schwieg. Dust nickte, musterte den jungen Mann neugierig. Als Knox dies bemerkte, hatte er plötzlich doch das Bedürfnis weiter zu sprechen. Als würde das Aussprechen seiner schwer zu tragenden Angelegenheiten das Gewicht vermindern. Seit er Jacky seine Geschichte erzählt hatte, waren einige Tonnen Balast hinzugekommen. Knox konnte nicht leugnen, dass es damals irgendwie erleichternd gewesen war. Damals... was war mit heute? „Kennst du das, wenn du ständig versuchst das Richtige zu tun um einen Fehler wieder gut zu machen, aber irgendwie wird alles immer schlimmer?“ fragte Knox retorisch. Sicher konnte der Mann sich etwas darunter Vorstellen. Der Wanderer im Mantel musste ohne Zweifel eine Menge mehr Lebenserfahrung gesammelt haben. Ich habe langsam das Gefühl, absolut unfähig zu sein, Entscheidungen zu treffen... dachte er. Knox wurde bewusst, dass John kaum nachvollziehen konnte, welches Übel sich anbahnte. Doch er wusste nicht ob er ihm erzählen sollte was Victor vor hatte. Irgendwie hatte Knox Angst davor, dass John so reagieren würde wie Peaches... und ihn ebenfalls allein lies mit seiner Aufgabe. Aber verschweigen konnte er ihm die Sache auch nicht. Zumindest nicht dann, wenn er weiter mit Dust reisen wollte. Und dies war die bessere Option. Knox wusste nicht was er täte, müsste er sich wieder allein durchschlagen. So wie die Dinge standen, würde er erneut falsche Entscheidungen treffen und alles noch schlimmer machen. Sofern das überhaupt noch möglich war. „Du sagst, du hättest vergessen was früher war.“ begann Dust vorsichtig. „Wie kommt das?“ Knox dachte nicht darüber nach, warum er das dem Mann erzählen sollte. Sein Gedächtnis war im Moment wohl das am wenigsten grosse Problem. „Wenn ich das Bewusstsein verliere,“ antwortete er, „verliere ich auch mein Gesächtnis.“ Verstehend nickte der Alte. „Es gibt ein Serum, welches mir meine Erinnerungen zurückgibt. Vorübergehend.“ sagte Knox nachdenklich. „Aber um es zu bekommen, muss ich jemanden töten.“ Dann erfülle ich dir jeden Wunsch. Victors Worte flogen an Knox‘ innerem Auge vorbei. „Jemand bestimmtes?“ fragte Dust und Knox nickte. „Ausserdem stirbt mein Bruder wenn ich es nicht tue...“ ergänzte er und schluckte. „Schwer zu sagen was ich jetzt tun soll... denn auch den Kerl, den ich töten soll, kenne ich sehr gut... und in letzter Zeit habe ich nicht besonders gute Entscheidungen getroffen.“ Dust schien über das Gesagte nach zu denken. Knox war klar, dass er ihm diese Entscheidung nicht abnehmen konnte, und doch hoffte er auf einen weisen Rat des Alten. „Wie lange bleibt dir dafür?“ fragte der Mann schliesslich. Knox zuckte mit den Schultern. „Ich weiss nicht. Nicht all zu lange...“ das Bild des verletzten Peaches blitzte vor Knox auf. Wie müsam er ihn durch die halbe Wüste geschleppt hatte damit er nicht starb. Als er geträumt hatte, dass er starb und er für einen Moment geglaubt hatte es wäre real. Beinahe hätte Knox geweint. Und nun sollte er Peaches umbringen... Seltsam... Nicht einmal drehten sich seine Gedanken darum Brian zu opfern. Hatte er sich in Wirklichkeit schon entschieden?


    Bei den Waffenschiebern angekommen, klopfte Knox auf den Tresen hinter dem ein Roboter seinen Dienst verrichtete. „Wir brauchen Waffen und Munition.“ sagte er. Erwas im inneren der Maschine arbeitete, dann trat er zur Seite und präsentierte ihnen die Waffen an der Wand. Knox schüttelte den Kopf. „Der Scheiss da interessiert mich nicht. Ich will das gute Zeug.“ Knox wusste, dass dort an der Wand hauptsächlich Waffen hingen die entweder fast auseinander fielen, üble Gebrauchsspuren aufwiesen oder durch den schlechten Zustand zur Selbstmordwaffe mutieren konnten. Er hatte genug Tötungsmadchinen verteilt, als dass er nicht wüsste, dass die Gunrunner auch wirklich feine Ware vertickten. Und er war sich sicher, dass er sich das Recht verdient hatte sich eine jener Schmuckstücke auszusuchen. Nicht nur weil Dust und er sich das im Moment mehr als leisten konnten. „Ich bins... Knox. Schick doch mal den Boss raus. Er wird das schon regeln.“ sagte Knox. Kurz darauf wurde er von dem Roboter gescannt. „Bestätige Identität - Knox - Exläufer“ Läufer nannten die Schieber ihre Lieferjungs. Aber selbst wenn Knox nicht mehr für die Typen arbeitete, vergessen hatte man ihn scheinbar nicht. Es dauerte nicht lange und ein älterer Typ kam aus dem Gebäude. Am grossen vergitterten Tor blieb er stehen. Gut gelaunt hob er die Hand an das Drahtgeflecht und begrüsste Knox. „Tag Boss.“ grinste er. Dann wies er mit dem Daumen auf Dust hinter sich. „Mein Kumpel John und ich sind zu Zeit ein wenig schlecht ausgerüstet... Ich dachte du könntest das vielleicht ändern.“ Der in die Jahre gekommene Mann scherzte. „Was ist nur los in letzter Zeit?“ grinsend öffnete er das Schloss. „Hier wird einem ja fast die Bude eingerannt.“ „Viel los?“ fragte Knox und trat durch das geöffnete Tor. Der grauhaarige Mann zuckte mit den Schulter. „Nicht wirklich. Aber so viele persönliche Gespräche in einem Monat musste ich selten führen.“ Der Mann schloss das Tor hinter Dust und Knox wieder und ging voran auf das Gebäude zu. Zwei Kerle in Kampfrüstung bewachten es. „Da frag ich mich, wozu ich überhaupt diese Blechbüchse in den Laden gestellt hab.“ Knox ignorierte das Gejammer und kam zur Sache. „Zecke, wir brauchen Waffen. Hast du was Gutes da, für einen alten Freund?“ Zecke musterte Knox mit dem Mundwinkel zuckend, dann grinste er. „Natürlich. Folgt mir.“ Knox nickte John zu und sie betraten einen Raum in dem fein säuberlich beinahe jede Art von Waffe mit jeglicher nur erträumbaren Modifikation vorhanden war. „Äh. Du hast doch Geld, oder?“ fragte der Grauhaarige mit dem Finger auf Knox zeigend. Dieser nickte. „Keine Sorge Kumpel, ich hab nicht vor dich abzuzocken.“

  • Die Masse an Tötungswerkzeugen im Waffenschieberlager erschlug John fast. Es gab jede nur erdenkliche Waffe, sauber hinter Glasscheiben verstaut. Knox schlenderte an den Regalen vorbei und suchte sich eine geeignete Ausrüstung zusammen. Dust entschied sich für ein nahezu baugleiches Präzisionsgewehr, wie das, was nun in der Verwahrstelle des Kasinos verloren war. Einziger Unterschied war das Spezialvisier, das präzise Schüsse in der Nacht ermöglichte. Er hatteeine solche Visierung bisher noch nie auf einem Gewehr in der Mojave gesehen und war schon gespannt auf einen Feldtest. Der Beschriftung zufolge musste es mit einem radioaktiven Restlichtverstärker arbeiten. Die Waffe im Kaliber .308 lag gut in der Hand und war erstaunlich leicht. Eine .45 Pistole in gekürzter Ausführung mit eleganten Ebenholzgriffschalen ersetzte die alte 9mm. Zwei Brand- und zwei Splittergranaten rundeten das ganze Paket ab. Innerlich freute er sich, dass Knox den Typ den er Zecke nannte überreden konnte, ihnen das gute Sortiment nicht vorzuenthalten. Als sie voll ausgerüstet vor das Tor der Waffenschieber traten, war Dust 6000 Kronkorken ärmer, dafür aber mit der besten Hardware bestückt, mit der man sich in der Mojave nur eindecken konnte.


    John war nicht entgangen, dass Knox seit der Nacht im Freien nachdenklich aussah. Kein Wunder, Dust war von seiner irren Geschichte über ein Serum und einen Auftragsmord selbst aufgewülter gewesen, als er sich anmerken lassen wollte. Nun unter der gleißenden Sonne musste er erneut an die Worte von Knox denken. Ich muss ihn einfach darauf ansprechen, mir bleibt nichts anderes übrig. Neben der Hütte mit dem automatisierten Verkaufsroboter baute ein Techniker der Waffenschieber an einer Selbstladebank Patronen zusammen. Gebäuderuinen erstreckten sich über das gesamte Sichtfeld rund um das Gelände der Waffenschieber. Sie wirkten wie verwesende Tierskelette. Dust wurde nachdenklich. Kurz suchte er nach den richtigen Worten, dann begann er vorsichtig nachzufragen. ,,Sag mal Knox, du hattest ein Serum und einen Mord erwähnt, was hat es damit auf sich?"

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    I have stood here before inside the pouring rain
    With the world turning circles running 'round my brain
    I guess I'm always hoping that you'll end this reign
    But it's my destiny to be the king of pain